Kirche II

Evangelische in Sendenhorst

1832 I 12 Bürgermeister Marcus:

Im hiesigen Bezirk nur ein Eingesessener evangelischer Confession, nämlich der Apotheker Rose, dessen Frau und Kinder aber katholisch sind.

nach den Verhandlungen  der Kreis-Synode Hamm, 1847-1920:

(hier auch Evangelische im Kreis Beckum)

1846 

Evangelische von Beckum und Umgebung, deren Seelenzahl 50-60 betragen soll, wünschen eine Einpfarrung zur Gemeinde Üntrop. Superintendent und Pfarrer Neuhaus soll die Evangelischen zu Beckum an Ort und Stelle befragen.

1847 

Die Evangelischen zu Beckum sind der Gemeinde zu Üntrop zugewiesen, jedoch ohne Zwangsverpflichtung bei Taufen, Trauungen und Beerdigungen. Der monatlich abzuhaltende Gottesdienst hat auf dem kgl Remontedepot Boyenstein Pfingsten 1847 begonnen. Rege Teilnahme und guter Fortgang

Die Evangelischen in den Ämtern Sendenhorst und Vorhelm haben sich für einen Anschluß an die ev. Pfarre Hamm ausgesprochen. Die Regierung in Arnsberg hat sich noch nicht geäußert

Die Evangelischen von Beckum und Umgebung (ca 50-60) wünschen die Einpfarrung nach Üntrop

1850

 Desgleichen wird der Gottesdienst zu Ahlen  im Münsterlande wird von Hamm aus regelmäßig versehen. Der Gottesdienst für die im Kreise Beckum zerstreut wohnenden Evangelischen, welcher von dem Pfarrer in Uentrop besorgt wird, hat seinen regelmäßigen Fortgang, Monatlich wird dort einmal gepredigt und das Hl. Abendmahl zweimal im Jahre ausgeteilt-

1852 

Beckum: Der Gottesdienst der ev. Glaubensgenossen wird vom Hülfsprediger Fritzsche zu Oelde besorgt, der abwechselnd in Oelde und auf Boyenstein predigt und das Hl. Abendmahl austeilt. Er wird saliort von der Pastoralhülfsgesellschaft in Barmen, Die Einrichtung einer besonderen ev. Kirchen- und Schulgemeinde in Oelde ist in Aussciht gemommen.

1853

Beckum: Consistorialverfügung vom 29. Januar: die Evangelischen des Kreises Beckum werden zu einer Gastgemeinde der Gemeinde Rheda verbunden; Pfarrverweser Fritzsche ist als Hilfsprediger von Rheda zur Bedienung der neunen Gastgemeinde angestellt worden

1856 

Oelde: Die ev. Dienstboten zu Lippborg sollen der Pflege des Diasporapredigers zu Oelde überwiesen werden.

1857

 Beckum erhält 50 Thlr durch den Gustav-Adolf-Verein

1860 

Die in erfreulichem Aufblühen befindliche ev. Filialgemeinde Ahlen ist mit dem Bau eines Kirchen- und Schulhauses eifrig vorgegangen, Die Gemeinde Hamm seuerte durch Kollekte 260 Thlr bei. Ahlen erhielt den Besuch der General-Kirchen- und Schulvisitation

1862

Die Gastgemeinde Ahlen, deren freundliche Kirche der Herr General-Superintendent Wiesmann unter erhebender Feier und wohlthuender Theilnahme der ev. Glaubensgenossen am 22. Jan vorigen Jahres eingeweiht hat, erfreut sich unter der liebenden Pflege der Pfarrer von Hamm einer gedeihlichen Entwicklung, seufzt aber unter der für diese kleine Gemeinde  schwer drückenden Schuldenlast von 200 Thlr, für welche bisher keine hypothekarische Sicherheit besteht, Antrag auf der Prov. Synode, 300 Thlr zu erteilen (bewilligt wurden 125 Thlr)

1866

 Nachdem der Kandidat Frey am 1. Aug vorigen Jahres als Hilfsprediger nach Unterbarmen berufen, wurde kand. Kunsemöller am 21. Februar die kirchenordnungsmäßige Ordination erteilt. so sammelt sich nunmehr die Gemeinde nicht allein sonntäglich in dem gemeinsamen Gottesdienste um einen eigenen Horten, sondern nimmt auch an den Nebengottesdiensten usw. erfreulíchen Anteil. Verbesserung der finanz. Lage durch Hauskollekte im Reg Bez Düsseldorf erbracht 1273 Thlr, daher ist die Gemeinde inzwischen schuldenfrei und hat bereits eine geringe Grundlage für einen Pfarrfonds.

1867 

Ahlen ist zum erstenmal auf der Kreissynode durch Pfarrer Kunsemöller und den Ältesten Meyhöfener vertreten

1867 Andererseits berichtet das Presbyterium zu Ahlen, daß eine in gemischter Ehe lebende, in dem 2 Stunden von Ahlen entfernten Städtchen Sendenhorst wohnenden ev. Frau, die aber seit 8 Jahren weder zum Hl. Abendmahl gegangen, noch auch je in Ahlen die Kirche besucht hatte, ungeachtet der seelsorgl Bemühungen des Pfarrers, ja vielleicht gar auf Veranlassung derselben zur römischen Kirche übergetreten ist.

1868 

Ahlen hat zur Besoldung seines Pfarrverweser in Höhe von 340 Thlr nur einen Fonds von 500 Thlr, Bitte an die Provinzialsynode um Unterstützung in Höhe von 250 Thlr, Die Seelenzahl beträgt 145.

1869 

Pfarrer Volkening am 10. XII. 1868 zu Ahlen ordiniert; Ältester Steuernempfänger Meihöfener

1870 

Ahlen: An Stelle des im Mai 1869 abberufenen Vikars Werner volkening fungiert der pro ministerio geprüfte, aber nicht ordinierte Kandidat H. Weber. Daher muß die Spendung der Sakramente von Hamm erfolgen. 

1872 

Ahlen: Pfarrer Ortmann, Ältester Gößlinghoff (Sendenhorst)

1873 

Ahlen: Hilfsprediger Giese, Ältester Glauber

1874

 Am 22. Jan 1874 erhielt Pfarrverweser Giese die Ordination; leider wird er bald die Gemeinde verlassen ... Ein so häufiger Pfarrerwechsel, als wir ihn bisher an der jungen Gemeinde Ahlen erlebten, woselbst in 8 Jahren 5 mal ein solcher eingetreten ist, ist gewiß zu bedauern, sowohl wegen Unterbrechung des Schulunterrichts, als aucn wegen der Gemeinde selbst ... Nachteilige Folgen: der früher so erfreuliche Aufschwung droht in  mehrfachr Beziehung zu erlahmen. Als Ursache wird die zu geringe Besoldung von 400 Thlr erkannt und beschlossen, das Pfarrgeahlt auf 600 Thlr zu erhöhen um zu einer selbständigen Pfarrstelel zu gelangen ... Aahlen stellt an die Provinzialsynode ein Unterstützungsgesuch von 500 Thlr, Seelenzahl 150.

1875

 Am 2. Dez 1874 wurde Pfarrverweser von der Kuhlen ordiniert. Die Selbständigkeit der Gemeinde Ahlen ist noch nicht erreicht, da immer noch kein eigener Pfarrfonds vorhanden.

1876

 Die Pastoralhilfsgesellschaft entsendet Kand. Buddeberg aus Lohne nach Ahlen, der am 2. Febr 1876 ordiniert wird. Rückgang der Seelenzahl auf 130

1879

 Ahlen erhält aus dem Staatsfonds einen Zuschuß von 450 Thlr zum Pfarrergehalt. Da nur bis 1880 genehmigt, wird beim Wegfall befürchtet, daß die Gemeinde nicht weiterbestehen kann.

1880

 Bisher sind nur drei weltliche Presbyter gewählt. Nach Anmahnung wählt die Gemeinde Ahlen ein viertes Mitglied. Von eineigen Gemeindemitgliedern wird die Wahl beanstandet, da der Gewählte seine Kinder aus einer Mischehe katholisch werden lasse.

1881

 Ahlen klagt, daß die Evangelischen Einwohner von Sendenhorst und Heessen nur selten zur Kirche kommen, namentlich, daß die Sendenhorster öfter die dortige katholische Kirche besuchen. Das Presbyterium findet dies mit Recht bedenklich, weil es dem evangelischen Bewußtsein leicht Eintrag tun kann und fragt an, ob man in der Diaspora den Besuch der katholischen Predigt von vorn herein verbieten oder unter Hinweis auf strenge persönliche Wachsamkeit ausnahmsweise  gestatten sollte. Die Synode rät zur Einrichtung von Bibelstunden in den betreffenden Orten.

Die Gemeinde Ahlen ist durch den eifrig betriebenen Strontianitbergbau seit kurzem in stetem äußerlichen Wachstum begriffen. Zu wünschen ist nur, daß durch den äußeren Zuwachs der Gemeinde auch der innere Segen komme und nicht etwa unkirchliche Elemente das kirchliche Leben untergraben. 

In Ahlen wurde die Reparatur am Pfarrahsu und die Pflasterung desselben durchgeführt

Für Buddeberg wurde am 15. Sept 1880 Cand Dresbach eingeführt.

Der Presbyter in Ahlen, der seine Kinder katholisch werden läßt, ist nicht bestätigt worden. Seelenzahl 141

1882

 Kandidat Pröpsting wird in Ahlen ordiniert; die Gemeinde hat 230 Seelen

1883

die Evangelischen in Walstedde sind seit dem 1. 7. 1883 nach Ahlen eingepfarrt. In Heessen und Sendenhorst finden Bibelstunden statt. Der Strontianitbergbau hat seine Tätigkeit eingestellt, Die Bergleute sind verzogen.

Heeßen. Die Einwohner sind bequem in der Lage,  die Kirche in Hamm zu besuchen. Ahlen müßte, da es 300 Seelen hat, zur Wahl eines Repräsentantenkollegiums schreiten, das erscheint jedoch bedenklich, da die Bevölkerung stark flukturiert. Durch Erweiterun der Schule ist die Gemeinde in pekuniärer Bedrängnis. In Ahlen wurde die bisherige evangelische Privatschule in Erkenntnis der absoluten Unhaltbarkeit der dortigen Zustände durch Verfügung der kgl Regierung zur öffentlichen erhoben, die Unterhaltskosten werden auf den Kommunaletat der Stadt Ahlen übernommen, in der die kath. Schulen bereits Kommunalschulen sind. Das bisherige Schullokal ist für 60 Mk an die Stadt vermietet. Die Regierung entsandte einen geprüften Lehrer. Die Stadt Ahlen hat gegen diese Entscheidung protestiert. Die Gemeind fürchtete, daß ihr die Unterhaltskosten für die Schule aufgebürdet werden könnten, die sie nicht tragen kann (Communalsteuern 150%, Kirchensteuern 18%). Bei einer Steuerkraft von 400 Mk kan sie keine 1200 Mk für die Schule aufbringen; Seelenzahl 307

1883

In Walstedde sind die Evangelischen von 16 auf 2 zurückgegangen

Heessen hat durch den Zuzug von Bahnbeamten 40 Evangelische, die den Gottesdienst in Hamm besuchen.

In Vorhelm  hat sich die Zahl der Ev. durch den Strontianitbergbau vermehrt

Am 29. Nov 1882 wurde Cand Vorschulze in Ahlen eingeführt (noch nicht ordiniert). Die Regierung hat die Stadt Ahlen für verbunden erklärt, die Schule im selben Verhältnis wie die katholische zu unterstützen. Sie hat den Zuschuß auf 530 Mark festgesetzt. Sie gibt eine Beihilfe von 500 Mark. Damit ist die ev. Schule als öffentlich anerkannt und ihre Existenz gesichert. Die Zahl der Kinder ist auf 52 gestiegen, die Halbtagsschule ist in eine Ganztagsschule umgewandelt. Für die Mädchen wird Industrieunterricht erteilt.

In Ahlen werden im Winter liturgische Andachten gehalten; Seelenzahl 320

1885 

Heeßen, die Zahl der Evangelischen ist auf ca 60 gestiegen. Die Ev. behaupten sie gingen nach Hamm, werden aber auch nicht in Ahlen gesehen; starke Fluktuation; Cand Vorschulze wurde am 15. Mai 1883 ordiniert. Jünglingsverein Ahlen, 361 Seelen

1886

 Ahlen: Da die Seelnzahl inzwischen 361 beträgt, ist eine Wahl der Repräsentation nicht lämger hinauszuschieben; Die  Befürchtung die Seelenzahl werde sich erheblich mindern, ist nicht eingetroffen, da der Strontianitbergbau einen neuen Aufschwung genommen hat.  Es wird jedoch geklagt, daß ie auswärtigen Bergleute, mit Ausnahme derer von Heeßen, am Gottesdienste wenig teilnehmen.

1887

 In Ahlen wurde am 22. Nov 1886 das 25jährige Kirchweihfest und zugleich die Weihe der neuen Orgel unter großer Beteiligung der Gemeinde begangen, In Ahlen ist die ev. Kirchschule als öffentliche Volksschule anerkannt und durch namhafte Zuwendungen der Regierung und der Kommune Ahlen gesichert. Leher Kuxmann ist nach Bielefeld gegangen, statt seiner Huckriede. 44 Schüler, Leistungen befriedigend, Seelenzahl 299

1888

 In Ahlen hat das Pfarrhaus durch einen Ölanstruch eine sehr notwendige Reparatur erfahren.. Die Schule in Ahlen zählt bereits 41 Kinder, deren Leistung nach dem Berichte des kgl Schulrats in Münster befriedigend waren, Seelenzahl 342

In Sendenhorst hat der römische Priester in aller Stille, so daß nicht einmal die ansässigen Evangelischen etwas bemerkt haben, die Konversion eine Trinkers betrieben, an dem freilich kein Verlust ist.

1889

Der seit dem 1. 11. 1886 provisorisch angestellte Lehrer August Huckriede aus Ringel, Kreis Tecklenburg, soll nach bestandener Widerholungsprüfung das Küster- und Organistenamt erhalten. Der Bestand der Schule ist auf 34 Kinde zurückgegangen.

In dem Dorfe Sendenhorst ist ein evangelischer Brauerknecht zur kath. Kirche übergetreten und von neuem getauft worden

1890

Ahlen: Die Schule hat 44 Kinder; In Ahlen besteht die 52 Bücher zählende Bibliothek des früheren evangelischen Jünglingsvereins fort; Seelenzahl 350

1891

Die Provinzialsynode hat 800 Mk für den Ahlener Pfarrfonds überwiesen. Möge derselbe bald die Höhe erreichen, welche die Konstituierung Ahlens als selbständige Gemeinde ermöglicht.

1892

Pfarrverweser Becker verließ am 4. Nopv 1891 nach 8 Jahren die Gemeinde Ahlen, Nachfolger wurde Provinzialsynodalvikar Becker, der bis dahin in Veltheim war. Der bisherige Läuter Stöcker ist zum 1. 1. 1891 auch mit den übrigen Kirchendiensten betraut worden.

1893

Ahlen: Anlage einer Kirchenheizung; Erwähnung des Frauenvereins ahlen. ahlen erhält regelmäßig Zuwendungen und Schenkungen, so 1892 1029 Mark, davon 704 vom Gustaf-Adolf-Verein.

1894

Die mit einem herzlichen Danke zu ehrende unermüdliche Fürsorge des Kgl. Consistoriums hat es erreicht, daß ein Dotationskapital von 15.000  Mark allerhöchstenorts für den Pfarrdonfs der armen Gemeinde Ahlen bewilligt worden ist. Der ev. Oberirchenrat hat unter dem 18. Mai 1894 die Genhmigung der Pfarrstelle und die volle kirchliche Selbständigkeit ausgesprochen. 25. Mai und 2. Juni 1894: Münster stellt die Errichtungsurkunde aus. 29. Juli Pfarrer Ludwig Becker feierlich als erster Pfarrer eingeführt.

Die Lehrerwphnung wurde aus dem Kirchhause verlegt. Sobald die Schule aus dem Kirchhause verlegt ist, und die Kirche einen besonderen Eingang erhalten hat, wird die Wohnung des pfarrers vollständig abgeschlossen sein; Seelenzahl 300.

1896

Die ev. Schule zu Ahlen hat 44 Schüler. Der Bau eines neuen Schulhauses ist genehmigt. Die Regierung  gibt 6.000 Mark Beihilfe. Die Schule wird von 36 Kindern besucht. Außerdem nehem drei Rektoratsschüler am Religionsunterrchte teil. Zum Schulebau hat die kgl Regierung in Münster ihrem Baurate den  Auf-trag gegeben,  bis zum 1. Okt den Bau fertigzustellen. Trotzdem blieb der Plan unausgeführt und die Regierung teilte schließlich mit, daß verfügbare Mittel zur Zeit nicht vorhanden seien. Die Gemeinde kündigte darauf der Schulsocieät die Pfarrhausräume. Dieses hatte eine Agitation gegen uns zur folge, welche in der Oelder und Warendorfer Zeitung gehässige Angriffe gegen uns richtete. Die Notwendigkeit des Schulbaues wurde bestritten, auf die Geräumigkeit der Kirche hingewiesen und die Stadtvertretung gegen jede Hilfe aufgehetzt. Glücklicherweise sin in den letzten Jahren zwei große katholische Schulen gebaut, so daß wir an eine entsprechende Beihilfegerechten Anspruch haben.

1897

Die ev. Schulsozietät hat mit Unterstützung der Regierung eine Schule mit Lehrerhaus errichtet, und nunmehr auch für die Pfarrer auch eine Dienstwohnung hergerichtet.

1898

Hinweis: Seit 1865 wird ein kirchliches Register (Tauf- Trau, Sterberegister) geführt. Dringende Umbauarbeiten und Reparaturen am Pfarrhaus. Der Keller des Pfarrhauses ist mehr nur eine Art Erdhöhle. Ahlen hat eine Schulbaulast von 8000 Mark, wird vom Gustaf-Adolf-Verein unterstützt. Durch stärkeren Zuzug wuchs die Seelenzahl von 300 auf 350.

1900

Der Aufschwung der Industrie hat der Gemeinde Ahlen einen Zuwachs von eta 50 % ihres früheren Bestandes gebracht; 450 Seelen

1901

Ahlen hat sich weiter konsolidiert, Weitere Hilfe des Gustav-Adolf-Vereins

1903

Ahlen: Die Gemeinde ist in ihrem äußeren Bestande durch die Besserung der Industrie gehoben, Zahlreiche Bohrungen nach Kohlen führten ev. Familien dorthin. der Sommer bringt viel Lippische Ziegler, die auf den vier größeren und 10 kleineren Ziegeleien tätig sind, Deshalb mehr Sitzplätze in der Kirche, ebenfalls elektrische Beleuchtung. Beim Herannahen des Kohlebergbaus werden hohe Ausgaben erwartet. 550 Seelen

1904

In Ahlen hat sich die Festigung des Gemeindelebens in ruhiger Weise fortsetzen können, trotz mancher Fluktuation. Bei Beendigung der Bohrversuche werden verschiedene Privatbeamte wegziehen. Die Gemeinde spricht die Hoffnung aus, daß sie an der Zahl der Staatsbeamten einen  paritätischen Anteil behalten werde. Pfarrhausdachreapratur.

In Heeßeb wurde der ev. Teil des neuen Kommunalfriedhofs in Benutzung genommen, wie ein solche in Ahlen schon seit Jahren genutzt wird. Ahlen 550 Seelen.

1905

Ahlen: Trotz Wegzug einiger stuerkräftiger Gleider und trotz Streiks der Schumacher stetig gewachsen. Eine zweite Schulkalsse und Grunderwerb zur Erweiterung des Beetsaales geplant.

In Heeßen macht man sich  mit der Anlage einer Zechte gefaßt, daher die Ev. wachsen werden.

1906

Ahlen: Die zweite Schulklasse seit Ostern eingerichtet; Lehrerin. Grunderwerbe in Heeßen zum Preise von 300 Mark. Die Ahelner Stadtverwaltung hat aus Sparsamkeitsgründen die Anstellung einer Lehrerin statt eines Lehrers verfügt, obwohl die ev. Schule bedeutende Überschüsse aufwies. Der Bürgermeister hat der Handarbeitslehrerin mitten im Semester das Gehalt gesperrt. Die Stadtverwaltung lehnte den Antrag der kgl. Spezialkommission auf Umtausch eines Gardens der ev. Gemeinde gegen städt. Grund ab, owohl das Gelände für eine Straße  gebraucht wird und obwohl das Kloster vor einigen Jahren 40 Morgen Land geschenkt bekam.. Verhandlungen mit der Stadt führten zu dem Ergebnis, daß der Pfarrer für den ev. Religionsunterricht 75 Mark erhält. In Ahlen hat der ev. Männer- und Jünglingsverein eine Jugendabteilung gegründet. 600 Seelen.

In Sendenhorst gab eine Beerdigung Veranlassung, daß ein gesonderter Teil des kath. Friedhofes durch schriftliche Beurkundung des kath. Pfarramtes den Evangelischen zum ausschließlichen Gebrauch zugeeignet wurde

1907

Ahlen: Immer merh Schwierigkeiten bei der Grundstücksbeschaffung, scheint von kath Seite nicht erwünscht. Die Angelegenheit der Handarbeitslehrerin ist erledigt. Bibelsprechstunden. 700 Seelen.

In Sendenhorst wird monatlich eine Bibelstunde abwechselnd in den fünf ev. Familien abgehalten

1908

Ahlen: Zusammenlegungssache erledigt. Ein Teil des Grundbesitzes hinter der Kirche ein ander als eventueller Bauplatz neben der ev. Schule an der Ecke Gerichts- und Körnerstraße überwiesen. Allerding Schuldenlast von 75.000 Mark. Die Sitzplätze mußten vermehrt werden. Östlich der Stadt sind Vorbereitungen zur Anlage eines Bergwerks getroffen. In der Fortbildungsschule ist jeden Montagabend ½ Stunde Religionsunterricht; 800 Seelen.

1918 A998

Liste der steuerpflichtigen Evangelischen

1. Bahnmeister Adolf Kröger, Bahnhof, Nr 369 

2. Stationsvorsteher Friedrich Schulz 369

3. Kaufmann Wilhelm Lehr 392

4. Molkereibesitzer Paul Resöft 363a

5. Fabrikarbeiter Karl Schmelzer, Ostgraben; 335

6. Handlungsgehilfe Hch Hestemann, Weststr 188

7. Wwe Wachholz, Schulstraße 334

8. Elis. Butterwich Dienstmagd,. Osttor 363b (Butterweck?)

9. Bernhard Strauß Osttor 357b; F.G.W.

1930

Kirchenzeugnis

Bescheinigung Pfarrer Becker, Ahlen, daß Frau Goddemeyer zu Sendenhorst ihre Rückkehr zur evangelischen Kirche erklärt hat

1935

Meldung an den Gauorganisationssleiter der NSDAP

Konfessionsverhältnisse

149 Evangelische

(2 Konfessionslose; 2720 Katholische)

1936  IX 11 (STA Sendenhorst B 275)

Ev. Kirchengemeinde Ahlen an Polizeibehörde Sendenhorst:

Anmeldung einer Zusammenkunft der ev. Frauen aus Sendenhorst im Hotel Herweg, Schulung der Frauen im Sinne der ev. Frauenhilfe. Lokal notwendig, da in S. kein kirchlicher Raum vorhanden.

Beteuerung, daß es sich um eine rein kirchliche Angelegenheit handelt. 

Nach Besprechung mit dem Ortsbauernführer Gößlinghoff keine Bedenken

StASendenhorst B279:

1937

Ev. Kirchengemeinde Ahlen an Stadtverwaltung. Sendenhorst

von den ev Gemeindemitgliedern in Stadt- und Kirchspiel S. ist des öfteren der Wunsch geäußert worden, einen eigenen Andachtsraum zu besitzen, der für den regelmäßigen ev. Gottesdienst würdig ausgestattet werden kann.

.. Bitte, einen geeigneten Raum gegen monatliche Vergütung zur Verfügung zu stellen.

(An. Austrup: Ev. Gemeinde hat in dem alten Gebäude der Spadaka einen Raum gemietet)

1937 XI 214 Ev Gemeinde Ahlen an Bürgermeister

teilt mit, daß ein eigener gottesdienstlicher Raum in Gebrauch genommen wurde.

Durch 20 Jahr hindurch hat die Stadtverwaltung. in S. einen Schulraum für gottesdienstliche Zwecke den dort ansässigen Evangelischen

zur Verfügung gestellt. Dank an die Verwaltung .. durch das Entgegenkommen war uns möglich, die während des Kriege eingerichteten behelfsmäßige Verwundetenseelsorge für die Zwecke unserer evangelischen Gemeindepflege weiter auszubauen.

Mit deutschem Gruß Heil Hitler

Pfarrer Kosik

1945 XI 

Antrag ev Pfarramt Ahlen an Bürgermeister, den Andachtsraum der ev. Gemeinde Sendenhorst, der seit Februar für Schulzwecke benutzt wird, der Gemeinde zurückzugeben. (es handelte sich um die OS MS)

14. XII 1945

Pfarramt Ahlen: der Andachtsraum, der zu Schulzwecken dient, wird jeweils hergerichtet, Der nächste Gottesdienst findet am 1. Weihnachtstag statt. 

Mitteilung Stadt: Der Raum steht ab 1.1. 1946 wieder voll zur Verfügung.

Ende 1945

Verzeichnung der im Stadtbezirk Sendenhorst wohnenden ev.  Ostflüchtlinge.

nach den Namen 9 Haushalte, 21 Personen (Glatz, Ratibor, Königsberg)

Verzeichnis Umquartierte Ev. (meist MS)

34 Haushalte; 81 Personen

 

1795

Begräbniskosten  der im Armenhause verstorbenen Catharina Steffen (Angaben in Schilling)

- Pastor 18

- Küster 8

- Schullehrer 4

- Leichenträger 6

- Auskleydersche 8.5

- für den Boltuch 2

- Totengräber 4.5

- das Sarck 1 Tlr 14ß

- Für das Ausrufen der zu verkaufenden Nachlassenschaft 

  Erlös des Nachlasses 5- 22 Rthlr 

 

1798 

Begräbniskosten für die im Armenhaus verstorbene Gerdrut Bülte

Abweichungen zu 1795:

- die Auskeydersche 9ß

- geliehenes Bolltuch 2ß

- Totengräber 14ß

- Pastor 16ß

- für gebrachte Sacramente 3ß (gesamt 4-11 Rthlr)

 

1818 VIII Amtsblatt

betr.: Erweiterung und Verschönerung der Begräbnisplätze:

... geräumige, zur völligen Verwesung der Körper geeignete und mit lebenden  Hecken, Zaunwerk oder Mauer wohl eingefriedigte Begräbnsiplätze

Ungünstige Zeitereignisse haben bewirkt, daß die größte Vernachlässigung sichtbar wird.

Deshalb Richtlinien zur Anlage von Friedhöfen:

1. bei nassem Boden oder Mangel an Luftzug Verlegung

2. Entfernung von den Wohnungen nicht unter 500 Schritt 

3. hohe trockene Lage ...

 

1828

Pfarrer Darup spricht sich für Beibehaltung des Friedhofs bei der Kirche aus: hoher, erhabener Ort; hat trockenen Boden

 

1838

lange Diskussion; Austausch von Argumenten für und wider Verlegung des Friedhofs

 

Landkreis Beckum A ... (Kirchbau)

1841

Mit Beginn des Baus der Kirche muß das Begraben auf dem jetzigen Kirchplatz aufhören, und der bereits früher erworbene neue Bergäbnisplatz muß sofort benutzt werden (Regierung MS)

 

A 1133 Kirchenrechnungen

 

1845 Mai

Nachweis über die Kosten der Planierung des neuen Begräbnisplatzes für die Pfarrgemeinde Sendenhorst Namen der ARbeitern (jeweils drei Tage gearbeitet): Kottenstein, Borgmann, röttgermann, Kalthoff, Wittmund, Schraeder, Reckerhaus; gesamt 21-6-9 Taler

 

1845 August

Rechnung über die Nebenarbeit des Thores (eiserne Spitze, zum Vorbeugen des Übersteigens Anstreichen); Miester Hoppe

 

1845 November

B H Meys: 36 Pfähle geliefert für den neuen Kirchhof

drei Stunden mit dem Geometer gewesen

 

1846

Glaser Ahage Rechnung wegen Anstreichens des neuen Crucifixes

 

1846

Reckershaus 5 Thlr für Anlegen einer neuen Hecker aufm neuen Kirchhofe

 

 

 

 

1918

 

1. am Westtor

Politische Gemeinde und Ksp Sendenhorst Eigentümer

Fabrikant Ramesohl Vorsitzender der Friedhofskomm.

 

2. Alte Stadt

Eigentümer kirchl Gemeinde; Kirchenvorstand, Pfr Beckmann

 

3. isreelitscher Friedhof

kein Vertreter vorhanden

 

 

 

 

Kirchenchor

 

1936 I 4 B 127

 

Stapo MS

Minister für kirchl Angelegenheiten hat entschieden: althergebrachte Veranstaltungen der Kirchenchöre kath Kirchengemeinden sind nicht zu beanstanden, auch wenn sie außerhalb ihres natürlichen und bestimmungsmäßigen Betätigungsfeldes liegen. Bisheriger Rahmen muß eingehalten werden.Alle darüber hinaus gehenden Veranstaltungen sind zu verbieten

Der Zugehörigkeit Jugendlicher unter 18 Jahren zu den Kirchenchören ist besondere Beachtung zu schenken. Versuch, das Betätigungsverbot der konfesionellen Jugendverbände zu umgehen. 

Austrup: Schulte zur Kenntnis_

 

 

 

 

I. Kath. Kirchenblatt für die Pfarrgemeinden Ahlen, Sendnhorst, Vorhelm

3. Jahrgang 1926 (d.h. erscheint seit 1924)

erscheint wöchentlich 

 

Gliederung:

Gottesdienstordnung Pfarrkirche Sendenhorst

Pfarramtliche Mitteilungen

Schule 

Vereinsnachrichten

S. 1-5 Belehrungen, Betrachtungen

u.a. Dr.Karl Sonnenschein, Wir - und die Enteignung der Fürsten.

     Schule und Elternhaus

Bücherschau

S. 6 - 8 Anzeigen, fast ausschließlich Ahlen, außer: J B Holtel. Damen. Herren und Kinderkleidung, Maunfaktur. und Modewaren, Betten und Wäsche-Aussteuern

 

Besondere Mitteilungen:

- Kirchenvorstand Wilhelm Beumer+; (klarer Blick und gereiftes Verständnis; kein Freund langer Reden, fermd war ihm jede Aufdringlichkeit oder Parteilichkeit

 

1926 V 2

von der Beschaffenheit des Kirchplatzes .... 1<---- ergänzen _

 

1926 V 16

Gesellenverein starte 76 Mark für die Errichtung der Badeanstalt. 

 

1926 VII 3 Fronleichnam:

Ordnung der Prozession: 

... 8) Mitglieder der Stadtverordnetenkollegiums

    9) Mitglieder der Landgemeindevertretung

 

1926 VI 6

Einweihung der Badeanstalt

Im Interesse der öff Sittlichketi wier auch der volksgesundheit ist die Errichtung der badeanstalt zu begrüßen. Das wilde Baden kann jetzt unnachsichtig mit Strafen belegt werden. Die Leitung des Badebetriebes bietet Gewähr, daß nichts Ungebührliche vorkommt.

 

1926 VI 26: Bezirksjugendfest in Ahlen

 

Fronleichnamsprozession: ... Das Ostviertel hatte sich zusammengschlossen und unter größerem Kostenaufwand eine neue Stationskapelle errichtet, die allgemeinen Beifall erntet

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 Volksentscheid.

nach Anweisung sämtlicher Bischöfes Deutschlands, laut Beschluß der Zentrumspartei, entsprechend der Parole der Westdeutschen Arbeiterzeitung wie der Bauernvereinigungen beteiligen wurd und heute nicht am Volksentscheid sondern bleiben zu Hause.

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1926 VI 27

Rentner Henrich Bartmann+ ((85J)

Langjähriges Mitglied des Kuratoriums des St Josef-Stifts (Nachfolger Herrn Ridders)

- errichtete den Altar zum Hl Josef in der Kapelle des Josefstifts

- ließ die Namenpatrone seine beiden Söhne, Hl Bernhard und Hl Antonius auf dem Marienaltar anbringen

-langj.Mitglied der Gemeindevertretung der Kath Kirche

 

Bezirksfest: heut ist dir große Heerschau in Ahlen. antreten 1 Uhr am Südtor. Auf geschmückten Leiterwagen gehts los. Jeder befleißige sich einer mustergültigen Haltung. Schachteln und Spazierstöcke dürfen im FEstzug nicht mitgeführt werden. Abzeichen nicht vergessen. 

 

1926 Alverskirchen feiert 100J Sodalität (gegr. 1826)

 

1926 VII 1

Jugendverein zählt 92 Mitglieder, 40 exemplare "wacht"

 

vor 50 Jahren: Die Schließung des mstr Priesterseminars 1876 (Kulturkampf)

 

Telgter Wallfahrt: Herr Dünneald ging zum 63, mal mit, bravo!

 

25 Jahr Ziegenzuchtverein!

1901 von Bürgermiester Hetkamp gegründet. Mit wenigen Getreuen hat er in echt westfälischer Zähigkeit alle Hindenisse überwunden und alle Vorurteile zerstreut. Sein Werk .. wird von Herrn STadtrentmeiter Kleinhans fortgeführt. Was der Verein in Friedens- und in Krigeszeiten den Familien, besonders den weniger bemittelten und in ihnen zumal den Kindern, gutes getan, läßt sich zahlenmäßig nicht erfasssen

 

fehlen mehrere Jahrgänge

 

8. Jh 1931 nur noch Kath Kirchenblatt Sendenhorst (im Kopf segnend Hl Ludgerus, links Häuser, rechts Alte Pfarrkirche Ahlen

 

1932 Neujahr 

Wir weisen unsere Mitglieder (Arbeiterverein) schon jetzt auf die Zentrumsversammlung hin. 

 

ab 1932 Kath Kirchenblatt für die Pfarrgemeinde Sendenhorst erscheint im Verlag Pöttken

 

VI 1932

Einweihung des Jugendheims hat schönen und erhebenden Verlauf genommen

Möge ddas neue Heim St.Martin der gesamten Jugend von Sendenhorst neuen Abtrieb geben

 

Aufruf, ein Ferienkind aus dem Industriegebiet aufzunehmen, 

Bis zum nächsten sonntag können noch Pflegestellen für Kinder aus Ost-Oberschlesien angemeldet werden

 

1932 VI 19

Frei-Konzert des Gesangschors des kath. Gesellenvereins

--> Kopie

 

Männer-apostolat erhält Christus-banner

 

29. VI 1932

Gesellenverein feiert intern Schützenfest

 

1932 VII 3

Ahlen: Sturmtag; Jungeschaft fährt auf Leiterwagen von Kirchplatz ab

 

Überschrift Eigenbrötler (es geht um Wahlaufruf Juli 1932)

.. Als Katholiken sind wird verpflichtet, vor Gott verpflichtet, auch den Staat und das gesamte öff. Leben im Geiste Christi aufzubauen...

Tage der Entscheidung nahen sich, Wir haben nur noch zu wäheln für oder wider Gott für oder wider seine Kirche. .. Wir folgen der Wahrheit

 

 

 

Kulturkampf

 

 

1876 III 29

Beschlagnahme des Vikarievermögens (St. Cath) nach Artikel 3 des Gesetzes vom 21. V. 1874

kommissarische Verwaltung durch Bürgermeister Albering

 

 

Küster

 

1584

Joannes Geseler als Küster vom Pastor und den Pfarrangehörigen bestellt

 

1602 (Visitationsprotokoll)

Joannes Giseler, custos in Sendenhorst, diligenter et summa cura avisatus iuramento praesstito respondit in modum subsequentem:

- per octo annos officium custodis administrat et habeat ex collatione pastoris et parochianorum

- instituat iuventutem et catholicis utatur libris

- altaria habeantur munda

- lumen conservetur de die et nocte in templo

- omnes parochiani sint catholici

mandatum custodi, ut admoneat discipulos et ducat ad conncinem catechisticam audiendum ipseque custos campana convocet populum

 

1643 GV Sendenhorst A24

Memoirenstiftung Fischer: Actum im Rhatthause in der Kirchen ... Caspar Geseler, Küster (Zeuge) 

 

1657

Caspar Geisler, custos, bezeugt, daß Johann Witte wegen seines Hauses an der Weststraße 4 Pf. Wachs bezahlt

 

1663 Fraterherren A 12

Grundstückstausch: Areal an des Küsters Hoff aufgerichtete Plancket, in den zu unseren Hof von des Küsters Hof so viel als die Drüppenfall 1 1/2 Fuß bekommen in der Länge vom Abtritt unserer Kammer bis Küsters Haus, wie dann auch N so breit als des Küsters Hof ist, um einen Gang zu bekommen zu unserem Grund

Dagegen hat Küster vom angekauften Grund soviel wiederbekommen, wie solche der aufgezeichnete Tun (Zaun?) ausweist. Es wird ein Plancet zwischen Küster und Fraterherren mit versetzten Posten wieder aufgerichtet. 

Demnach haben wir behalten vom angekauften Grund soweit sich in der Breite erstreckt das Häuslein, so Herman Denpter (Deventer?) gehörig, ob vielleicht später angebaut.

Was aber die übrigen Grund betr. war uns selbiger nicht dienlich zu behalten, sonderlich wegen der bürgerlichen auflage, mit welcher solcher beschwert und von mir nach dem Ankauf die von Sendenhorst violenter erpressen wollen, wie er dann uns auch nicht bequem war, also ist der Grund an 3 Parteien überlassen worden.

1724

als Zeuge: Johan Jürgen Fortmann, Küster

 

1733

J. H. Nonhoff, custos

 

1807 III 28 Reg MS 16570

Küster Drees (lebt stark vom Ackerbau) übernimmt  den  Neubau  der  Küsterwohnung in eigener Verantwortung für 800 Rthlr statt der Veranschlagung von 1215 Rthlr, da noch Bau-Materialien  und  brauchbare  Fundamente  vorhanden sind.

 

1812

Beurteilung durch Pfarrer Darup (aufgefordert durch Langen)

 

so ungern ich, wenn einige Fehler in Rücksciht des Kirchendienstes vorfallen, daarüber klagen mögte, und leiber durch Privat Ermahnungen selbe zu bessern suche, so kann ich dennoch, wenn ich durchaus aufgefordert werde, nicht umhin, auch das Wahre zu berichten:

 

Der Küster nimmt sein Kirchenamt ziemlich exact inacht, nur ist er ja zuweilen zur bestimmten Zeit des Gottesdienstes nicht früh genug da und hat zu anderen Zeiten wohl zuweilen nicht die nötigen Vorkerhungen getroffen, wenn der Cultus beginnen soll. Er hat aber meine Ermahnungen darüber immer gut aufgenommen. Indessen scheint es, daß ich mit demselben in der folge zurückhalten soll, indem er mir bei meinem am 26. April l. J. erteilten derartigen Verweise erklärte:daß er derartige Vorwürfe von mir nicht mehr hören wolle. Was dieser Antwort zum Grunde liege kann ich nicht sicher ergründen. Vielleicht will er seinen Dienst hinführo so exact verrichten, daß man ihm keinen Verweis mehr anbringen kann. Wirklich hat er nach der Zeit  prompter sich eingestellt. 

 

 

1814 V 9 Reg MS 16576

Bei dem nach dem Brand 18ß6 zum Neubau der Küsterei entworfenen Plan hat der Herr Bauinspektor es übergangen, in dem Küstereihauses irgendeine Bühne oder Kammer zu verzeichnen, vermutlich, weil der Herr Bauinsp. der Meinung war, daß ein zeitlicher Küster bloß von seinen Revenuen leben könnte, da dieses aber der Fall nicht ist, sondern ein zeitlicher Küster absolut einige Ökonomiegeschäfte und Ackerbau haben muß, wenn er mit seiner Familie ordenltich leben will, so ist es auch durchaus notwendig, daß darnach das Haus in etwa eingerichtet werde .

Die Anlage dieser Bühne würde eine unendliche Wohlthat für mich und meine Successoren seyn, denn ich bin nicht einmal im Stande, bey vorkommenden Einquartierungen die Leute unterzubringen, wie die Erfahrung diesen Winter gelehrt hat,,

(Kosten nach Anschlag äußerst gering!)

          

 

1815 IV 28

Langen an den Landesdirektor von Romberg:

Küster Drees, der bei der französischen Regierung beim hiesigen Gericht die Stelle als Huissier bekleidet hattte, ist bei der Neuorganisation der Justiz als Kanzlist zu Warendorf beim Landgericht angeordnet worden.

Drees hat in der Vergangenheit seine Küstereigeschäfte treu verwalten lassen, Er beantragt auf die Stelle einen Substituten 

halten zu dörfen. 

 

1816

Nachdem für Drees Küster Ahrens eingestellt wurde, gab es Aufgaben-Überschneidungen. durch Zahlung von 14 Rthlr von Ahrens erklärt sich J B Ahage, Organist, bereit, die Auseinandersetzungen beizulegen

 

nach Reg MS 16577:

1892 III

Küster Harde +

 

1898 V 24

Nachfolger, Küster Anton Brun +

 

1898 X 1

Bernhard Kirschbaum als Küster

 

 

1932 I 23

Küster Eberhard Haselmann beantragt, daß ihm, genau wie den Geistlichen, sein Anteil an den Stolbgebühren überlasssen werde. Erhalte nur 75% des Gehalts

 

1944 VIII 12

Entlassung aus dem Wehrdienst und Bereitstellung zur Heimatflak:

Küster und Organist Eberhard Haselmann, * 28.07.1906

 

 

 

 

 

 

Bischof von Galen_

 

26.02.1936, Gestapo MS B 281

betr. Kath Kirchenzeitung:

Der Bischof von MS hat am 09.02. 1936 in Xanten eine Rede gehalten, in der heftige Angriffe gegen den Staat enthalten waren, Wegen Wiedergabe deise Rede wurde das Emmericher Kirchenblatt beretis beschlagnahmt. Ich ersuche, auch die Kirchenzeitungen des hiesigen Bezirks dahingehend zu prüfen, ob bei Wiedergabe dieser Rede nachfolgender Text veröffentlicht wird:

Wie wir die heilige Kirche, der Papst, die Bischöfe, die Priester, die Ordensleute, wie werden treue Kinder der Kirche heute in Deutschland öffentlicch und ungestraft verunglimpft, verlästert und verhöhnt. Wieviele Katholiken, Priester und Laien, sind in Zeitungen und Versammlungen angegriffen und beschimpft, aus Beruf und Stellung vertrieben und ohne Gerichtsurteil gefangen gesetzt und mißhandelt worden. Der Leiter der bischöflichen Inofrmationsstelle in Berlin, Domkapitular Dr. Bannasch, schmachtet seit Monaten schon im Kerkerk und man hat seinen Auftraggebern, den Bischöfen, nicht einmal mitgeteilt, wessen man ihn beschuldigt. Der von den Bischöfen bestellte Führer der katholischen Jungmännervereine, Msgr. Wolker, ist vor drei Tagen verhaftet, und wie lange wird es dauern, bis er vor einem unabhängigegn deutschen Gericht seine Unschuld beweisen kann. Es gibt in deutschen Landen frische Gräber, in denen die Asche solcher ruht, die das katholische Volk für Märtyrer des Glaubens hält, weil ihr Lebenn ihnen das Zeugnis treuester Pflichterfüllung für Gott und Vaterland, Volk und Kirche ausstellt und das Dunkel, das über ihren Tod gerbeitet ist, ängstlich gehütet wird. Und wie lastet vielfach schwerster Gewissendruck auf Beamten und Angestellten, auf Eltern und Lehrern, die vor dei Frag gestellt werden, zu wäheln zwischen der Treue gegen Gott und ihrem christlichen Gewissen und den Wohlgefallen un der Gunst derer, von denenen iher Stellung und gar ihr Lebensunterhalt abhängt.

- Kircheblätter, die diese Stellen abdrucken, bitte ich zu beschlagnahmen und vorläufig sicher zu stellen.

an die Herren Ladnräte

In Vertretung

gez. Schelle

Bemerkenswert dei vollständige Wiedergabe der Rede; Warum? Akt von Widerstand? Innformation der Opposition, Stärkung des Oppositionsgeistes, Nachdenken bei den Beamten in den Verwaltungen oder einfach Dummheit?

 

 

1930 VIII 30

Pfarrer Teckenborg beruft Versammlung der Frauen. und Jungfrauen der Gemeinde ein; Thema die kath Frauenwelt und die Lebensfragen des deutschen Volkes

Redner Rektor Huthmacher hier

       Lehrer Wegener, Neubeckum

 

 

Archiv Pfarrei

 

Prozessionen

 

ca 1800

Nachweis der Kosten wegen gehaltener Prozession und Gebet auf Neujahr und Agatha

1. Charfreitagsprocession               gesamt 2-10 Rt

2. Brandprocession

ua den 4 Pförtnern um Ordnung zu halten 6 ß

gesamt 2 -9 - 6 Rt

3. Gebet auf Neujahr; für die Messe              20ß

4. Procession auf Fronleichnamsfest              20ß

 

1811

Küster Drees macht Angaben über die Procession Corpori Christi

- Totengräber für den Friedhof zu reinigen

- 4 Pförtner für Ordnung halten

- Westpförtner für die Westenkapelle zu reinigen

- Nordpförtner, Nordencapelle dito

- Glockenläuten

- 2 Stableuchtenträger

- weiße Fahenträger

- blaue Fahnenträger

- Kinderfahnenträger

- Martinsbildnisträger

- Kreuzträger                              1- 22 Rt

 

1829

Circular an die Pfarrer des Dekanats Beckum:

Dei Pfarrprozessionen sollen der waharen Andacht und Erbauung dienen

gehörige Beschränkung der zu häufigenn Prozessionen und weiten Umgänge

1. nur noch zwei Prozessionnen a) Hauptprozessione (nur 2 Std)

  b) Processio pro felici Messe, pro aventendo incendio et omni malo

- Fronleichnam

- zur Haltung der Prozessionen sind möglichst bequeme Wege zu machen, welche für die Hauptprozession höchstens eine Stunde im Umkreis haben dürfen

8. Wo am Charfreitag eine Proz. ist, kann sei beibehalten werden

10. alle andere Proz. auch nciht ausdrücklich gestattete Wallfahrtsproz., wenn solche auch fundiert sein sollten, sind abzustellen

Bischof Caspar Max

 

Prozessionen beim Volke sehr beliebt !

 

1830 X 29

Es wurde angezeigt, daß viele parrochianen am Tage der 2. Prozession ihre eigene Pfarre verlassen, um in einer fremden Pfarre der Prozession beizuwohnen. Diese Unordnung ist abzustellen

Caspar Max

 

1830

Landdecan Darup bekräftigt die bischöfliche Anordnung, nur noch zwei Prozessionen

 

1855

Telgte: Liste der Prozessionen

insgesamt 31

die meisten Prozessionen waren zahlreich und wurden von  der Geistlichkeit gehführt. Sehr viele zeichneten sich durch schönen Gesang aus. Manche Prozessionen werden von Jahr zu Jhargroßartiger und glanzvoller

 

8. Juli

Ahlen nach Telgte; ohne dioe Sodalität

 

1866 VII 2 Gen. Vik MS

Genehmigung, jährlich an einem passenden Sonntage aus der dortigen Pfarrei (Sendenhorst) eine Prozession unter Begleitung eines Geistlichen nach Telgte wallfahren zu lassen.

 

 

Kriegsende 1918

Revolution

 

In Sendenhorst nur spurenhaft zu erkennen. nahtloser Übergang Kaiserzeit - Weimarer Republik

In den Aktenbestände überschneiden sich die Vorgänge, mal November, mal Dezember, mal Oktober 1918.

 

Spuren:

 

1918 XII 5 A998

Bekanntmachung

Für die Stadtgemeinde Sendenhorst ist ein Arbeitsnachweis gebildet. Mit der Leitung ist der Rendant der Ortskrankenkasse Küster Eberhard Haselmann, hier, beauftragt

Der Arbeitsnachweis übernimmt die Vermittlung männlicher und weiblicher ungelernter Arbeitskräfte

 

Der Arbeiterrat                  Der Bürgermeister

fehlt Unterschrift               Austrup

 

1918 XII 12 Gleiwitz

Regiment Keith (1. oberschl.) Nr 22 bedankt sich in 2Erinnerung an die schöne in Sendenhorst verlebte Zeit und sendet der Stadt und seinen gastlichen Bewohnern die herzlichen Wünsche zum neuen Jahr.

Möge es für Sendenhorst ein schönes Friedensjarh werden.

Graf von der Schulenburg

 

 

Arbeiter und Bauernrat; Bürgerwehr

nach A1375

 

1919 II 28 MS VII. Armeekorps; Generalkommando

betr. Sicherheitswehren

- zur Bewachung der verstreuten Sammellager von Heeresgut (meist durch Zivilpersonen gegen Vergütung>)

- Schutz der einwohner und ihres Eigentums gegen Übergriffe einzelner; Aufrechterhaltung der Ordnung

deswegen Verstärkung des Polizeipersonals durch 

- ehrenamtliche Stadt- und Bauernwehren in Anschluß an Polizeibehörden; können aus Heeresbeständen bewaffnet werden.

 

1919 II 25 BE

Anfrage LR, wo Sicherheitswehren entstanden sind. Hinweis:

naach der Allerh. Kabinetts Order vom 1. 10. 1830 die auch jetzt noch Gültigkeit hat, dürfen die Wehren nur aus ganz zuverlässigenn, älteren und besonnenen Eingesessenen bestehen. Die Wahl der Führer und Unterführer bedarf der Bestätigung des LR

 

1919 III 4

LR genehmigt: 

Sicherheitswehr Sendenhorst

Führer

Wachtmeister Klemke

Stellvertreter

Polizei-Sergeant Pieper

Unterführer

- Bahnhofswirt A. Spiegel

- Schuhmacher Th Jaspert

- Schmied Franz Pälmke

- Tischler hch Kruse

- Landwirt Eberhard Bonse

- Bäcker Joseph Vohsding

- Anstreichermeister Theodor Schrey

- Maurer B Menke

Die Mitglieder tragen weiße Armbinden mit Abdruck;

Verpflichtung

Bewaffung: 12 engl. Karbiner und 120 Schuß

12 Armeerevolver

 

1919 IV Verschiedene Versicherungsangebote von Versicherungensgesellschafdten:

Es haben sich um 180 Personen zur Teilnahme verpflichtet

Günstigstes Anbgebot "Unfallversicherung der Bauernwehren"

1919 II 28

Stadt beschließt Einrichtung der Bürgerwehr (wegen der vielen Einbruchsdiebstähle und der Unsicherheit in der letzten Zeit)

1919 VI 14

die Bürgerwehr ist aufgelöst (nach 3 1/2 Monaten Bestehen!)

 

 

 

1918 XII 17

Einrichtung eines Fürsorgeausschusses aus 3 Arbeitgebern und 3 Arbeitnehmern; setzt Unsterstützung im Falle von Arbeitslosigkeit fest.

(Bürgermeister: Arbeit ist in ausreichender Weise gegeben)

Arbeitgeber              Arbeitnehmer

1. Northoff              1. Schliephorst

2. Overhage              2. Hofschläger

3. Ramesohl        3. Kraske

 

1919 I 9

Für Monat November und Dezember 1918 hat der Arbeiter- Soldaten- und Bauernrat bei der Stadt Sendenhorst (6 Mitglieder) 87 Mark sächliche Kosten verursacht. 

 

1919 I 29

LR lädt die Bürgermeister ein zu einer Besprechung wegen der anderweitigen Regelung des Gemeindewahlrechts

 

 

1919 II 4

Beantwortung einer Anfrage des LR

1. die hiesige örtliche Arbeitsnachweisstelle ist weder von den Arbeitgebern noch von den Arbeitgebern in Anpsruch genommen

2. Offene Stelle sind bisher nicht gemeldetz

3. Arbeiter- und Soldatenräte sind hier nicht

4. Die Beantwortung der Fragen a-d erübrigt sich

 

1919 III 2

Fehlanzeige: erwerbslose Jugendliche _

 

Bewirtschaftung

1919 IV

Gebrüder Hinteler Ahlen

Lieferung von 20dz Mengkornemhl und 5 Dz Roggenschrot

durch die Fuhre des Herrn Panning 11 St Mehlsäcke

 

1919 IV 11

Getreidestelle, Berlin, Juristische Abteilung

Wilhelm Meyer hat von der Firma Reuter in Barmen eine Schrotmühel bezogen: Aufforderung, die Mühle zu beschlagnahmen, da die Benutzung strafbar ist

Mit Rücksicht auf den Erst der Zeit nehmen wir Abstand davon, eine Strafanzeige zu erstatten.

 

1920 V 10

Kreisgetreidestelle Beckum: 

Stadt erhält für eine Versorgungsperiode von einem Monat

8 dz WEizenmehl

35 dz Mengkornmehl

15 dz Roggenschrot 75%

 

1920 IX 6 A 1375

Lebensmittelzentrale MS: erstmalig 3 Sack Auslandszucker (die Blockade scheint überwunden)

 

Ablieferungsfestsetzung (Vieh; Rind oder Kalb)

- B Arens Sommersell

- .. Namen nur Z T lesbar 19 Ackerbautreibende

 

1919

Liste über abzulieferndes Brotgetreide und Gerste

- Bd Greive Ostgraben 32 340kg Brotgetreide

- Anton Lange Oststr 56      366

- Hch Verspohl

- Franz Schlüter Schlapperpohlstr 95 1635

- H. Holthaus Südgraben 131 825

- Th Trendelkamp 1032

- Gerhard WEssel Südgraben 147 453

- Josef Dünnewald Krichstr 17 1241

- Bd Feigler Südstr. 166 538

- Wwe Beumer Wststr 214 1504

- Bd WErring 1507

- wwe Neuhaus Nordgraben 265, 503

- Josef Mühlenhöver Osttor 294 1189

- Hch Silling Weststor 325 289

- Anton Kössendrup Osttsor 301 330

- Emil Borgmann 2294 Gerste

- Fran Laumann 655

- Wwe Niemann 1363

- Hch Grothues Nr 347, 586

- Joh Recker, Oststr 329, 1066

- Th Kammann 531

- Th Linnemann Nr 94, 531

- Wieler-Brückmann, 3204

- Ramesohl H Nr. 53, 489

- Bd Schliephorst Ostenfenldmark 4429, 403

- lammerding Anton 86, 330

nur sehr wenige ansatzweise geliefert !

 

Ende 1920

Zwangswirtschaft für Haferflocken aufgehoben

 

 

1919 X 16

Bürgermeister an LR

Eine Rationierung der Wohnungen erscheint hier vorläufig nicht nötig. Es sind zwar einzelne Familien vorhanden, die in der Beschaffung der Wohnungen Schwierigkeiten haben; jedoch ist zu erwarten, daß die Vertrauensleute, die demnächst gewählt werden, auf die Vermieter einwirken, daß Wohnungen frei werden. 

 

1919 X 23

Zeitungsmeldung. Kreisfürsorgerin Emilie Meinberg hat für die Stadt Sendenhorst und das Amt Vorhelm ihre Arbeit aufgenommen. 

- Beratung der Mütter in Pflege und Ernährung

- hygienische Versorgung der Kleinkinder

- Überwachung der Zieh- und Krüppelkinder

Hausbesuche Mütterberatungsstunden angekündigt

 

 

1919 X 30

Vaterländischer Frauenverein, Frau Brennereibesitzerin Roetering

 

1919 IX 12

Absolute Bewirtschaftung; Stadt (Bürgermeristeramt) erhält Lebensmittel vom Kreislebensmittelamt zugewiesen; muß verteilen:

1 Kiste , 200 Pakete Zwieback (für Kranke und Kleinkinder)

 

1919 IX 9

Ankündigung, daß der Reg Bez MS 20.000 deutsche Elsaß-Lothringer aufnehmen muß; von denen 1000 auf den Kreis BE entfallen sollen.

Austrup: Sendenhorst kann im äußersten Fall 70 Personen aufnehmen. 

 

Problem Leergut; Säcke. aufwendige Korrspondenz wegen fehlender, nicht zurückgeschickter, verlorengegangener oder beschädigter Säcke. 

1919 IX

Josef Holtermann, Ahlen: Sack-Auszug

- 1 Griessack

- 3 Graupenssäcke

- 1 Sagosack

- 6 Haferflockensäcke

- 3 Erbsensäcke

- 2 Reissäcke

 

1919 IX 11

Th. Bonse erinnert an ausstehende Rechnungen für Lieferungen von Heu und Stroh an durchziehende Truppen im November 1918

 

1919 XII 24

Energische Aufforderung, die Bilder und Büsten von Mitgliedern der früheren Kaiser- und Königsfamilie sofort aus den öff. Sitzungssälen zu entfernen. Republik!" unerträglcih!

 

 

A 659  II 4 -25

 

Einwohnerwehren 

 

 

 

15.5.1919 Berlin über Beckum

Schutzverband Deutscher Landwirtschaft

Bitte, nach Formular Übersicht über den gesamten Landesschutz (Einwohnerwehren) zu geben. Gleichzeitig bitten wir, sich wegen Waffenlieferung direkt an uns zu wenden 

 

hierzu Randbemerkung Austrup vom 04.06.1919

In der auf gestern abend einberufenen Verammlung zwecks  Errichtung einer Einwohnerwehr der Stadt Sendenhost auf Grund der von der preußischen Regierung erlassenen Betsimmungen vom 28. 04. 1919 waren nur 18 Personen erschienen

Wegen der geringen Teilnahme wurde beschlossen, von der Bildung einner Einwohnerwehr vorläufig abzusehen. 

 

folgt in der Akte anschließend: 

6 Zettel unterschiedlicher Größe und von verschied. hand beschrieben.

Namenslist nach Stadtvierteln geordnet

bei der Liste Südviertel Überschrift: Es melden sich zur Bürgerwehr Sendenhorst

Am  Rand Notiz:alle diejenigen, die sich bereit erklärt haben, der frw. Bw beizutreten und  24 Jahre,  auch gewillt sind ... (unlesbar). Es können auch jüngere der Wehr beitreten sofern sie  Soldat  gewesen bzw. am Kriege teilgenommen haben

Überschrift Nordviertel: Mitglieder der Bürgerwehr (als wenn bereits gegründet)

Am Rand Rechnungen, meist 164 -. 165 Personen, : 6 (Führer) = Einheiten zu 26  (tatsächlich 27!)

 

 

 

Protokollbuch für die Armen-Deputation

1886 - 1934

 

Sitzungen nach Bedarf; 2 - 3mal im Jahr

Mitglieder Pfarrer, Bürgermeister, 2 Armendeputierte

 

Zahlungen meist für Miete, Kohlen,  einmalige Unterstrützungen , Übernahme von Arztrechnungen und Arzneien, Krankenhauskosten (Münser, Drensteinfurt)

 

 November 1886:

  Soll der Brennereibesitzer J. Sommerseel nach der hier eingereichten Offerte 100 Centner beste  Kohlen für die Armen Frauen hier für sechzig Mark anliefern und in der Scheune der Pastorat abladen lassen

 

30.01.1899

Außerdem erhält Pfarrer Beckmann zur Vertheilung an verschämte Arme 60 Mk

 

Etatentwurf  1887

Einnahmen:  von Grundvermögen (Pacht) 148 Mk, Zinsen von Kapitalien 760 Mk, Renten 6.79 Mk, milde Gaben 200 Mk Extraordniaria 62 Mk,

Gesamt Einnahme erwartet:  1840 Mk, tatsächlich nur 1606

 

Ausgaben: Verwaltungskosten 146 Mk, Unterstützungen 1029 Mk (600 erwartet), Krankenverpflegung 978 MK (Voranschlag 290 Mk) Schulgeld f+r Kinder 17 Mk, Bergräbniskosten 23.50 Mk

Die Ausgaben betrugen 2242 Mk, es bleibt also ein Minus von 635 Mk, die Kämmereikasse schießt 650 Mk zu dem Defizit zu.

 

22.01.1904

Vereinbarung mit der ProvVerw. der Provinz Westfalen bezgl Erstattung der währen der Fürsorgereziehung entstehenden Kosten seitens der Verpflichteten

 

24.o6.1904

erstmalig: Arzneimaittelrechnung Apotheker Pottmeyer (statt Peus9

 

29.03.1905

ERstellung eines Verzeichnisses der Eingesessenen, die Vergünstigung der freien ärztlichen Behandlung sowie der notwendigen Medikamente genießen 

 

30.11.1909

Verkauf verschiedener Armengrundstüfcke: 

11/17 Ksp sEndenhrost an Kötter Borgmann für 1320 Mk

10/142 2271 qm 450 Mk Hoveschmidt

11/264 1071 qm am Hagedorn für 200 Mk

9/357-80 an Röper, 42 Mk pro Are

 

04.04.1911

Kinder Ahlandt, Zumhagen und Althoff sollen Kur erhalten:; vorher Überlegung ob die Bäder nicht im hiesigen Krankenhaus genommen werden könne, wobei die Armenkasse die Kosten der zu  beschaffenden Lauge und Salze erstattet

 

nach dem Krieg (Frauenwahlrecht) ab 1919 auch Frauen in der Armendeputation

 

14.05.1919

Mitgl: Austrup, Beckmann, Frau Brückmann, Ramesohl (Beigeordneter)

 

Mai 1923 Armenkommission Dezember 1924 Fürsorgeausschuß

09.12.1924

neue Besetzung (nach Wahlen ?):

Austrup

Schwester Sixta

Frau  Schmetkamp

Fräulein Verspohl

Fürsorgerin Frl Schmidt

Pfarrer Tecklenborg

Vikar Bröcker

Rektor  Dr. Goosens

Tagesordnung: 1. Feststellung der Unterstützungsfälle (die jeweils mit 10 - 20 RM unterstützt werden) insgesamt 45 Fälle (sehr hoch!)

Beschluß: gemeinsame Sitzung von Vaterl. Frauenverein, Caritas, und 4 Mitglider des Fürsorgeausschusses,Vorbereitung einer Weihnachtsfeier; Verteilung vonLebensmitteln

 

zwischen 1925 und 1930 keine Sitzungen protokolliert!

 

18. 07. 1930

hoher Frauenanteil war Episode; 

Mitglieder: Austrup, Heiringhoff, Daldrup. Schmies Th. Hesse (Fürsorgerin) Kleinhans,Schriftführer 

 .... Antrag Butterweck auf Unterstützung;: Er soll angehalten werden, durch städtische Arbeit die gewährten Lebensmittel abzuverdienen

 

02.09.1930

Übernahme der Miete für Lohmann; für die Dauer der Arbeitslosigkeit; nicht länger!

ARbeiter Heimeyer kannn sich unter gleichen  Voraussetzungen Essen vom Krankenhaus holen, desgleichen Maurer Hubert Wessel

 

10.09.1930

Unsterstützungsantrag Vohs; ders ist bis auf Weiteres an 4 Tagen in der Woche gegen de ortsüblichen Tagelohn zu beschäftigen

nach den gestellten Anträgen 6 Arbeitslose

 

11.08.1931

wöchentliche Unterstützung Familie Schultz 8 RM; Unterstützung darf den Richtsatz der Arbeitslosenunterstützung nicht überschreiten

 

02.03.1932

Antrag B Kössendrup auf Übernahme der Kosten für die Aufrechterhaltung einer Invalidenversicherung - werden übernommen; in der Zukunft noch weitere ähnlich Fälle

 

24.08.1932

Höhepunkt Weltwirtschaftskrise

verhandelt werden 13 Fälle: 

geringfügige Erhöhungen ausgesprochen (Kasse ist  leer) Z T Ablehnungen

- Lohmann; Antrag auf Übernhame der Invalidenmarken; Es wird der erforderliche Antrag vorschußweise gezahlt, die dem L. in wöchentlichen Raten einbehalten werden. Durch die öffentliche Fürsorger kann der Betrag nicht mehr übernommen werden, da L. nicht mehr in Fürsorge steht

Antrag Johannknecht auf Gewährung eines Sozialrente: Es wird eine Unterstützung von monatlich 3.25 RM bewilligt

- Antrag Bäcker auf Gewährung von Unterstützung: Dem Antrage kann vorläufig nicht näher getreten werden, und ist der Antag vorschriftsmäßig auf dem Bürgermeisteramt zu stellen

 

05.10.1932

Zahlung der Arztkosten für Franz Westhoff: Die Zahlung kann nicht übernommen werden da S. Zt kein Antrag eingereicht worden ist und Dr. Untiedt auch moralisch die Kosten im Interesse des Krankenhauses nicht in Rechnung stellt

-Antrag Braunsmann: einmalige Beihilfe, die dem Krankenhaus zur Begleichung der Rechnung überwiesen werden (30 RM)

 

weitere Sitzungen 16.11., 20. 12. 1932

- Bewilligung von bis zu 4 Ztr Kohlen

 in der Dezembersitzung werden 20 Fälle behandelt

Antrag Butterweck auf Erhöhung der Barauszahlung; abgelehnt bezüglich  Anschaffung von Kleidung wird die Charikative Fürsorge einschreiten

 

1933

 

zunächst in der Sitzung vom 7. Febr alte Besetzung: Bürgermeister, Pfarrer, Schmies, Heiringhoff, Daldrup, Schwester Donatula

Unterstützung Butterweck: um 5 RM gekürzt, da das jüngste Kind vor einigen Wochen gestorben ist

 

28.04.1933

Austrup, Hille, Bücker, Heiringhoff, Rektor Brüggemann, Schwester Donatula

die Sitzungen am 3. Mai, 9. Mai, 15. Mai, 31. Mai, 19.Juni,  8. August, 6. September. 27 Oktober, 26. November, 15. Deezmber, 26. Januar 1934, 23. Febr, 9. April  bringen inhaltlich nichts Neues Die Häufigkeit der Sitzungen zeigt das Anwachsen der sozialen Probleme. U.a

- Antrag Hermann Ramesohl auf Zahlung eines Mietzuschusses , vorläufig abgelehnt, später 10 - 15 RM

-  Antrag Bernhard Wessel (Nr 127); Gutscheine für Lebensmittel; später Barunterstützung von 30 RM

- Unterstützung Friedr Apel gekürzt auf monatlich 35 RM

- Butterweck (Antrag am 31. Mai) B. erhält ab 1. Juni 45 RM  einschließlich Miete

- Antrag Arbeiter Heinrich Grothues auf Zahlung der gesamten Untestützung in bar wird abgelehnt

- Antrag des Mitglieds der Wohlf. komm Gerhard Hille auf Erhöhung der Unterstützung für Bernhard Wessel, Südgraben um Übernahme der Miete für diesen, da er bei dem Vater nso nicht mehr leben könne und die Familie selbst Wohnung beziehen müsse (35 + 20 RM bewilligt)

- Antrag Butterweck, Erhöhung. abagelehtn,. das sich B durch Verrichtung noch allerlei verdienen kann 

- Pau Kleszenoski, Antrag abgelehnt K verrichte Notstandarbeiten und kann  seine Marken selbst in Ordnung bringen 

- Antrag B Möllers zurückgestellt, soll erst mit dHerrn fErnkorm vom Kreisauscchuß  besprochen werden

23. II. 1934:Butterweck: Barunterstützung erscheint nicht mehr erforderlich, da B am 26. d M Arbeit am Westerbach erhät. Es soll jedoch bei der NS Wohlfahrt versucht werden, ob dem Anntragstelle nicht noch Lebensmittel gewährt werden

09.04.1934: Buttwerck nochmals abgelehnt, da bei den Notstandarbeiten am Westerbach beschäftigt

Gerhard Hille: monatliche Unterstützung von 60 RM unter Anrechnung des Evtl zu zahlenden Krankengeldes 

 

Sitzung für VIII 1934 vorbereitet; Prokotoll nicht mehr ausgeführt

 

 

 

 

 

 

Unwetter; Hagel usw.

 

1846 VII 25

Beckumer Kreisblatt für Obrigkeitliche Verordnungen, Handel, Gewerbe, Landwirtschaft und gute Sitten

 

Eine Bitte an mitleidige Menschenfreunde!_

 

Am 14. dieses Monats  Abends gegen 7 Uhr wurde ein großer Theil des Städtchens und Kirchspiels Sendenhorst von einem starken Hagelschlage hart heimgesucht: auf einer Fläche von 1 Stunde in der Länge und einer halben Stunde in der Breite, sind alle Feld- und Gartenfrüchte mehrentheils vernichtet, so daß an manchen Stellen kaum noch zu erkennen ist, welche Fruchtart auf dem Acker gestanden hat. Die Hagelschlossen waren meistens Taubeneier, sehr häufig auch wie Hühnereier groß und manche noch größer. Dieses Unglück erstreckt sich über fünf Bauerschaften des Kirchspiels und über zwei Drittel des Stadtbezirks. So ist die frohe Hoffnung der meisten Betroffenen, nun bald ihr schlechtes aus Wicken und Bohnen zusammengebackenes Brod mit einem besseren Brode vertauschen, oder statt des so theuer gekauften Korns ein eigenes haben zu können, so plötzlich und schrecklich zernichtet, War bisher die Substistenz Mancher sehr kümmerlich, so ist nun ihre Aussicht in die nächste Zukunft sher düster. Was sollen wir essen, oder wer gibt uns, daß wir noch ferner das theure Brodkron kaufen, woraus soll ich meine dringendsten Ausgaben und Abgaben bestreiten, woher nehmen wor Saatkorn zur nächsten Bestellung des Ackers? so fragt einer den Andern. Besonders hart trifft die Calamität manche geringe Eingesessene, die sich für ihren Bedarf einiges Korn auf dem Acker theuer gekauft haben, welches jetzt durch den Hagel zernichtet ist. - Der Anblick der Verwüstung ruft ernst an jedes mitfühelnde Menschen-Herz, daß es hier Zeit und Pflicht sein, den so hart Bedrängten nach Kräften beizustehen und haben deshalb Unterzeichnete sich vereinigt, diesen Beistand möglichst zu befördern. Jedoch  sind in unserer Gemeinde die nöthigen Mittel nicht vorhanden, und wir sehen uns deshalb genöthigt, an Alle, denen die Noth ihrer Mitmenschen nicht gleichgültig ist, die flehentliche Bitte zu richten, eine Gabe zu reichen zur Linderung des Druckes mancher Familien.

 

Sendenhorst, den 18. Juli 1846

Der Hülfs- Verein

 

Lorenbeck, Pfarrer

Dr. Frey

Brüning, Amtmann

Meinert, Vikar

Beumer, Kaufmann

König, Apotheker

Schwarte

Böcker

Bonse

Kersting, Kaplan

 

 

 

Sportliche Einrichtungen

 

 

Badeanstalt Hardt

 

 

1934 V 13

Bekanntmachung. der Bretterzaun an der Badeanstalt soll in mehreren Partien öffentlich  verkauft werden

Sammelpunkt an der Badeanstalt auf der Hardt

 

 

 

 

 

 

Hebammen

 

1805 A372

Schema der in Sendenhorst approbierten Hebammen

1. Wittwe Elisabeth Saerbeck 60J. 1789 V 2 approbiert

2. Ehefrau Anna Maria Herweg, approbiert 1803 III 3

 

 

1810

Langen gibt zu überlegen, ob statt der 75jährigen Hebamme Saerbeck eine Substitutskraft eingestellt werden sollte.

Pröebsting, Kreisphysicus, pflichtet bei: eine im Lesen erfahrene Hebamme, eine physisch und moralisch tüchtige Person auszumitteln, damit dieselbe am nächten Hebammenunterricht teilnehmen kann

 

1812 I 20

Anna Maria Quante und die Witwe des Franz Hermann Herweg, Hebammen, legen die vom Unterpräfekten verfügte Eidesformel ab: 

Ich ... schwöre zu gott dem Allmächtigen einen leiblichen Eid, daß ich alles, und jedes was eine rechtschaffene Hebamme zu tun obliegt, nach meinem besten Wissen rdelich und gewissenhaft beobachten insbesondere aber keine gebührende in und nach der Entbindung verabsäumen, und bei wiedernatürlichen und schwären GEburten zeitig einen Geburtshelfer zu Hilfe rufen, ich auch überhaupt bei der Ausübung meiner Kunst so verhalten will,wie ich es gegen Gott und die Obrigkeit und jder Mann mit gutem GEwissen verantworten kann, auch werde ich bei der Geburt den Bematen des Personen Standes das Geschlecht aufrichtig angeben und zwar jederzeit bevor das Kind zur Taufe gebracht wird und wneingstens innerhalb 2mal 24 Stunden

Handzeichen Hebamme Quante

            Hebamme Wittib Bernard Hch Saerbeck

 

1813 III 9

Elisabeth Dieckmann, Wittibe Schmalz meldet sich zur Ausbildung als Habamme und erhält von Pfarrer Darup ein Führungszeugnis

Da Wwe Schmalz bedürftig, muß Kommune ihre Unterbringung während der Ausbildung übernehmen. Langen an Dr. Nicolai: ... übergeb cih daher diese Person in Ihre Hänge um so wohlfeil als möglich  untergebracht zu werden.

 

1813 IV 28 Dortmund

Dr. Nicolai ersucht Langen der Wittibe Schmalz etnwas Geld mitzugeben, damit sie in dem1. Monat Kostgeld zahlen kann

Die Frau ist bieder und aufmerksam; bei mehreren Fassungsvermögen wird sie sehr viel leisten, indessen hoff ich doch, daß sie unter den besseren Hebammen gehören wird

(NS Sagen Sie dem Friedensrichter Vagedes gütigst, daß er in Ungnade gefallen ist, weil er uns seinem Versprechen gemäß nicht besuchte)

 

1813 VII 9 Dortmund

Dr. Nicolai: Sie erhalten hier nach sehr vieler Mühe und Arbeit die Frau Schmalz als gute Hebamme zurück, Der Präfekt, der der Prüfung beiwohnte, war zufrieden und wird Ihnen das Patent nächstens übersenden

 

 

 

1814 III 16 Dortmund

Es ist zwar anzunehmen, daß nun die Hebamme Sarbeck zur Ausübung der Gebutsholfe nicht mehr geeignet, man sich ihrer nicht mehr bedienen werde. Da sie indeesen nach Ihrem Bericht wirklich dazu unfähig sein soll so wollen Sie ihr die ferneren Dienstleitsungen als Hebammen mit dem Bdeuten untersagen, daß sie für jeden durch ihr veranlaßt werdenden Unglücksfall verantwortlichte gemacht werde

 

1814 XI 14 Alverskirchen

Cantonsarzt Dr. Boner kündet Prüfung sämtlicher Hebammen des Kantons über die wichtigeren Gegenstände der Geburtshilfe an.Prüfung geschieht im Beisein der Herrn Bürgermeister auf dem Gemeindehause zu S. 

 

1814 XI 4

Verzeichnis der praktizierenden Hebammen in Sendenhorst

- Wwe Saerbeck , 78 J, approbiert 1789

- Wwe Herweg, 52J, approbiert 1809

- Wwe Schmalz 44J, approbiert 1813

 

1815 I 3

Prüfungsprotokoll der Hebammen mit Vorrede Langens

- Auszug aus dem Kgl Preuß. Medizinal Edikt: von den Hebammen

 

 

1818 III

Kreisarzt Speth kündigt Visitation der Hebammen an, die sich mit ihren Approbationspatenten einfinden mögen

Hebamme Schmalz bringt massive Beschwerden gegen ihre nicht anwesende Kollegin Herweg vor: schon mehrfach habe sie den Beistand mehrerer Frauen zugleich übernommen, Im äußersten Notfall lasse sie dann bei der einen oder anderen Frau unverheiratete, unkundige Weibspersonen.

Darauf Verwarnung der Hebamme Herweg durch den Landrat

 

1818 VII 31

Hebamme Schmalz erhält Gratifikation von 10 Thlr ua wegen ihrer notorischen Dürftigkeit und besonders, weil sie noch eine alter kränkliche  80 Jahre alte Mutter zu ernähren hat

Gemeinderäte: von Rhemen, Bennemann, Lange, Silling, Angelkotte, Arnemann

 

1819

Aufteilung der Gemeinde in Bezirke:

1. Hebamme Wwe Herweg Stadt 151 Familien

                      Ksp    58

2. Hebamme Schmalz    Stadt 121 Familien

                      Ksp 53 Familien

 

 

 

1823 VI Amtsblatt

Dr. Marmet als praktischer Arzt und Geburtshelfer in Sendenhorst approbiert

 

... 1890 - 1894 

Dr. Petermann, praktischer Arzt

gleichzeitig Beigeordneter der Stadt Sendenhorst 1. 5. 1894 Fortzug, Ziel nicht bekannt

 

B 387

1924 VIII

 

praktische Ärzte Dr. Geiping und Dr. Untiedt (Erkrankungen an epidemischer Kinderlähmung sind anzeigepflichtig)

 

 

Heilpraktiker

 

1941 X B 244

Heilpraktiker Josef Ahland siedelt von Münster Bäcker str. 14 (ausgebombt) nach Sendenhorst, Rinkhöven um. hat zwei Räume bei Mössing gemietet, um seine Heilpraxis in Sendenhorst auszuüben

Bürgermeister: "Ahland ist für einen Teil der Bevölkerung kein Unbekannte rund auch von Heilung Suchenden der Stadt in seiner praxis in MS besucht worden"

. beigefügt Erlaubnis vom 14.06.1939: 1893 geboren_

 

 

Leusner, Nordgraben

 

1845 XII 3 Amtsblatt MS

Der Tierarzt erster Klasse Johann Theodor Bröcker hat in Sende

 

 

Tierärzte_

 

1820ff

Tierarzt Leusner hat in Sendenhorst seinen Wohnsitz genommen

 

1887 Protokolle Ksp

Tierarzt Tillmann Ahlen erklrät sich bereit, für 450 M Entschädigung sich an einem bestimmten Wochentag in Sendenhorst aufzuhalten; Versammlung kann das Geld nicht aufbringen

 

1903 Ksp -Protolle

Die Niederlasung eines appr. Tierarztes in der Stadt ist ein dringendes Bedürfnis. derselbe soll bis auf Wiederruf 400 Mk Zulage erhalten

später wird die Zulage auf 600 Mk erhöht

 

1904

der praktische Tierarzt Caspar Wulff aus Waderloh erhält 600 Mk (aufzubringen gemeinsam von Ksp und Stadt)

 

1906

Der Beschluß, dem Tierzart eine Zulage zu zahlen, wird aufgehoben, Tierarzt Wullf ist aus Sendenhorst verzogen, Die Stelle wird neu ausgeschrieben

 

01.04.1909 (Protokoll des Ksp)

Tieraarzt Schwermann angestellt, Zuschuß vom 300 Mk im Jahr

 

B 128

1930

Polizeiverwaltung Ahlen: Tierarzt Schwermann hat ein Verkehrsschild durch Anfahren beschädigt; Da er trotz mehrfacher Aufforderung nicht zahlt, Einziehung des Betrages von 4.25 RM

 

1939 Karneval II 19

Dr. Tillkorn bringt im scharfen Ton auf einer Karnevalsfeier bei Herweg Beschuldigungen gegen seinen Kollegen Schwermann vor.

Darauf im April umfangreiche Zeugenbefragung uaa auch Tillkorn, der zu Protokoll gibt:

Ich halte die Äußerung aufrecht, daß Dr. Scwermann mehrere Fälle von strafbaren Handlungen begangen hat. Im einzelnen (folgen 7 Fällevom 27. I. 1938 bis Anfang Januar 1939, meist in Albersloh)

Tollkorn hat offensichtlich Buch geführt.

Schwermann und der ebenfalls mit hereingezogene Metzger Lülf versuchen sich zu rechtfertigen

 

Ernster Verweis des Schwermann

 

1939 VIII 2 B138

Bürgermeister teilt auf Anfrage des Kreisgerichts der NSDAP mit: Der Vorganug (Ermittlungssscahe Schwermann-Tillkorn) wurde nach Abschluß der Ermittlungen dem Kreistierarzt BE zur Stellungnahme übersandt. Darauf wahrscheinlich Vorlage durch den LR beim RP

 

1945 VIII 29 B211+

Dr. Tillkorn Bernhard; als Praktischer Arzt gemeldet (wenn überhaupt, aus dem Wehrdienst zurück)

 

1948 VIII

Inserat: Ich bin nunmher unter Ruf 190 dem Fernsperchnetz angeschlossen

Wilhelm Thomas, praktischer Tierarzt, Weststr. 250 (bei Elmenhorst)

 

 

Apotheke

 

1809 A 372

Unterpräfekt Hamm an den Maire zu Sendenhorst

In mehreren Apothequen herrschet die Gewohnheit, Liqueure, Brandtwein u. d. an eintredenden Gäste zu schenken, so da'die Apotheque oft eher eine Schenkstube als einer Officine gleichet. die Verfertigung der Recepte wird hierdurch nicht nur vernachlässiget, sondern Fremden können auch sehr leicht Unordnungen in der Arzneien un deren Dispensierung veranlassen

Aufforderung, dem Einhalt zu gebieten

 

1810 A 372

Personalogen: Maximilian Friedrich Oesterlinck aus Wolbeck gebürtig, 33 J. Apotheker, examiniert und approbiert zu MS am 18. V. 1809; conduite excellent

 

1810 IX Hamm

Visitationsbericht der Apotheque zu Sendenhorst:

Diese ist im vorigen Jahre erste etabliert, trägt noch das Bilde des Entstehens in sich und hat noch bedeutende Mängel. 

bemängelt werden vor allem fehlende Fachbücher (Pharmacopora Borussica), die Arzneitaxe, Medizinaledkt;

fehlende Arzneien, Bezeichnungen

Laboratorium nicht ausgebaut, Materialkammer fehlt, Giftschrank nicht vorhanden

Apotheque liegt am Eingang ins Haus linker Hand, wird durch 2 Fenster hinlänglich erhellet, hat in der Mitte einen feststehjenden Receptur-Tisch, ist 15 Fuß hoch, 14 Fuß lang und 10 Fuß breit

Waagen und Gewichte sind in einem accuratem Zustand, ist die Reinlichkeit in der Apotheque nicht zu verkennen

 

Österling rechtfertigt sich, er habe nur die Arzneien vorrätig, die von den Ärzten verschrieben würden. Vieles was verlangt, habe er in seiner 10jährigen Tätigkeit in MS niemals gebraucht. In den kleinen Städten setzt man nicht den 4ten Theil der Artikeln von Waaren ab, als in großen Städten

 

 

1811 IV 18 A 587

Apotheker Oesterling, Sendenhorst

Liquidation über die von mir für die Armen gelieferte Medicamente.

Oesterling bittet den Communal-Empfänger Suermann um Anweisung 

 

 

1817 X

Ankündigung einer Visitation der Apotheken des Kreises in den Orten Ahlen, Beckum, Oelde, Ksp Liesborn, Sendenhorst

 

 

1830ff

 

Apotheker Rose

 

1832 I 12 Bürgermeister Marcus:

Im hiesigen Bezirk nur ein Eingesessener evangelischer Confession, nämlich der Apotheker rose, dessen Frau und Kinder aber katholisch sind

1838 III 10 A 844

Rose hat Apotheke verkauft; Hinweis, Vorlage von Rezepten für Arme durch den vormaligen Apotheke Rose

 

 

1838 III 13 MS

Verkauf der Apotheke in Sendenhorst durch den Apotheker Rose an den Apotheker König. König erhält die Konzession zur Fortführung, wenn er die vollständige und tüchtige Einrichtung der Apotheke nachweist. Daruaf erfolgte Revision durch den Kreis-Physicus Dr. Fehr. Folgende Mängel wurden festgestellt:

1. Eine in der Offizin vorgefundene Tarirwaage und eine Handwaage sind nicht gehörig reguliert befunden.

2. In einem im vorderen Teil des Receptur-Tisches angebrachten Schranke haben soch assa foetida, Moschus und stinkende Oel zusammen aufgesetllt gefunden. Trennung!

3. Auf der Material-Kammer, die durch einen festen Verschluß vom übrigen Bodenraum zu trennen ist, ist die gehörige Ordnung und Trennung der Arzneikörper vermißt. Vor allem die Narcotica müssen gehörig in Fächern untergebracht und die mit Papier-Signaturen versehenen Gefäße mit \lfarbe bezeichnet werden.

4. Die auf dem Kräuterboden vorgefundenen alten, nicht mehr fest schließende Tonnen müssen ausgebssert oder neue angeschafft werden.

 

1838 VII 14 MS

Der Apotheker 1. Klasse Carl Ernst Bernhard König erhält Konzession die von ihm gekaufte Rosensche Apotheke zu S, auf Lebenszeit fortzuführen, unter der Bedingung den publizierten kgl, Medizinal Edikten stets auf das genaueste nachzuleben.

König muß innerhalb von drei Jahren den Erwerbe eines eigenen, zweckmäßig gelegenen Hauses nachweisen und darin die Offizin vollständig und den Bestimmungen gemäß einrichten.

 

1854

Kgl Regierung, Abt des Innern: Antrag auf Einzug von Reisekosten-gelder wegen Nachrevision der Apotheker König, Sendenhorst und Speith, Olede durch den Meidicinal-Ass. Wilms und Kreisarzt Dr. Bernay (König hat 18 RThlr 15 Sg zu zahlen)

 

1883 I 3 Beckum

Vereidigung des Apothekers Bernhard Hubert Wulff (geb. Arnsberg) zu Sendenhorst (Approbation zu Berlin 1880); Auf ein Gesuch des Apothekers König mit der Verwaltung der Apotheke zu Sendenhorst betraut.

 

1883 IX 2 MS 

Apotheker Albert Peus, Haltern, erhält von der Regierung die Konzession zur Fortführung der von ihm gekauften König'schen Apotheke zu S. (ab 1. X.)

 

1892 XII 11

Regierung fordert Feststellung der Vermögensverhältnisse, da der Apotheker Peus ein Gesuch um Zulassung zur Bewerbung um eine neue Apotheken-Concession gerichtet hat.

 

1892 XII 11

Bericht betr. Vermögensverhältnisse des Apothekenbesitzers Peus (nach Vorlage der Geschäftsbücher) Ermittlung des Geschäftsumfangs seit Übernahme der Apotheke durch Peus 1884

1884 

4221 ausgestellte Rezepte, Gesamtumschlag 8489 Mark, Gewinn 3925 Mark

(Anm. in 1884 stand in der Umgegend von Sendenhorst der Strontianitbau noch in Blüte. Die dabei beschäftigt gewesenen Arbeiter erhielten ihre Medikamen te in Sendenhorst.)

 

1885-1888 

Rückgang der Rezepte auf 3409

 

1809 4160 Rezepte (Anm: Zu Anfang und Ende 1889 herrschten in Sendenhorst Influenza-Epedemien)

 

1891 2463 Rezepte.

Bis 1890 wurden jährlich rund 3500 Rezepte angefertigt. Seitdem beginnt die Abnahme des Geschäftsumfangs wegen der Kneippschen Kuren, die 1891 zunächst der an dem Sendenhorster Krankenhause angestellte Arzt Schluthölter, später auch beide Sendenhorster Ärzte in ausgehdehntem Maß anwenden. (Monat Okt 1892 nur 82, Nov. 80 Rezepte).

Da Peus jährlich 1600 Mark Schuldenzinsen zahlen muß, bleibt ihm zum Lebensunterhalt für sich und seine Familie in 1893 nur ca 100 Mark.

"Eine wesentliche Besserung der Verhältnisse ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten...Es besteht keine Aussicht, daß das Absatzgebiet der Apotheke

sich sobald wieder über Stadt und Kirspiel Sendenhorst erweitern wird. Die beiden S. Ärzte sind zu alt, als daß sie die an jüngere Collegen verlorene Praxis in weiter gelegenen Ortschaften wieder erwerben könnten, ganz abgesehen davon., daß günstige Lebensverhältnisse beide der Mühe überheben, den Lebensunterhalt durch neue beschwerliche Praxis zu erwerben. 

Bleibt aber das Absatzgebiet der Apotheke im wesentlichen auf Stadt und Ksp Sendenhorst mit noch nicht 2800 Einwohnern beshränkt, dürfte sich auch unter den günstigsten Verhätnissen nicht im STande sein, ihren Absatz zu erhöhen.

Den Reingewinn von 2945 Mark berechnet Peus wie folgt:

Gesamtumschlag 6508

abzuziehen:

Warenverbrauch, Droguen, Flaschen 2187

Verlust an Warenvorräten 80

Verschleiß von Apparaten 220

Fracht, Porto 50

Arbeits- Botenlohn 150

Heizung und Beleuchtung 100

Gebäudereparaturen 250

Feuerversicherungsprämie 61

Steuern 40

Verlustkonto 390

Erheblicher Teil des Reingewinns wird durch die Verzinsung der Schuldenlast verzehrt. Insgesamt 39.550 Mark geliehenes Kapital, sämtlich zum Erwerbr der Apotheke bzw. zur Abfindung der Geschwister seiner Frau, deren Eigentum die Apotheke früher war (===>Apotheker Peus oo Tochter des Apothekers König)

Früher hätten die Sendenhorster [rzte auch in Albersloh, Hoetmar und Enniger Praxis gehabt; daher hätte auch die Sendenhorster Apotheke hier Umsatz gehabt.

 

1893 II 14

Regierung lehnt Gesuch des Peus um anderweitige Konzession ab.

 

1893 IV 22 Beckum

Auf ein weiteres Gesuch des Peus wird von MS Bericht über Veränderungen angefordert. Beckum: Das Kneippsche Heilverfahren hat siet Dezember 1892 in Sendenhorst und Umgebung noch weietere Verbreitung erfahren und demgemäß ist der Geschäftsumfang der Apotheke noch mehr zurückgegangen.

 

1898 VII

Fortzug des Apothekers Peus; Neuwahl eines städtischen Beigeordneten

 

1898 VI 27 Reg MS

Apotheker August Pottmeyer erhält Erlaubnis zur Fortführung der käuflich erworbenen Peusschen Apotheke in Sendenhorst. "...erwarte, daß Sie sich angelegen sein lassen, werden, die Apotheke in einem den medicinal-polizeilichen Anforderungen durchaus entsprechenden Zustande zu erhalten udn die in dieser Bezeihung bestehenden oder künftigen Vorschriften pünktlich zu befolgen."

Vereidigung durch den Landrat; Vorlage der Approbation

 

1906 IV 26 MS RP

Gemäß _ 40 Apotheken-Betriebsordnung von 1902 wird dem Apotheker Pottmeyer bis auf Widerruf gestattet, sich nachmittags von 4 1/2 bis 6 Uhr aus seiner Apotheke zu entfernen, unter der Voraussetzung, daß er im Bedarfsfalle innerhalb einer Stunde zurückgerufe werden kann. ____________________

 

1918 VIII 16 MS A 998

RP genehmigt, dap die Apotheke für die Dauer des Krieges täglich von 4 Uhr nachmittags bis 6 1/2 Uhr abends für den gewöhnlichen Verkehr geschlossen wird (Apotheker Pottmeyer) __________________________________________________________________1919 B244

Im Kreis vorhandene Apotheken:

Ahlen 2, Beckum, Oelde, Sendenhorst, Wadersloh, Ennigerloh

 

17.03.1920

Keine Besserung auf dem Arzneimittelmarkt. Preise sprunghaft gestiegen

Wegen Knappheit der Beständ begehrter Arzneimittel ist Preistreiberei zu beobachten; Regierung versucht einzudämmen

 

24.11.1921

Der "Kokainismus in Groß-Berlin" 

nachts werden auf den Straßen Päckchen von 1 bis 6 g Kokain angeboten. Strenges Durchgreifen gefordert

 

28.05.1923

Warnung vor Tapeten, die gegen Ungeziefer mit Arsenhaltigen Kleister geklebt sind

 

10.05.1935 B 245

Antrag des Drogisten Schmidt auf Genehmigung zum Betreiben der "Kirch-Drogerie" wird vom Kreisarzt Dr. Geger wie folgt beurteilt: Antrag kann diesseits nicht befürwortet werden, da die Apotheke in Sendenhorst durch die Errichtung einer Drogerie empfindlichen Schaden erleiden würde

(LR gibt Genehmigung aufgrund des Gesetzes zum Schutze des Einzelhandels)

1937

Errichtung von Drogerien auf dem Lande hat ein für die Apotheken existenzbedrohendes Ausmaß angenommen. Die Landapotheken im Regbez MS haben ein so eng begrenztes Versorgungsgebiet, daß ihre wirtschaftliche Lage an sich schon besonders ungünstig ist. .. Daher strenger Maßstab bei der Neuzulassung von Drogerien

 

 

27.03.1939

Bericht Bürgermeister:

Betr Drogenverkaufsstellen

Im Stadtbezirk Sendenhorst ist eine Apotheke und eine gute Drogerie vorhanden. In Sendenhorst sind weitere Geschäfte für die Ausgabe von Heilmitteln nicht erforderlich. Weiter sind aber noch 2 Geschäfte vorhanden, die je einen Drogennschrank besitzen. Es sind dieses:

1. Tischlermeister, Kolonialware, Porzellan und Glashandlung Aloys Bartmann, Sendenhorst, Placken 41

2. Antreichermeister und Papier- und Fotohandlung Heinrich Hamels, Sendenhorst, Adolf-Hitler Str 25

Für diese beiden Drogeriehandlungen in Drogenschränken liegt absolut kein Bedürfnis vor,. Das beste Urteil wird Medizinalrat Dr Heger abgeben können

 

01.06.1939

"Entjudung von Apotheken"

 

 

1945 Mai 4

Apothekenverwalter Lohöfener gibt ausführlichen Bericht über die großen FEhlbestände an Tinkturen und Salben sowie Grundstoffen zur Selbstbereitung  fehlende Verbandsmittel

Versuche, über die Liferfirma in Freckenhorst Ersatz zu bekommen schlugen fehlt. Als Grund wurde angegeben, daß die Kommandantur Warendorf die noch übrige gebleibenen Medikamente nach Möglichkeit im Kreise selbst belassen woille

 

23. V 1945 REg Präs:

Mangel an Medikamenten zwingt zum Heilkräutersammeln (Schuljugend!)

 

23.01.1946

Chemische Werke Hüls teilen mit: Zu unserer Freude können wir mitteilen, daß wir nach dem Wiederanlaufen unsrer WErke neben unserer Buna-produktion auch die Herstellung folgender pharm. Mittel in usner Programm aufgenommen haben:

- Antiscabiosum N 15

- Finox (gegen Kopf- und Filzläuse)

 

06.03.1946

Revision der Drogenhandlungen

 Hamels Heinrich Nuestr. 25

 Bartmann Alois Placken 41

 Hans Schmidt Oststr. 55

 

1945 V 19

Nachweis: Lage über die Medikamente (Übersetzung aus Engl?)

Drogerie bartmann

Adler-Apotheke Pottmeyer

Vorräte für ca 2 Wochen; bezugf bisher von Verbandmittel Gebr Koch Amelsbüren und Arznei un Heilmittel Fröhlich Freckenhorst

dabei: List der dringend benötigten Arznei und Heilmittel

Nur Rohstoffe, keine fertigen MediSilke  Schütter, die Geschichte des Arbeitsmarktes in den Altriesen  Warendorf und Beckum 1900 bis 1918

 

1912

An bedeutenden Gewerblichen Anlagen sind im Kreis vorhanden:

 

... 

In Sendenhorst:

1 Centrifungenfabrik mit 18 Arbeitern

1 Emaillirwerk mit 75 Arbeitern

 

 

1912

Berechnung des durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstes in der Landwirtschaft nach Vorschlag der Gemeinden

Durschnittverdienst Männer Frauen

Stadt Sendenhorst 750   450

Amt Ahlen (niedrig!) 465   335

Amt Liesborn (höchst!) 775   575

Glocken

1632 Fraterherren A 41

Jobst Berman, Capellan zu Sendenhorst (50 Rthlr), Caspar Geißler, Küster (20 Rthlr) und L. Mormann im Fraterhause (30 Rthlr) zahlen zusammen 100 Rthlr an Hyndrych Caesem de alde wegen der gegossenen Glocke als erste Rate

 

 

1802 V 6

Vertrag des Pastors mit dem Glockengießer Alexius Petit: Umgießung der 3. geborstenen Glocke; ca 1400-1500 Pfd

 

ca 1900

Glocken:

1. Durchmesser 4 Fuß (1.20m) Höhe 3 1" 78cm, 2500 Pfd  3750 Mark

2.             4 6,5" 135cm       3 5,5" 85cm, 3600 Pfd 5400 M.

3.             3 6,75" 107cm      8,75         1800     2700

4.             2 1 1/2            1 8"          400      600

 

Gesamt. 54.337 Mark    

 

1922 Westf. Heimatblätter

Glockensprache#

 

Usse Gais und Werrings Gais

de flögen tohaup

:/: naon Tollhues :/:

wull um denn Kamp

de Rogge is lank

:/: fief Fout lank :/:

 

1949

Glockenläutemaschine

 

1950

Anlieferung neuer Glocken (Petit und Gebr. Edelbrock, Glocken- und Metallgießerei, Gescher)

 

1. es Durchm. 1.32m    1450 kg   3525 DM

2.  f         1.18m     980 kg   2597 DM

3.  g         1   m     670 kg   1968 DM

4.  c         1,60               2675 DM

 

einschließlich Montage und Material   15.849 DM

 

Glocke 4 erhält Inschrift: Regina pacis ora pro nobis

Sendenhorst Anno 1949

Den Gefallenen der Weltkriege 1914 - 1918 und 1939 - 1945 bin ich zum Gedächtnis gegossen

 

St. Josefsstift

Bestellung von Glocken, as b c

1662 Archidiakonatsbericht:

Lectione catechetica ...

Praeteer summum tria cubant altaria, quon, duo ante sex annos reconciliata (d. h. 1656) ab illustrissima sua.

duo argentes inaurati calices

duae casulae albi coloris

tres rubri, duae purpurae

Unus Mindensis Lutheranae confessionis, sed affulget spes conversionis

Unum perpetuum non est fundatum

servat tamen mediis ecclesie

tres sunt Vicarii quorum tantum residet Bernardus Kleikamp, Vice Custos Hermannus Koster, Ludimagister est Christian Ludwig

Heinricus Buschman, Organista

 

Altäre

1675 MS X 5 AV MS HS 373/8

Meister Bernhart Neuhaus, Bildhauer, quittiert: Daß die Witwe *Syndici Bisping mir wegen zu Sendenhorst gemachten neuen hohen Altars alles dasjenege, was ich diesfall mit derselben eheherrn einig geworden und verglichen an Arbeitslohn, Holz, Aufrichtung de Altars uns sonsten alles erhalten habe, solches wird hiermit beschienen

 

1675

Aloys Hofschildern quittiert von der Wittwe Bisping wegeen gemachten Crucifix in das Hohe Altar 20 Rthlr

-->Bernt Neuhaus (Niehues) Kleinschnitzler aus MS; erwähnt 1632 1662

u.a. im Autrag des Mstr Rates: daß er mit seinen Gesellen der Abgesandten Schildereien auf der Ratkammer helfen aufhangen 14ß

 

1773 Unsetzung; Hauptaltar aus der Kirchenmitte; wohin?

 

Kanzel

1789 Verkauf einer Bank unter dem Predigtstuhl

 

 

Glocken

1802 V 6

Vertrag des Pastors mit dem Glockengießer Alexius Petit: Umgießung der 3. geborstenen Glocke; ca 1400-1500 Pfd

 

Altarbild

WZ 53

Passionsbild zu Lippborg: 

Anm. 1 ... wie stylisstische Vergleichung ergiebt, findet sich im Pfarrhause zu Sendenhorst ein zweites Werk dieses eigenartigen Künstlers. Es stellt ebenfall die Anbetung des Kindes dar und zeigt dieselben Figuren und die gleiche braunrote mit Schlingpflanzen bewachsene Architektur; Abbildung bei Ludofff a a O

Meister des Flügelaltars in der Kirche zu Süninghasusen. Leider nur wenige Reste erhalten. 

 

Taufstein

Sendenhorster Taufstein aus 1588 (Stifter Hyronimus Hogeherte) wurde 1871 durch Pfarrer Reinermann der Kirche zu Westkirchen geschenkt: "In christlicher Liebe geschenkt von der Pfarre Sendenhorst. 1871“

vgl.Glocke am Sonntag 10 (1937) Nr 34 S. 12

ferner: Hieronymus Hogeherte, seine  Taufsteinstiftung für Sendenhorst, in: Westfalen 43(1965) S. 220ff

(Stadtarchiv MS Akte A xII 51, Liber beneficiatorum senatus civitatis Monasteriensis; daselbst: causa discussionem ... )

vgl. Liebfrauen-Bruderschaft St Ägidii 468

ca. 1575: Hieronimus Hoheherte.

 

Kirchengeräte aus den aufgehobenen Klöstern

(Inf: Westfalen 27 (1948) S. 65)

Kirche in Albersloh erhielt aus dem Kloster Blumenthal Beckum 

1 Christusbild von Holz

1 Tabernakel mit Kruzifix

2 Heiligenbilder in Glas

 

1810 III 24

Pfarrer Darup an Langen

Ich eile Ihnen ein gewiesenes Schreiben des Herrn Oberpräfecten zuzuschicken, welches ich soeben erhalten habe und worin uns beträchtliche Kircheneffekten vom Kloster Kentrup geschenkt sind.

 

Darauf Langen:

Polizeidiener Laes hat sich zur Abholung der geschenkten Kirchen-Apparate vom Kloster Kentrup mit Wagen und vier Pferden aus dem Kirchspiel gegen vier Uhr bei mir einzufinden

Munizipalrat Schwarte hat dem von der hiesigen Klerisei commitierten Herrn Kaplan Modder ein Kutschpferd zu stellen

 

1810 IV 18

Langens Reise nach Kentrup erweist sich als vergeblich, da der Guardian der Paterskirche zu Hamm (Agneskirche) ebenfalls eine Verfügung über ihm zustehende Effekten hatte. nach langen Verhandlungen kann Langen erhalten:

- ein ordentliches Meßgewand

- zwei Alben

- ein Rock für einen Leviten

Langen hat aber in Erfahrung gebracht, daß im Kloster Welver und im Kloster Paradies noch Kirchenapparate sein sollen. Er wird sich bemühen und beantragt in Hamm, der Sendenhorster Gemeinde eine glocke bzw. die Uhr des Klosters Welver zu überlassen. 

Ferner: die Glocke des Klosters Kappenberg harmoniert mit der Glocke in Sendenhorst, die vom Landesherrn geschenkt wurde; Bittet um Verkauf

 

Verzeichnis der für die Kirche zum cultus anzuschaffenden Sachen

(Darup)

1. neue Leuchte zum Krankengehen oder tüchtige Reparatur der alten

2. 4 zinnerne Leuchet von dem vorhandenen großen zu gießen

3. einige neue Alben und Humeralne

4. eine Tür vor dem Beichtstuhl in der Sakristei

5. Reparatur der ersten Chorbank  an der linken Seite des Altars

6. ein münstersches Missale

7. einige Rep. am Grab

8  Rep. der Meßgewänder und Aptation erhaltener Leviten-Röcke zu Meßgewänder

9. drei Stühle zum Gebrauch bei einer Pontifikalmesse

10. Rep. der Gläser in der Sakristei

Gesamtkosten 47 Rthlr

 

 

Kirchenbänke

1803

Verzeichnis der pro Laetare 1812 pachtlos gewordenen Kirchenbänke:

1. der Brautstuhl so Spiekmann hatt für 4 Taler 1ß (ein Sitz, worin sechs Sitze sich befinden)

2. eine Sitz aufe Nordenbühne, Zeller Bartmann, 7ß

3. ein Sitz daselbst, Zeller Osthövener 7ß

4. ein Sitz daselbst, Wilhelm Stockhoff, 7ß

5. die zweite Bank unter der Kanzel B Hner, Panning 18-8ß

6. die folgende Bank Lütke Düweler (durchgfestr.) 1-1 Taler

7. die folgende Bank Suermann Terbracht 1-8 Taler

8. die folgende Bank Zeller Joelmann 1-8 Taler

9. die folgende Bank Balthasar Vennewald 1- 8 Taler; gesamt 10-9-8 Taler

 

 

1816

Streit um Kirchenbänke: Losmachung einer Bank (d. h. die Bänke waren geschlossene Einrichtungen mit einer seitlichen, schließbaren  Tür

 

Kirchturmsuhr

 

1815

Liquidation des Schreinermeisters Mertens für das Aufwinden der Turmuhr 7 Thlr

 

 

Fahnen

1844

Anschaffung zweier Kirchenfahnen und eines neuen Traghimmels beantragt

 

ca 1900

Inventarverzeichnis der Kirche (für Versicherung)

u.a.

2 Missale

2 ältere

2 Statuen feststehend

2 dito portabel

1 Hochaltar, 2 Seitenaltäre 4500 Mark

4 Beichtstühle

12 Kirchenfenster

1 Turmuhr

2 Schlagglocken

1 Grab und Krippe

1 Krippe 1500 Mark

 

 

ca 1900

Glocken:

1. Durchmesser 4 Fuß (1.20m) Höhe 3 1" 78cm, 2500 Pfd  3750 Mark

2.             4 6,5" 135cm       3 5,5" 85cm, 3600 Pfd 5400 M.

3.             3 6,75" 107cm      8,75         1800     2700

4.             2 1 1/2            1 8"          400      600

 

Gesamt. 54.337 Mark    

 

 

Kreuzweg

 

1868

Generalvikar erteilt Genehmigung zur Einrichtung des Kreuzweges in der Sendenhorster Pfarrkirche und Einweihung durch einen bevollm. Priester

 

1907

Bei der Neubemalung der Kirche war die Mehrzahl der Kreuzchen des früheren Kreuzweges verloren gegangen; daher Errichtung eines neuen Kreuzwegs

Zustimmung Pfarrer Beckmann

Weihe und Genehmigung des Gen Vik

 

1895

Kreuzweg St. Josef-Stift; genehmigt

 

 

1938

Kirchenausmalung Kunstmaler Nachtigäller, 9970 RM

 

Heizung

 

1913

Planung und Entwurf. Warmluftheizung mit Frischlufzuführung

1929

Ausführung: Fa Mahr und Söhne, Aachen 5900 RM

1946

Verbesserungen, Arbeiten

 

Beleuchtung

 

1926

Änderung der Beleuchtungsanlage in der Kirche Sendenhorst

Angebote der Unternehmer

Wilhelm Meyer 595 RM

Johann Happe   885 RM

Johannis

Grundsätzliches (nach Schröder)

- Heilig-Kreuz-Bruderschaften gehören zu den Ältesten

- fraternität unserer lieben Frau weit verbreitet

- Die alten Bruderschaften wandten ihre Verehrung oft den Aposteln zu, so in Osnabrück die Johannes-Gesellschaft oder der Große Busbom an Johannes oder die St. Johannes-Gilde in Dülmen

 

16, Jh Blütezeit de St Annen Kults---> Bild der Anna in Elmenhorst

Antoniusbruderschaften vielfach sozial-karikativ

 spätmittelalterliche Bruderschaften>:Priester und Weltchristen schließen sich zusammen in der gemeinsamen Sorge um das Reich Gottes. Vor allem Sicherung des persönlichen, ewigen Heils

Genossenschaftliceh Hilfsverpflichtung und Brudertreue.

daneben auch Verweltlichung: Mahlfeiern; gemeinsame Gelage

Gefahr:Bruderschaften führen in der Pfarre ein Eigenleben; eigener Altar, eigener Schutzpatron, eigenes Bruderschaftsfest.

Um 1500 Niedergang trotz Reformversuche. Genossenschaftliches Den-ken verblöaßt. die große Zeit der Bruderschaften war dahin.

 

 

Liber parochialis ecclesiae S. Martin in Sendenhorst ... inceptus anno 1710

 

1770 

die Bruderschaft S. Johannis dahier war verboten, weil sie in Scheibenschießen und hernach in Saufen bestand, auch Zank erweckte.

          

ca 1810 STAM, Ghztzm Berg

          

In betreff der Joannisbruderschaft dahier in Sendenhorst  kann  Magistratus folgendes nur eindienen:

 

1. Daß dahie eine Gesellschaft seye, welche sich die  Joannisbruderschaft nennet, solche hat bereits über 100 Jahr bestanden.

 

2. in solcher Gesellschaft werden alten Gebrauches nach nicht mehr  als 50 Mann angenommen

 

3. Wer verlanget, dieser Bruderschaft eingeschrieben zu werden,  muß  eines  ehrlichen Standes und unberüchtigten Wandels sein, und bei  der  Einschreibung der Bruderschaft zum Besten 2 Rthlr zahlen.

 

4. Sämtliche Brüder kommen auf einen sichern Tag zusammen und überlegen, ob  für das Jahr die Lustbarkeit und auf wie viel Tage gehalten  werden  solle, welche jedoch niemals länger als 3 Tage bestimmt wird und jedesmal mit  dem  Nachmittag anfängt.

 

5. ist solches geschehen, alsdann werden Officiere gewählt, und  ein Scheffer, der das nötige besorgen muß. Sodann

 

6. wird der Überschlag gemacht wieviel Tonnen Bier man zur Ergötzlichkeit der Bruderschaft nötig habe und ob dazu Korn oder  Geld von sämtlichen Brüdern beigebracht werden solle

 

7. Wenn nun die Lustbarkeit gehalten wird, alsdann kommen  alle  Brüder am  Sonntag vor Sti Joannis Babtista nachmittags zu 1 Uhren vor  des  Capitains Behausung aufn Trommenschlag mit ihr Gewher zusammen und werden  von  denen  nach  der Scheiben hinausgeführet und wird

 

8. von selben ordentlich nach der Scheibe geschossen und zwar jeder 3mal

 

9. so nun einer die Scheibe nicht trifft, der muß jedesmal der Bruderschaft zum besten 1 Schilling an den Scheffer bezahlen

 

10. der neue König wird gegrüßet  (?)  von  sämtlichen  Brüdern  zum  behuf Trinckgelder so er ausgeben muß, 1 Rthlr 14 ß und ist  benebst das ganzen Gelages freye die beyden Beysitzer so nach ihme am besten geschossen haben  erhalten jeder 7ß

 

11. nach beendigtem Schießen werden die Brüder wiederum zum  Rathause  geführt alwo die Bruderschafts Regeln in Erinnerung  gebracht werden und bringt so dann ein jeder sein Gewehr nach Hause, muß sich aber binnen einer halben Stunde daselbst nebst seiner Frau wieder einfinden um sich lustig zu machen

 

12. im Ausgehen und Wiederkommen darf keiner in der Stadt sein Gewehr lösen

 

13. Es darf niemand einen anderen als welchen zur Bruderschaft gehöret ohne Begenehmigung sämtlicher Brüder mit sich bringen

 

14. Jeder Bruder ist verpflichtet, denen  Officier in billigen  Sachen Gehorsam zu leisten bei Verlust der Bruderschaft und ist

 

15. jeder Bruder verbunden, auf Befehl des Captiains zu erscheinen und zwar bey Strafe einer vieterl Mark oder 3 Sch.

 

16. am Montag fängt  die  Lustbarkeit  von  neuem  wieder  an,  und  müssen  sämtliche Brüder alsdann nebst ihren Frauen sich um zwei Uhren mittags aufm  Rathause wieder einfinden

 

17. Am Dienstag wird Rechnung gemacht und muß  alsdann  jeder  sein  Gelage bezahlen.

 

18. Den ersten Tag nach dem Festtage Johannis Baptista wird für  sämtlichen aus der Bruderschaft bereits verstorbenen Brüdern eine Seelenmesse gelesen. welche alle Brüder beiwohnen und im  Ausbleibungsfall eine Strafe von 6 Schilling bezahlen müssen.

 

19. So nun einer aus der Bruderschaft stirbt, so müssen sämtliche  Brüder und Schwestern den Leichnam zu Grabe begleiten und wird  auch  alsdann aus Bruderschaftsmitteln eine Seelenmesse gelesen. Und wer

 

20. von solcher Begräbnis ohne Ursache ausbleibt, muß zur Strafe  zahlen 6  schill.

 

21. Die jüngsten  Brüder müssen den Leichnam  ohnentgeltlich zum  Grabe  tragen.

 

Solche Gesellschaft ist aus der Ursachen gestiftet, damit gute Freundschaft und Einigkeit unter den Bürgern  erhalten  werde,  ist  aber  übrigens  mit  keinen besonderen Privilegien begnadiget.

 

 

(Die Sendenhorster "Johannisbruderschaft" Geschichte und Gegenwart. B. Fascies)

... Über die genaue Zeit der Gründung der Bruderschaft kann nichts  gesagt  werden, da keinerlei Unterlagen und Aufzeichnungen vorliegen.

... Zum Schutz in harter Not "Bürgerwehr" (?)

Im  Laufe  der  Zeit  muß  diese  Bürgerwehr  einen  kirchlichen  Charakter  angenommen, muß sie sich zu einer kirchlichen Bruderschaft entwickelt haben  (17. Jh vermutlich).

Anzunehmen, daß sich die Bruderschaft unter dem Wirken des  Bischof Bernhard v Galen besonders entwickelt hat. Kirchliche Feste und Prozessionen: Teilnahme mit Fahne, gingen hinter dem Himmel.

Um die Sonnenwende Volksfest im friedlichen Wettstreit bei Musik, Gesang  und Becherklang.

1811: 3 Tage; festlicher Umzug durch die Stadt.  Scheibenschießen  auf  der  Ostheide, gemütliches Beisammensein mit Tanz auf dem Rathaus. (War  damals  Festsaal der bürgerlichen Gemeinschaft) (Nein!)

Bier wurde zu diesem Feste eigens gebraut.

Bürgermeister Langen versuchte, wegen der Lebensmittelknappheit das Fest auf 2 Tage zu beschränken, da mancher Handwerker nicht allein seinen Tagelohn verliere, sondern "nebst dem noch Kostenaufwand und Kleidung macht"

19. Jh: Debbeltsche Musikkapelle aus D'furt spielt Königsquadrille

bis 1909 2 Tage Feier (Montag Nachmittag bis Mittwoch)

 

         

Sendenhorst, den 20. Juni 1813

Der Maire an den Vorsteher der Johanni Bruderschaft, dahier.

Die edele Gesinnungen, welche die  Johannis  Bruderschaft  gegen  den  allergrößten Monarchen von  Europa,  unsern  Beschützer,  durch  Ihre Vorstellung vom 18. d. M. an Tag gelegt haben, sind von der Art,  daß ich nicht nur allein die Erlaubnis zu einer 3tägigen Lustbarkeit  und einem Scheibenschnießen am 27. d. M. erteile, sondern ich werde  auch höheren Orts den Patriotismus der Sendenhorster  Johannis  Brüder  an Tag legen.

Was aber die Grundsteuer betrifft, so war dieses eine Überladung  der  Jahre 1810, 1811  und  1812, welche  durch  meine  Beschwerde  fürs laufende Jahr auf 9868  Fr  22  ct.  in  Abzug  gebracht  worden  und  rechtlich in Abzug gebracht werden mußte, mithin 2/3 dieser Summe pro  1812 wieder hinzukommen.

Übrigens gestatte ich nur 3 Tage zu dieser Lustbarkeit und jeden  Tag  nur bis des Nachts ein Uhr. Zur Armen-Chasse werden für dieses Mal  4 Rthlr gleich bei  Insinuation  dieses  gezahlt.  Meine  Gebühren  und  Stempel werden aus Regarde für die Bruderschaft niedergeschlagen. Die  Herren sind  beim Scheibenschießen und für jede  Unruhe  und  sonstiges  Vergehen  verantwortlich und keine Kinder dürfen unter 15  Jahre in der Nähe zugelassen werden.

Gegeben aufm Mairie Bureau am Tage wie oben

                

Der Maire Langen

 

1829 StASendenhorst A 287

Nachweis der in der Bürgermeisterei vorhandenen Schützengesellschaften (Tabelle weist die Handschrift Aktuar Langens auf!)

Vor undenklichen Jahren her bestand in Sendenhorst eine sogenannte Joanny Bruderschafts-Gesellschaft, welche jetzt den Namen Schützengesellschaft angenommen hat (d.h. Langen kannte noch den Ursprung: kirchliche Bruderschaft)

Die Statuten sollen beim großen Brande im Jahr 1806 durch die Flammen verzehrt sein.

In der Stadt Sendenhorst haben sich seit einigen Jahren auch die Junggesellen zusammen geworfen, und bilden eine Art Schützen-Gesellschaft, wozu sie aber jährlich nämlich zu einem Scheibenschießen und Tanzmusik die Genehmigung nachsuchen müssen.

Diese bestehen wohl aus einer Anzahl von 50 bis 60, haben keine Statuten, Tanzen, 2 auch drei Tage, und repartieren ihre Ausgaben auf die Mitglieder der Gesellschaft. Es wäre zu wünschen, daß nur eine Gesellschaft, welche sich auf genehmigte Statuten gründet, sein solle

 

1832 III 9 

Bürgermeister Marcus an Actuar Langen Ahlen 330

Am vergangenen Sonntag hat die hiesige Johannesbrüder-Gesellschaft eine Versammlung gehalten und hierin beschlossen, in diesem Sommer ein Schützenfest zu halten. Dem Vernehmen nach sind Euer Wohlgeboren (Langen) als Hauptmann der Gesellschaft gezählt.

diese Gesellschaft besteht indessen nur aus einem geringen Theile der hiesigen Eingesesenen, und wollen die übrigen Bürger, Handwerksburschen und Bauern auch ein Schützenfest feiern. 

(Regierung wünscht nur ein allgemeines Schützenfest = Volksfest für alle; Langen möge seine Kenntnisse bei der Einrichtung der besseren Schützenfeste zur Verfügung stellen, da hier ein gemeinschaftliches Schützen bzw Volksfest, wenigstens für die Bewohner der Stadt arrangiert wird, da ein Schützenfest dieser kleinen Gesellschaft ( dh Jh. Bruderschaft) aus obigen Gründen nicht statt finden kann

 

1841

Zwei Schützenfeste geplant

a) der sogenannten Johannisbrüder-Gesellschaft

b) der Junggesellen

Als Festlokal stehen Suermann und Böcker zur Verfügung

(in der Folgezeit heftige Kämpfe und Rivalitäten um den Ort des Festes; Namenslisten; Denunziationen, Eingreifen Pfarrer Lorenbeck) Es handelt sich aber wohl in erster Linie um das Junggesellenfest 

 

1867 VI 24

Gesuch: Die Johannes Bruderschaft Gesellschaft wünscht ihr gewöhnliches Schützenfest am 1. und 2. Juli bei dem Herrn B. Wieler zu feiern.

Programm: Die Züge gehen den 1. Tag von dem H. Wieler aus durch die Stadt nach dem Schützenplatz vor dem Westthore und dem 2. Tag ebenso. Auch wird die Königen den 1. und 2. Tag geholt und wieder zu Hause gebracht

Der Vorstand; Wilhelm Panning

 

Das Johannes-Bruderschafts-Schützenfest wird genehmigt, ein zweites Fest wird jedoch (vorläufig) abgelehnt

 

1869 VI

Theodor Böcker, Vorstand der Joh-bruderschaft beantragt polizeiliche Erlaubnis zur Feier des Schützenfestes.

 

Programm

1. Das Schützenfest findet statt am 21 und 22 Juni

2. am 21. des Morgens nach Beendigung des Gottesdienstes wird General-Marsch geschlagen

3. Nach Beendigung desselbem Versammlung der Schützen beim Gastwirt Topp

4. Zug der Schützen durch die Stadt mit klingendem Spiel zur Abholung der Fahne, des Obersten, und Schützenkönigs; dann Abmarsch zum Schützenplatz in der städt. Sandgrube, wo nach der Scheibe geschossen word. Nach Beendigung des Schießens Retour Marsch

5. Am 21. Nachmittag 4 Uhr Abholung der Königin mit klingendem Spiel; dann Ball

6. am 22. wiederholt sich dasselbe

7. Am 22. Nachts nach Beendigung des Balles wird die Königin mit Musik zu Hause begleitet, womit das Fest beendiget ist.

       

 

 

Wie jede burderschaftl Gemeinschaft beim  Tod  ihrer  Mitglieder  bestimmte Formen pflegt, so  auch  die  Jansbroers,  Der  Verstorbene  wird  von  den  Angehörigen der Bruderschaft getragen, alle Brüder geben ihm das Geleit.

          

1844: Verein erhält Fahne. 

1906  neue  Fahne,  da  die  alte  wegen  Alters  eingerollt werden mußte (Anlaß 300j Bestehen (?!), Entwurf Fa Glas-Egeling,MS.

 

Pfarrer Lorenbeck war gegen Saufgelage  der  Bruderschaft.  ("Saufbrüder").

Für die neuerbaute Pfarrkirche stifteten sie  einen  Altar,  "den  sie  dem  Stadtpatron zu Ehren St, Martin zuerkannten" (?)

Königskette: Schilder größtenteils von dem +Goldschnmied und  Küster Harde verfertigt.

Königskette ging 1805 im Haus des Königs  von  1805  Bernd  Heinr  Feiling,  Nordstr, zugrunde. Aus den  Überresten des geschmolzenen  Silbers  ovales  Brustbild Johannes und Lamm Gottes ("Ich bin eine Stimme des Rufenden in der  Wüste. St. Johannes Baptista Patronus noster 1810"

          

1847 das Fest fällt wegen Teuerung aus

1848 wegen der politischen Wirren

1871 Krieg

1915-1920 Weltkrieg

1939-1946 2. Weltkrieg

 

Medaillen:

meist religiöse Motive und Sprüche

Ausnahmen:

1. 1805 Bernardus Hennericus Feiling Rückseite Bild der Hl. Dreifaltigkeit

 

2. 1810 Johannes Drees (Küster und Notar)

 

3. 1811 Johann Adolph Lammerding

R. Gotteslamm, Evangelienbuch Hl. Maria

Spruch; Jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, die Liebe, diese drei; aber die größte davon ist die Liebe

 

4. 1812 Vivat Amandus Johann Wiegers

Der Amandus hat befohlen, man soll das Brot vom Bäcker holen

 

5. 1813 Jose.Northaus

R: Bild des Hl. Joseph

 

6. 1815 Johann  Adolph Lammerding (wie 1811)

als König gelebt, als König gestorben

R:Lamm Gottes, Seht das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünden der Welt

 

7. 1819 Hennericus Johannes Suermann, 

R: Johannes der Täufer mit Lamm

 

8. 1820 Adolphus Stapel

R: Bild Einzug Christi in Jerusalem mit Spruch

 

9. 1822 Bernhard Stapel

Johannes der Täufer: Spruch,Stimme des Rufenden in der Wüst

 

10. 1827 Adolphus Stapel (wie 1820)

Spruch: Seid mit Brüderliche Libe einander Fründlich. Ener Komme dem andern mit Ehrerbietunng vor

 

11.1829  Adolph Stapel (wie 1820, 1827)rückseite Als König gestorben 1829

 

12. 1829 Wilhelm Böcker

R: auf dem Meere fahrendes Schiff, Kap der guten Hoffnung

 

13. 1830 Bernhard Stapel

R: Auge Gottes; Die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen des Herrn thut, der bleibt in Ewigkeit

 

14. 1832 Wilhelm Bücker (wie 1829)

R: Schiff mit Waren, Leuchtturm; Anker und Inschrift. Es lebe die Handlung<---  erstmalig profanes Motiv!

 

1833 Heinrich Tergeist, König in Sendenhorst, Was gleicht  wohl  auf  Erden  dem Jäger Vergnügen (Freischütz, damals bekannt in S.!)

          

22. Juni 1834 von Ihrem früheren Bürgermeister Actuar Langen als König gewidmet

          

1836 Franz Suermann, Laßt uns unserm Bund treue Brüder hier auf dieser Erden Muster für die Menscheit werden. Thätig leben deutsch und frei  (wie Freimaurer!)

          

1837 Chr Silling: Nicht Scepter und nicht Kron, auch kein  Regenten Thron. Nur ächte Freunschaft Zier wünsch ich als König mir

          

20. 1841 Bernhard Stapel jun.

R: Auf mit Freuden und Muth hinan wandelt Brüder eure Bahn wo die Kronen, den einst lohnen, der sein Tagwerk treu getan.

 

 

1842 Caspar Everke, Kaufmannswappen: Es blühe Handel im  deutschen  Vaterlande

          

1843 Carl König, Apothekerwappen

          

23. 1844 Johannes Feiling

R: Ein schöner Tag ward mir zuteil am Johannis Feste. Als Schütez zog ich zum Thor hinaus

 

24. 1845 J H Böcker,

R: Alles was Athem hat, lobe den Herrn

Wer unter Euch der Größte, werde wieder Kleinster und der Vorsteher werde wieder Diener (Luc 22,26)

 

25.1846  Anton Horstmann

R: Frei und fest und schlangenklug, Spruch, Falsch wie Tauben sollst du bei der Menschen Trug, doch an die Menschheit glauben

 

26.1851 Bernhard Stapel jun (wie 1841)

R: Ehret einen jeglichen und liebet die Bruderschaft. Fürchte Gott und ehre den König

 

27. 1852 H. Everke

R. Kaufmannswappen, Fest steht unsere Brüderschaft in wahrer Eintracht und Liebe

 

29. 1855 Theodor Bröcker

R: tausendmal hab ich gefunden, daß im Herzen Lust und Leid, eilet wie des Tages Stunden wechselt wie des Jahres Zeit

 

30. 1856 Theodor Meyer

R: Ich wähle statt Scepter und Kron, mir Eure Freundschaft als Lohn

 

31. 1857 Heinrich Borghorst

R: Was hilft Dir Dein Gebärden Du Menschenkund auf Erden

   Sei dreifach unzufrieden, es kommt, was Dir beschieden

 

1858 Theodor Böcker, 

Kaufmannswappen: Es blühe der Handel

          

1860 ders,: Heil unserm Vaterlande

 

34. 1861 Gerhard B(ischof) gt Schöckinghoff

R: Mitgefühl verbindet Herzen

   Jede Wunde heilt

   Minder fühlt man alle Schmerzen

   wenn 1 Freund sei teilt

 

1862 derselbe, Bild Fabrik, Eisenbahn, Pflug; Wahrheit und  Friede  schaffen herrliche Triebe

 

36. 1863 Heinrich Bröckelmann

Windmühle, Das ist des Müllers Zeitvertreib, wenn der Wind das Mühlrad treibt

 

1864 Karl König: 

Apothekerwappen: Alles kann auf Erden noch aus einem Apotheker werden

 

38.1865  W. Böcker

 

39.1867 Franz Stapel

R: Ein fröhliches Herz macht ein blühendes Alter

 

40 1868 .Paul Topp

R: Froher Muth und heitrer Sinn

führe uns durchs Leben hin

 

41. 1869 Franz Happe

R: Ich wähle als Scepter und Kron, mir Eure Freundschaft Lohn           

1881 B Düning, Kutsche: Im frohen Kreis der Bruderschaft beim Gersten-  und  beim  Rebensaft  wo  Eintracht,  Frohsinn  wohnt  allein  stellt  sich   der Wagenbauer ein.

          

42. 1870 Paul Topp

Im Wein ist Wahrheit, im Wein ist Liebe nur allein

 

43. 1872 J. Kohle

 

44. 1873 Wilhelm Arnskötter

R: Trinke was klar ist, sprich was wahr ist

 

45. 1875 Heinrich Vennewald

"Frohsinn und Heiterkeit macht den Sinn der Festlichkeit"

 

46. 1876 B.Klümper

Brüder kommt alle zu mir, ich lade Euch ganz freundlich ein

Hier ist Wein und Gerstensaft, der Euch neue Kräfte schafft

 

47.1877 Paul Topp

"Brüder lagert Euch im Kreise Freunde stoßet fröhlich an

Trinket nach alter Väter Weise, es lebe der Johannmann

 

48. 1878 Th. Zacharias

Als Landmann zog ich aus zum Thore, als König kehrt ich wieder heim

drum dieses Fest dies auserkorne, soll uns eine freundenvolles sein 

 

49. 1879 Hubert Tergeist

Rückseite Grabdenkmal

 

50 1880 H. Bücker

Beim vollen Faß sitzen wir, es lebe die Brüderschaft

sind frohen Muths und trinken hier vom edlen Gerstensaft

 

51. 1881 B.Düning

R: Kutschwagen, Im frohen Kreis der Bruderschaft

                beim Gersten. und beim Rebensaft

                wo Eintracht, Frohsinn wohnt allein

  stellt sich der Wagenbauer ein

 

52. 1882 W. Klingelmann

 

53. 1883 Franz Stapel jun,

Der Schmied ist gern beim Becherklang

beim Singen froher Lieder

drum stoßt mit an beim frohen Sang

Wir sind ja alle Brüder

 

54. 1884 H Brandhove

Heut bei diesem frohen Fest wollen wir vereint uns freun

drum stoßt mit an ihr lieben Gäste., wir wolllen stets nur Freunde sein.

 

55. 1885 Th. Schrey

Anstreicher sind stets fröhliche Leut

sie lieben die Gemütlichkeit

wer hier nicht will gemütlich sitzen

der kann zu Hause Trübsal schwitzen

 

1886 H Markfort: 

Als König dieser Bruderschaft bin ich wohl zu beneiden,jedoch als Kaufmann und als Wirt bedien ich euch bescheiden

          

57. 1887 Bernard Meyer

Ich will nicht Trübsinn und Neid

sondern nur Gemütlichkeit

 

58. 1888 Peter Schulte

Die Eintracht hier bei diesem Feste

soll uns stets werth und Theuer sein

Drum wollen wir als erchte Brüder

durch Zwietracht nie dies Fest entweihn

 

59. 1889 Heinrich Bröker

Hier bei diesem Schützenfeste thront Eintracht Treue, hocherhaben

nie weiche dies Ihr lieben Gäste es sind der Menschen schönste Gaben (Steinhauerwappen)

 

60. 1890 Heinrich Deiters

R: Grabmal: Als König gestorben

 

61. 1891 Bernard Voßding (Bierseidel)

Trink im Kreis rings herum, fünfzig Jahr wie heute

Das ist so das Simbolum für fidele Leute

 

62. 1892 Heinrich Vennewaldt

Der schönen Gesellschaft zu Ehren laßt Freunde die Gläser und lehren

ein jeder verbleibe ihr treu, geloben wir heute aufs neu.

 

63. 1893 Bern. Horsmann

Freunde schenket fröhlich ein füllt die leeren Becher

denkt, es wächst der edle Wein nru für frohe Zecher

 

64. 1894 Heinrich Vennewald

Ihr meine lieben Freunde alle

haltet treu den Freunschaftsbund

Ein frohes Prosit das es schalle

hinaus ins weite Erdenrund

 

65. 1805 Hermann Jaspert

R: Franziska Jaspert geb. Beumer, Schützenkönigin

Spr: Stimmt an mit hellem frohenKalng, der Becher macht die Runde

WEr ihn in einem Zuge trank, gehört zu unserm Bunde

Frohsinn und Gemütlichkeit soll uns nie verlassen

Wer strebt zur Einigkeit den wollen wir nicht lassen

 

66. 1896 Johannes Happe

Durch einen SChuß aus sicherer Hand war ich ein König ohne Land

ein Jahr nur währt mein Regiment dann hat die Herrlichkeit ein End

 

67. 1897 Bernh. Strickmann, Bildhauer

Hab geschaffen ich mit emsger Hand

manches Bild für Stadt und Land

heut in unsere schönen Feste

war von den  Schützen ich der Bester

 

68. 1898 Joseph Bartmann

Joseph Bartmann werd ich genannt

war als guter Schütze bekannt

doch was nützt des Schießen und viel

Wenn wir verfehlen das letzte Ziel

Drum Brüder seid fröhlich und fromm zugleich

Dann habt ihr auf ewig das Königreich

 

69. 1899 Wilhelm Schmülling

Vierzig Jahre war mein Vater Mitglied dieser Bruderschaft

doch was ihm nicht war gelungen das hab ich recht bald vollbracht

Das war der Königsschuß

 

70. 1900 Bernard Kössendrup

Nicht in hohen Häusern allein prangt Krone, Zepter und Edelstein

es kann sogar auf dieser Erden ein Maurermeister König werden

 

71. 1901 Bernhard Stapel, Schmiedewappen

 

72. 1902 Anton Mössing

Stoßt an Ihr lieben Freunde mit Anton einmal heut

der Tischler hats gemütlich so gern zu jeder Zeit 

 

1903 - 1911 ohne Spruch

          

73. 1903 Heinrich Leifert

 

74. 1904 J B Bartmann, Tischlerwappen

 

75. 1905 Joseph Triebus

 

76. 1906 Heinrich Panning

 

77. 1907 Wilhelm Düning (mit Monogramm) 

 

78. 1908 Johann Kersting

 

79. 1909 Anton Spiegel

 

80. 1910 Bernhard Voßding

 

81. 1911 Heinrich Leifert

 

1912 Herman Jaspert, Gertrud Jaspert geb, Stegemöller

R: Fahrrad : ... drum laßt uns echt fröhlich sein bis  uns  die  Augen brechen, solang die Wacht steht an dem Rhein wollen  wir beim Feste zechen.

          

83, 1913 Joseph Niermann

 

84. Heinrich Seelige, 1914, 1915, 1916, 1917, 1918, 1919, 1920

Jahreszahlen stehen auf einem siebenzackigen Stern, der ein fünfmarkstück Bild Kaiser WII umfaßt Inschrift: Dem letzten seines Stammes sei dieses Schild geweiht

 

85 1921 Bernhard Drees

 

86. 1922  Joseph Sandmann.

In unserem Silberhochzeitsjahr da wurden wir das Königspaar

 

1923 Anton Brandhove: Milliard und Billion sah ich auf dem Königsthron doch die Rentenmark darauf brachte einen andern Lauf

Wappen: Zirkel und Winkel

          

1924

Josef Sandmann, Oberst, bittet um Genehmigung des Schützenfestes: Umzug; Verlängerung der Polizeistunde, Königsschießen in der Mühlenkuhle; Wirtschaft Hullerum; keine Fremden 

wird genehmigt: da es sich um einen unpolitischen Verein handelt, Störungen in politischer Hinsicht nicht zu erwarten sind .. 

Genehmigt durch den RP

Vorsitzender unterschreibt Revers: Veranstaltung von politischen Reden und Herausforderungen anders Denkender durch Wort und Tat werden nicht geduldet. 

 

88. 1924 Theodor Schrey

 

89. 1925 Heinrich Decker:

Von Vader un Großvader hänk hier kin Schild

se können nicht tühen und schüötten bloß wild

de Husiähr moß't retten, ich was nicht si flau

dao wuar ik  dann Künik, dat poß mine Frau.

 

90. 1926 Hermann Wiedehage

Der Frühling der Jugend wie blüht er so schön

nur wenige Jahre so muß er vergehn

Der Frühling des Herzens, ein schönes Gemüt

die lieblichste Gabe, die nimmer veblüht

 

91. 1927 Laurenz Kpch

R: So sehr wie dieses Jahr noch nie der Thron belastet war

denn das Königspaar gesund und rund, es wog beinahe 500 Pfund

 

92. 1928 Wilhelm Meyer

R: Als Leutnant zog ich zum Tor hinaus und focht nach deutscher Art; acht kämpften wohl um die Würde, doch mir wurde die Ehre zuteil, als König zog ich wieder heim

 

93. 1929 Karl Saerbeck

Aes Küningk an de Paot

laot ik kinn Unfrid'n in 

för Glück,Plaseer, goud Gelaot

suorgt met de Künigin

 

94. 1930 Bernhard Pieper

Tausendmal hab ich gefunden, daß im Herzen Lust und Lied

eilet wie des Tages Stunden wechselt wie des Jahres Zeit

 

 

1931/1932 Eberhard Haselmann: Vom Küster ward zum König ich in  Deutschlands schwerster Zeit, drum regierte auch zwei Jahre ich  ohne jede Festlichkeit

 

1933 Th Jaspert

 

1934 Bernhard Kössendrup: In des Dritten Reiches Herrlichkeit  wurde heute ich der beste Schütze, lasset uns nach alter Väter Weise pflegen Sitt und Brauch in unserm Kreise, welschen Tand und  Trug und Heuchelschein sollen fern von unserm Feste sein

 

98. 1935 Theodor Drees

Gardist zu sein in Krieg und Freiden

ist nicht jedermann beschieden

dann noch König der Johannisbrüder

im Freiheitsjahr - da sieht man's wieder

Das ist die Garde!

Anna Drees geb Köching, Königin          

 

1935 VI 22

Bekanntmachung. Wegesperrung wegen Scharfschießen der Johannisbrüder-Schützengesellschaft; Weiträumige Abriegelung, Postenlinie

 

1936 Franz Decker, König der Johannisbrüder

Rückseite Spruch; Malerwappen. Ich malte die Scheibe und schoß mit Würde, drum trag ich mit Freude die Königswürde

 

1937 Franz Pälmke; Schild in Hufeisenform, In der Mitte Amboß mit Werkzeugen

 

1938 Aloys Bartmnann. Schreinerwappen

 

1939 August Voges, Rückseite Grabdenkmal

  

1947 Heinrich Wallmeier (erster König nach dem Kriege) Vergangen sind gerade neunzig Jahr

als meiner Mutters Vater König war

Und heute trag ich mit Armbrust jene Zahl

die mich erhob zum König ohne Wahl

So sei mein inniger Wunsch wie allezeit: Hoch lebe Frohsinn und Gemütlichkeit

1814 V 17

Vom Umgangsstil der geistlichen und weltlichen Obrigkeiten

(Anm. M. Langen hatte den Pfarrer förmlich und höflich zu den diversen napoleonischen Siegesfeiern 1812/13 eingeladen; entsprechend reagiert Darup)

 

Johannis-Brüderschaft              

 

Grundsätzliches (nach Schröder)

- Heilig-Kreuz-Bruderschaften gehören zu den Ältesten

- fraternität unserer lieben Frau weit verbreitet

- Die alten Bruderschaften wandten ihre Verehrung oft den Aposteln zu, so in Osnabrück die Johannes-Gesellschaft oder der Große Busbom an Johannes oder die St. Johannes-Gilde in Dülmen

 

16, Jh Blütezeit de St Annen Kults---> Bild der Anna in Elmenhorst

Antoniusbruderschaften vielfach sozial-karikativ

 

 

spätmittelalterliche Bruderschaften>:Priester und Weltchristen schließen sich zusammen in der gemeinsamen Sorge um das Reich Gottes. Vor allem Sicherung des persönlichen, ewigen Heils

Genossenschaftliceh Hilfsverpflichtung und Brudertreue.

daneben auch Verweltlichung: Mahlfeiern; gemeinsame Gelage

Gefahr:Bruderschaften führen in der Pfarre ein Eigenleben; eigener Altar, eigener Schutzpatron, eigenes Bruderschaftsfest.

Um 1500 Niedergang trotz Reformversuche. Genossenschaftliches Den-ken verblöaßt. die große Zeit der Bruderschaften war dahin.

 

 

Liber parochialis ecclesiae S. Martin in Sendenhorst ... inceptus anno 1710

 

1770 

die Bruderschaft S. Johannis dahier war verboten, weil sie in Scheibenschießen und hernach in Saufen bestand, auch Zank erweckte.

          

ca 1810 STAM, Ghztzm Berg

          

In betreff der Joannisbruderschaft dahier in Sendenhorst  kann  Magistratus folgendes nur eindienen:

 

1. Daß dahie eine Gesellschaft seye, welche sich die  Joannisbruderschaft nennet, solche hat bereits über 100 Jahr bestanden.

 

2. in solcher Gesellschaft werden alten Gebrauches nach nicht mehr  als 50 Mann angenommen

 

3. Wer verlanget, dieser Bruderschaft eingeschrieben zu werden,  muß  eines  ehrlichen Standes und unberüchtigten Wandels sein, und bei  der  Einschreibung der Bruderschaft zum Besten 2 Rthlr zahlen.

 

4. Sämtliche Brüder kommen auf einen sichern Tag zusammen und überlegen, ob  für das Jahr die Lustbarkeit und auf wie viel Tage gehalten  werden  solle, welche jedoch niemals länger als 3 Tage bestimmt wird und jedesmal mit  dem  Nachmittag anfängt.

 

5. ist solches geschehen, alsdann werden Officiere gewählt, und  ein Scheffer, der das nötige besorgen muß. Sodann

 

6. wird der Überschlag gemacht wieviel Tonnen Bier man zur Ergötzlichkeit der Bruderschaft nötig habe und ob dazu Korn oder  Geld von sämtlichen Brüdern beigebracht werden solle

 

7. Wenn nun die Lustbarkeit gehalten wird, alsdann kommen  alle  Brüder am  Sonntag vor Sti Joannis Babtista nachmittags zu 1 Uhren vor  des  Capitains Behausung aufn Trommenschlag mit ihr Gewher zusammen und werden  von  denen  nach  der Scheiben hinausgeführet und wird

 

8. von selben ordentlich nach der Scheibe geschossen und zwar jeder 3mal

 

9. so nun einer die Scheibe nicht trifft, der muß jedesmal der Bruderschaft zum besten 1 Schilling an den Scheffer bezahlen

 

10. der neue König wird gegrüßet  (?)  von  sämtlichen  Brüdern  zum  behuf Trinckgelder so er ausgeben muß, 1 Rthlr 14 ß und ist  benebst das ganzen Gelages freye die beyden Beysitzer so nach ihme am besten geschossen haben  erhalten jeder 7ß

 

11. nach beendigtem Schießen werden die Brüder wiederum zum  Rathause  geführt alwo die Bruderschafts Regeln in Erinnerung  gebracht werden und bringt so dann ein jeder sein Gewehr nach Hause, muß sich aber binnen einer halben Stunde daselbst nebst seiner Frau ...

 

Johannis-Brüderschaft

 

Grundsätzliches (nach Schröder)

- Heilig-Kreuz-Bruderschaften gehören zu den Ältesten

- fraternität unserer lieben Frau weit verbreitet

- Die alten Bruderschaften wandten ihre Verehrung oft den Aposteln zu, so in Osnabrück die Johannes-Gesellschaft oder der Große Busbom an Johannes oder die St. Johannes-Gilde in Dülmen

 

16, Jh Blütezeit de St Annen Kults---> Bild der Anna in Elmenhorst

Antoniusbruderschaften vielfach sozial-karikativ

 

 

spätmittelalterliche Bruderschaften>:Priester und Weltchristen schließen sich zusammen in der gemeinsamen Sorge um das Reich Gottes. Vor allem Sicherung des persönlichen, ewigen Heils

Genossenschaftliceh Hilfsverpflichtung und Brudertreue.

daneben auch Verweltlichung: Mahlfeiern; gemeinsame Gelage

Gefahr:Bruderschaften führen in der Pfarre ein Eigenleben; eigener Altar, eigener Schutzpatron, eigenes Bruderschaftsfest.

Um 1500 Niedergang trotz Reformversuche. Genossenschaftliches Den-ken verblöaßt. die große Zeit der Bruderschaften war dahin.

 

 

Liber parochialis ecclesiae S. Martin in Sendenhorst ... inceptus anno 1710

 

1770 

die Bruderschaft S. Johannis dahier war verboten, weil sie in Scheibenschießen und hernach in Saufen bestand, auch Zank erweckte.

          

ca 1810 STAM, Ghztzm Berg

          

In betreff der Joannisbruderschaft dahier in Sendenhorst  kann  Magistratus folgendes nur eindienen:

 

1. Daß dahie eine Gesellschaft seye, welche sich die  Joannisbruderschaft nennet, solche hat bereits über 100 Jahr bestanden.

 

2. in solcher Gesellschaft werden alten Gebrauches nach nicht mehr  als 50 Mann angenommen

 

3. Wer verlanget, dieser Bruderschaft eingeschrieben zu werden,  muß  eines  ehrlichen Standes und unberüchtigten Wandels sein, und bei  der  Einschreibung der Bruderschaft zum Besten 2 Rthlr zahlen.

 

4. Sämtliche Brüder kommen auf einen sichern Tag zusammen und überlegen, ob  für das Jahr die Lustbarkeit und auf wie viel Tage gehalten  werden  solle, welche jedoch niemals länger als 3 Tage bestimmt wird und jedesmal mit  dem  Nachmittag anfängt.

 

5. ist solches geschehen, alsdann werden Officiere gewählt, und  ein Scheffer, der das nötige besorgen muß. Sodann

 

6. wird der Überschlag gemacht wieviel Tonnen Bier man zur Ergötzlichkeit der Bruderschaft nötig habe und ob dazu Korn oder  Geld von sämtlichen Brüdern beigebracht werden solle

 

7. Wenn nun die Lustbarkeit gehalten wird, alsdann kommen  alle  Brüder am  Sonntag vor Sti Joannis Babtista nachmittags zu 1 Uhren vor  des  Capitains Behausung aufn Trommenschlag mit ihr Gewher zusammen und werden  von  denen  nach  der Scheiben hinausgeführet und wird

 

8. von selben ordentlich nach der Scheibe geschossen und zwar jeder 3mal

 

9. so nun einer die Scheibe nicht trifft, der muß jedesmal der Bruderschaft zum besten 1 Schilling an den Scheffer bezahlen

 

10. der neue König wird gegrüßet  (?)  von  sämtlichen  Brüdern  zum  behuf Trinckgelder so er ausgeben muß, 1 Rthlr 14 ß und ist  benebst das ganzen Gelages freye die beyden Beysitzer so nach ihme am besten geschossen haben  erhalten jeder 7ß

 

11. nach beendigtem Schießen werden die Brüder wiederum zum  Rathause  geführt alwo die Bruderschafts Regeln in Erinnerung  gebracht werden und bringt so dann ein jeder sein Gewehr nach Hause, muß sich aber binnen einer halben Stunde daselbst nebst seiner Frau wieder einfinden um sich lustig zu machen

 

12. im Ausgehen und Wiederkommen darf keiner in der Stadt sein Gewehr lösen

 

13. Es darf niemand einen anderen als welchen zur Bruderschaft gehöret ohne Begenehmigung sämtlicher Brüder mit sich bringen

 

14. Jeder Bruder ist verpflichtet, denen  Officier in billigen  Sachen Gehorsam zu leisten bei Verlust der Bruderschaft und ist

 

15. jeder Bruder verbunden, auf Befehl des Captiains zu erscheinen und zwar bey Strafe einer vieterl Mark oder 3 Sch.

 

16. am Montag fängt  die  Lustbarkeit  von  neuem  wieder  an,  und  müssen  sämtliche Brüder alsdann nebst ihren Frauen sich um zwei Uhren mittags aufm  Rathause wieder einfinden

 

17. Am Dienstag wird Rechnung gemacht und muß  alsdann  jeder  sein  Gelage bezahlen.

 

18. Den ersten Tag nach dem Festtage Johannis Baptista wird für  sämtlichen aus der Bruderschaft bereits verstorbenen Brüdern eine Seelenmesse gelesen. welche alle Brüder beiwohnen und im  Ausbleibungsfall eine Strafe von 6 Schilling bezahlen müssen.

 

19. So nun einer aus der Bruderschaft stirbt, so müssen sämtliche  Brüder und Schwestern den Leichnam zu Grabe begleiten und wird  auch  alsdann aus Bruderschaftsmitteln eine Seelenmesse gelesen. Und wer

 

20. von solcher Begräbnis ohne Ursache ausbleibt, muß zur Strafe  zahlen 6  schill.

 

21. Die jüngsten  Brüder müssen den Leichnam  ohnentgeltlich zum  Grabe  tragen.

 

Solche Gesellschaft ist aus der Ursachen gestiftet, damit gute Freundschaft und Einigkeit unter den Bürgern  erhalten  werde,  ist  aber  übrigens  mit  keinen besonderen Privilegien begnadiget.

 

 

(Die Sendenhorster "Johannisbruderschaft" Geschichte und Gegenwart. B. Fascies)

... Über die genaue Zeit der Gründung der Bruderschaft kann nichts  gesagt  werden, da keinerlei Unterlagen und Aufzeichnungen vorliegen.

... Zum Schutz in harter Not "Bürgerwehr" (?)

Im  Laufe  der  Zeit  muß  diese  Bürgerwehr  einen  kirchlichen  Charakter  angenommen, muß sie sich zu einer kirchlichen Bruderschaft entwickelt haben  (17. Jh vermutlich).

Anzunehmen, daß sich die Bruderschaft unter dem Wirken des  Bischof Bernhard v Galen besonders entwickelt hat. Kirchliche Feste und Prozessionen: Teilnahme mit Fahne, gingen hinter dem Himmel.

Um die Sonnenwende Volksfest im friedlichen Wettstreit bei Musik, Gesang  und Becherklang.

1811: 3 Tage; festlicher Umzug durch die Stadt.  Scheibenschießen  auf  der  Ostheide, gemütliches Beisammensein mit Tanz auf dem Rathaus. (War  damals  Festsaal der bürgerlichen Gemeinschaft) (Nein!)

Bier wurde zu diesem Feste eigens gebraut.

Bürgermeister Langen versuchte, wegen der Lebensmittelknappheit das Fest auf 2 Tage zu beschränken, da mancher Handwerker nicht allein seinen Tagelohn verliere, sondern "nebst dem noch Kostenaufwand und Kleidung macht"

19. Jh: Debbeltsche Musikkapelle aus D'furt spielt Königsquadrille

bis 1909 2 Tage Feier (Montag Nachmittag bis Mittwoch)

 

         

Sendenhorst, den 20. Juni 1813

Der Maire an den Vorsteher der Johanni Bruderschaft, dahier.

Die edele Gesinnungen, welche die  Johannis  Bruderschaft  gegen  den  allergrößten Monarchen von  Europa,  unsern  Beschützer,  durch  Ihre Vorstellung vom 18. d. M. an Tag gelegt haben, sind von der Art,  daß ich nicht nur allein die Erlaubnis zu einer 3tägigen Lustbarkeit  und einem Scheibenschnießen am 27. d. M. erteile, sondern ich werde  auch höheren Orts den Patriotismus der Sendenhorster  Johannis  Brüder  an Tag legen.

Was aber die Grundsteuer betrifft, so war dieses eine Überladung  der  Jahre 1810, 1811  und  1812, welche  durch  meine  Beschwerde  fürs laufende Jahr auf 9868  Fr  22  ct.  in  Abzug  gebracht  worden  und  rechtlich in Abzug gebracht werden mußte, mithin 2/3 dieser Summe pro  1812 wieder hinzukommen.

Übrigens gestatte ich nur 3 Tage zu dieser Lustbarkeit und jeden  Tag  nur bis des Nachts ein Uhr. Zur Armen-Chasse werden für dieses Mal  4 Rthlr gleich bei  Insinuation  dieses  gezahlt.  Meine  Gebühren  und  Stempel werden aus Regarde für die Bruderschaft niedergeschlagen. Die  Herren sind  beim Scheibenschießen und für jede  Unruhe  und  sonstiges  Vergehen  verantwortlich und keine Kinder dürfen unter 15  Jahre in der Nähe zugelassen werden.

Gegeben aufm Mairie Bureau am Tage wie oben

                

Der Maire Langen

 

1829 StASendenhorst A 287

Nachweis der in der Bürgermeisterei vorhandenen Schützengesellschaften (Tabelle weist die Handschrift Aktuar Langens auf!)

Vor undenklichen Jahren her bestand in Sendenhorst eine sogenannte Joanny Bruderschafts-Gesellschaft, welche jetzt den Namen Schützengesellschaft angenommen hat (d.h. Langen kannte noch den Ursprung: kirchliche Bruderschaft)

Die Statuten sollen beim großen Brande im Jahr 1806 durch die Flammen verzehrt sein.

In der Stadt Sendenhorst haben sich seit einigen Jahren auch die Junggesellen zusammen geworfen, und bilden eine Art Schützen-Gesellschaft, wozu sie aber jährlich nämlich zu einem Scheibenschießen und Tanzmusik die Genehmigung nachsuchen müssen.

Diese bestehen wohl aus einer Anzahl von 50 bis 60, haben keine Statuten, Tanzen, 2 auch drei Tage, und repartieren ihre Ausgaben auf die Mitglieder der Gesellschaft. Es wäre zu wünschen, daß nur eine Gesellschaft, welche sich auf genehmigte Statuten gründet, sein solle

 

1832 III 9 

Bürgermeister Marcus an Actuar Langen Ahlen 330

Am vergangenen Sonntag hat die hiesige Johannesbrüder-Gesellschaft eine Versammlung gehalten und hierin beschlossen, in diesem Sommer ein Schützenfest zu halten. Dem Vernehmen nach sind Euer Wohlgeboren (Langen) als Hauptmann der Gesellschaft gezählt.

diese Gesellschaft besteht indessen nur aus einem geringen Theile der hiesigen Eingesesenen, und wollen die übrigen Bürger, Handwerksburschen und Bauern auch ein Schützenfest feiern. 

(Regierung wünscht nur ein allgemeines Schützenfest = Volksfest für alle; Langen möge seine Kenntnisse bei der Einrichtung der besseren Schützenfeste zur Verfügung stellen, da hier ein gemeinschaftliches Schützen bzw Volksfest, wenigstens für die Bewohner der Stadt arrangiert wird, da ein Schützenfest dieser kleinen Gesellschaft ( dh Jh. Bruderschaft) aus obigen Gründen nicht statt finden kann

 

1841

Zwei Schützenfeste geplant

a) der sogenannten Johannisbrüder-Gesellschaft

b) der Junggesellen

Als Festlokal stehen Suermann und Böcker zur Verfügung

(in der Folgezeit heftige Kämpfe und Rivalitäten um den Ort des Festes; Namenslisten; Denunziationen, Eingreifen Pfarrer Lorenbeck) Es handelt sich aber wohl in erster Linie um das Junggesellenfest 

 

1867 VI 24

Gesuch: Die Johannes Bruderschaft Gesellschaft wünscht ihr gewöhnliches Schützenfest am 1. und 2. Juli bei dem Herrn B. Wieler zu feiern.

Programm: Die Züge gehen den 1. Tag von dem H. Wieler aus durch die Stadt nach dem Schützenplatz vor dem Westthore und dem 2. Tag ebenso. Auch wird die Königen den 1. und 2. Tag geholt und wieder zu Hause gebracht

Der Vorstand; Wilhelm Panning

 

Das Johannes-Bruderschafts-Schützenfest wird genehmigt, ein zweites Fest wird jedoch (vorläufig) abgelehnt

 

1869 VI

Theodor Böcker, Vorstand der Joh-bruderschaft beantragt polizeiliche Erlaubnis zur Feier des Schützenfestes.

 

Programm

1. Das Schützenfest findet statt am 21 und 22 Juni

2. am 21. des Morgens nach Beendigung des Gottesdienstes wird General-Marsch geschlagen

3. Nach Beendigung desselbem Versammlung der Schützen beim Gastwirt Topp

4. Zug der Schützen durch die Stadt mit klingendem Spiel zur Abholung der Fahne, des Obersten, und Schützenkönigs; dann Abmarsch zum Schützenplatz in der städt. Sandgrube, wo nach der Scheibe geschossen word. Nach Beendigung des Schießens Retour Marsch

5. Am 21. Nachmittag 4 Uhr Abholung der Königin mit klingendem Spiel; dann Ball

6. am 22. wiederholt sich dasselbe

7. Am 22. Nachts nach Beendigung des Balles wird die Königin mit Musik zu Hause begleitet, womit das Fest beendiget ist.

       

 

 

 

Wie jede burderschaftl Gemeinschaft beim  Tod  ihrer  Mitglieder  bestimmte Formen pflegt, so  auch  die  Jansbroers,  Der  Verstorbene  wird  von  den  Angehörigen der Bruderschaft getragen, alle Brüder geben ihm das Geleit.

          

1844: Verein erhält Fahne. 

1906  neue  Fahne,  da  die  alte  wegen  Alters  eingerollt werden mußte (Anlaß 300j Bestehen (?!), Entwurf Fa Glas-Egeling,MS.

 

Pfarrer Lorenbeck war gegen Saufgelage  der  Bruderschaft.  ("Saufbrüder").

Für die neuerbaute Pfarrkirche stifteten sie  einen  Altar,  "den  sie  dem  Stadtpatron zu Ehren St, Martin zuerkannten" (?)

Königskette: Schilder größtenteils von dem +Goldschnmied und  Küster Harde verfertigt.

Königskette ging 1805 im Haus des Königs  von  1805  Bernd  Heinr  Feiling,  Nordstr, zugrunde. Aus den  Überresten des geschmolzenen  Silbers  ovales  Brustbild Johannes und Lamm Gottes ("Ich bin eine Stimme des Rufenden in der  Wüste. St. Johannes Baptista Patronus noster 1810"

          

1847 das Fest fällt wegen Teuerung aus

1848 wegen der politischen Wirren

1871 Krieg

1915-1920 Weltkrieg

1939-1946 2. Weltkrieg

 

Medaillen:

meist religiöse Motive und Sprüche

Ausnahmen:

1. 1805 Bernardus Hennericus Feiling Rückseite Bild der Hl. Dreifaltigkeit

 

2. 1810 Johannes Drees (Küster und Notar)

 

3. 1811 Johann Adolph Lammerding

R. Gotteslamm, Evangelienbuch Hl. Maria

Spruch; Jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, die Liebe, diese drei; aber die größte davon ist die Liebe

 

4. 1812 Vivat Amandus Johann Wiegers

Der Amandus hat befohlen, man soll das Brot vom Bäcker holen

 

5. 1813 Jose.Northaus

R: Bild des Hl. Joseph

 

6. 1815 Johann  Adolph Lammerding (wie 1811)

als König gelebt, als König gestorben

R:Lamm Gottes, Seht das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünden der Welt

 

7. 1819 Hennericus Johannes Suermann, 

R: Johannes der Täufer mit Lamm

 

8. 1820 Adolphus Stapel

R: Bild Einzug Christi in Jerusalem mit Spruch

 

9. 1822 Bernhard Stapel

Johannes der Täufer: Spruch,Stimme des Rufenden in der Wüst

 

10. 1827 Adolphus Stapel (wie 1820)

Spruch: Seid mit Brüderliche Libe einander Fründlich. Ener Komme dem andern mit Ehrerbietunng vor

 

11.1829  Adolph Stapel (wie 1820, 1827)rückseite Als König gestorben 1829

 

12. 1829 Wilhelm Böcker

R: auf dem Meere fahrendes Schiff, Kap der guten Hoffnung

 

13. 1830 Bernhard Stapel

R: Auge Gottes; Die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen des Herrn thut, der bleibt in Ewigkeit

 

14. 1832 Wilhelm Bücker (wie 1829)

R: Schiff mit Waren, Leuchtturm; Anker und Inschrift. Es lebe die Handlung<---  erstmalig profanes Motiv!

 

1833 Heinrich Tergeist, König in Sendenhorst, Was gleicht  wohl  auf  Erden  dem Jäger Vergnügen (Freischütz, damals bekannt in S.!)

          

22. Juni 1834 von Ihrem früheren Bürgermeister Actuar Langen als König gewidmet

          

1836 Franz Suermann, Laßt uns unserm Bund treue Brüder hier auf dieser Erden Muster für die Menscheit werden. Thätig leben deutsch und frei  (wie Freimaurer!)

          

1837 Chr Silling: Nicht Scepter und nicht Kron, auch kein  Regenten Thron. Nur ächte Freunschaft Zier wünsch ich als König mir

          

20. 1841 Bernhard Stapel jun.

R: Auf mit Freuden und Muth hinan wandelt Brüder eure Bahn wo die Kronen, den einst lohnen, der sein Tagwerk treu getan.

 

 

1842 Caspar Everke, Kaufmannswappen: Es blühe Handel im  deutschen  Vaterlande

          

1843 Carl König, Apothekerwappen

          

23. 1844 Johannes Feiling

R: Ein schöner Tag ward mir zuteil am Johannis Feste. Als Schütez zog ich zum Thor hinaus

 

24. 1845 J H Böcker,

R: Alles was Athem hat, lobe den Herrn

Wer unter Euch der Größte, werde wieder Kleinster und der Vorsteher werde wieder Diener (Luc 22,26)

 

25.1846  Anton Horstmann

R: Frei und fest und schlangenklug, Spruch, Falsch wie Tauben sollst du bei der Menschen Trug, doch an die Menschheit glauben

 

26.1851 Bernhard Stapel jun (wie 1841)

R: Ehret einen jeglichen und liebet die Bruderschaft. Fürchte Gott und ehre den König

 

27. 1852 H. Everke

R. Kaufmannswappen, Fest steht unsere Brüderschaft in wahrer Eintracht und Liebe

 

29. 1855 Theodor Bröcker

R: tausendmal hab ich gefunden, daß im Herzen Lust und Leid, eilet wie des Tages Stunden wechselt wie des Jahres Zeit

 

30. 1856 Theodor Meyer

R: Ich wähle statt Scepter und Kron, mir Eure Freundschaft als Lohn

 

31. 1857 Heinrich Borghorst

R: Was hilft Dir Dein Gebärden Du Menschenkund auf Erden

   Sei dreifach unzufrieden, es kommt, was Dir beschieden

 

1858 Theodor Böcker, 

Kaufmannswappen: Es blühe der Handel

          

1860 ders,: Heil unserm Vaterlande

 

34. 1861 Gerhard B(ischof) gt Schöckinghoff

R: Mitgefühl verbindet Herzen

   Jede Wunde heilt

   Minder fühlt man alle Schmerzen

   wenn 1 Freund sei teilt

 

1862 derselbe, Bild Fabrik, Eisenbahn, Pflug; Wahrheit und  Friede  schaffen herrliche Triebe

 

36. 1863 Heinrich Bröckelmann

Windmühle, Das ist des Müllers Zeitvertreib, wenn der Wind das Mühlrad treibt

 

1864 Karl König: 

Apothekerwappen: Alles kann auf Erden noch aus einem Apotheker werden

 

38.1865  W. Böcker

 

39.1867 Franz Stapel

R: Ein fröhliches Herz macht ein blühendes Alter

 

40 1868 .Paul Topp

R: Froher Muth und heitrer Sinn

führe uns durchs Leben hin

 

41. 1869 Franz Happe

R: Ich wähle als Scepter und Kron, mir Eure Freundschaft Lohn           

1881 B Düning, Kutsche: Im frohen Kreis der Bruderschaft beim Gersten-  und  beim  Rebensaft  wo  Eintracht,  Frohsinn  wohnt  allein  stellt  sich   der Wagenbauer ein.

          

42. 1870 Paul Topp

Im Wein ist Wahrheit, im Wein ist Liebe nur allein

 

43. 1872 J. Kohle, Schützenkönig der Johannis Brüder 1872.

 

44. 1873 Wilhelm Arnskötter

R: Trinke was klar ist, Sprich was wahr ist

 

45. 1875 Heinrich Vennewald

R: "Frohsinn und Heiterkeit macht der Sinn der Festlichkeit"

 

46. 1876 B.Klümper

Brüder kommt alle zu mir

Ich lade Euch ganz freundlich hier

Hier ist Wein und Gerstensaft

Der Euch neue Kräfte schafft. 

 

47.1877 Paul Topp

"Brüder lagert Euch im Kreise 

Freunde stoßet fröhlich an

Trinkt nach alter Väter Weise

Es lebe der Johannmann

 

48. 1878 Th. Zacharias, M. A. Gunnemann, Königin

Als Landmann zog ich aus zum Thore, 

Als König kehrt ich wieder heim

Drum dieses Fest,  dies auserkorne, 

Soll uns eine freundenvolles sein.

 

49. 1879 Hubert Tergeist

Rückseite ein Grabdenkmal

 

50 1880 H. Bücker

Beim vollen Faß sitzen wir, 

Es lebe die Brüderschaft

Sind frohen Muths und trinken hier 

Vom edlen Gerstensaft

 

51. 1881 B.Düning

R: Kutschwagen und Spruch:

Im frohen Kreis der Bruderschaft

Beim Gersten. und beim Rebensaft

Wo Eintracht, Frohsinn wohnt allein

Stellt sich der Wagenbauer ein.

 

52. 1882 W. Klingelmann (Jahreszahl irrtümlich 1883)

 

53. 1883 Franz Stapel junior

Der Schmied ist gern beim Becherklang

Beim Singen froher Lieder

Drum stoßt mit an beim frohen Sang

Wir sind ja alle Brüder. 

 

54. 1884 H Brandhove

Heut bei diesem frohen Fest 

wollen wir vereint uns freun

drum stoßt mit an ihr lieben Gäste.

wir wolllen stets nur Freunde sein.

 

55. 1885 Th. Schrey

Anstreicher sind stets fröhliche Leut

Sie lieben die Gemütlichkeit

Wer hier nicht will gemütlich sitzen

Der kann zu Hause Trübsal schwitzen.

 

1886 H Markfort: 

Als König dieser Bruderschaft 

bin ich wohl zu beneiden,

Jedoch als Kaufmann und als Wirt 

Bedien ich euch bescheiden.

          

57. 1887 Bernard Meyer

Ich will nicht Trübsinn und Neid

Sondern nur Gemütlichkeit.

 

58. 1888 Peter Schulte

Die Eintracht hier bei diesem Feste

Soll uns stets werth und theuer sein

Drum wollen wir als echte Brüder

Durch Zwietracht nie dies Fest entweihn

 

59. 1889 Heinrich Bröker, Rückseite Steinhauerwappen und Spruch:

Hier bei diesem Schützenfeste 

Thront Eintracht Treue, hoch erhaben

Nie weiche dies Ihr lieben Gäste 

Ees sind der Menschen schönste Gaben

 

60. 1890 Heinrich Deiters

R: Grabmal: Als König gestorben

 

61. 1891 Bernard Voßding (Bierseidel)

Trinkt im Kreis rings herum, 

Fünfzig Jahr wie heute

Das ist so das Simbolum 

Für fidele Leute.

 

62. 1892 Heinrich Vennewaldt

Der schönen Gesellschaft zu Ehren 

Laßt Freunde die Gläser und lehren

Ein jeder verbleibe ihr treu, 

Geloben wir heute aufs neu.

 

63. 1893 Bern. Horsmann

Freunde schenket  fröhlich ein

Füllt die leeren Becher

Denkt, es wächst der edle Wein 

Nur für frohe Zecher

 

64. 1894 Heinrich Vennewald

Ihr meine lieben Freunde alle

Haltet treu den Freunschaftsbund

Ein frohes Prosit das es schalle

Hinaus ins weite Erdenrund

 

65. 1895 Hermann Jaspert

R: Franziska Jaspert geb. Beumer, Schützenkönigin

Stimmt an mit hellem frohen Klang, 

Der Becher macht die Runde

Wer ihn in einem Zuge trank, 

gehört zu unserm Bunde.

Frohsinn und Gemütlichkeit

Ssoll uns nie verlassen

Wer strebt zur Einigkeit 

Den wollen wir nicht lassen.

 

66. 1896 Johannes Happe

Durch einen Schuß aus sicherer Hand 

Ward ich ein König ohne Land

Ein Jahr nur währt mein Regiment 

Dann hat die Herrlichkeit ein End.

 

67. 1897 Bernh. Strickmann, Bildhauer

Hab geschaffen ich mit ems’ger Hand

Manches Bild für Stadt und Land

Heut in unserem schönen Feste

war von den  Schützen ich der Beste.

       B. Strickmann Bildhauer.

 

68. 1898 Joseph Bartmann

Joseph Bartmann werd ich genannt

War als guter Schütze bekannt.

Doch was nützt das Schießen und viel

Wenn wir verfehlen das letzte Ziel

Drum Brüder seid fröhlich und fromm zugleich

Dann habt ihr auf ewig das Königreich

 

69. 1899 Wilhelm Schmülling

Vierzig Jahre war mein Vater 

Mitglied dieser Bruderschaft

Doch was ihm nicht war gelungen 

Das hab ich recht bald vollbracht

Das war der Königsschuß.

 

70. 1900 Bernard Kössendrup

Nicht in hohen Häusern allein 

Prangt Krone, Zepter und Edelstein

Es kann sogar auf dieser Erden 

Ein Maurermeister König werden. 

 

71. 1901 Bernhard Stapel, Schmiedewappen

 

72. 1902 Anton Mössing

Stoßt an Ihr lieben Freunde 

Mit Anton einmal heut

Der Tischler hats gemütlich 

So gern zu jeder Zeit 

 

1903 - 1911 ohne Spruch

          

73. 1903 Heinrich Leifert

 

74. 1904 J. B. Bartmann, Tischlerwappen

 

75. 1905 Joseph Triebus

 

76. 1906 Heinrich Panning

 

77. 1907 Wilhelm Düning (mit Monogramm W. D.) 

 

78. 1908 Joh.  Kersting

 

79. 1909 Anton Spiegel

 

80. 1910 Bernhard Voßding

 

81. 1911 Heinrich Leifert

 

1912 Herman Jaspert, Gertrud Jaspert geb.  Stegemöller

R: Fahrrad  und Spruch:

Ich hatte schon vor 17 Jahr

Die Königswürde errungen

Auch ist es mir in diesem Jahr

Schon wiederum gelungen.

Drum laßt uns recht fröhlich sein 

Bis  uns  die  Augen brechen

Solang die Wacht steht an dem Rhein 

Wollen  wir beim Feste zechen.

          

83. 1913 Joseph Niermann

 

84. Heinrich Seelige, 1914, 1915, 1916, 1917, 1918, 1919, 1920

Die Jahreszahlen stehen auf einem siebenzackigen Stern, der ein Fünfmarkstück Bild Kaiser Wilhelm II. umfaßt Inschrift: Dem letzten seines Stammes sei dieses Schild geweiht

 

85 1921 Bernhard Drees

 

86. 1922  Joseph Sandmann.

In unserem Silberhochzeitsjahr 

Da wurden wir das Königspaar

Der Johannisbrüderschaft

 

87. 1923 Anton Brandhove; Zirkel und Winkel

Milliard und Billion 

Sah ich auf dem Königsthron 

Doch die Rentenmark darauf 

Brachte einen andern Lauf.

 

88. 1924 Theodor Schrey

 

89. 1925 Heinrich Decker:

Von Vader un Großvader hänk hier kin Schild

Se können nich tühen und schüötten bloß wild

De Hushiär moß't retten, ich was nicht si flau

Dao wuar ik  dann Künik, dat poß mine Frau.

 

90. 1926 Hermann Wiedehage

Der Frühling der Jugend 

Wie blüht er so schön

Nur wenige Jahre so muß er vergehn

Der Frühling des Herzens, 

Ein schönes Gemüt

Die lieblichste Gabe, die nimmer veblüht

 

91. 1927 Laurenz Koch

So sehr wie dieses Jahr 

Noch nie der Thron belastet war

Denn das Königspaar gesund und rund, 

Es wog beinahe 500 Pfund

 

92. 1928 Wilhelm Meyer

Als Leutnant zog ich zum Tor hinaus 

Und focht nach deutscher Art

Acht kämpften wohl um die Würde

Doch mir wurde die Ehre zuteil

Als König zog ich wieder heim.

 

93. 1929 Karl Saerbeck

Aes Küningk an de Paot

Laot ik kinn Unfried'n in 

För Glück, Plaseer, goud Gelaot

Suorgt met de Künigin.

 

94. 1930 Bernhard Pieper

Tausendmal hab ich gefunden

Daß im Herzen Lust und Lied

Eilet wie des Tages Stunden 

Wechselt wie des Jahres Zeit.

 

 

95.  1931/1932 Eberhard Haselmann 

Vom Küster ward zum König ich 

In  Deutschlands schwerster Zeit, 

Drum regierte auch zwei Jahre ich  

Ohne jede Festlichkeit

 

96. 1933 Th.  Jaspert (ohne Spruch)

 

97. 1934 Bernhard Kössendrup: 

In des Dritten Reiches Herrlichkeit  

Wurde heute ich der beste Schütze 

Lasset uns nach alter Väter Weise 

Pflegen Sitt’ und Brauch in unserm Kreise

Welschen Tand und  Trug und Heuchelschein 

Sollen fern von unserm Feste sein.

 

98. 1935 Theodor Drees

Gardist zu sein in Krieg und Freiden

Ist nicht jedermann beschieden

Dann noch König der Johannisbrüder

Im Freiheitsjahr - da sieht man's wieder

Das ist die Garde!

Theodor Drees, König

Anna Drees geb Köching, Königin          

 

 

1936 Franz Decker, König der Johannisbrüder

Rückseite Spruch; Malerwappen. Ich malte die Scheibe und schoß mit Würde, drum trag ich mit Freude die Königswürde

 

1937 Franz Pälmke; Schild in Hufeisenform, In der Mitte Amboß mit Werkzeugen

 

1938 Aloys Bartmnann. Schreinerwappen

 

1939 August Voges, Rückseite Grabdenkmal

 

 

 

1947 Heinrich Wallmeier (erster König nach dem Kriege) Vergangen sind gerade neunzig Jahr

als meiner Mutters Vater König war

Und heute trag ich mit Armbrust jene Zahl

die mich erhob zum König ohne Wahl

So sei mein inniger Wunsch wie allezeit: Hoch lebe Frohsinn und Gemütlichkeit

 

1924

Josef Sandmann, Oberst, bittet um Genehmigung des Schützenfestes: Umzug; Verlängerung der Polizeistunde, Königsschießen in der Mühlenkuhle; Wirtschaft Hullerum; keine Fremden 

wird genehmigt: da es sich um einen unpolitischen Verein handelt, Störungen in politischer Hinsicht nicht zu erwarten sind .. 

Genehmigt durch den RP

Vorsitzender unterschreibt Revers: Veranstaltung von politischen Reden und Herausforderungen anders Denkender durch Wort und Tat werden nicht geduldet. 

 

1935 VI 22

Bekanntmachung. Wegesperrung wegen Scharfschießen der Johannisbrüder-Schützengesellschaft; Weiträumige Abriegelung, Postenlinie

 

 

Johannisbrüderschaft

Migliederverzeichnis 1950

NameseitBartmann Josef1891Leifert Heinrich1900Daldrup Clemens1903Werring Bernhard1904Schrey Theodor1909Wiedehage Hermann1910Mütherig Anton1911Meyer Wilhelm1911Brandhove Franz1921Düsterhues Josef1921Leifeld Heinrich1921Böhmer Josef1921Jaspert Theodor1921Kössendrup Bernhard1921Saerbeck Karl1922Meyer Bernhard1922Pälmke Franz1922Wallmeyer Heinrich 1922Pohlmann Heinrich1922Westmeier Wilhelm1923Drees Theodor 1924Decker Heinrich1924Schmülling August 1924Pumpe Konrad1924Mössing Anton1925Lülf Bernhard1925Bartmann Aloys1926Brückmann Franz1926Elmenhorst Theodor1927Thiemann Heinrich1927Lewe Bernhard1928Voshding Hermann1928Rick Josef1931Brandhove Heinrich1931Sudhoff Johannes1933Kaupmann Bernhard1933Reul Anton1933Decker Franz1933Koch Heinrich1933Stapel Bernhard1933Mertens Bernhard1934Happe Franz1934Panning Wilhelm1937Wößmann Wilhelm1937Haselmann Eberhard1939Herweg Bernhard1939Die folgenden Mitglieder 1948 beigetreten:Brinkschulte PaulSchlautmann TheodorKreimer FranzMeyer BernhardFeidicker JosefTopheide JosefKersting AdolfWerring BernhardWesthoff FranzPöttken FranzKlein-Höing PaulGreiwe HeinrichSchmidt HansDrees HeinrichKersting JosefHappe HubertKaupmann FranzStadtmann HermannDaldrup ClemensVolkery JowefDrees BernhardKleinhans JosefWesthoff AntonNorthoff AugustBrandhove BernhardMeyer BernhardJaspert Hermann

 

 

 

1814 V 17

Vom Umgangsstil der geistlichen und weltlichen Obrigkeiten

(Anm. M. Langen hatte den Pfarrer förmlich und höflich zu den diversen napoleonischen Siegesfeiern 1812/13 eingeladen; entsprechend reagiert Darup)

 

 

 

Wohlgeborener Herr Bürgermeister!

Indem ich Ihnen die Verordnung des ernannten Bischofes und Verwalters der Diocese Münster cum voto remissionis hiebeyzulegen die Ehre habe, ersuche ich Sie, zu dieser Feierlichkeit, die ich am Donnerstag den 19. dieses Monats der Gemeinde werde bekannt machen lassen, und welche am künftigem Sonntag, den 22. statt haben wird, sich mit dem gesammten Gemeinde-Rat in unserer Kirche des Morgens 10 Uhr einzufinden, und durch Ihre Gegenwart diese Feierlichkeit zu erhöhen. Ich bitte Sie zugleich, die Mitglieder des Gemeinde-Rats davon in Kenntinszu setzen und zu befördern, daß selbe sämtlich bei diesem für die katholische Kirche so erfreulichen Dankesfest erscheinen.

Genehmigen Sie Herr Bürgermeister! die Versicherung meiner aufrichtigen Hochachtung

Der Pfarrer Darup

Börsting, Geschichte Bistums  MS, Bielefeld 1951

 

 

1815 V 22 Dortmund

Kriegsgebet

Auf allerhöchsten Befehl wird das mit 8 Exemplaren anliegende krieges Gebeth sonntäglich in allen Kirchen von der Zeit des wirklichen Ausbruchs der Feinseligkeiten an gehalten. ... Auch jeder Rabiner erhält ein Exemplar, in welchem jedoch die in den 4 letzten Zeilen vorkommenden nur auf das Christentum passenden Worte vorher unleserlich gemacht werden müssen

Liegt in einem Exemplar bei

 

1815 VI 14

... Da des kgl Majestät in betref des unterm 22. mitgeteilten Kriegsgebets sich allerhöchst selbst dahin geäußert, daß, wenn die Worte im Eingange: Wir beugen unsere Knie nicht bloß figürlich zu verstehen, sondern damit gemeint wäre, daß die Gemeinde jedesmal aufzufordern sei, bei der Verlesung des Gebets niederzufallen, solches nicht stattfinden solle, indem S. Majestät dies nur bei seltenen religiösen Feierlichkeiten nach einem Hauptereignis im Kriege, nach dem Friedensschluß oder der Rückkehr des Monarchen aus dem beendigten Kriege ganz an seinem Orte fänden ... 

 

 

 

1816

Gottesdienstordnung an Sonntagen

 

1. morgens 7 - 7.45 Uhr

2.         8 - 8.30

3.        10 - 11.30 

 

nachmittags

2 - 3 Uhr: nur bei besonderen Anlässen als Bruderschaftssonntagen, vier Hochzeitfesttagen usw

 

1816 Bekanntmachung betr. Sonntagsheiligung:

An Sonn- und Feiertagen darf keine Gastwirt oder Hausbewohner Musik, Tanz, Singen, Spiel und Lustbarkeiten während des Gottesdienstes dulden. Alle Läden und Buden mit Ausnahme der Apotheken sind gehlossen zu halten

 

 

1816

Nachweise der Kosten wegen gehaltener Processionen und Gebeth auf Neujahr und Agatha

A. wegen gehaltener Charfreitags-Procession

1. dem Pastor 1-11-8

2. dem Vicarius    9-4

3. dem Küster, Schullehrer         14

4. Organisten    4-8

5. Calcanten    2-4

6. 4 Pförtnern    4     2-18 Thlr (gesamt)

 

B. für gehaltene Brandprozession

1. Pastor

2. demselben füe 2 Messen

3. den Chorsängern, Küster und Schullehrer je 7ß

4. dem Himmelträger und Glockenläuten

5. dem Kreutzträger

6. den Fahnen und Bilderträgern

7. für die Pförtner um Ordnung zu halten  2-13 6 (gesamt)

 

Das Gebet auf Neujahr, für Messe

1. Pastor

2. Chorsänger                            20 Sg gesamt

 

D.bei der Prozession auf Fronleichnahms Fest

den vier Pförtnern

fürs Läuten                              22 Sg gesamt

 

E. Auf Agatha für 2 Messen

Pastor

 

F. 

Auf Ostern dem Pastor

 

1816

Umfangreiches Verordnungs-Instrumentarium umn Mißbräuche (Gebehochzeiten, Aberglauben, Unsitten bei Beerdigungen) abzustellen.

Hierzu umfassende Randbemerkungen von Pfarrer Darup:

An den Herrn Bürgermeister zurück mit der Bemerkung, daß die in diesem Reskripte bemerkten Mißstände größtenteils dahier gar kein statt haben. Z. B. Schenkhochzeiten, Totenbahren, Schwelgerei und Müßiggang oder abgesetzte katholische Feiertage. Von alledem weiß man dahier Gottlob nichts.

Was die übrigen erwähnten Gewohnheiten und Zusammenkünfte bei Kindertaufen, Beerdigungen, Verheiratungen angeht, so habe ich bemerkt, daß bei diesen schlimmen Zeiten solche immer seltener werden, und daß bei den äußerst seltenen Leichenessen oder Essen bei Kindertaufen nur die nächsten Verwandten und Nachbarn und noch etwa ein oder anderer Frund hinzugezogen werden und dabei alles ganz ordentlich zugeht, desgleichen auch bei den äußerst selten gewordenen Hochzeiten, wo man selten einen oder anderen Betrunken bemerkt. Übrigens bescheide ich mich gern mit dem Vorschlage, nicht mehr dahin zu gehen, wenn auch Sie, Herr Bürgermeister und der Gemeinderat dies für wirksam und rätlich achten, uns gemeinschaftlich dazu verbinden. 

Für schlimnmer und der Sittlichkeit gefährlicher halte ich die im Reskript erwähnte Kraut- oder Brautabende, wie auch Flachsabende, Druschabende, Spinnabende, welche oft bis in die späte Nacht fortdaueren oder worauf am nächsten Sonntag eine Lustbarkeit an irgend einem Haues in der Bauerschaft folgt, welche aber dennoch auch dahier äußerst selten vorfallen.

 

Ob das vorerwähnte Kranzmachen vor der Beerdigung der Unverehelichten dahier statt habe, ist mir nicht bewußt: Das Reiten und Schießen bei Abholen der Brautwagen ist längst verboten, Daß aber die Arbeiter beim Hausheben nur einen  Trunk und kein Essen haben sollen, scheint mir unbillig, und es würden sich schwerlich junge Leute zu dieser sauren und gefährlichen Arbeit finden lassen, wann man sie so abspeisen wollte. Wohl selten verdient einer mehr eine kleine Erquickung, als solche Menschen nach vollbrachter schwerer und gefahrvoller Arbeit.

Daß zu Taufhandlung nur die Paten und Hebammen geladen werden sollen, ist gut, und geschieht dahier jedoch auch wohl ein oder andere Nachbarin: Und daß nach der Einsegnung der Mutter nur bestimmte Verwandte und Nachbarn eingeladen werden sollen, geschieht dahier ganz pünktlich.

Bei den Leichenbegängnissen wäre zu wünschen, da es wohl nicht tunlich sein wird, den Begleitern nach der Beerdigung nichts reichen zu lassen, daß wenigstens an den Begräbnistagen nach 12 Uhr keiner mehr im Sterbehauses oder im Wirtshause anzutreffen werden dürfte.

Was das Reskript von dem Mißbrauch der gar zu lange anfallenden Fastnachts Lustbarkeiten erwähnt und rügt, hat seine völlige Richtigkeit. Besonders möchte wohl das Zechen am Aschermittwochen, als dem ersten Buß- und Fasttag für Katholiken aufhören. Die öffentlichen Lustbarkeiten haben aber auch dan diesem Tag dahier nicht mehr statt, ebenso wenig wie am ersten Sonntag in der Fastenzeit, welche leider noch an einigen Orten der benachbarten Dörfer geduldet werden. -

Was schließlich die von der Polizeibehörde erlaubte Lustbarkeiten in den Wirtshäusern angeht, für deren Erlaubung ein Sicheres an die Armenkasse entrichtet wird, so wünschte ich, daß ferner genau darauf gewacht werde, daß selbe nicht länger als bis zur bestimmten Zeit anfallen, und beim Heimkehren auf den Straßen jeder Lärm und jedes unordentliche Betragen vermieden werde.

Sendenhorst 5. Dec. 1817 F. Darup, Pfarrer

 

 

 

 

 

 

Passionsdarstellungen:

S. 107

In  S  trat  bei  der  Prozession  eine  Teufelsgestalt  mit  Hörnern   und Drachenschwanz auf, wie um die Andächtigen mit stummen Gebärden im Gebet

(Börsting-Schroer)

   

 

1820 III 19 Langen

Publikandum: Die Prozessionswege zu der bevorstehenden Charfreitags Prozession müssen nunmehr in dieser Woche instamde gebracht und mit Sand aufgefahren werden, welche den Interessenten bekannt gemacht wird

 

1839

Lorenbeck an Brüning

a) Einführung eines projektierten Armen-Vorstandes (Erinnerung)

b) der am 29. Mai vorgefallen Aufruhr hatte in Suermanns Hause seine Entstehung gehabt (Suermann und Dr. Stoffers hatten sich kräftig opponiert)

... Wer kann Vorgesetzter sein, wenn Empörung nicht bestraft werden sollte? 

 

(PS W. Böcker, dessen Haus der Aufenthalt nächtlicher Spieler und Schwärmer ist - eine Seelen-Mordgrube junger Leute - der sich mancher Aufreizungen zum Unfuge erweislich schuldig gemacht habt, kann nicht mit dem Posten eines Armenpflegers beehrt werden)

 

 

Kulturkampf

 

 

1876 III 29

Beschlagnahme des Vikarievermögens (St. Cath) nach Artikel 3 des Gesetzes vom 21. V. 1874

kommissarische Verwaltung durch Bürgermeister Albering

 

 

 

Alkoholprobleme

 

Wahlregelement um 1780

          

- Den Kurgenossen soll künftighin kein Branntwein noch frei Essen gegeben, da diess nur zum Volltrinken und Streit Anlaß gibt.

 

 

StASendenhorst ohne Signatur

1829 Acta betr. Abschaffung der Trinkgelage bei Kindtaufen und Begräbnissen

 

Verfügung RP:

Es ist zur Anzeige gebracht, daß in dortiger Gegend der Gebrauch herrscht bei Kindtaufen Trinkgelage zu veranstalten indem die Gevattern die Verwandten und Nachbarn, welche das Kind zur Kirche begleiten nach der Taufe in einer Schenke  danach mit Branndtwein 

und hin und wieder auch mit Kaffee bewirten müssen, während das Kind in der Schenke ins Bett gelegt wird, so daß die Mutter desselben, besonder wenn die Gevattern vermögend sind und das Gelage sich in die Länge zieht den ganzen Tag und sogar in kalten Wintertragen bis an den späten Abend mit Besorgnis auf die Rückkunft des Kindes warten muß. 

- bedeutende Kosten

- in Unsittlichkeit ausartende Trinkgelage

- schädlicher Einfluß auf die Gesundheit des Kindes und der Wöchnerin

 diese Bacchanale sind sofort zu verbieten

 

1829 X 28

Bürgermeister Marcus an LR

Auf die rubricierte Verfügung ... bericht ich, daß diese Gelage hier an der Tages Ordnung sind. Deshalb habe ich die Hebammen bei schwerster Strafe angewiesen, die getauften Kinder direct von der Mutter zur Kirche und aus dieser zur Mutter zu bringen, und am Sonntag ein Publicandum verlesen werde, worin diese Gelage und jede Teilnahme strenge verboten werden 

 

 

1831 X 24 LR an Bürgermeister Marcus

das Laster der Unmäßgkeit im Genusse der geistigen Getränke mit Ernst und mit Strenge zu bekämpfen, dazu fordert der gegenwärtige Augenblick einer drohenden Epedemie aber auch höherer Befehl dringend mich auf

Zu disem Ende wollen Sie den sämtlichen Gast- und Schenkwirten Ihres Bezirks binnen 8 Tagen zu Protokoll insinuieren. daß ein jeder von ihnen mit einer Strafe bis 5 Rthlr getroffen werden soll, der einbem der Trunkenheit nahenden Menschen noch ferner geistige Getränke verabreicht

Anm, Marcus: Der Pl-Diener Lohmann hat die Wirte auf Morgen früh 11 Uhr vorzuladen

 

1831 X 24 LR

Erneute Einschärfung, die Verordnung betr Abstellung der Gebehochzeiten zu beachten (Einladungen zum Freimahl, die Gäste geben nicht an den Gelaggeber sondern an einen anderen die Geschenke)

 

1832 X LR

Bildung von Vereinen betr. Abschaffung der Gebehochzeiten (zu diesen verbotenen Feiern gehören auch Totenbiere, Mist- und Schafsbiere (soweit Geschenke dargebracht werden)

 

 

Vormärz

 

nach A 609 (1828-1887) vorgefallene Verbrechen

 

eindeutige Häufung von Diebstählen 1830 

1828 2 Diebstähle

1829 1

1830  8 Diebstähle (Leinen, Gänse, Kleidungsstücke, Bargeld)

 

1841

Kartenspielen mit Prügelei:

Sollte das mir unbekannte Spiel 66 ein Hazardspiel sein, so ist deshalb die Kriminal-Untersuchung gegen den Wirth (Topp) und die Teilnehmer nach § 1298 zu beantragen

Polizeidiener Dengenhard erhält Rüge, weil er zugelassen hat, daß 2 Tage hintereinander bis zum frühen Morgen (Polizistunde!) gespielt wurde-.

 

1845 Metzger Osthues (Vater und Söhne) haben krepiertes Vieh zum Verkauf gebracht. Untersuchung (da der Verdacht im Publikum obwalte, daß die Familie Osthues das Vieh absichtlich zu Tode bringen um denmach das Fleisch der Kadaver an sich und zu verhandeln überhaupt, daß dieselben gehfährliche Menschen sind, so sind sie genau zu beobachten. Der Sohn Th Osthues auch der Tötung der Kühe des Wirts Topp in der Weide dringend verdächtig ist, 

LR untersagt Osthues die Ausübugn des Metzgergewerbes

Sohn Osthues seit 1844 in Everswinkel verheiratet

Metzger wilhelm Osthues hat in Münster auf den Fischbänken mehrfach verdorbenes Fleisch von krepierten  Tieren verkauft,Anzeige

Osthues hat Bauern die ihre Pferde im Stall des Wirtes Bernhard Vechtrup an der Ludgeristraße unterstellten, das Futter entwendet.

Theodor Osthues 65J. wird verhört und leugnet. 

 

 

 

 

 

Pfarrarchiv Sendenhorst Kasten 13

 

Memorial J. G. Sodalität Sendenhorst 

1860

 

 

Aus dem Vorwort: Schon lange Wunsch, ein Gedenkbuch anzuschaffen...

Sehr wünschenswerth wäre es, wenn alle Eintragungen zum Besten der Sodalität und zur größten Ehre Gottes gereichten

 

 

Präfekten seit 1802

Adolph Terwesten, Christoph Linnemann

Adolph Stapel, Atnon Reckmann

Anton Berges, B. H. Feigeler

Johan Hermann Winkelzett

1821 Adolph Lammerding

1829 B H. Mais

1832 B H Vennewald

1834 Wenner Saerbeck

1845 Heinrich Stapel

1850 Heinrich Brocks

 

Sekretäre:

B. H. Bonse, Joh H. Spithöver

J B Münstermann, Wilhelm Frye

Joseph Bartmann, Werner Mussenbrock

1815 Adolph Lammerding, Christian Stapel

     Heinrich Stapel

1820 J H Brandhove

1822 Wilhelm suermann

1825 Johann Feiling

1827 Theodor Feiling

1830 Johan Hch Bröcker

1830 B. Lammerding

1830 B. Everke

1834 Hch Borghorst

1840 Johann Linnemann

1843 Hch Bücker

1850 Franz Stapel am Armenhause

 

 

Kurze Geschichte: 1802 von Pfarrer Franz Darup gegründet und zwar wurde sie (die Sodalität) von der S. zu Everswinkel aufgenommen und bestand ununterbrochen bis 1852.

1851 hielt Pfarrer Lorenbeck eine Mission, um den guten Geist und Sitten unserer Hl. Religion recht wieder in der Gemeinde aufzuwecken.

Da geschah es, daß im Jahre 1852 der Hochw. Herr Pfarrer Bernhard Lorenbeck, Präses, den Wunsch an die Sodalen richtete, einige Missionsregeln an die Regeln der Sodalität anzuknüpfen. ... Die Sodalen wollten diese Regeln nicht annehmen und es entstand eine Unordnung unter ihnen

Da lösete sich die Sodalität ganz auf und nahm an keine kirchliche Feier mehr teil, In diesem Umsturz geschah es, daß einige Jünglinge sich erdreisteten, das Mobilar der Sodalität, nämlich die Fahnen, in den öffentlichen Blättern zum Verkauf anzubieten. So ging das Jahr 1852 in großer Unordnung dahin.

1853 unter Kaplan Kersting Neugründung, Aufnahme durch Vikar Vahrenhorst, Münster und Präfekt Franz Elberfeld Münster.

74 Jünglinge werden aufgenommen.

Vorstandswahlen

Überlegungen, wie man einen solchen Unfug von der Sodalität in Zukunft fernhalte. Das Vermögen der S.  soll Eigentum der Kirche werden.

 

1852 (nach Neugründung)

Präses Pfarrer Lorenbeck

1. Präfekt Heinrich Stapel, Oststr.

2. Präfekt B. Saerbeck, Nordstr.

Assistenten Hch Sorges, Hch Bartmann Osttor, 

Pacificatoren (Friedensrichter)

consultoren

Custodes

 

Aus der Satzung

... bei künftigen Krankheitssfällen wird jedes Rezept vom Präfekten unterzeichnet. Apotheker erhält den Vermerk "Für Rechnung der Sodalität."

Anfänge eines Krankenkassenwesens auf genossenschaftl. Basis?

 

.. Anschaffung eines Überzugs aus Wachs für die Sodalitätsfahne

... Beitrag jedes Sodalen viertelj. 2 1/2 Sg; 1/3 Taler im Jahr

 

7. Die beiden Mitglieder Johan Rohs und Heinrich Homann wurde darüber ein Verweis erteilt, daß sie am Sonntage vor Fastnacht der gemeinen Tanzlustbarkeit beigewohnet und überdies Mädchen zum Tanzengehen verleitet haben. Beide schieden darauf aus der Sodalität aus.

 

1855

Vikari Meinert

 

1856

Der Gegenstand der Besprechung war der bisherige Sodale Wilhelm Mahle vom welchem es unbezweifelbar bekannt ist, daß der sich mit einem Mädchen verfangen hat und diese von ihm schwanger ist

Mahle wird ausgestoßen, die Ausstoßung  wir bei der nächsten Sodalen-Meßfeier nach der 8-Uhrsmessen den Sodalen laut bekannt gemacht.

Testimoninen für reisegehende Sodalen sollen auf Vordrucken ausgestellt werden

 

1857

Ausschlüsse: Conrad Schmidt: Wegen Stehlens eines Regenschirms 2 Jahre Zuchthaus

Cantor Paul Topp: Unregelmäßigkeit beim Sodalen-Gottesdienst, ferner wegen  Veranstaltung von gemeinen Tanzmusiken und Verleitung der Jünglinge und Mädchen zum Tanzen gegen den Geist der Sodalität verstoßen, Dient den Sodalen zum Ärgernis, da Besserung nicht erzielt, Entfernung.

 

1858

Heinrich Heimann Nordstr. Ausschluß wegen unehrenhaften Wandels

Bernhard Quante, Wegen unmäßigem Trinken und allgemeiner Unwürdigkeit

 

Anschaffung einer neuen weißen Fahne. statt des Ölgemäldes besser ein gesticktes Bild

Die Bilder woran die Unbefleckte Empfängnis Maria und Hl. Aloysius kosten 65 Thlr_

 

1862 Sommer

mehrere Sodalen haben gegen die Statuten sich an Tanzlustbarkeiten sich beteiligt und sich dabei wüst betragen. Ermahnung (kein Ausschluß mehr!)

 

1867

Im Jahre 1867 geschah es, daß der Sodale Heinrich Wildemann sich mit einem Mädchen vergangen hatte und so Schwager des Sekretärs Werner Saerbeck werden mußte

auf zwei Seiten unglaubliches Durcheinander Parteiengerangel, Intrigen um Ämter, Pöstchen ...

 

1871

trat der Sekretär Werner Saerbeck aus der Sodalität aus da er sich mit einem Mädchen vergangen hatte.

 

1872

Sodal Anton Laumann 19J, Ackerer +

 

1872

Verhandlungen gegen Sodal Th. Vennewald wegen seine Aufführung gegen die Sittligkeit und sein wüstes Betragen

ferner gegen Sdaol August Harde (Stelereien)

 

Todesfälle

1872

Schmied Adolf Stapel 29J

Steinhauer Hch Geiseler 34J

1873

Brunnenmacher Bernard Böhmer, 25J

Schneider Farnz Hinsenbrock

 

1873

Kaplan Evelt, Pfarer zu Heessen

 

1874

Fest Mariä Reinigung: neue Fahne mit dem Bildnis des Hl. Martins und Hl. Joseph

 

1874

Statut über Leichenbegleitung

 

1875

Ausschluß von drei Sodalen, weil sie die Statuten nicht halten

 

1875 Vikar Meinert+

Anschaffung von 3 schwarzen Floren, 3 Schwarzen Schärpen, weißen Handschuhen, weil die alten zeruschlissen (alles gespendet)

 

1876 Pfingsten

zum erstenmal: neue auf freiwilligen Gaben angeschaffte Fahne

 

1876

Sodalitätsbote Hch Knipping erhält für seine Mühen Erhöhung

 

1877 III 8

Heinrich Stapel Oststr. +; Es enstand ein heßer Kampf, weil am Grab Stapel vierstimmig gesungen (sonst nur bei Mitgliedern des Chores) In Zukunft bei allen Sodalen vierstimmig

 

1877

zwei Ausschlüsse: Bernh Hölscher, weil er keine Lust mehr hatte

Johann Linneman Südgr. wegen unsittlicher Aufführung

 

1879

Th.X. hat sich gegen die Sittlichkeit schuldig gemacht

 

1880

Wahl von Fähnrichen, dieselben erhalten 6 Mark, müssen sich dafür an jeder Sodalen-Beerdigung beteiligen

 

1882 VII 8

Pfarrer Alfred Lüders+; Präses der Sodalität

 

1885

neuer Kirchenleuchter für die Sodalität; 1075 Mark

 

1886

Wahl von Cantoren; jeder Freitagabennd im Vereinslokal Üben von kirchlichen Liedern; Anfänge des Kirchenchores ?

 

Anschaffung neuer Federbüsche

 

1913 

Rückblick auf das Jahr 1912

Dieözesanräses Offenberg hält auf Einladung Pfarrer Beckmann in der Kirch einen Vortrag. 

Zweck, Gründung eines Jugendvereins für alle Jungen unter 18J. als Abteilung der Sodalität (Anm. dies führte später zu Unzuträglichkeiten mit dem Landrat und der Regierung)

Da in der Kirche nicht alles gesagt werden konnte, Fortsetzung der Versammlung bei Werring. Aus dem Vortrag:

Schon drei Jahre besteht vom Jahre 1912 an gerechnet, ein Turnverein, gegründet von einem protestantischen Schornsteinfege namens Kemmlein. 

Da die Sodalität wenig Versammlungen hatte und die jungen Leute etwas haben wollten, der Arbeiter Verein aber ihnen nicht zusagte, so traten viele ein. Der Verein gehört auch der Deutschen Turnerschaft an,

Seit einigen Jahren beginnt die Regierung sehr, für schulentlassene Jugend Interessen zu bekommen, will nun mit Hochdruck die Jugend heranziehen, nicht so durch religiöse Pflege, wie sie doch an wichtigten ist, sondern nach echt liberalem Rezept durch Turnen, Sport und Kriegsspielen, Gesang und Wandern.

(Protokoll flüssig geschrieben, vielleicht Beckmann?)

 

05.11.1927 B 167

Kaplan Gerbert: Die Jünglings-Sodalität beabsichtigt am 20.Nov das Schauspiel "Vitus" aufzuführen. Wegen des erzieherischen Wertes der in dm Stück liegt, das den Werdegang eine jugendlichen Helden zur Zeit der römischen Christenverfolgungen darstellt, steht der Aufführung am "Toten Sonntag" mit den Gesetzesbestimmunge nicht im Widerspruch 

 

 

 

A 609

 

 

Vorgefallene Verbrechen 1828 -1889

 

 

1827 Okt 16

Webergesell Melchior Quante zeigt an: Gestern,  am hiesigen Markttage, hätte eine abgeschlosssene Gesellschaft junger Leute von hier in dem Hauses des Wirths Bernhard Topp gelagt. Er als Scheffe für Ruhe und Ordnung dabei zu sorgen gehabt. Am Nachmittage gegen ungefähr 3 Uhr, seien mehrere junge Leute von einer anderen Gesellschaft, welche bei dem Wirt Wilhelm Bücke tagen wollen, deren  Musikanten  aber lange ausgeblieben, auf das Tanzzimmer bei Topp gekommen. Die Gesellschaft habe darüber aber ihren Unwillen geäußert und ihn, als den Scheffen aufgefordert, dafür zu sorgen, daß sich die zur Gesellschaft nicht gehörigem entfernten, Er habe sich daher an dieselben gewandt, und sie gebeten, sich fortzubegeben, da sie wohl hörten, daß man sie nicht in ihrer Gesellschaft haben wolle. Als er nun dieserhalb an der Tür gestanden und gesprochen, habe plötzlich der Sohn des hiesigen Schmieds Adolph Stapel namens Bernhard ihm einen heftigen Schlag in das Gesicht verabfolgt. Der Schlag sei wahrscheinlich mit einem eisernen Instrumente geschehen. So viel er in der ersten Bestürzung bemerkt, habe bei diesem Auftritte 1. der Weber Anton Ostholt, 2. der Weber Andreas Ostholt bei ihm gestanden die daher den Vorfall bezeugen können. Er trage auf Untersuchung und Bestrafung an.

Beigefügt ärztliches Attest Dr. Fortmann über Verletzungen im Gesicht (Amtsarzt)

 

Verzeichnis der 1827 begangenen Verbrechen

1. Diebstahl bei Ökonom Frei 6 Hemden

2. Anton Lütkehues: Diebstahl beim Kaufmann Everke: 9 Oberhemden, 10 Sacktücher, 9 Hauben, 19 Fenstergardienen, 1 Kinderkleid, 9 Frauenzimmermützen, 6 Frauenchemisetttes, 1 Kissenüberzug, 1 Mannshemd, 1 Frauenhemd, 1 Paar Strümpfe, 2 Untermützen, einige kleine Halskrausen für Kinder.

 

1829 Dezember 17 Verwahrloste Kinder:

Im hiesigen Bezirke befindet sich nur ein minderjähriges Individuum, welches eines Verbrechens beschuldigt und bereits auch daüfr bestraft ist, dieses ist der Bernd Schönig aus Marienfeld, welcehr im Zuchthause zu MS gesessen und seit Herbst aus der Bürgermeistrei Wollbeck ins hiesige Kirchspiel getreten ist. Wohnt beim Colon Wrede und ist noch nichts Nachtheiliges bekannt geworden. 

 

1803 Januar 6

Erschien Ehefrau dess S. bernd und zeigte an, »sie habe eine Magd namens Maria Brüser im Dienste, welche seit einniger Zeit in dem Verdacht gestanden, daß sie schwanger sei, indessen habe dieselbe solches bisher geleugnet.

Am vergangenen Mittwochen morgens, nach dem Dreschen, habe sie sich unpäßlich erklärt, und unter dem Vorwande, sie habe die Masern, zu Bette begeben. Gestern habe sich indessen Blut auf der Schlafkammer des Mädchens gefunden, und auf Befragen, woher dieses Blut käme, habe die Brüser angegeben, sie habe solches ausgespien.

Sie, die Ehefrau bernd, habe sich indessen mitt ihrer Spinnerein Maria Katharina Wilking veranlaßt gesehen, eine nähere Untersuchung über die Umstände der p. Brüser zu halten, habe das Bett nachgesucht, um hierin ein todtes Kinde im Stroh in einem Rock zugeschlagen an den Füßen liegend gefunden, welches gestern Abend gegen 7 Uhr stattgefunden hätte. 

Die Brüser habe auf die Frage, ob sie ihr Kind getödtet habe, geantwortet, sie wüßte nicht, ob das Kind gelebt habe.

Die Ursache, wearum dieser Vorfall erst jetzt, um halb zwei Uhr, zur Anzeige gebracht werde, entschuldigte die S. Bernd damit, sie habe solche erst dem Herrn Pastor um 11 Uhr angezeigt, und sei von diesen hierher verwiesen.

Der S. bernd wurde sogleich aufgegeben, das Kind auf das sorgfältigstee zu verwahren, und das Mädchen, die Maria Brüser, welche noch bettlägerig krank ist, bis zu weiterer Ordre scharf zu bewachen,

Bürgermeister an Stadtgericht Ahlen:

Die Leiche des Kindes ist in einem Koffer verschlossen und der Schlüssel hierzu mitgenommen, die kranke Wöchnerin ist bei der S. Bernd unter Wache gestellt.

 

Actum in der Behausung des S. bernd im Ksp Sendenhorst, den 6. Februar 1830

Nach der soeben erhaltenen Anzeige der Ehefrau Schulze Bernd, daß ihre Magd Maria Brüser ein Kind im geheimen gebohren, welches sie gestern Abend in einen Rock gehüllt im Bett todt gefunden haben, begab ich mich nach vorheriger Requisition mit dem Amtsarzt Dr. forstmann hieher, um die Sache näher zu untersuchen.

Zu vörderst wurde die S. Bernd aufgefordert, das Kind der Brüser vorzuzeigen. Diese brachte dasselbe aus  einem verschlossenen Koffer in einem gedruckten Leinen-Rock eingewickelt, und erklärte sich der Herr Amtsarzt Dr. Forstmann wie folgt:

Das Kind ist ein Mädchen, 6 1/2 Pfd. schwer, mit vollständig ausgebildeten Kopfhaaren und Nägeln an den Fingern und an den Zehen. Selbes war vor Kälte ganz erstarrt, die beiden Oberarme lagen gerade an den beiden Seiten des Brustkastens, die Vorderarme waren gestreckt gegen das Gesicht, die Hände auf die Wangen und hatten eine Grube in dieselben gedrückt. Die Nase war platt, so daß der linke Nasenflügel unmittelbar den oberen Rand der Oberlefze berührte, Das linke Nasenloch war offen, jedoch verschoben, Die Augenlider beide geschlossen, der Mund geschlossen, der blutleere Nabelstrang lag rechts über dem Brustkasten, umschlang den hintersten Theil des Halses und das kurze Ende desselben lag in der linken Hand, in dem Winkel zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger. Die beiden Oberschenkel waren vorwärts gegen den Unterleibe gestreckt, der Unterschenkel des linken Fußes quer über die Nabelgegend. Der Unterschenkel des rechten Fußes unter demselben, mit dem Unterfuß an die Genitalien, der After offen, etwas von Kindespech noch beschmutzt. Die Genitalien waren geschlossen und weiter an denselben nichts zu bemerken, Der Kopf war gekeilt, d. h. so gestaltet, wie er sich bei jeder etwas verzögerten Geburt darstellt,

Auf der ganzen Oberfläche des Körpers zeigten sich schon hin und wieder mehrere blaue Todtenflecken, übrigens durchaus keine Spur irgendeiner Verletzung, die auf Gewalttätigkeit schließen ließe, Schließlich wird noch bemerkt, daß sich an der Nabelschnur einige Fäden Flachs befunden. Dr. Forstmann

Hierauf begaben wird uns mit der Ehefrau S Bernd auf einen rechts neben der Küche liegenden kleinen Bühne, wo die Maria Brüser krank im Bette lage. Auf befragen erklärte sie:»Ich heiße Maria Brüser, bin ungefähr 21 Jahre alt, aus dem Kirchspiel Alt-Ahlen gebürtig, Tochter eines Kötters und ohne Eltern. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag oder vom 4. zum 5. des Monats habe ich ein Kind geboren. Ich war während der Geburtsarbeiten für mich ganz allein im Bett, ondem ich meinen Zustand aus Furcht keinem entdeckt hatte, weil ich den Zeitpunkt meiner Niederkunft nicht so nahe glaubte. Ich befand micht freilich am Tage vorher unwohl, hielt dieses aber noch für Folgen der eben überstandenen Masernkrankheit. Gegen 3 Uhr morgens verspürte ich heftige Schmerzen, und bald darauf erfolgte die Geburt des Kindes. Ich verfiel darauf in einen Zustand, worin ich von mir selbst nichts wußte.  Es mochte ungefähr 3/4 Stunde später sein, da zog ich das Kind unter dem Bett hervor, und da ich kein Lebenszeichen ann ihm bemerkte, hüllte ich es in einen Rock ein, und legte es untenn an dei Füße in mein Bett, wo es liegen blieb, bis gestern Abend gegenn 7 Uhr, wo meine Hausfrau mit der Spinnerin Maria Catharina Wilking zu mir kam, um das Bett zu machen. Selber gestand ich endlich, was vorgegangen war, diese nahm den Leichnam des Kindes darauf mit sich.

Die Maria Brüser gestand weiter, sie habe einige Wochen nach Pfingsten mit Schöckinghoffs  Sohn aus Sendenhorst einen Beischlaf gehalten, acht Tage nachher, wo die Zeit ihrer Reinigung habe eintreten müssenn, wäre dieselbe gestockt, und sie wäre von derzeit über ihren Zustand immer unsicher gewesen, ob sie schwanger sei oder nicht, Damals wohnte ich nich bei dem Zeller Horstmann, und bin erst seit Michaeli hier bie Schulze Bernd im Dienst.

Meinen Zustandd habe ich übrigens keinem, weder meinen früheren noch jetzigen  Brodherren, noch meinem Liebhaber entdeckt.

Schließlich bemerkte der Forstmann, daß die Nachgeburt bei der Maria Brüser eben erst zum Vorschein gekommen wäre. 

 

1830 Februar 10 Gerichtsdeputation Sendenhorst

Da die Inculpatin Anna Maria Brüser bis dahin, daß dieselbe an das Kgl Inquisitoriat zu MS abgeführt werden kann, bewacht werden muß, und deren körperlihce Umstände es gegenwärtig noch nicht gestatten, diese Transportierung vorzunehmen, so sehen wir uns veranlaßt, Sie Herr Bürgermeister zu bitten, die Inculpatin bewachen zu lassen. 

 

1830 Februar 11

Polizeidiener Lahrmann zeigt an, er habe den Kötter Zacharias auf dem Ahlener Damm getroffen, welcher heute die Wache bei der Brüser hätte, Er habe ihn daher gefragt, warum er nicht auf seinem Posten sei und zur Antwort erhalten, der S bernd habe ihn seines Postens entlassen indem er versichert hat, die Bewachung wäre ihm vom Gericht anvertraut.

(Auf Befragen erklärt S Bernd, daß ihm die Wachen sehr lästig seien und wolle er selbst die Bewachung übernehmen. »Übrigens befände sich die B in einem ziemlich guten Gesundheitszustande, und er träge darauf an, dieselbe bald aus seinem Haus zu nehmen. )

 

1830 Febr 19 Land- und Stadtgericht Ahlen

Die Verhandlungen wegen der von der Dienstmagd des Coloni S Bernd, der Anna Maria Brüser, geschehenen Verheimlichung ihrer Schwangerschaft und Niederkunft, haben wir an das Kgl. Inquisoriat zu MS eingesandt.

 

1830 März 6 Albersloh:

Die Arrestantin Anna Maria Brüser ist hier richtig abgeliefert. 

Transportzettel mit Signalement: ... wegen verheimlichter Schwangerschaft und Niederkunft arrestiertes Dienstmagd A M Brüser aus dem Ksp Alt Ahlen wird hierdurch unter 2 Mann sicherer Begleitung über Albersloh nach Münster transportiert. 

 

1831 Sept 14

Erschien der Handelsjude Itzig Lefmann und zeigte an, gestern Abend, kurz vor 10 Uhr, wäre mit starker Kraft an seiner Hausthür geworfen und kaum wäre dieses geschehen, mit einer Handvoll Steine in das über der Thür befindliche Fenster -Oberlicht wo keine Blendlade wäre, ebenfalls geworfen und habe 10 Scheiben entwei geschlagen, die SCheibe wöre das Stück zwar nur 1 1/2 Sg werth, indessen der erlittene Schreck wäre sher groß. Verdacht habe er auf Niemand

 

 

 

1842 März 1 Bürgermeister an Landrat

Bereits in meinem Bericht vom 13. Dez habe ich über des öfteren müßige Verweilen des Webers Balthasar Seebröcker aus Walstedde bei seiner Schwester, der Elis. Seebröcker im Armenhause dahier Anzeige erstattet. In der verwichenen Nacht ist derselbe abermals und zwar ausgekleidet bei ihr im Bette liegend betroffen worden, Da solches (folgt §§) verboten ist, so habe ich denselben arretieren lassen und an das Gericht Ahlen abliefern lasen, damit ihn ein gerichtlicher Verweis erteilt werde.

Der S. hat eingeräumt, daß er sich öfters bei seiner Schwester aufhalte, bei derselben im Bette schlafe und von den ihr aus der Armenverwaltung bestellten  Kosthäusern gebrachten Speisen mitesse.  ... Anfrage, ob der S. in das Arbeitshaus Benninghausen gehöre.

In Bezug auf die Elisabeth Seebröcker bemerke ich beiläufig noch gehorsamst, wie dieselbe in zwei Jahren zu den H Sacramenten nicht gegangen ist.

 

... In der verwichenen nacht um 11 - 12 Uhr wurde der Seebröcker vom Polizeidiener vorgeführt und von dem letzteren angezeigt, wie er ersteren im Armenhaus neben seiner Schwester ausgekleidet im Bette liege   ‚   ƒ   „   …   †   ‡   ˆ   ‰   Š   ‹   Œ      Ž         ‘   ’   “   ”   •   –   —   ˜   ™   š   ›   œ      ž   Ÿ       ¡   ¢   £   ¤   ¥   ¦   §   ¨   ©   ª   «   ¬   ­   ®   ¯   °   ±   ´   þÿÿÿþÿÿÿµ   ¶   ·   ¸   ¹   º   »   ¼   ½   ¾   ¿   À   Á   Â   Ã   Ä   Å   Æ   Ç   È   É   Ê   Ë   Ì   Í   Î   Ï   Ð   Ñ   Ò   Ó   Ô   Õ   Ö   ×   Ø   Ù   Ú   Û   þÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿnd betroffen habe. Der Vorgeführte wurde hierauf in Arrest gebracht. Nachrichtlich wird noch hier bemerkt, daß das häufige, arbeits- und zwecklose mehrtägige Verweilen des Webers S.  aus Walstedde bei seiner Schwester im Armenhause dahier, welcher er den ihr von der Armenverwaltung angewiesenen Unterhalt verzehren hilft. zu der Maßregel Veranlassung gegeben hat, denselben am 30. Oktober letzten Jahres in seine Heimat zu verweisen ...

 

Aussage der Seebröcker: 1. Ich heiße wie vorsteht, bin aus Sendenhorst gebürtig, katholischer Religion, 41 Jahre alt. Meine Eltern sind verstorben. Ich habe Frau und 7 Kinder von 19 bis 3 Jahren und ernähre meine Familie vom Weberhandwerk. Ich habe einen kleinen Kotten von dem Gutsbesitzer Rath in Sassenberg in Zeitpacht. Meine Militärpflicht habe ich durch 6jährigen Dienst bei den Füsilieren abgeleistet ... nicht vorbestraft

Zur Sache: Am Sonntag Morgens ging ich von Walstedde aus nach Sassenberg um mit meiner Gutsherrschaft daselbst wegen des Wiederaufbaus meines, im vorigen Sommer abgebrannten Hauses mich zu besprechen. Am nämlichen Tage kehrte ich zurück bis Hoetmar, wo ich bei meinem Vetter, dem Weber Schlautmann,  übernachtet und gestern Abend bis hier gekommen und bei meiner Schwester im Armenhause eingekehrt bin. Nachdem ich mit derselben zu Abendd gespeist, legte ich mich ausgekleidet  zu meiner Schwester zu Bette. Dieselbe war ebenfalls ausgekleidet. ... Schilderung der Festnahme ... auch muß ich einräumen, daß ich zweuilen einige Tage bei miner Schwester im Armenhauses mich aufhalte, wo ich dann mit ihre speise und bei ihr, wie in der vorigen Nacht im Bette schlafe. Der Zweck meines öfteren Besuchs bei meiner Schwester dahier ist kein anderer, als um dieselbe zu besuchen. Beschäftigung kann ich alsdann nicht treiben.

 

1. März 1842

Transportzettel : Transporteur Westhoff hat Seebröcker beim Stadt- und Landgericht abzuliefern. 

Signalement: ... Bekleidung Grauer Tuchrock, Aschgraue Tuchhosen, Gestreifte wollene Weste, gelbes baumwillenes Halstuch,  rindslederne Halbstiefel, graue tuchene Kappe mit schwarzem lackierten Schirm.

 

Bürgermeister Brüning drängt mehrfach darauf, Seebröcker nach Benninghausen abzuschieben: das sein zweckloses Umhertreiben und anstößiges Zusammenschlafen mit seiner Schwester sowie die Aufzehrung deren Arbeitsverdienstes und der ihr gereichten Unterstützung nicht aufhört.

 

1842 Mai 24

LR Lüdinghausen  Graf Schmising lehnt wohl auf Intervention des Drensteinfurter Bürgermeisters Lindgens die Einweisung in das Landesarbeitshaus ab.» ... kann nicht als unverbesserlicher und arbeitsscheuer Bettler und Müßiggänger betrachtet werden, zumal er mit dieser seltenen Ausnahme ein fleißiger und ruhiger Mann sei, und seine Frau mit mehreren Kindern durch seinen Arbeitsverdienst ernähre, daß indeß nunmehr,. und dies ist in Ausführung zu bringen, demselben zu Protokoll eröffnet sei, wie der zwecklose Besuch seiner aus Armenmitteln unterstützten Schwester den Verdacht der Bettelei gegen ihn begründe, daß ihm dieser untersagt werden müssen und daß er, falls er doch wieder oder sonst bettelnd betroffen werde, die in der Landarmenordung angedroht Strafe ihn treffe«

 

1842 Juli 24

Der Inculpant Weber Balthasar Seebröcker wird von dem wider ihn gewesen Zusammenschlafens mit seiner Schwester eingeleiteten Untersuchung kostenlos freigesprochen (Gericht Ahlen)

 

1843 Okt 26

Der hiesige Thierarzt Leusner ist von einem Adolph Drieslein aus MS in dem Toppschen Wirtshaus hieselbst durchgeprügelt. Leusner hat jedoch den Drieslein hierzu Veranlassung gegeben, indem er sich beim Kartenspielen Betrügereien und Schimpfworte erlaubt hat.  Da der Leusner an der Sehrkraft des rechten Auges verletzt ist, so werden die Verhandlungen vor dem Gerichte zur Kriminaluntersuchung übergeben werden müssen. 

 

Landrat: Unverzüglich Verhandlungen gegen den Wirt Topp wegen Überschreitung der Polizeistunde aufzunehmen.» ... eine den sehr erschwerenden Umständen, wonach er sogar sich zur Ruhe begeben hat, ohne die Entfernung der Gäste zu veranlassen, daher an dem Exzesse mit Schuld ist, weil er selbst sich außer Verfassung gesetzt, denselben steuern zu können, entsprcehnde empfindliche Polizeistrafe zu erkennen.

Sollte das mir unbekannte Spiel 66 ein Hazradspiel sein, so ist deshalb die Krominal-Untersuchung gegen den Wirth und die Theilnehmer nach § 1298 sequ. loco cit. zu beantragen«

 

1848 Aug 8

Hermann Peitz, 19 Jahre, katholisch, aus Delbrück, Schneidergesell bei Theodor Bartmann: Am Sonntag Abend war in in der Behausung der Anton Vennewald, er waren dort der Bernard Kössendrup und der Zimmergesell Althuesmann, bei Decker wohnhaft, aus dem Haus transportiert. Diese hatten Streit mti dem bei Krinks wohnenden Knrechte. Selbe setzten diesem aus dem Nordtor nach, ich folge ebenfalls und habe dem Spektakel, welche diese mit dem gedachten Knecht hatten, zugesehen. Ob solche geschlagen haben oder nur Spielerei gemacht, weiß ich nicht. --- Große Schlägerei mit unfangreichen Verhör ---

 

1859 Jan 24

Auf die Anzeige des Schutzmanns Uphoff, daß der Glaser Ahagen hierselbst in der Nacht vom 22. auf dem 23. d. M. auf der Straße überfallen und arg gemißhandelt worden, verfügte sich der unterzeichnete Amtmann in die Wohnung dee Ahagen um denselben, da er bettlägerig, zu vernehmen:

Am 22. d. M. war ich mit mehreren anderen in der Schenke des Wirths Topp hierselbst, namentlich der Schneider Theodor Bartmann, der Tgl Wilhelm Waldmann, der Tgl Theodor Rieping und der Tgl Bischob junior anwesend. Schon am Morgen hatte mir der Tgl Bernard Bartmann gesagt, ich möge mich in Acht nehmen, sein Bruder Theodor, der wolle mich schlagen. Bereits vor zwei Jahren wurde ich vor diesem Menschen gewanrt. um 9 Uhr sagte mir der Drechsler Klümper hierselbst, der Th Bartmann habe ihm bedeute, er solle sich von mir fortmachen, er bekomme sonst Schläge mit. Um 10 Uhr sagte mir der Stiefsohn des Wirts Topp, namens Wilhelm Frie, der Th Bartmann und Tgl Waldmann wollten mich prügeln. Ich möchte mich daher durch das Fenster der Stube eintfernen, Ich that dies, war aber kaum auf der Straße, als ich Th Bartmann und Tgl Waldmann entgegen traten, letzterer schlug mich gleich mit einem Instrumente derartig ins Gesicht, daß mir zwei Zähne aus dem Munde flogen und ich zu Boden fiel. Ich suchte mich durch die Flucht zu retten, wurde aber an dem Garten des Vikars Meinert eingeholt, von Th Bartmann und Waldmann niedergeworfen und fürchterlich gemißhandelt, geschnitten, geschlagen und mit Füßen getreten, bis ich die Besinnung verlor. Wie ich nach Hause gekommen bin, weiß ich nicht, da ich alle Besinnung verloren hatte. Das Pflaster soll derartig mit Blut bedeckt gewesen sein, daß der Nachbar Thierarzt Bröcker des entsetzlichen Anblicks wegen das Pflaster hat abwaschen lassen. Der Tgl Rieping und Bischob haben der Mißhandlung zugesehen, ohne mir Hülfe geleistet zu haben, Auch der Schustergesell Franz Lücke und der Sattler Schmülling sollen aus der Entfernung den Überfall gesehen haben. 

 

1849 Sept 17 

Amtsgericht Ahlen bittet um Auskunft über Vermögens- und Militärverhältnisse von Böttchergesellen Johann Christian Kerkmann, Heinrich Börger, Schneidergeselle Hch Heumann, Steinhauergeselle Bernhard Heumann Hch Westhues, Anton Lütkenhues junior

Aussage des Bürgermeisters über den Lebenswandel:» Angezeigt, daß Kerkmann einen nichtswürdigen Lebenswandel geführt habe und in dem Rufe eine Schwärmers und Schlägers uind Tumultuanten stehe, Henrich Börger ebenfalls dem Trunke un der Streitsucht ergeben sei und auf dem Point stehe, ein gefährliches Subject zu werden Gegen das Betragen der übrigen sei nichts zu erinnern.«

 

1851 Febr 14

Weber Bern Hermann Bartels, 54J, sagt aus: Vor elf Jahren habe ich mit meiner Stieftochter Gehrs, und zwar noch zu Lebzeiten mier verst. Frau, der leiblichen Mutter der vergenannten Stieftochter, ein Kind gezeugt, welches sich gegenwärtig noch in meiner und meiner Stieftochter Pflege befindet, Jetzt, nach Absterben meiner Frau, ist meine vorgenannte Stieftochter wieder von mir geschwängert und sieht innerhalb von vier Moanten ihrer Entbindung entgegebn.

Ich habe mehrmals um Dispensation von dem hiesigen Pfarrer und der bischöftlichen Behörde gebeten, meine Stieftochter ehelichen zu können. Sie wohnt bei mir und führt mir den Haushalt. Da ich dieselbe nicht entbehren kann, bitte ich ihr verbleiben zu gestatten.

Anweisung: Die Stieftochter muß innerhalb von 2 Tagen die Wohnung verlassen, widrigenfalls zu Zwangsmaßnhamen geschritten werden müsse, da auch nach den Bürgerlichen Gesetzen eine Ehe mit seiner Stieftochter unzulässig sei

 

1852 Jan 26

Schustergeselle Franz Arnold Lücke zeigt unter Vorlage eines ärztlichen Attestes an: Gestern befand ich mit in der Wirtsstube des Bäckers Wieler, worin sich außer seinem Sohne um 10 Uhr folgende personen befanden:

1. Thierarzt Liesner, 2. sein Sohn, Färbergeselle Hermann Leisner, 3, dessen Sohn Wilhelm Leisner, 4. mein Bruder, Schuster Bernhard Th. Lücke, 5, Sattler Schmülling 6. Weber Bernhard Theodor Kössendrup, 7, Vetter des Thierarztes Leisner, August Leisner, 8 Kötter Falk aus Enniger.

»Die Gesellschaft war mit Spielen - "blüffen" beschäftigt, als der Hermann Leisner von meinem Bruder Geld verlangte, worauf ich erklärte, ich sei erbötig,  ihm die verlangte Summe für meinen  Bruder zu zahlen. Plötzlich ergriff  derselbe den auf dem Tische stehenden Zimmerleuchter, worauf eine Kerze brannte, löschte dieselbe und schlug dann mit dem Leuchter auf mich ein, wodurch ich attestierten Wunden davon getragen habe«

 

1852 Febr 26 LR an Bürgermeister Kreuzhage:

»Auf den Bericht vom 25. d M benachrichtige ich Sie, daß der Gensdarm Knape von mir beautragt ist, am nächsten Sonntag gegen Abend sich in Sendenhorst einzufinden, um erforderlichen Falls zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung zu wirken.

Gegen die Tumultuanten, welche von dem Polizei-Offizianten erkannt sind, wollen Sie, wenn es noch nicht geschehen sein möchte des allerschleunigsten die Einleitung eine Strafverfahresn bei der Staatsanwaltschaft beantragen«

 

1852 März 8 Bürgermeister an Staatsanwaltschaft Warendorf

Am 23. und 24. vorigen Monat hat auf Veranlassung des Gebots der Polizeistunde in hiesiger Stadt ein  nächtlicher Unfug stattgefunden, der zugleich mit Widersetzlichkeit gegen den Polizeidiener und den demselben zur Unterstützung beigegebenen Gefangenenwärter Kottenstein verbunden war.

Indem ich die erkanten Theilnehmer und deren Verhältnisse und Führung in der Anlage zur weiteren Veranlassung beifüge, bemerke ich zugleich, daß der Schreinerlehrling Bröcker, Anton geb hier 1833 zur Zeit im Dienste des Schreiners Borgmann Ksp Lüdinghausen, 2. Bernhard Erdmann geb 1832, 3. Ehefrau Hutmacher Schulte an den Fastnachtstagen hier anwesend  gewesen und imstande sind, die noch nicht bekannten Teilnehmer an dem Unfuge zu bezeichnen

 

1852 April 20

Eine Untersuchung ist eingeleitet. Augenblicklich ist eine Kommission des Kreisgerichts WAF damit beschäftigt, die Beweismittel aufzunehmen

 

1852 Mai 21

Die zwölfjährige Tochter des Tgl Günther ist am Freitag den 14. des Monats gegen Abend von einer Mannsperson unanständig behandelt woren. Hierzu Vernehmung ihrer Mutter Anna Maria Günther   geb. Jäger gebürtig aus Delbrück.

»Am 14 des Monats, Abends, als die Dunkelheit beinahe eintreten war, saß ich mit einem Töchterchen unseres Nachbarn Witwe Panning namens Maria Anna, etwa 11 Jahre alt, vor der Tür der Panningschen Wohnung, als eine erwachsene Mannsperson vorüber kam.

Derselbe bückte sich zu uns  nieder, und als wir davon sprangen verfolgte er uns und faßte endlich mit dem Haken des Schneidemesser, das sie an der Handt trug, mein Bein, wonach ich zum Fallen kam. Bei dieser Gelegenheit brachte der junge Mann seine Hand unter meine Röcke und hat sich zugleich unanständige Griffe erlaubt. Übrigens ist mir Leides nicht zugefügt.«

Die Günther bezeichnet den jungen Mann als Lehrling des Schusters Gehrmann (Bernhard Velthaus, geb zu Heessen 1837, d. h. 15 Jahre)

Der Vorfall ereigneite sich auf der sogenannten Armenleutehausstraße

 

1852 Sept 14 Warendorf Landgericht

In der Untersuchungssache wider die Dienstmagd Magdalene Römer gesteht die Angeschuldigte »zur Abtreibung der Leibesfrucht Abortirmittel angewendet zu haben. Sie gibt an, daß in ihrem Koffer, welcher beim  Kolon Rothkötter steht, sich annoch einm Fläschchen befinden wüde, in welchen ihr ein derartiges Mittel verabreicht sei.

Wir ersuchen das Amt Sendenhorst, schleunigst den Koffer der Römer untersuchen zu wollen.«

 

Antwort des Bürgermeisters:» Der Koffer der Römer, befand sich nicht bei Rotkötter sondern bei ihrem letzten Dienstherrn S Tergeist. Er ist verschlossen und versiegelt worden. In dem befanden sich zwei Medizingläser ohne Inhalt, welche nach  Angabe der bei Tergeist dienenden  Mitmagd Catharina Peitz  Mixturen enthalten haben, die der Römer von dem hiesigen Dr med Frey verordnet worden. 

 

fehlen Verhandlungsprotokolle, jedoch

1853 Sept 30 

»An die Magdalene Römer aus Westheim in der Straf - Anstalt zu Händen des Zuchthauswachtmeisters zu Münster einen Koffer nebst Schlüssel durch fuhrmann Beumer übermittelt«

 

1853 Juni 25

Staatsanwaltschaft ermittelt in Sachen Tischlermeister Gehrad Hoppe wegen Mißhandlung seines Lehrlings Gerhard Babliowsky (»Was die Persönlicheit des Hoppe, welcher übrigens in schlechten Vermögensverhältnissen steht, anbelangt, so erlaube ich mir auf den Inhalt der beigefügten Personalakten mit dem Bemerken Bezug zunehmen, daß die Führung des Hoppe bis jetzt ohne Tadel geblieben ist.«)

 

1856 Febr 24

Im Namen des Königs: Anstreicher und Organist Wilhelm Ahage wird wegen Beleidigung eines öffentlichen Beamten während seines Berufes zu einer einwöchentlichen Gefängnisstrafe und Kosten des Verfahrens  verurteilt.

In Erwägung daß freilich der Angeklagte in dierser Instanz in seiner Eigenschaft als Familienvater, seiner Stellung als Organist und seiner bisherigen tadellosen Führung mildernde Ustände bezeichnet hat, wird eine Revision angstrebt. In letzter Instanz wird das Urteil trotzdem bestätigt, weil die Strafbestimmungen keine ander Auslegung zulassen.

 

1856 August 18

Benachrichtigung der Bürgermeisterei Sendenhorst durch die Staatsanwaltschaftr MS:

In Sachen  Ackerknecht Herman Gausebeck und Konsorten aus dem Ksp Sendenhorst 

a) die angeklagte Näherin M Anna Overkamp wegen zweimaligen wissentlichen Meineids Zuchthausstrafe von 2 Jahren

b) Friedrich Wilhelm gt Franz Anton Degenhart wegen Meineids  Zuchthaussstrafe von 2 Jahren 3 Monate

 

1856 Sept 2 Bürgermeister an die Staatsanwaltschaft Warendorf:

Polizeiliche Verhandlungen, »die in der Nacht vom 15 und 16. Juni des Jahres vor der Toppschen Wirtschaft hier stattgehabten Exzesse betreffend: Der Vorfall hat sowohl in hiesige, Publikum als auch  bei den Teilnehmern der Festlichkeit aus Warendorf die lebhafteste Indignation hervorgerufen, und dürfte um so weniger ungeahndet bleiben, als die in Frage stehende Vermögensbeschädigung, wenn solche nicht entdeckt worden wäre, die traurigsten Folgen für Leben und Gesundheit der Festtheilnehmer aus WAF nach sich gezogen haben würde. Inhalts der vorliegenden Verhandlungen wird der Bernhard Quante zunächst unter Anklage gestellt werden können und eine eidliche Vernehmung des Carl Ahrens zur Feststellung der Täterschaft führen.«

 

1856 Dez 12

Polizeiliche Verhandlungen bezüglich der am 8. dieses Monats an dem Hause des hiesigen Steinhauers Melchior Quante verübten Tätlichkeit mit dem Antrage, den Zimmergesellen Heinrich Saerbeck hier unter Anklage stellen zu wollen, ebenfalls gegen den Bernhard Qaunte wegen Beschädigung des ... ?

 

1857 März 20

Auf Veranlassung der Gerichts Warendorf ist  der Zimmermann Hch Anton Saerbeck.  geb 1833 festzunehmen.

Antwort des Bürgermeisters: Saerbeck arbeitet zur Zeit auf dem Kolonate Tophoff Ksp  Greven, wird aber nach Ablauf einer Woche zurück sein. 

 

1857 April 7 Warendorf Kreisgericht

Bürgermeister wird aufgefordert, über die persönlichen Verhältnisse des Zimmermeisters Hch  Saerbeck, des Maurres Heinrich Greive, des Steinhauergesellsen Wilhelm Mahl und des Holzsschuhmachers Heinrich Timmers zu berichten

Saerbeck: Zeigte ein hochfahrendes, zur Widersetzlichkeit geneigtes Verhalten. die übrigen noch nicht bestraft

 

1857 Juni 4 WAF

Steinhauer Bernard Quante wird durch Gerichtsbeschluß vorläufig in Haft gehalten

 

1857 Dez 1

Glaser Wilhelm Ahage war wegen Beleidigung des  Bürgermeisters eine Woche in Haft. »Er hat sich seidem wiederholt beigehen lassen, zu einer Zeit, wenn der Unterzeichnete allein war, in das Verwaltungslokal einzudringen und denselben in aller Weise  zu behelligen und  zu belästigen, namentlich demselben vorzuwerfen, daß er durch diensteidliche Angabe seines, des Ahagen damilige Beurteilung herbeigeführt habe, daß jene Angaben falsch seien. Heute war das abermals der Fall, indem der Ahage die dienstendliche Verfahrun in der Untersuchung wieder ihn abermals zur Sprache brachte. Um den maaßlosen Angriffen und Übertreibungen des Ahagen, welcher die Gelegenheit,  wenn ich allein im Locale anwesend  bin, auszuspähen weiß,  endlich ein Ziel zu setzten, ist demselben der Eintritt in das Dienstlokal nur noch in Begleitung des Polizeidieners gestattet.«

hierzu Gerichtsverhandlung

 

1857  Okt 9 Münster

Zimmermann Heinrich Anton Saerbeck erhält wegen wissentlichen Meineids eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren

 

1857 Oktober 31

Mitteilung an die Ortsbehörde durch das Kreisgericht Hamm: der Steinhauergeselle Hermann Menz zu Wellinghofen bei Hoerde wurde wegen einfachen Diebstahls mit einer Woche Gefängnis bestraft.

 

1858 März 24

Gericht WAF: »Zimmergeselle Hch Saerbeck aus Sendenhorst erhält wegen vorsätzlicher Mißhandlung eines anderen und der vorsätzlichen und rechtswidrigen Beschädigung fremder Sachen eine dreiwöchentliche Haftstrafe.«

 

1858 April 24

Bernard Kerkmann und Bernard Börger erhalten wegen vorsätzlicher Mißhandlung eines anderen zwei- bzw. einen Monat Gefängnis

 

1858 Dez 20

Mitteilung des Polizei-Anwalts MS. Steinhauer Bernard Börger aus Sendenhorst wegen Bettelns unter falschen Vorspiegelungen mit einer Woche Haft bestraft. 

 

1860 März 9 Bürgermeister an LR

Anzeige, daß an der Landstraße von hier nach Ahlen die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Geschlechts  gefunden wurde.

Kosten für die Obduktion, für die  Reinigung der Wachtstube und des Kindes 

 

1860 März 15

»Bei der heute stattgehabten Obduktion der Kindesleiche ergabe sich, daß das Kind gelebt habe, mithin ist festegestellt, daß das Verbrechen des Kindes bzw. Verwandtenmordes vorliege.«

 

1860 März 20 Enniger, Neuhaus, Sekretär:

Die von dem Colon Hoppe zu Bracht wegen Schwangerschaft am 21. 12. entlassene Magd heißt Schwate Maria Anna, geboren zu Hamm am 4. August 1831

 

1860 Mai 16

Anzeige des Metzgers Caspar Hausen (Haus 193): »In der verflossenen Nacht, und zwar etwa um 12 3/4 Uhr, wurde ich durch ein Gestöße am Hause erschreckt, was ich sofort als die Wirkung eines gegen die Fensterscheibe an der Straße gerichteten Steinwurfes erkannte. Ich stand sofort auf und sah nur, daß drei Scheiben und eine Sprosse an der Straße belegenen Stube zertrümmert waren, Den Verdacht der Thäterschaft fällt auf meinen Konkurrenten im Butterhandel, den Bernhard Jasper, welcher, wie ich erfahren, vor einiger Zeit Drohungen gegen mich im Munde geführt hat. Derselbe ist in der verflossenen Nacht bei der Hochzeitsfeier im Hause des Meier Nr. 223 hier anwesend gewersen, hat diese Wohnung um etwas vor 1 Uhr Nachts verlassen, um zu den Sohn des Hutmachers Schulte Nr 47 zu gehen.  Auf diesem Wege ist er der Ehefrau Klümper und dem Maurer Bernhard Börger begegnet, welche bemerkt haben wollen, daß er gekeucht habe, wie jemand, der stark gelaufen ist.«

 

1861 Mai 31

Tgl Bernard Harenkamp aus Sendenhorst wegen zweier Diebstähle unter mildernden Umständen  zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt.

 

1862 März 3

Anzeige der Hebamme Ehefrau Bücker: » Am 1. dieses Monats des Nachts vor 12 Uhr kam die mir persönlich bekannte unverhelichte Maria Katharina Bockholt, welche bie dem Schneider Meyer zur Miethe wohnt, an das Fenster unserer Schlafstube und verlangte, daß ich sofort zu ihr komme, und entfernte sich sofort. Ich kleidete mich und eilte zu der Bockholt, welche ich in der Stube sitzend antraf, und mir mittheilte, daß sie bereits geboren habe, das Kind aber tot sei, Auf näherer Nachfrage gabe sie die Umstände unter denen die Geburt stattgefunden daher an:

Sie sei am Abend von einer Leiter gerutscht und kurz nachher, weil sie Schmerzen gefühlt, zu Bett gegangen, bald aber hätten sich die Wehen eingestellt, und sei die Geburt erfolgt, ohne daß sie ihre volles Bewußtsein gehabt habe.

Nachdem letzteres zurückgekehrt, und sie das Kind mehr besehen, habe selbes kein Lebenszeichen von sich gegeben. In der ersten Aufregung sei sie nun zu gelaufen, um Hülfe zu haben,. Nachdem sie nun der Wöcherin die erforderliche Hilfe geleistet  und die Nachgeburt geholt, sodann die Kindesleiche eingewickelt, bin ich wieder zu Hause gegangen, Die Leiche selbst zeigt nirgends Spuren ernsterer Verletzung oder Gewalt.  Es war übrigens die eines ausgetragenenen kräftigen Kindes.

Dr. Frey bestätigt in einem Attest die Angaben der Hebamme

 

1862 September 5.  Urteil des Kreisgerichts Münster:

»Der Ackerknecht Heinrich Haverkamp aus Sendenhorst wird wegen widernatürlicher Unzucht mit einem Pferde zu 6 Monaten Gefängnis bestraft und die Ausübung der bürgerlichen Ehrenrechte auf ein Jahr untersagt.«

 

1863 Juli 18 Bürgermeister Kreuzhage:

Steuerexekution des Friedrich Schmidt zu Ahlen gegen Theodor Untied Sendenhorst wegen  wörtlicher Beleidigung im Dienste.

Zusatz, daß der Untied, welcher bisher nicht bestraft ist, und als Krankenträger dem 7. Armeekorps angehört, nur ein geringes Vermögen besitzt.

(Untied erhält 5 Tage Gefängnis statt 10 Taler Strafe)

 

1863 August 18 Münster

Hausknecht Bernard Heinrich Hagedorn aus Sendenhorst war wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung in Haft, ist aber geflüchtet. 

Nationale lt Bürgermeister: Gen 13. Febr 1838 Steinhauer von Gewerbe, Sohn des + Tgl  Bernhard Hch Hagedorn und der hier noch lebenden M Kath Strieckmann; bisher nichts Nachteiliges bekannt.

1863 Okt 14 Cleve Landgericht

Hagedorn wegen Landstreicherei, Führung eines falschen Namens und Betruges zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten verurteilt

 

1864  April 29

Untersuchungsverhandlungen den Boten Hch Saerbeck hierselbst Wegen Unzucht mit Kindern unter 14 Jahren

Vernehmungen der

1. 13jährigen Clara Quante

2. deren Mutter Ehefrau Andreas Quante

3. der 8j. Catharina Quante, Tochter der vorigen

4. Steinhauers Andreas Quante, Vater

5. Bäcker Joseph Keuthage

6. Ehefrau desselben

7. 9jährige Angela Keuthage, Tochter

8. unverehelichte Bernardine Wörenkötter

9. unverehelichte Elisabeth Zutelgte

10. Inkulpator Heinrich Saerbeck

11. Konfrontationsverhandlung der obengenannten ad 1  und 7.

... Der Inkulpant Heinrich Saerbeck ist ein alter gebrechlicher Mensch, derselbe hat, seit vielen Jahren hier ansässig, bisher ein stilles Leben geführt, welches sich der Öffentlichkeit mehr oder weniger entzog. Die sorgfältigsten Erkundigungen haben Nachtheiliges über seinen bisherigen Lebenswandel nicht ergeben, vielmehr war die Verwunderung des Publikums allgemein als die wider den Saerbeck erhobene Anschuldigung ruchbar wurde. Doch hat derselbe vor etwa 15 Jahren ein Frauenzimmmer geschwängert, und sagte mir der Kaplan Evelt hierselbst gestern eine andere erwachsenen Frauensperson, deren Namen er aber nicht nennen wollte, habe ihm erzählt, sie habe einmal vor dem Saerbeck weglaufen müssen. Indessen dürfte auf solches  vages Gerede mit Rücksicht auf die Voreingenommenheit der Leute wider den Saerbeck kein größeres Gewicht gelegt werden. Übrigens  darf ich nicht verfehlen, daß der Saerbeck bei seiner Vernehmung  auf mich keinen günstigen Eindruck  gemacht hat. Derselbe war, obgleich, wie man annehmen dar, auf die Sache wohl vorbereitet, in seinen Angaben unsicher und schien sichtlich verlegen. Diese Wahrnehmung dürfte   hernach auch den Geschworenen nicht entgehen.

Die Hauptzeugin Clara Quante, ein Mädchen von 13 Jahren und 2 Monaten ist für dieses Alter körperlich und geistig ziemlich entwickelt. Ihre Angaben lauten unzweideutig und bestimmt. und wußte hierauf alle Fragen anständige und präzise Antworten zu geben. Über ihre bisherige Führung kann leider so gut wie gar nichts gesagt werden. Ihre Lehrerin Catharina Neuhaus ist nämlich vor einigen Monaten  in eine Geisteskrankheit verfallen und befindet sich zur Zeit auf der Hülle bei Telgte. ... Die hiesige Geistlichkeit muß über den Charakter und die bisherige Führung der Quante gleichfalls nichts anzugeben, Das Benehmen der Quante trägt übrigens in so hohem Grade den Charakter der Wahrheit, daß ich über die Schuld des Angeklagten nicht zweifelhaft bin. Bürgermeisterverwalter Neuhaus stellt dem Gericht anheim, den Saerbeck festzusetzen oder auf freiem Fuß zu belassen, weil eine Entweichung nicht zu befürchten ist. 

 

1864 Mai 7

Staatsanwaltschaft Münster will »in Bezug auf die Verhandlungen über die Unsittlichkeiten deren der Bote Hch Saarbeck gegen die Clara Quante Verdächtig geworden ist« solange den Fall ruhen lassen bis die Quante 14 Jahre alt ist und vereidet werden kann (da es zu bedenklich ist auf die unvereidliche Aussage eines solchen Kindes, welche hier sehr wenig durch andere Momente unterstützt ist, eine so schwere Anklage gegen einen bisher unbescholtenen Mann zu erheben).

In dieser Zeit von ca 10 Monaten soll Saerbeck heimlich beobachtet werden, aber vor allem auch die Clara Quante, sowohl in Bezug auf ihre Geisteskräfte, als namentlich in Bezug auf ihre Wahrheitsliebe und ihre sinnlichen Neigungen im Stillen aber mit möglichst Sorgfalt, um eine sicheren Anhalt zu gewinnen, ob auch die Aussage der C Q mit Zuverlässigkeit zu bauen ist. Auf mich haben die bisherigen Angaben des frühreifen Mädchens keineswegs einen besonders günstigen Eindruck 

gemacht

 

1865 Mai 22 Staatsanwalt Rolshausen:

In der Denunciationsache gegen den Landboten Hch Saerbeck zu Sendenhorst ersuche in den Bürgermeister im gefällige Auskunft

»Über den Landboten Saerbeck ist seit Anfang  vorigen Jahres nichts Nachtheiliges bekannt geworden, Ich habe denselben beobachten lassen, aber keine Momente in Erfahrung bringen können, welche den gegen ihn vorliegenden Verdacht zu verstärken geeignet wären. Derselbe lebt still und eingezogen und setzt nach wie vor seine Botengänge zwischen hier und Ahlen fort. 

 

1865 Juli 17

Im Einverständnis mit dem Kgl Oberstaatsanwalt wird die weitere Verfolgung gegen Saerbeck eingestellt.

 

1866  Januar 17

Amt Everswinkel übersendet Verhandlungen mit der Ehefrau Kötterrs Tigger und der unverhehelichten Anna Lepper , welcher der Anton Jaspert hierselbst dringend verdächtig erscheint, am Sonntag, den 14. vorigen Monats an den genannten beiden Frauenspersonen unter Anwendung von Gewalt, Drohung mit eimem Messer etc. den Versuch des Raubes eventuelle der Nothzucht verübt zu haben. Konfrontation des Jaspert mit den beiden Personen.

Da der Anton J. sich einen Reisepaß nach Steele hatte ausfertigen lassen, mithin die Vermuthung nahe lag, daß derselbe sich der Untersuchung entziehen wollte, so ist derselbe verhaftet worden. 

(Nach Meinung des Bürgermeisters »hat der Jaspaert die beiden Frauensbpersonen nothzüchtigen wollen. Derselbe ist wegen desselben Verbrechens vor 1 1/2 Jahren in Untersuchung gewesen, welche aber mit seiner Freisprechung geendet hat. Der J. ist im Punkte der Sittlichkeit auf das übelste berüchtigt und hat hier im Orte schon die ärgerlichsten Auftritte veranlaßt. 

 

1866 Januar 17

Der Arbeiter Pohlmann gt Jasper aus Sendenhorst ist der hiesigen Polizei durch den Tranporteuer Kottenstein abgeliefert. (geb 4. August 1846)

 

1866 Januar 16

Der Anton Jasper ist heute auf dem Transport nach WAF entsprungen, indem er sich vorher der Handschellen erledigt hat

Amtmann Everswinkel 

 

1866 April 16

Untersuchungsverhandlungen wider den Metzger Caspar Hausen hierselbst, weil derselbe am 12ten des Moants als der Polizeidiener Degenhart und der Maurermeister Saerbeck im Auftrage des unterzeichneten Bürgermeisters sich in dessen Behausung begeben hatten, um demselben die Entfernung einer feuergefährlichen Feuerungsanlage aufzugeben, dem  Degenhardtr die Worte nachgerufen hat: " Leck mich an den Arsch." -

Vernehmung von drei Zeugen und an den Staatsanwalt zur gefälligen weiteren Veranlassung. »Der Hausen ist ein wüsere und nicht im besten Rufe stehender Mensch, welcher wegen seiner Rohheit bei seinen Nachbarn gefürchtet ist, Der selbe ist, soweit bekannt, bisher noch nicht bestraft worden. 

Pro Nota. Der Hausen ist in der Sitzung des Kreisgerichts Warendorf vom 15. Mai 1866 zu 14 Tagen Gefängnis und in die Kosten verurtheilt worden

Zur Person des Hausen, Metzger, 38 Jahre alt, aus Albersloh gebürtig und verhieratet, Hat dem Vernehmen nach 3 Jahre in Luxemburg gestanden und ist im vorigen Jahr aus dem 2ten Aufgebot entlassen. Der Hausen ist ein wüster, zu Grobheiten und Widersetzlichkeiten geneigter Mensch. derselbe besitzt hinlängliches Vermögen, um Untersuchungskosten bezahlen zu können, 

 

 

Elisabeth Schütte

 

Enniger, 24. April 1873

Gestern Abend ist die unverehelichte 34jährige Tochter des Kötters Schütte in der Pölinger Bauerschaft hiesiger Gemeinde, Namens Elisabeth, in dem etwa 5 Minuten von ihrer Wohnung entfernten Angelbache, unmittelbar am Fußwege von Enniger nach Vorhelm, als Leiche aufgefunden worden. Dieselbe trägt Spuren gewaltsamer Verletzung an sich, Das sie eine kräftige Person war, so ist nicht zu bezweifeln, daß der Mord nicht ohne heftigen Kampf vollführt ist; diese Vermuthung wird auch durch ihre zerrissene Kleidung bestätigt. Die Ermordete hatte am Abend vorher um circa 8 Uhr das elterliche Haus verlassen, um ihrer im nahen Dorfe wohnenden Schwester am folgenden Tage bei der Arbeit Aushülfe zu leisten.

Ich bitte nun, besonders auf solche männliche Individuen zu vigilieren, welche zu einer solchen That wohl fähig zu halten sind und Wunden an sich tragen

Der Amtmann gez Brüning

An das Bürgermeister-Amt

zu 

Sendenhorst

Kapellen

1683

hat Catharina Reckers laut testamentarischer Disposition der vor Sendenhorst stehenden neuen Capell vermagt auß ihren Mittelen 5 Rthlr.

 

 

1738 III 13

Johann Sievert, Bürger und Ratsverwandter oo Anna Cath Vennewaldt, haben eine Kapelle außerhalb der Oistpforten zu Ehren der Mutter Gottes und des Hl. Antonius bauen lassen.

Damit sie so wie sie ist, erhalten bleibe, stiften die Eheleute ein Stück Feldland auffm Ostfelde, O Schöckinghoff, W Fraterherren

Geschehen auf der Oiststraßen in der Schreibstube des Notars Benedikt Berg

Z Hermann Hardenberg, Johann Rottmann

(Die Erbauung erfolgte bereits 1737)

 

1741

Stiftung der Josephskapelle (wohl Südenkapelle) 

Lateinische Stiftungsurkunde pastsro Christoph Bernard Borchorst

 

1769

Der Archidiakon bezeugt, daß Andreas Kuiper, Pastor, humillime expositum d.qualiter oppidum Sendenhorst saepe hactenus conflagenaverit incendiis et pene totum ad unites redactum esset, ad hoc incendia autem imposterum averitenda in honorem S. Agatha collcata exstrui fecerint, sacellum quoddam prope oppidum atque ad conservationem tota ... obligaverti ut ad augendem fidelim devotioenem in paredicte sacellae S. Agathae missas celebrandi

 

1811

Opfergeld aus der Lazeruskapelle

   Nordenkapelle

 

1822 GV Sendenhorst A 20

Gutsbesitzer Bernhard Wettendorf, Trier, vermacht dem Pastor zu Sendenhortr 100 Rthlr zur Verzierung der Antoniuskapelle und des Muttergottesbildes

1843

Bericht des Kirchenvorstandes:

Außerhalb Sendenhorst stehen in kleiner Entfernung vier aus Fachwänden gebaute kleine Häuschen, die man hier Kapellen nennt, ohne äußeres Abzeichen,

Im Inneren eines jeden dieser Häuschen findet sich ein Altarbau, jedoch ohne Altarstein, (diese schon früher herausgenommen und befinden sich im Pfarrhaus)

Die Kapellen dienen seit undenklichen Jahren zu weiter nichts, als daß an denselben auf großer Prozession STation gemacht wird, Fundationen sind mit den Kapellen nicht verbunden, Dan nun diese Kapellen sehr veraltert sind, sehr baufällig, auch bei immer wiedder erbrochenen Türen mancherlei Unfug getrieben wird, was fas zum Scadndalon gereicht, sollen die K. abgebrochen und anderen gute Stationsbilder hinzugestellt werden.

 

Bischof gibt Genehmigung zum Abbruch und Verkauf an Meistbietenden

 

Publicandum:

Zuflge hochwürdigster bischöflicher Verordnung sollen die nahe bei Sendenhorst stehenden Kapellen am Donnerstag, den 21. September 1843 auf dem Rathaus durch Meistgeboth verkauft werden. Aus dem Erlöse sollen Stationsbilder gekauft werden. 

 

Darauf Verkaufprotokoll vom 12. Oktober 1843

- Jede Kapelle wird einzeln verkauft.

- bei der Südenkapelle werden die steine in den Wänden nicht mitverkauft.

- Abbruch hat innerhalb 14 Tagen zu geschehen.

 

Ostenkapelle (als Beispiel):

760 Dachziegel, Sparren, Platten 60 Fuß, Bretter 234 QuFuß, Ständer, Balken, 2 türen, Fenster, Bruchsteine, Ziegel Schwellen

 

Gebot:

Nordenkapelle Leusner 12 Tlr

Westen        Hermann Tawidde 24-15

              ders.           19

 

1845 VII 1

Zustimmun zum Verkauf durch die Stadt- und Kirchspielsvertretung

Stadt:

W Böcker

Dr. Frey

König

Suermann

Silling

Panning

Schwarte 

(Amtmann Brüning)

 

1848

Westenkapelle word durch Meistgebot einschließlich der vier Lindenbäume verkauft

Linden  32 Rthlr

Kapelle 25 Rthlr   57 Thlr

 

vgl jedoch 

ca 1890 Immobilien

3 Kapellchen am Süd- West und Nordtor

 

 

1808

An Opfergeld au der Nordenkapelle und auf Fronleichnam 2 3/4 Taler

 

1818

an Opfer aus der Lazaruskapelle un dem Klingelbeutel wie auch für das Verläuten der Verstorbenen

a) Klingelbeutel und Lazarus Kapelle 4 - 19 - 1 Taler

b) Verläuten der Verstorbenen 26 -. 2 Taler

 

Reparaturrechnungen nach A 1117:

 

1808 Sept.

Für 500 Klinkers von Vorhelm zur Reparierung der Ostenkapelle, 2 Ringel Kalk, zusammen 4 Taler

für ein verkauftes Fenster aus der Osatenkapelle 

 

1818

dem Küster Ahrens für das Reinigen der Kapellen ... 

Duffhues, Spithöver

1796 Bernd Henrich Spithöver, 7ß Schatzung

1806 Joan Dirck Spithöver bezieht Bauholz aus dem Schuffuther Holz

1806 soll Hausplatz zurücklegen

1809 Johann Theodor Spithöver, Schuster und Tgl, 8 Personen (6 Kinder)

1810 Joan Theodor Spiethover, Schuster oo Maria Catharina Suermann 32J; Kinder Bernard 6J, Joan Hch 4J, Adolph 1J, Maria Anna 8J; Maria Kath Bücker 14J, Kindermagd; wesemann Joan theodor 32J, Schustergesell

1813 Dez. Johann Theod....

 

Johanna Menting 58J, Lehrerin ; ferner Pullen 3 Pers, Sack 2 Pers. Krüger Elfired Ostfl.

1950 Josef Rieck

1969 Fredeweß, Fahrschule

 

 

1768 5 Gefach 42x25=12,6x7,5= 95qm; Pfannen Schornstein; sp{tere Hand Holzhaus 18x16= 5,4x4,8=26qm

Versicherung 70- 1787 230- 1806 (nachdem abgebrannt) 700 Rthl Steuern 1768 4,5ß  1787 7ß

1828 2 Kühe 1 Ka....

 

1950 Miethaus Heinrich Everke

 

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1768 Holzhaus 2 Etagen hoch, 6 Gefach 41x24=94.5qm.  

Treppe zu in die erste Etage, Nebengebäude 3 Gefach 22x9 Fuß

= 19qm, Stroh

Steuern 1768 4,5ß 1787 7ß

Versicherung 1768 1214 1787 275 1806 650 Rthlr

1828 Kuh, Kalb, Schwein

 

 

 

 

 

H20 (a22)   Kirchstraße 21/22 Kanon von 15ß an die Kirche zu Enniger

 

1806 abgebrannt

 

Denkmalpflege: dat 1806-1912

Zweigeschossiger Bau, giebelständig, traufenständig verputzt. Die einzelnen Geschosse der Frontfassade durch  profilierte Gesimse unterteilt. Profilrahumngen an den Fensterlaibungen, an der achsialen  Eingangstür  mit  Ohren, Giebelseite 6-achsig. Die Mitte durch Stabung mit Kreuzblume betont.

An den Ecken des Giebels Aufsätze mit  kleinen Obelisken,  In  der  oberen  Giebelspitze Muschelwerk auf Stuck, Dach mit Pfannen

Zustand gut

 

1468 

freies Haus, Hof und Speicher am Kirchhof; Verkauf durch  Hinrich  den  Ketteler an Johann Loer oo Elseken; später Hermann Schomeker, Hinrich Knoep

 

1663/1667 Bürgermeister Angelkotte          

1685 Martin Suermann

1701 Martin Suerman (Monatsschatzung 6ß) +1711

1711 Witwe Suermann, Pächter größerer Pastoratsländereien

1717 Cath. Suerß Wwe Martin Suermann, Kinder Bernhard, Dietrich, Henrich  Catharina, Elisabeth (oo Winant Ginzberg), Maria (oo Joh Henrich Ahage) verkaufen  Haus gegenüber dem Kirchhof an der Oststr. zwischen Haus des Radmachers Gerhard Hintzenbrock und Straße nach Bußmans Gärten für 280 Rthlr an den Sendenhorster Bürger und Hutmacher Henrich Boymer, bisher wohnhaft Weststr.

1722 Witwe Suermann pachtet weiterhin Pastoratsländereien

1723-1731 Anton Beumer übernimmt die Pachtung

1740 Anton Bäumer und Anton Bäumer jun; gegenüber der Schulen

1743 Anton Bäumer oo Sophia Zinziger

1752-1771 Joan Berndt Beumer zahlt den Zehnten (1 Huhn) an Überwasser für eine Gartenstück (von der rechten breden Stegge (Vorbesitzer des Gartens Henrich Boecker 1765, Berndt Böcker, Dirck Reckfort, Joan Berndt Schockinghoff)

1768 Joan Bernd Beumer, Wirtschafter; zahlt erhöhte Steuern wegen Rötgers Hausstätte

1787 Wwe des Joan Bernd Bömer, Ludowina Pröbstinck

1796/1802  Wittibe Joan Bernd Beumer, 10ß Schatzung

Register Pastor Kuiper: Martin Suerman, Wieler, Beumer

1803 April 7: Caspar Everke, Wirtschafter aus Beckum und freien Standes, zeigt an, daß er die Bürgetochter  Maria Anna  Beumer geheiratet;  beantragt das Bürgerrecht.  Krämer

1803 Bäcker verbackt 48 Scheffel Getreide; auch Krämer mit holländischen und Ellenwaren im Detail; Umsatz 900 Rthlr jährlich, kauft teils von MS teils von Amsterdam; Ellenwaren teils auf Münster Send: verkauft teils in Ort teils in umliegenden Gegenden

1805 Wwe Beumer geb Pröbsting überträgt Tochter Maria Anna oo Caspar Everke   ihr Hab und Gut (einschl. Haus Nr. 20)

1809 Caspar Everke, Krämer, 5 Personen: hat einen unbedeutenden Handel mit holländischen und Ellenwaren en detail

1810 Caspar Everke 38J Kaufhändler oo Clara Marmett 22J; Kinder Bernard 2J; Magd: Elisabeth Hardenberg 23J

1826 Everke 1 Sohn 2 Töchter, 2 männl. 4 weibl. Erwachsene

1828 9 Personen

1832 Everke protestiert gegen die zu hohe Einschätzung seines  Hauses bei  der Grundsteuer. 

Kapläne in Sendenhorst

 

1319 VII 31 WUB VIII 1352

acta sunt in foro opidi in Sendenhorst, Hinrico cappelano ibidem

 

1325 VIII 5 WUB VIII 1876

Die Brüder Wescelus und Bruno dicti Quernem bekunden, daß sie unter Zustimmung der Hildegundis, Gatti des Wescelus und seiner Kinder Gerhardus  und Otburgis das Eigentum der Hofe Westenhorst im Ksp Enniger dem Bernardus dictus Lewen und seien Erben vor dem Gericht in Sendenhorst verkauft haben.

Zeugen:

Johannes dictus van den Stocke, tunc temporis iudex ...

folgen Bürger und Ministeriale

Hermannus van der A, plebanus de Sendenhorst

Ecbertus eius capellanus et 

Wilhelmus de Ghenecghe ceterique

 

Ecbertus, Cappelanus ibidem

 

1327 Marienfeld U 554

Richter Conrad Schoke, Knappe, und die Consuln von Sendenhorst bekunden, daß der Knappe Themo Golegrope die Hufe ton Londen und die Hufe Bernhards zu Avenhovele im Ksp Alen, welche er von früher Bruder Conrad Schockes von der Marke zu Lehen trug (?), diesem zu Händen des Klosters Marienfeld resigniert habe.

Zeugen: Pfarrer Johann

Caplan Jacob zu Sendenhorst

  Bernhard von Hasle

Conrad Retberg jun.

Johann Sterremann, Ratsleute zu Sendenhorst

  Conrad Retberg sen.

Bruno und Wessel, Brüder von qQuernheim

Andreas von der Heghe

Johan von Walegarden

Herman Spaen, bischöflich münsterscher Freigraf, Knappen

 

1571

Kaplan Hermann Floer

 

1789 März A 1129

Vor dem zeitlichen Richter zeigen Stadtverordnete, Bürgermeister und Bauerrichter, daß da die Gemeinde sehr weitläufig, dem Herrn Pastor zu beschwerlich und der Vikar ad St. Catharinam nur verpflichtet sei, bei Verhinderung des Pastors einzuspringen, daß es sinnvoll sei, einen dritten Geistlichen einzustellen.

Der Pastor Darup erklärt sich bereit, freie Kost und Logis zu stellen, darauf versprechen die Anwesenden, aus Kirchspielsmitteln jährlich 30 Taler zur Verfügung zu stellen (10 Taler Stadt, 20 Taler Kirchspiel)

 

1789 Mai 12

Die kurf. Beamten zu Wolbeck genehmigen die Einstellung eines Kaplans unter der Bedingung, daß die Rate des Kirchspiels ad 20 Rthlr von den Eingesessenen gütlich beigetragen werde, bis daran auf nächst künftiger Kirchspelsrechnung solches vorgetragen und placidirt werden möge (durch die Gutsherrn)

 

1803

Richters

 

1808

Mödden

 

1811

Droste

 

1813

Conrad

 

1818-1830

Burgholz Anton

nach Metelen versetzt

 

1830

Adolf Pickardt

noch 1832, Adreßbuch

nach Telgte versetzt

 

1835

Friedrich Meinert

1833 zum Priester geweiht; Verwalter der Vikarie St. Catharina ab 1842

in Sendenhorst+ 1876

 

1837

Vikar Samson (beantragt Gehaltserhöhung). Es läßt sich nicht feststellen, ob der Geistliche überhaupt in eine Vikarie eingewiesen wurde vgl:

1845

Samson: vom Bischof entsetzter Geistlicher, Aufenthalt zu Sendenhorst bei Verbot der Seelsorge. Aussage P. Lorenbeck: „ ... der unermüdet als Querulant auftretende Apotheker König zu Sendenhorst möchte zwar durch eine neue Vernehmung seinem Vetter, diesem Vikar Samson, eine Renumeration für nicht geleistete Dienste zukommen lassen ... Er wurde  entsetzt, wegen Querelen mit dem Pfarrer von Drensteinfurt . Seine Schriftstellerei beruht nur auf Plagiat. Endlich hat er in dem Schnellschen Verlag zu Warendorf  einen Verleger gefunden, jedoch fast ohne Honorar. 

 

1843 IV 8

Nach dem Abgang des bisherigen Kaplan Meinert wird eine Gehaltsherhöhung für den Kaplan auf 50 Taler vorgesehen.

 

1843 V 26 A 1129

Auf Veranlassung erschienen die zur Seite verzeichneten sämtlichen jüdischen Eingesessenen der hiesigen Stadt und erklärten, wie sie zu dem Gehalte ad 50 Rthlr des an der  hiesigen katholischen Kirche anzustellenden Kaplans nach dem Verhältnis der Steuern in der bisherigen Art freiwilling beitragen wollten. Am Rande die Namen von 13 jüdischen Familienvorständen

 

1843

Abgang Kaplan Meinert

 

1844/46

Kersting

später Pfarrer in Lüdinghausen (erhält 1844ff  jährliches Gehalt von der Stadtkasse zu 50 Thlr)

(Ihren Wunsche gemäß beehre ich mich, anzuzeigen, daß ich nicht abgeneigt bin, zu Ihnen als Cooperator zu kommen mit einem jährlichen Salair von 50 thlr was Euer Hochw. nicht unbillig finden werden. 

1844 

Lorenbeck beantragt bei der Stadt Münster, die Johannis-Vikarie mit der Kaplansstelle zusammenzulegen. 

 

Heinrich Evelt

hinterlegt 1871 sein Testament gerichtlich

seit 1872 Dechant in Heessen; nach 1890 + in Heessen

Kirche zu Sendenhorst

 

Literatur:

Lübke, Baukunst Westfalen S. 222 und 333

Otte Romanische Baukunst 2. 609

Lotz, Deutschland s. 554

 

Baugeschichte

 

stilistische Verwandtschaft:

BUK Kreis Soest, Oestinghausen (S. 54ff)

Kirche kath, romanisch, Übergang

einschiffig, zweijochig mit Querschiff, gerade geschlossener Chor, Westturm  (romanisch) und Sakristei an der Südseite. Dachreiter auf der Vierung.

Hauptgesims mit spitzbogigem Bogenfries

Kreuzgewölbe mit rechteckigen Rippen, Fenster rundbogig

 

vgl. auch Vreden, Stiftskirche: einschiffiger kreuzförmiger Gewölbebau ohne Turm 

um 1180 Langhaus errichtet

 

Innenmaße der Kirche nach Urkastaster errechnet, Mauerstärke auf 1 m gesetzt

32m lang, ca 9 breit = 440 qm, Turm 49 qm , Gesamt ca 490 qm

 

1669 AV 391,1

Pastor Kleikamp quittiert Anweisung von 15 Rthlr durch den Richter Bisping zum Behuf des Kirchenbaues aus dem Register der Nebenschatzung

 

1686 Kirchspielrechnungen

Lt Quittung an Thomas Joelman, Provisor, bezahlt wegen pannen zu der Kirchen 5-10 Rthlr

An Bürgermeister Wettendorff den Winkopff wegen Meister Caspar Heiman -18-8

Meister Caspar Heimann wegen seiner Arbeit an der Kirchen 14-27 Rthlr

Henrich Herte -14-

Meister Bernt Blickmann wegen seiner Arbeit an der Kirchen 8 Rthlr

Meister Caspar Heimann einschließlich Restzahlung 12 Rthlr

 

1804 GV

Johan Hch Freise, Rechnung über Glaserarbeiten

1. Glase 25 Ruten in der Kirche

2. in der Seidenkapell 9 Rutten

3. in der Außenkapell 13 Ruten

4. in der Kirge die neyhen Glaße geputzet

 

1808 I 27 Reg MS 16576

Bauninspektor Meyer, WAF: Bey dem letzten unglücklichen Brand zu Sendenhorst hat auch das Feuer die Kirche ergriffen und ist der Thurm ganz ausgebrannt, die Glocken sind geschmolzen und die Thurmuhr zerstört worden

Die Einwohner von S. sind dadurch in nicht geringer Verlegenheit, indem ihnen nun weder zu ihren gottesdienstlichen Verrichtungen die Zeichen gegeben werden können, noch sind sie im Stande ihre Zeit gehörig einzuteilen.

Aber selbst das noch stehende Mauerwerk, welches nun schon 2 Jahre den Einwirkungen der Witterung Preis gegeben war, leidet von Zeit zu Zeot immer mehr und um so bedeutender, je stärker es vom Brande mitgenommen worden ist. 

Auftrag durch Magistrat und Pfarrer, einen Plan zur Widerherstellung des Turmes zu entwerden: Turm muß stark mit Holz ausgebaut werden; durch Anbringung vieler Anker muß Mauerwerk gefestigt werden. 

Kostenvoranschlag: 3749 Rthlr

 

1810 StASendenhorst ohne Signatur

Die Kirche ist in einem dauerhaften Zustand exclusive des Daches

Sie ist allerdings zu klein,maßen auch die Gemeinde zu schwach, um die ungeheueren Kosten zu deren Erweiterung bei den gegenwäritgen Zeitumständen aufbringen zu können

 

1813 X

Schreinermeister Mertens  stellt Rechnung über 7 1/2 Rthlr aus für das Aufwinden der Turmuhr

 

Neubau der Sendenhorster Kirche 1855/1865

 

 

Baugeschichte

Ludwig Schreiner, Architektur des 19. und 20. Jh:

der Sakralbau in der zweiten Hälfte de 19. Jh

Kohl, Westf. Geschichte 2

 

beachten wir

 

 

1824-1833

jährliche Ansparung von ca 500 bis 600 Thlr; so daß 

1834 5.926 Kirchbaukapital vorhanden.

Weitere eingeplante Einnahmen:

- kgl Gnadengeschenk leider in Staatsschuldscheinen, die versilbert werden müssen.

- Zinsen aus ausgeliehenem Kapital aus den Gemeinden Dolberg, Beckum, Enniger, Vorhelm, Ahlen

gesamt 9.379 Thlr

 

1832

Überweisung aus der Communal-Kasse der Bürgermeisterei Senden-horst: etatsmäßiger Zuschuß behuf dem Sendenhorster Kirchenbau 500 Thlr;Anlage bei der kgl Bank.

 

 

1834

Bauspektor Ritter: Turm über dem Gewölbe sehr ausgebrannt (jedenfalls  nach der Behauptung Bürgermeister Marcus)

Nach Untersuchung keine Gefahr für den Turm, trägt das Geläute vo 8.000 Pfd  schwere Glocken ohne Beschädigungen

"Die Gewölbe sind die einzige Vorzüglichkeit in dieser Kirche"

"Der Turm ist schon zweimal ganz ausgebrannt und ausgeglüht,  nämlich  1529  und 1806"

===>  1529  sicherlich  nicht  aus  der  Luft   gegriffen,   wahrscheinlich  Bauinschrift<===

 

 

1836

Beurteilung der Steine aus dem Steinkühler Feld durch Steinhauer Heinrich Neuhaus:

Die Steine liegen 8 - 10 Fuß unter der Erde; nach Abräumung in 4- 6, auch 8 Zoll dicken Lagen (10 - 20 cm). Nach seiner Meinung sei die jetzige Kirche auch von den Steinen aus dem gedachten Brüchen erbaut, da die steine sehr ähnlich sind.

Auch der Flur der neuen Kaserne in Münster sei aus Steinen aus dem Steinkühler Feld gemacht.

(Steinkühler Feld im Besitz de Kolonen Joelmann)

 

 

BE LR 322

1834 V MS Baurat Ritter an LR Merveldt:

Herbst 1833 Entwurf zur Erweiterung der Sendenhorster Kirche angefordert.

...Bei meinen Reisen habe ich dieses Gebäude schon einige Male untersucht und glaube darüber Nachstehendes anführen zu können:

1. am wenigsten kostbar, aber schwierig in der Ausführung: Erweiterung durch zwei Kreizgewölbe auf beiden Seiten des turms, die alten Mauern teilweise abbrechen und nur einen Gurtbogen stehen lassen

Erfordert viel Umsicht und einen tüchtigen Maurermeister; Gebäude würde dann in der lichten Weite 83 Fuß = 25.4 m erhalten. 

- Lt Bürgermeister Marcus ist Turm über dem Gewölbe sehr ausgebrannt. Nach Untersuchung trotzdem festgestellt, daß der Turm noch sehr dauerhaft ist: trägt die 8000 Pfd Glocken ohne anscheinende Beschädigungen: Im Innern ist der Turm mit neuen starken Holze gut ausgebauet, die Mauern sind sehr dick, gut verputzt und von der Schadhaftigkeit des Mauerwerkes war auf diese Art nichts zu bemerken. 

2. Ritter kann der Meinung nicht zustimmen, man könne das Gewölbe heruasbrechen, um die Kirche höher zu ziehen:die Gewölbe sind der 

einzig Vorzug dieser Kirche, bis zum Scheitel 36 Fuß (11.15m hoch)

also nicht zu niedrig: Nicht zu empfeheln, da am doch immer sehen

würde daß die Pfeiler ursprünglich andere Bestimmungen gehabt

Will man diese Kosten vermeiden, dann baue man lieber eine neue Kirche, nach einem der Localität und der jetzigen Seelenzahl angemeissenene Plan, den ich gerne entwerfen werde

 

1837 XI 20 Münster 

Baurat Ritter an LR Beckum:

 

... Von Bürgermeister Brüning erfuhr ich, daß meherer Gemeinde-Glieder die Kirche zu Glandorf als ein schönes und angemessenes Gebäude empfehlen und deshalb beschlossen sie, zur Besichtigung derselben eine Deputation nach Glandorf zu schicken.

... bei Gelegenheit habe ich das Gebäude nicht nur genau besichtigt, sondern selbst aufgemessen. Folgt Beschreibung und Skizze

 

- ohne Säuler und Pfeiler, die nicht bloß den Bau sehr verteuern sondern auch beim gottesdienste hinerlich werden.

- Lichte Weite von 56 Fuß; 2 Fuß weiter als die geplante Sendenhorster Kirche

- Im Innern hat die Glandorfer mit der Sendenhorster nach dem 2. Plane einige Ähnlichkeiten:

- Hochaltar

- Kommunikantenbank

- Chorsitze

- Kinderbänke

 

... Bei der neuen Sendenhorster Kirche ließe sich die Kanzel mehr in der Mitte anbrigen

 

Scharfe Kritik an der Glandorfer Kirche: ... Ich habe nie eine Kirche gesehen, in welcher so viel Holz unöthiger Weise verschwendet ist, als in diesem Dache; Wald von Bauholz

... noch ein sogenanntes Mansarde- Dach, die vor etwa 50 Jahren freilich einmal Mode war, wie sich aber heutigen Tags selbst bei Wohngebäuden von zu bringen scheint, da das schlechtes aussehen solcher Dächer jedem einleuchtet. 

Drohung: Sollte ncah dieser Konstruktion an der neuen Sendenhorster Kirche ein Holz-Gewölbe und Strebpfeiler angebracht werden, so würden die Kosten wenigstens um 3000 Rthlr höher belaufen als ich dieselben veranschlagt habe_

 

1837 I 2

Bauinspektor Ritter drängt auf Ausführung; ... da der unmittelst erfolgte Tod des Herrn Pastors zu Sendenhorst die Hindernisse beseitiget hat, welche von dieser Seite gegen die Ausführung erhoben wurden.

Bürgermeister merkt an: Habe graben lassen und festgestellt an drei Stellen, daß das Fundament der Kirche 6 1/2 Fuß (1.95 m) unter der Oberfläche

 

1837 I15

Gemeinde und Kirchenvorstand fassen den Plan, eine ganz neue Kirche zu bauen, falls die Kosten nicht 10-12.000 Taler überschreinten

Hinweis auf die Kirchen in Milte und Glandorf, (1829 als rechteckiger Saalbau mit hohen, rundgecshlossenen Fenstern und Flachdecke errichtet lt BUK WAF, Milte)

Kommission gebildet auf Pfarrverwalter Darup, Vikar

                        Herr Beumer

                        Herr Schwarte

                        Bürgermeister Brüning

Kirchbaufonds 1824 angelegt, z Zt 9.379 Taler

Vorhelm und Enniger enntleihen dem Kirchbaufonds ca 800 Taler, auch Beckum und Ahlen

 

1838 VIII 

Kritik an den Plänen: Kirche zu schmal Bank mit 24 Fuß zu lang, daß diejenigen, die ihre Sitze an der Mauer haben, später in die Kirche gehen

 

1839 IX 2

Kirchenorstand und Gemeinderäte halten das Kapaital für einen Baubeginn noch für zu gering

1839

2363 Einwohner, 3 Ev 74 jüdisch  Kinder unter 14J 654

 

1840 benötigt 1000 Sitze, vorhanden: 10558 Taler Kirchbaufonfs, meist in Staatsschuldscheinen

 

1841 

Überlassung der Baubeschreibung der Kirche in Füchtorf

 

1842  A 1136

Weiteres Gesuch um Auszahlung des 1806 versprochenen Gnadengeschenks (erst 5.000 Thlr im Jahre 1817 angewiesen, bei Versilberung allerdings nur 3569 Thlr) 1833 weitere 2.000 Thlr angewiesen. »Der Rest ad 3000 Tlr ist bis jetzt nicht angewiesen, daher wagen wir es, durchdrungen von der mutigen Überzeugung, daß Euer Kgl Majestät jedes billige Gesuch gern erhören, die alleruntertänigste Bitte zur huldreichen  Berücksichtigung zu Füßen zu legen, daß Allerhöchst dieselben geruhen mögen, diese an dem von Seiner hochseeligen Majestät verheißenen Gnadengeschenk noch verbliebenden Rest dem Städtchen Sendenhorst zum nothwendigen Kirchenbau allegnädigst verweisen zu lassen. ...«

 

Statistik 1842: Steuereinnahmen 1259 Thlr; 

                Kühe 327

                Pferde 48

                Ziegen 47

                Schweine 187

 

275 Häuser; aber 76.719 Thlr Schulden - 1568 Einwohner in 293 Familien

 

 

Sozialgefüge 1842:

 

Familien im Wohlstand20     6,4%mit notdürftigem Auskommen75    24.1in dürftigem Zustand 165        53ganz arm51 16.5

 

Kgl Gnadengeschenk (Abschrift in  A 1136)

Sr. Königlichen Majestät von Preußen p. ,achen dem Pfarrer Darup und Bürgermeister Kocker ihr Gesuch vom 2. Mai um Unterstützung und Beihülfe zum Wiederaufbau des am 29. Arpil d. J. größtentheils eingeäscherten Städtchens Sendenhorst nach dem nunmehr darüber eingegangenen Berichte des Staats-Ministers von Angern, hierdurch nachrichtlich bekannt, daß Höchst dieselben#1. für die Hülfsbedürftigsten der Abgebrannten 260 Stück Bauholz aus Höchst dero Forsten und zwar 1/3 für die ärmste Klasse ganz frei und 2/3 für die übrigen für die Hälfte der bestehenden Holz Taxe anordiren, außerdem aber

2. für die unbemittelten Eingesessenen eine Geldunterstützung von 10.000 Rthlr, wovon der Contributions Receptor Lange und Kämmerei Rendant Suermann, wegen ihres pflichtmäßigen Benehmens bei Rettung der Cassen und der Gerichts-Registratur namentlich theil nehmen sollen, aus der Dispositions Casse beiwlligen wollen, und 

daher demgemäß das Nötige an den genannten Staatsminister dato erlassen und zugleich der Wiederaufbau der abgebrannten Gebäude nach einem zweckmäßigen Plan und die dabei einzuführenden besseren Einrichtungen vorläufig genehmigt haben.

Charlottenburg, den 26. Junli 1806.

gez. Friedrich Wilhelm

An den Pfarrer Darup und Bürgermeistrer Kocker zu Sendenhorst.

 

1842 II 25

Kirchenrat strebt einen Bau ohne Bühne an, die nur verunstaltet. Klar, daß das jetzige Kapital nicht einmal die Hälfte dere Kosten decken kann. Daher nuß der Bau noch etliche Jahre hinausgezögert werden.

Der Bauplan soll im Laufe des Jahres eingereicht werden.

Da die Sendenhorster Bruchsteine untauglich sind, soll der Bau in Ziegelsteinen ausgeführt werden. Eine Ziegelei muß angelegt werden. 

Baukosten auf 22- 24.000 Thlr geschätzt; Hinweis auf Füchtorf. 

vorsorglich Antrag auf eine Kollekte in Rheinland und Westfalen.

 

1842 III 23 BE, Betr. Kirchbaufonds Sendenhorst

- Baufonds, Staatsschuldschein 7500 Thlr

- ausgeliehene Kapitalien      3600

- 4% Zinsen                     444

- aus dem Dispositionsfonds der Provinzialhülfskasse 600

Gesamt 12.440 Thlr (1837: 9.379 Thlr)

 

1842 IV 7

Die im Steinkühler Felde zum Kirchenbau gebrochenen Steiner sind von so schlechter Qualität, daß sie größten Theils verwittert und unbrauchbar geworden sind (teilweise für Wasserdurchlsse verbraucht). 

 

1842 IV 29

Probebrand: Der Kirchenvorstand hat eine förmliche Ziegelei auf einer von der Pastorat dazu eingeräumten Grundstück angelegt und einen Probebrand gemacht. Die Steine sind jetzt ausgezogen und dem Anschein nach von vorzüglicher Qualität

 

1843 IV 8 Münster

J H Illigens (Landtagsmitglied) teilt mit, daß der Stadt Sendenhorst von dem jetzigen Landtage in der gestrigen Plenarsitzung zum Kirchenbau aus der Hülfskasse 400 'Tlr bewilligt sind.

Anm. An den Herrn Bürgermeister Brüning zur erfreulichen Nachricht 

Ergebenst grüßend Lorenbeck

 

1843

Einwand des Landrats: die Gemeinde wünscht statt des Ritterschen Holzgewölbes ein massives Gewölbe; das wird den Bau um 8-9.000 Thlr verteuern.

 

1843

der Rittersche Bauplan wird Höheren Orts der als wichtige befundenen Ausstellungen nicht mehr zugrunde gelegt

 

1843 IX

Die Sendenhorster Kirche soll in demselben Style, jedoch breiter, als die im Bau begriffene zu Füchtorf erbaut werden

- Gesamt (Füchtorf) 21.500

  Kirchbaufondes    13.103

 

1843 XII

Nach allgemeinem Wunsch soll die Kirche nicht nach Ritters Plan gebaut werden (d.h. nicht klassizistisch)

Kontrakt zwischen Kolon J F Vahlhaus zu Wadersloh, Ziegelmeister Cabolet, im Sommer 1844 200.000 Backsteine zu brennen.

 

1843 XII 13 LR  A 1136

Dem Kostenanschlag des jetzigen Reg Baurat Ritter zum Bau einer neuen Kirche dasselbst, wollen Sie nebst Zeichnung umgehend mir zugehen lassen, auch zugleich kurz anzeigen, ob nova hinsichts des Risses der Kirche vorgekommen sind.

(Anm Brüning: Ist eingericht und angezeigt, daß ers der allgemeine Wunsch sei, daß die Kirche nach dem Ritterschen Plane nicht gebauet werde

 

1844 III 15 A 1136

Unbeeindruckt von dem Vertrag mit Cabolet nimmt der Kirchenvorstand einen »gewissen A. hartmann aus Amelsbüren als Ziegelmeister« an. 

Beiliegend Kontrakt. Hartmann soll im  Laufe des Sommers 1844 sobald die Witterung gübnstig ist, Ziegelsteine für die hiesige Kirche anfertigen und brennen. Erhält für 1000 Stück 2 Taler 

--Lorenbeck bedankt sich überschwenglich bei LR v Mervelt:

... Bei Remission der Lr Verfügung unserm Kirchbau betreffend, findet der Kirchenvorstand sich pflichtschuldigst gedrungen, zuvor dem Herrn Landrath, Herrn Grafen von Merveldt, hochgeboren für Hochdessen gnädigste unablässige fürsorge zur Beförderung unsers Kirchbau unsern unterthänigsten Dank zu sagen, mit der Bitte, uns ferner mit Rath und That hochgeneigtest beistehen zu wollen (Das ist Lorenbecks Stil!!!)

 

1845

Prüfung der probegebrannten Steine durch Bauinspektor Kawerau "ganz vorzüglich"; haben den strengen Winter überstanden

Chemische Untersuchung: 31% Kieselerde; 18 % kohlensuarer Kalk, 9 % Bittererde; 8 % Eisenoxyd, 15 % Thonerde

 

1844 X 3 LR an Amtmann Brüning

Bezug auf die beiliegende Marginalverfügung der Reg MS die Beschwerde von Beumer und Cons wegen des Verfahrens beim Kirchenbau betreffen geht zur Erledigung erschöpfender Bericht ein, wobei namentlich die Angabe der schlechten Beschaffenheit der gerbannten Ziegel technisch zu widerlegen sein wird

 

 

1844 XI 12 Lorenbeck  begründet den Kirchbau

... Sollte uns diese fremde Hilfe (Kollekte) nicht zu Theil werden, so müßte die Gemeinde noch lange - wennn anders dieses alte Gebäude nicht vielleciht bald zusammenfällt - zwischen den alten Mauern dieser dumpfigen und zu kleinen Kirchen zeufzten, müßte noch zu langen bedauern, daß sehr viele in dieser erdrückenden Kirche des Segens eines wahren Gebetes und des göttlichen Wortes nicht theilhaftig werden, und zu lange noch sehen den vielfachen Unfug der in allerlei Weise oft heimlich, oft störend und zum großen Ärgernisse in den Gängen und Winkeln der alten Kirche, wo alle gedrängt in Haufen stehen, verübt wird. Ja, wahrlich groß und dringend ist das Bedürfnis einer neuen Kirche. 

 

1849 X 9 MS Abschrift 

Es wird jetzt nothwendig, daß nach Anleitung des Circulars Regulativs vom April 1845 eine besondere Bau-Kommission zur Verwaltung der Fonds konstituiert wird, wo alsdann auch die Verwaltung der Fonds übernommen werden kann.

Der Kirchenvorstand wolle das Weitere veranlassen und in sechs Wochen hierher berichten

General Vicarius gez Melchers

 

1850 I LR BE (Schmising.-Kerssenbrock)

Tadel für Lorenebck, weil ergegen die verfügung keine Verhandlungen mit der Provinzialhülfskasse wegen Unterbringung der Kapitalien aufgenommen hat

 

 

 

 

Steine für den Turm vom Max-Clemens-Kanal:

1845 Pfarrarchiv Kasten 13

Verzeichnis der freiwilligen Beträge, welche die Pfarrgenossen Stadt und Kirchspiel Sendenhorst zum Neubau der Pfarrkirche gegeben haben.

gebundenes Verzeichnis mit alphabetischem Register. Spalten für die einzelnen Jahre 1845ff

sämtliche Haushalte aufgeführt.

Spenden schwanken zwischenn 25 Rthlr (Posthalter Bonse, einmalig) und wenigen Silbergroschen.

Durchschnittliche Einnahmen pro Jahr Stadt 90-100 Thlr

                                     Ksp      120 Thlr

 

===> Heinrich Knüfermann,  Geschichte  des  Max-Clemens-Kanals,  Hildesheim 1907 (Beiträge für die Geschichte Niedersachsens und Westfalens Heft 10)

 

Domänenregistratur Abt. III (M-C-Kanal) frühere Registratur I 148

===> Dom. Reg R I 148, 9 Vol VII A: Nachweis des  verkauften  unbeweglichen Inventars des aufgehobenen M-C Kanals. 

Steinerne Schleuse für 1850 Thl  auf  Abbruch veräußert. Die Quadern der steinerne Schleuse wurden für den Neubau   der Sendenhorster Kirche angekauft (Dom Reg I 148, 9 Vol VI, 17. IV.  

 

1853;Kirchenvorstand S. an Reg MS)

S. 33: 1726 15km nördlich MS am Blomberg Beginn der Schleusenbauten;  recht große Kammer: Als Baumaterial meist Sandstein aus den bisch Steinbrüchen am Huxberg bei Bevergern; schlechte Qualität, verwittert schnell Steinschleuse nach Plan des Kanals (Anhang) westl. und in  Höhe  Greven am Temmingsbach

 

1843 II 13 Landrat an Regierung; Beantwortung einer Anfrage

1. Kirchbaufonds beläuft sich auf 12.103 Thlr

2. Notwendigkeit eines Neubaus notorisch: die Kirche ist um 1/3 gegen die Bevölkerung der Gemeinde von 2400 Seeln zu klein, welche obenein bei der Baurat der alten Kirche in Form eines Kreuzes auf eine unangemessenen Weise darin zusammen gedrängt, mit den in de Seiten-ARmen dieses Kreuzes gepreßten Teile, an dem von dem Hochaltare zu Ende des Hauptraumes stattfindenden gottesdienste keinen gehörigen Anteil nehem kann. 

Die versunkene Flur der Kirche und die übrigen darun wahrzunehmenden Erscheinungen des Verfalls bieten ein unanständiges Ansehen, ... dem nur durch einen Neubau agehlofen werden kann. Bereits 1837 vollständiger Kostnanschlag Bauinspektor Ritter 11.000 Thlr.

... Jedoch schreckt die Gemeinde dafür zurück, eine so große Kirche mit einem in projectirter Weise niedrigen Decke ohne erhabenes Gewölbe zu bauen, wie vielmehr es der Würde und gewohntem Style bei so großen Kirchen, auch der längeren Dauer entsprechen würde, den Kirchbau mit einem massiven Gewölbe auszuführen. 

... Kostenvoranschlag durch LR vorläufig nicht veranlaßt,  da der als sachvertsändig geltende Pfarrer Lorenebck dies selbst zu thun früher übernommen hatte, was indeis nicht geschehen, auch schon der Anschlag des Regierungsrats Ritter vorlage

... LR geht von geschätzten Kosten von 20.000 Thlr aus. 

 

 

1844

Ablehnung eines weiteren Gnadengeschenks durch König Friedrich Wilhelm

Ich finde Mich auf Ihren Bericht vom 6ten Juli nicht veranlaßt, zu den Kosten des Neubaues der katholischen Kirche in Sendenhorst, wozu bereits so bedeutende Gnadenbewilligungen stattgefunden haben, noch ein weiteres Gnadengeschenk zu gewähren und ermächtige Sie das heirauf gerichtete Gesuch des Bürgermeisters und Pfarrers daselbst deren Eingabe nebst Anlage mitdem Anschlage und den Zeichnunge wieder beiliegt, abzulehnen

Erdmannsdorf, den 31. Juli 1844

(gez) Friedrich Wilhelm

 

 

StASendenhorst A519

Neubau der Pfarrkirche zu Sendenhorst

 

1853 BE

Befreiung der Kirchbaufuhren von der Entrichtung des Chausseee-Geldes von Münster - Ibbenbüren und Münster - Arnsberger Straße

 

1853 VIII 23

Beschluß des Kirchenvorstandes

- Vikar Meinert

- Brenner Schwarte

- Ökonom Werring

- (Schulze Bering ausgeschieden, noch keine Nachwahl)

- Der Neubau der Kirche wird immer dringender, indem namentlich dem Turm, dessen viele Risse sich augenscheinlich seit kurzem immer mehr öffnen, die größte Gefahr zu drohen scheine, und, ohne eine große Verantwortlichkeit auf sich zu laden, der Kirchenvorstand demselben nicht sorglos zusehen dürfe.

Beschluß, den Abbruch des alten Kirchengebäudes möglichst zu beschleunigen.

- Lorenbeck: Bau einer sogenannten Notkirche ist bereits begonnen; Dachziegel und Latten fehlen noch.  Hierzu Verwendung der Dachziegel der alten Kirche. Abdachung läßt Gottesdienst weiterhin zu, indem das Gewölbe allenfallsiges Regenwasser ableitet

- Beschluß, Abbruch von Turm und Kirche im Herbst zu beginnen und bei günstiger Witterung im Winter und Frühjahr fortzusetzen, so daß Sommer 1854 der Bau der neuen Kirche beginnen kann

 

1853 X 

Antrag Bürgermeister Kreuzhage auf Befreiung vom Chausseegeld. Zum Neubau soll das Material der angekauften fiskalischen Schleuse des Max-Clemens-Canals im Ksp Greven gewonnen werden. Befreiung an den Barrieren Sandrup bei MS und Dicke Weib.

Die Stadt Sendenhorst ist in einem Maße in Anspruch genommen, daß alle nur möglichen Ersparnisse bedacht genommen werden müssen: So hat Chausseebau Drensteinfurt über Sendenhorst nach Vorhelm und Beckum große Bedeutung gewonnen, seitdem eine Nebenstrecke der Eisenbahn Münste Hamm mit großer Wahrscheinlichkeit in Aussicht steht

 

1854 V 24

Bildung einer Baukommission, um die Pläne soweit voranzutreiben, daß sei eine bischöflichen Behörde zur Genehmigung vorgelegt werden können

- Bürgermeister Kreuzhage

- Colon Vornholz

- Colon Averhoff

 

1855 VII 6

Lorenbeck legt der Kirchen-Repräsentation vor.

1. Beschluß der Kirchbaukomm. über die Annahme des Bauplans

2. Bauplanzeichnungen:

   a. von Dombau-Werkmeister Statz in Cöln, 7 Blätter unter seinem Namen

   b. 4 Blätter, worin unter Festhaltung des Wesens des Statzschen Entwurfes, diejenigen Veränderungen vorgenommen sind, welche in Vereinfachung des Baus wegen der Kosten und in der Kunstruction des Daches und des Thrums zur größeren Dauerhaftigkeit dienlich und zulässig sind

3. Kostenberechnung des Baus ist nicht tunlich, da von dem Ausbau der Chortürmchen vorläufig abgestanden und darüber ferner Beschluß vorbehalten wird

Kostenberechnung ist zwar von keinem Bauinspektor gemacht sondern privatim, jedoch wurde kein bedeutender Posten übersehen oder zu niedrig angesetzt (--> wer hat Lorenbeck geholfen?)

Der ohne Abzug für altes und vorhandenes Material berechnete Kostenbetrag voon 25.279 Thlt würde aber um 8.528 Thlr höher kommen, wenn die Quader und Ziegelsteine zu einen gewöhnlichen Preise eingekauft werden müßten.

Vorhandenes Baukapital ungefähr 21.000 Thlr, wovon das Meiste zu 3 1/3 % angelegt ist. Klooekte hat 8033 Thlr erbracht und ist in der obigen Summe einbegriffen

 

1855 V 24

Bischof genehmigt vorgelegte Baupläne

 

Auszug aus dem Kostenanschlag vom Neubau der Pfarrkirche

1. Erdarbeiten   27

2.  Maurer-Arbeit 4421

3.  Maurer-Material     9502

4.  Holz                3804

5.  Zimmerarbeit         678

6.  Schieferdach         821

7.  Schmiedearbeit       468

8.  Glaserarbeit         474

9.  Extraord. 2441

 

Gesamt 25.279

Abbruch alte Kirche       757

 

Überhaupt 26.036

 

abzüglich

vorhandenen Bruchsteine, Ziegelsteine, Holz aus der alten Kirche, von der angekauften Schleuse

5009

 

tatsächliche Kosten    21027

 

1855 III 29

Kirchenvorstand wählt Meister zum Bau der Kirche

 

1855 VIII 21

Grundsteinlegung in Anwesenheit des Bischofs (LR verhindert)

 

1856 V Regierung

Kirchengemeinde wird verpflichtet, die beim Abbruch der steinernen Schleuse gefundenen Medaillen und Münzen (Grundsteinlegung) abzuliefern. Bisher nicht geschehen; nach einer Randbem. Kreuzhage jedoch inzwischen nach MS geschickt

 

1857 XII 18

die neue Kirche rückt soweit nach Osten, daß die innere Reihe Linden gehauen werden muß. Um eine zweite Reihe wieder zu pflanzen, Antrag an die Stadt, die Kirchhofseinfriedigung 14- 16 Fuß (4-5m) hinter den Linden auf dem sogenannten Marktplatz anzulegen

 

 

 

 

1977 Bericht der Landes-Denkmalamtes:

Kath Pfarrkirche St. Martin, 1855 - 65

Die von Vizenz Statz erbaute Hallenkirche ist ein  beachtlicher  vierjochiger Backsteinbau  mit  reich  gegliedertem  Westturm,  eingezogenem polygonal geschlossenem Chor. Die Chorflankentürme gehen in den Obergeschossen  vom  Quadrat  in  eine  polygonale  Grundform  über.  Dreibahnige,  langgezogene  Maßwerkfenster spenden dem Innenraum das notwendige Licht. An  den  Seiten

Strebpfeiler mit Kaffgesimsen. Satteldach  mit  Pfannen  gedeckt,  Auf  der Südseite  ein  bemerkenswertes  Portal  sowie  eine  Mariensäule auf dem Kirchplatz, - Der Innenraum ist mit Kreuzrippengewölben überspannt.

Zustand sehr gut

 

 

Glocken

 

1758 Revision der Kirchspielsrechnung:

wegen abgängiger Klocken ist mit Herrn Rater (dem Glockengießer) der  Preis  für das Pfd Glockenspeise auf 8ß 9d  verakkordiert  mit  dem  Bedung,  daß, falls er  auffer  Sendenhorstischen  Klocken  einstimmet,  als  zu  welcher  Untersuchung der Klockengießer zu begehren wäre, er Raters  die  geborstene

Klocke zu 7 ß Pfd abholen solle. Es soll eine Collecte  abgehalten  werden,im Ksp durch den Rezeptor, in der Stadt durch den Kirchen-Provisor

          

Heimatblätter Westf Heimatverein ca 1923

 

Glockensprache (Ergänzungen)

Die Glockensprache von Albersloh soll nach  den  Aufzeichnungen  eines  vor ungefähr fünf Jahrzehnten  verstorebnen  alten  aus  Albersloh  stammmenden  Mannes folgndermaßen lauten:

          Use Gais un Wiärlands Gais

de göng'n tosammen naot Tollhues.

          von't Tollhues naon Külsterknapp,

          von'n Külsterknapp nao't Tollhues

 

In Sendenhorst wurde früher nach folgendem Spruch gebeiert:

          Usse Gais un Werrings Gais.

          de flögen to haup

          :,: naon Tollhues :,:

          Wull um den Kamp

          De Rogge is lank

          :,: fief Fout lank :,:

 

1818 Reg MS 16570

Prozeß  gegen  de  Glockengießer  Merkel,   WAF,   wegen   kontraktwidriger Verfertigung von vier Glocken und  zwei  Uhrschalen,  da  drei  Jahre  nach   Ablieferung die große Glocke bereits geborsten. Glocke muß umgegossen werden.

 

 

Glockenguß 1834 Reg. MS

"Das Umgießen der Thurmglocken zu S. betreffend"

Landrat an Reg MS: Bei dem im Jahre 1806 zu S. stattgehabten großen  Brande ist auch der Thurm ausgebrannt und sind die  Glocken  geschmolzen, nachher durch einen gewissen Merckel zu WAF wieder gegossen, aber bald darauf  auch  wieder geborsten, so daß seit Jahren nicht mehr hat geläutet werden können. Seit langem Wunsch aller Eingesessenen, daß das Geläute wieder  hergestellt

werden mögte.

Deshalb  schloß  der  Beigeordnte  Dr. Forstmann   (Bürgermeister   wegen Kränklichkeit verhindert) mit dem Glockengießer  Petit  aus  Gescher einen Kontrakt, der noch ratifiziert werden mußte.

Nun bot sich der Glockengießer Peter Boitel aus Düren  an, die  Glocken zuS. selbst umzugießen: Bürgermeister läßt sich ein Angebot geben, um es mit dem Kontrakt des Petit vergleichen zu können.

Boitel verlangt 8% für den Verlust des Glockengusses; Dieser Zusatz muß von Senden abgeholt werden; Fuhrlohn

Für das Umgießen pro 100 Pfd 8 Rthlr, 7500 Pfd = 600 Rthlr

Die kleine Westglocke, Gewicht 300 Pfd, umgießen

Folglich Gesamtkosten Boitel: 820 Rthlr

 

Petit verlangt für das Umgießen pro Pfd 4 Sgr; Bei einem Gesamtgewicht  von  7500 Pfd = 1000 Rthlr.

Verlust beim Schmelzen 10% = 750 Pfd Erz; Für jedes zugesetzte Pfd Erze  13 Sg = 750 Rthlr; Gesamt 1325 Rthlr

Ferner Abliefern der alte Glocken und neue wieder abholen  (Gescher) 70 Rthlr

Petit verlangt während seines Aufenthalts freie Station  (nach  Erfahrungen in Vorhelm, wo Petit auch drei Glocken aufgehängt hat, ca 30 Rthlr)Stempel- und Revisionskosten zahlt Gemeinde =20 Rthlr.

Der   außerordentliche Unterschied von 624  Rthlr veranlaßte   den

Bürgermeister,  den  Kirchenvorstand  und  mehrere der   einsichtsvollsten Eingesessenen, Meinung des Landrats einzuholen:

Landrat bejaht Auftragvergabe an Boitel, da derselbe Proben seines  Könnens in Senden, Kirche der Barmherzigen Brüder MS, St. Servatii  MS,  Venne  und  Westkirchen; ferner in den Reg Bez Aachen und Köln. Landrat will Unterlagen zur Entscheidung an Reg  schicken,  Kosten  können  aus  dem  Kirchbaufonds bezahlt werden (zur Zeit 6.000 Rthlr)Nach Genehmigung sollte dem Petit der Auftrag unverzüglich erteilt werden.

 

 

 

1853

Kollektanten in der Provinz Westfalen (mit Berufsangabe; außer Kolonen)

 

          - Pfr Lorenbeck

          - Kaplan Kersting

          - Färber Dünnewald

          - Küster Harde

          - Pumpenmacher Böhmer

          - Gastwirt Paul Topp

          - Kaufmann Beumer

          - Gastwirt Neuhaus

          - Branntweinbrenner Brüning

          - Branntweinbrenner Th Böcker

          - Kupferschmied Sternemann

          - Schuster Terwesten

          - Schmied B Stapel

          - Schmied Arensköttre

          - Stellmacher Tawiede

          - Faßbinder B H Mais

          - Gastwirth Wieler

          - Schuhmacher Panning

          - Vikar Meinert

          - Steinhauer Bröcker

          - Steinhasuer Sorges

          - Schuster Th Feigeler

          - Maurer Heinrich Linnemann

          - Maurer Jungfermann

          - Zwirnhändler H. Lütkehaus

          - Weber Jos Linnemann

          - Tierarzt Bröcker

          - Schuster Brocks

          - Schmied Münstermann

          - Seiler A. Lütkehaus

          - Zimmermeister Saerbeck

          - Branntweinbrenner Meyer

          - Glaser Ahage

          - Tischler Joseph Bartmann

          - Schuhmacher Bußhoff

          - Arzt Dr. Frey

          - Uhrmacher Panning

          - Kaufmann Everke

 

- König nicht unter den Kollektanten1 

 

Gesammelt wurde unter den Katholiken in der Provinz Westfalen

Größte Einnahem Reg Bez MS; wenig im Reg Bez Minden.

brutto = netto

Erträge der Collekte; Auswahl

- Stadt MS 412

- Kreis MS     1180

- Kreis Be        1058

        LH         649

        WAF        701

 

Reg Bez Arnsberg:

geringer>; höhere Erträge nur 

Kreis Soest 126

      Meschede     153

      Hamm          46

 

REg Bez Minden

hauptsächlich 

Paderborn 193

Wiedenbrück 126

Bürgen 161

 

Gesamt

Reg Bez Münster    6334

        Arnsberg    782

        Minden      762

 

mit Nachträgen:    7937 Taler

Anm: Besonders im Reg Bez MS stimmen die Notationsbücher schon deshalb mit dem wirklichen ertrage nicht überein, weil möglichst Korn gesammelt wrude, welches aber nicht gleich in Empfang genommen werden konnte; es wurde nachträglich gewöhnlich in anderer Quantität geliefert als versprochen war. 

Was die Kosten der Kollekte betrifft,. sind nur die Reise und Verzehrungskosten abgezogeen, die Mühe ist pro deo übernommen

 

 

 

                 

Kirchturm

 

Baugeschichte nach dem Brand 1806

Reg MS 16570/ 16576

 

Bauinspektor Meyer (WAF) an Landrat Ketteler (Harkotten)

1808 I 20

Bei dem letzten unglücklichen Brand zu Sendenhorst hat auch  as  Feuer  dieKirche ergriffen und ist  der  Turm  ganz  ausgebrannt,  die  Glocken  sind geschmolzen und dei Turm-Uhr zerstört worden. Die Einwohner von Sendenhorst sind dadurch in nicht geringer Verlegenheit,  indem  ihnen nun  weder zu ihren gottesdienstlichen Verrichtungen die Zeichen gegeben  werden können,  noch sind sie im Stande die Zeit gehörig einzuteilen. Aber selbst das noch stehende Mauerwerk welches  nun  schon 2 Jahre den Einwirkungen der Witterung preisgegeben war, leidet von Zeit zu Zeit  immer

mehr und um so bedeutender, je stärker es vom Brande mitgenommen ist.

Pfarrer DArup und Magistrat haben mich daher  requiriert,  einen  Plan  zur  Wiederherstellung des Turms zu entwerfen.

- Turm muß stark mit Holz ausgebaut und durch Anrbingung vieler  Anker  die gehörige Festigkeit wieder zu geben. Zu teuer,  das  beschädigte  Mauerwerk abzubrechen und von neuem aufzuführen. Die Zeichnungen und Kostenanschlag 3749 Rthlr liegen bei: Bemerkung:

          - Lieferung des Holzes sollte dem wenigst fordernden         übertragen

          - die verschiedenen Arbeiten müssen unter  der  Hand  mit  geschnickte und bekannte Ouvriers contrechirt        werden.

 

1808 I 28

Wiederaufbau des  Kirchturms:  Anschlag  3749  Rthlr,  davon  1600  aus  der  Feuersozietät, Stadt 1/3, Kirchspiel 2/3.

Da zu teuer, wird angeregt, das Dach notdürftig zu schützen und  wegen  des  völligen Aufbaus des Turms bessere Zeiten abzuwarten.

 

Aus dem Kostenvoranschlag:

Kupferschmied 120 Pfd Kupfer um das Dach der Spitze abzudecken, den Knopf zu machen.

Schieferdecker 1980 Quadratfuß an den 4 Seiten der Turmspitze (45x44)

 

1808 III 16

Kostenanschlag Bauinspektor Meyer, WAF: Kosten  für  ordinaires  Dach,unter Beibehaltung der äußeren Form: 1884 Rthlr

Kostbarer Innenausbau, der sehr viel Holz erfordert, kann später realisiert werden.

 

1808 IX 22

Untersuchung  des  Turms  durch  Zimmermeister  Mülmann  und  Maurermeister Schweighofer; Kostenvoranschlag von Meyer bestätigt.

          - Stadt und Kirchspiel wünschen, die Glocken nicht im  zweiten  sondern  im dritten Stock aufzuhängen

          - Kirchturmspitze gewünscht. Hierzu Randbemerkung v.        Ketteler: Was  den von mehreren Eingesessenen gemachten Wunsch betrifft, eine neue Spitze auf dem Turm zu haben, so kann man sich daurauf bei den jetzigen Zeiten und da die dortigen Eingesessenen, die durch den Brand so viel gelitten  und  denen  so   viele Aufgaben für die öff.         Bauten  zur  Last  fallen, es nicht füglich zulassen.

 

1808 XII 28

Offener  Verding,  Kirchturm:  Mindestbietender  Zimmermeister   Dieckmann, Walstedde 1659 Rthlr

 

1809 VII

Abnahme der Turmreparatur durch Landesbauinspektor Pistor

 

1809 XII 27

auf dem Kirchturm sind zwei Treppen erforderlich

 

1813 VII 13

Bitte des Schmied und Uhrmachers Merker in Bockum  Arrondissement  Hamm  an Präfekt v Romberg betr Turmuhr zu Sendnehorst:

 Zimmermeister Dyckman Walstedt, Canton Ahlen, hat Lieferung  einer  Turmuhr nach der Stadt Sendenhorst übernommen  und  mit  unterzeichnetem  Uhrmacher Weisker 1809 Akkord geschlossen, für 300 Rthlr eine Uhr zu machen und  nach S. zu liefern. Diese Uhr wurde um  Fastnacht  1810  zu  S. abgeliefert. W.  erhielt  Abschlag  von  201  Rthlr;  98  Rthlr  zurückgehalten,  weil  die

Munizipalität S, die Uhr für fehlerhaft hielt. Darauf kostspieliger  Prozeß beim Gericht Ahlen

Untersuchung der  Uhr  durch  die  Uhrmacher  Caspar  Fredau,  Mertens aus Sendenhorst, Christian Althof aus Hamm, Anton Voß und Münnich aus Münster:

          - die Uhr ist durchgehnds ganz untadelhaft, gut         durchgearbeitet  und  ohne  Mängel; genauso stark und schwer wie die Uhr  der  Ägidii-Kirche, die als

            Vorlage dienen sollte

            Der vermeintliche Fehler  wurde  aufgehoben  durch  Wegräumung  eines  Stück  Holzes im Turm; seit 3 1/2 Jahren läuft die Uhr ohne Beanstandungen

          - Antwort Maire Langen: Das Geld  liege  bereit;         Weischer möge sich mit Dyckman vergleichen und zur        Abholung nach Sendenhorst kommen.

 

1826

Da der schon von mehreren Jahren geborstenen Kirchturm zu Sendenhorst nach dem Bericht des Bürgermeisters baufällig zu  werden  scheint,  Untersuchung und Gutachten durch Inspektor Müser angefordert.

Beobachtung von Rissen durch eiserne Keile

 

          

 

1830

Verankerung des schadhaften Turms

 

 

WZ 53 Name des Artikels, Verfasser nachsehen.

 

Tafelmalerei

... Untersuchungen über einen  Meister,  der  in  Alt-Lünen,  Lippborg  und  Schermbeck tätig war. In Schermbeck auf dem dritten Kopfe der Personen  der Passionsdarstellung  aufgemalte  Buchstaben,  die  den  merkwürdigen  Namen Suelnmeigr ergeben sollen.

 

Hierzu S. 13 Anm 1: ... Wie die stylistische Vergleichung  ergiebt,  findet  sich im Pfarrhauses zu Sendenhorst ein  zweites  Werk  dieses  eigenartigen Künstlers. es stellt ebenfalls  die  Anbetung  des  Kindes  dar  und  zeigt   dieselben Figurren ud die gleiche braunrote mit Schlingpflanzen  bewachsene      Architektur. (Abbildung bei Ludorf a.a.O ===> ?)

          

Kircheninventar

 

Altar und Kreuz:

1675 X 5 MS AV Msc 373,8

Meister Bernhart Neuhaus,  Bildhauer  quittiert,  daß  die  Witwe  +Syndici  Bisping mir  wegen  zu  Sendenhorst  gemachten  neuen  hohen  Altars  alles  dasjenigelwas ich diesfalls mit deroselben  Eheherrn  einig  geworden  und verglichen an Arbeitslohn, Holz, Aufrichtung des Altars und  sonsten alles  erhalten habe, solches wird hiermit beschieden

 

=>Bernhard Neuhaus (Niehues), Kleinschnitzler BUK MS:

 

          VI, S. 36: Überwasserkirche

Der Hochaltar des H. Schmitz 1653: Maler Henrich Schmitz;  das  Schnitzwerk lieferte M. Berndt Niehues: Weihe 1661. Gesamtkosten 1500 Rthlr,  Zahlungen bis 1681; nicht mehr vorhanden

 

          VI S. 267;: Observanten-Kirche

Ratsprotokoll 1632: Bernd Neuhaus d. J. Kleinschnitzergesell, ist der  Abriß oder Patron eines Altars abhanden gekommen

 

          VI S. 314 Servatiikriche

Holzbildwerke:  St.  Petrus: Brustbild in eichenem   Knorpelrahmen   mit  Unterschrift Der Hunstege 1645.  Rückseite:  Bernardt  Neuhaus  junior hat diesen Peter gemachet, staveren lassen und  verehret  dieser  Nachbarschaft  pro memoria Anno 1645; Gespaltens Wappenschild mit 2 Hausmarken BN und GH

          => Leihgabe der St Servatii-Bruderschaft im Landesmuseum

 

          Bernhard Neuhaus. Biographie:

          1632 Entwurf eines Altars für die Observantenkirche

          1636 Arbeiten für eine Stadtkarte (Vogelschau Alerdings)     und 5 Proffers  (Modelle von Verschlußstücken) zu           Geschützen

          1637 Anfertigung eines Trecktisches (Meisterstück) zur     Aufnahme in die Kleinschnitzler-Bruderschaft

          1642 Modelle für Verzierungen an Geschützen (Mars und Bellona)

          1649 Rahmen für die Bilder der Gesandten im Friedenssaal

          1651 2. Verweser der Bruderschaft der Kl-Schnitzler

          1662 letzte Erwähnung

          1685 +. Wwe Bildhauersche

 

1662

Auftrag des Rates der Stadt MS: mit seinen Gesellen der Abgesandten Schildereien auf der Ratskammer helfen aufhangen 14ß

 

Inventar II

 

nach Pfarrchronik

 

1897

neue Orgel von Fleiter MS mit 25 klingenden Registern

 

Zur Verschönerung der Kirche ließ Pfr Beckmann an sämtliche Pfeiler in der Kirche Heiligenfiguren setzen, die der heimische Bildhauer H. Seelige für je 400 Mark herstellt.

Die schmerzhafte Mutter stammt von Pastor Reinermann

 

1904

zum 50.Jubiläum der Immaculata wwurde an der Südseite der Kirche das Standbilde der Unbefleckten Empfängnis errichtet und am 8. Dez unter großer Feierlichkeit geweiht.

 

1908

Kirche mit Leim- und Ölfarbe ausgemalt

 

1909

Kirchplatz gepflastert

 

1912

wurden die drei bunten Chorfesnter von Onkel B. Geilern Hardt gestiftet. Es kostete dem Pastor nur einen Gang zur Wirtschaft Panning während der Predigt im Hochamt, das er selbst zu halten hatte.

 

 

 

GV Pfarre Sendenhorst

Beschwerden wegen der Kirche:

          

1704 

Bürgermeister Lipper/Suermann im Namen der Einwohner:

Beschwerde wegen das Pflasterwerk unter den  Frauen- und  Mannesbänken  in hiesiger Kirche, was destruiert. Auch wie liederlich die Bänke von unsern Vorfahren angerichtet worden. Absicht, neuen Flohr oder Pflasterwerk  sowie  Bänke zu besetzen.

 

Dafür muß die Fünte oder Batisterium nach der einen Ecke,  wohin  man  nach dem Orgal gehet, zu transportieren.

          

1724

Beschwerde der Eingesessenen wegen der  Kirche.  daß  für  das  hohe  Altar gelesen, auch daselbsten das Hl  Evangelium  zuu  männgilchen  Mißvergnügen  abgelesen wird, solches fruchtlos und der Kreuzkirchen halber  von  wenigen gehöret, weder das Meßopfer  von  denen  in  Ecken  und  Winkeln  sitzenden  Parochiani observiert werden kann ...

 

 

Kirchensitze

 

1567 Mensing U 120

Johan Gesler, Pastor, Berndt Boker, Otto Udeman, Johan  de  Scotte,  Herman Schulte Elmenhorst, Provisoren der Kirche zu S. erteilen zur Besserung  der Einkünfte der Kirche  Bernd  Roddeoo  Gertrud  die  Erlaubnis,  bei  Jürgen  Byspynges Stuhl eyne stedde in unserm thorne zu errichten

Kirchensiegel (!)

 

Schulchronik 

Unser Kirchhof erhielt 1887 schöne Anlagen und der Spielplatz wurde durch Kastanienbäume verschönert. 

 

8. Dez 1905

Einweihung der Mariensäule. Am 8. Dez wurde die vor dem Südportal der Kirche neu errichtete Mariensäule feierlichst eingeweiht. Dieselbe ist eine Zierde d4es Kirchhofs und macht dem Meister H Seelige aus Beckum, ein Sohn unserer Stadt, alle Ehre. Der Hochw, Pfarrer Beckmann hat die geringen Kosten durch freiwillige gaben der Gemeinde gedeckt. 

 

Im Sommer 1909 ließ unser Hochw. Herr Pfarrer Beckmann den Kirchhof auf seine Rechnung neu pflastern und neu anlegen. Die Pflasterung kostete allein 4500 M. Die Arbeit wurde ausgeführt von dem Pflastermeiter ...

 

1910 im Januar wurde die kahle Turmfläche mit einem großen schönen Kruzifix geschückt, ebenfalls ein Geschenk des Hochw. Herrn Pfarres Beckmann. Desselbe sit von dem Bildhauer Hch. Seelige in Beckum - ein Sohn unserer Stadt angefertigt worden, Kostenpunkt 700 M. 

 

1910

Bericht der Schulchronik über das 25j Pfarrerjubiläum Pfr Beckmann: ... In einer Sitzung des vorbereitenden Comites kam man überein, dem Jubilar das elektrische Licht in der Kirche zu schenken. Der Beschluß fand in einer Volksversammlung vollen Beifall. Man begann mit der Collect und alle steuerten gern und freudig bei und blad hatte man eine Summe von über 400 Mark. Die Anlage wurde ausgeschrieben und die Allgemeine Electricitäts Gesellschaf tzu Berlin unter Mitwirkung von Wilhelm Mayer - Sohn des Kupferschmiedes B Meyer von hier mit der Ausführung betraut.

Die Feier ( am 2. Februar) ... 6 Uhr wurde die elekttrische Anlage in der Kirche dem Jubilar durch das Kommietee feierlich übergeben. Die Kirche war dicht gedrängt voll. Herrlich, ja wunderschön war die Kirche erhellt, überwältigend war der Eindruck des im vollen Glanze leuchtenden Triumpfkreuzes. Mit de, Liede Großer Gott etc. schloß die Feier. 

 

1921 K13

Kostenvoranschlag wegen Wiederherstellung der beiden Chortürme (mit Zeichnung)

radikalvereinfachte Lösung; 185.000 Mark

 

1932 K 13

Ausgaben für ein neues Seitenfenster von Anton Nachtigäller

 

 

Einführung:

Die Einführung der Karfreitagsprozession geht vonn den jungen, unverheirateten Männern aus, die in reichlich unklaren, drohend-geheimnisvollen Worten eine Begründung geben.

Pastor Raden sperrt sich, versucht die Prozession zu verhindern, weil sie von unten, aus Kreisen kam, die mehr als suspekt waren. Der Archidiakon fällt als Enttscheidungsinstanz aus; er segnet jeweils das Schreiben ab, das im zuletzt vorgelegt wurde.

Man spürt etwas von den aggressiven Spannungen zwischen Pastor und zumindest einem Teil seiner Gemeinde, eine Situation, die sich in der Sendenhorster Pfarrgeschichte wiederholte.

Raden vermutet als Drahtzieher hinter den Befürtwortern der Karfreitagsprozession Fiskus (Steuereintreiber) Langen, über den er sich in bösen Worten ergeht und den er vor das Sendgericht bringen will

In diese gespannte Atmosphäre passen Eintragungen in die Pfarrchronik aus den Jahren 1723 bis 1728:

 

1723 Herbst

Um diese Zeit kehrte Pastor Raden von einem Krankenbesuch zurück. Da wurde er von seinen Feinden vom Pferd heruntergezogen, erlitt einen Beinbruch und verletzte sich den Fuß so, daß der Fuß immer offen war. Er wagte nicht mehr, allein, besonders vor dem Tore der Stadt, ohne Schutz umhergzugehen.

 

1725 Spätherbst

Um diese Zeit sind etliche Sendenhorster des nachts mit Aschenbeuteln auf den STraßen herumgegangen; sie haben andere angefallen, sie geschlagen oder auch spoliert (beraubt). Dies hat etliche Jahre gewähret, weil man die Täter nicht hat ausforschen können, und keiner sich getaut hat, sie anzuklagen.

 

1728 dasselbe

Diese Menschen waren so schlecht, daß sei auf den Straßen herumgingen und des nachts Leute, die ihnen entgegenkamen, Aschebeutel ins Gesicht schlugen, dann sie beraubten.

 

 

1703 Pfr Kuipers

Stodtbrock Bernard aus Roxel + 1706 V 22

 

bis 1708 blieb die Pastorat unbesetzt

 

1708 Pfr Kuipers

Henrich Schöler aus MS + 1709 XII 4

 

1710

Balthasar Raden (s.u.)

          

1723 GV 1, status parrochialis

Balthasar Raden aus Borchloe, Diöz. Osnabrück , * 1674, stud Humanioribus  et Philosophia Osnabrugi, Theologia Monasterii 4 annis, 1698 Priesterweihe, zuerst in Lohne, Distrikt Vechte; seit 1710 in Sendenhorst

Pfr. Kuipers: ... wurde durch den Bischof freiwillig nach S. versetzt.

Starb 1731 V 7 wo noch die Mission der Jesuiten bestand

 

 

1731 Pfr Kuipers

Christoph Bernh Borchorst 

aus MS. War dort früher Pastor ad S. Jacobum. Er  war ein frommer Mann aber kein Oekonom. + November 1748

gelehrt und schriftkundig, schrieb fließend Latein

 

1749 Pfr Kuipers

Homoeth Ernestus (Ernst Georg) 

aus Billerbeck. + an der Podagra (Gicht) 1754 X 17, starb im 49. Lebensjahr

 

1754 Pfr Kuipers

Peter Carl Nitschen 

aus Hildesheim + an einem Fußübel, welchem sich die Schwindsucht hinzugesellte 1758 XII 26 im 37.Jahr seines Lebens

 

1759 Kuipers

Herman Andreas Kuipers 

aus Rheine + 1779 III 1 an einem faulen Fieber, im Alter von 55 Jahren 

Kuipers hatte noch zwei Brürder, ebenfalls Pfarrer und zwar in Albersloh und Enniger.

1813 I

Pastor Kuipers zu Alberslo+; war Inhaber eines Benefiziums an der Sendenhorster Kirche (wahrscheinlich Vikarie)

 

1704 Henrich Lipper

     Balthasar Suerman (Gen Vik. Sendenhorst A5)

 

1708 Johan Geißler

 

1710 Balthasar Suermann

     Bernhard Niessert (Domk. Archidiakonate)

1711 Balthasar Suerman

 

1712 Balthasar Suerman (?)

 

1714 Bernd Nießert

     Henrich Schmeddes jun (?)

 

1715 Henrich Lippers (?)

 

1717 Henrich Lippers (Lepper)

     Bernardt Niserdt (AV Msc 385,1)

     (Johan Geisseler Kemner)

 

1718 Johaan Thorwösten        

 

1719 Bernhard Niessert

     Henrich Lipper                

 

1721 Henrich Lipper

     Bernardt Niesert

 

1722 Johan Nienborg

 

1723 Bernard Bontze

                                  

1724 Bernardt Nießerdt (Niesert) Mauritz 2 1/7

     Bernhardt Bontzen

 

1725 Dietrich Suerman

 

1726 Bernard Nieserdt

 

1727 Bernd Bontze

 

        1728 Bernard Bontze

             Bernd Niesert

 

        1729 Bernd Niesert (?)

 

        1731 Ferdinand Hölshcer

             Bernard Wettendorff

 

        1732 Johan Bernard Wieler

             Ferdinand Hölscher

 

        1733 Johan Berndt Wieler

             Ferdinand Hölscher

 

        1734 Bernd Wettendorff

             Geiseler (Stadtrechnungen)

 

        1735 Bernhard Wettendorff

             Wilhelm Henrich Geißeler

 

        1736 Werner Wieler

             B. Niestert (?)

 

        1737 Wermer Wieler

             Bernard Niesert

        1738 Johann Sievert (Akten Brüser)

 

        1739 NB. Niesert (?)

 

        1740 Wilhelm Henrich Geißeler

             Niesert

 

        1742 Wieler

 

        1743 Henrich Bonse

             Balthasar Suerman

 

        1745 Sievert

             Bonsen

 

        1746 Wieler

 

        1749 Joan Winkelsett

             B. Niestert

 

 

 

Pfarrarchiv Sendenhorst; Akten Kasten 10

 

1720 III

Johan Hinsenbrock, Gerhard Oinck, Johannes Everharduß Hintzenbrock, Berndt Hermann Bußman (alle mit eigenhändiger Unterschrift) an den Archidiakon:

... unterbenente namens übriger ums ammoch beystimmenden Gesellen binnen das Städtlein Sendenhorst nicht verüblen, was gestalt wir schon Anfang 1720 resolvirt gewesen, zur Ehren Gottes und Abwendung allen im vorigen 1719ten Jahre  hiesiger Gemeinheit von Gott scheinbarhlich angedroheten Übels und Straffen an bevorstehenden Charfreitag eine Procession zu Ehren des Leyden Christi zu halten, auch dieselbe beyzuwohnen gegen die Gebühzr hiesigen unseren Pfarrherren und Pastoren lt. beygefügten Ersuchen, welcher dan mit den Zusatz, daß eine Fundation aufgerichtet werden müsse, diese Andacht für die Gebühr von (folgen Sätze, die auch in der Fundationsurkunden von 1721 wiederkehren) zu caviren sich offerirt ... und Pastor nicht nicht friedig, sondern eine bündige stabile fundation angezogener Gelder halben und Fortsetzung dieser Procession in perpetuum verlanget.

(Pastor zögert die Angelegenheit heraus) ... also daß es das Ansehen habe, die von uns verlangende Processione solle dieses Jahr nicht gehalten werden, da doch vom Herrn Pastor die Adacht für gut befunden und die notwendigen Sachen zu verfertigen eingewilliget. 

Wann nunr diese vorhabende Procession fast üebralls in Stadt und Kerspiel wie auch benachbarten Orten kundbar, auch jeder ein sonderbares Verlangen traget, dieser Andacht beizuwohnen, um den gerechten Zorn Gottes abzuwehren, entzwischen auch alle erfordernde Notwendigkeiten fertiget ... möge Archidiakon den Pastor bewegen, um Schandt und Ärgernis der Gemeinde zu verhüten, gelelter Procession gegen Erlegung einer Gebühr beizuwohnen. (Falls Pastor oder Vikar verhindert, möge der A. eine andere Person schicken)

 

1720 III 23

Archidiakon Jobst Gottfried Adrian Freiherr von Droste, Kapitularherr des Doms, ordnet die Durchführung der Procession durch eine Dekretum an 

 

1720 III

Pastor Rahden, Sendenhorst erhebt Einspruch gegen das Dekretum (das ihm durch die Küstersche zugestellt worden) ... propter falsa supplica narrata mere sub - er ob - reptitium.

Praeceptor Langen, der für die Jungen Gesellen das Gesucht aufsetzte, welcher wegen seinem verübten Frevelmut und vilefältiger Lügen, so er dieserhalb unter das Volk ausstreut, billig exemplariter zu bestrafen (einzelne Excesse wird Pastor in der nächsten Synode anzeigen)

... was maßen die vorhabende Procession pro hoc anno keines weges ohne große Confusion, Scandal und Ärgernis gehalten werden können.

Pastor und Vikar sind wegen obliegender gar zu großer Beschwerden verhindert, daß sei die Processione nicht begeliten können. Die Anstalt aber, so von den jungen Gesellen frivole dazu gemacht, ist nicht zu erdulden. 

(folgt scharfer Angriff gegen Langen und Antrag, den jungen Gesellen den Anfang der Procession zu verbieten) umb alle confusion, scandal und Ärgernisse zu verhüten ... daß sie sich nicht verkühnen, verhabende Procession anzufangen und fortzusetzen, bis daran, daß selbige nicht nur allein stabil fundirt, sondern auch vom Archidiakon approbirt worden. 

 

1720 III 19

Archidiakon gestattet ... um die Andacht nicht zu verstören, daß nur die Gemeinheit procsssionsweise gehen könnte, Gott in einfältigem Gebet mit Gesängen demüttigst anflehen, welcher ordnung der Herr Pastor verschaffen soll, daß eine Crucifuxus vorgetragen werde ...

 

Demnach die Herren Bürgermeist4er und Rat, so dann die Eingesessenen zu Sendenhorst verschiedentlich unterthänigst angesuchet, damit wir zur Vermehrung der Ehre, Gottes, auch Einpflanzung christlicher Erbaulichkeit unseren Consens dahin erteilen, daß am Hl. Chaarfreytag eine Procession in beemlter Stadt Sendenhorst gewöhnlicher Maßen angeordnet werden möchte.

Folgt Taxe, die den Amtspersonen Pastor, Küster, Organist und Schulmeister zusteht ... wenn sie zur Procession erscheinen und ministrirt werden sollen.

Weilen dieses der Magistratus zur großen Glorie und Ehre Gottes, auch Vermehrung der Andacht vorab auf solcher Heiliger Zeit zeielet, so werden Herr Pastor, Vicarius, Cüster, Schulmeister und Organist und übrige Ministri desto weniger reflexion auf das Zeiltiche machen, sondern vielmehr die Ehre Gottes, so alle richtig belohnen wirdt, für Augen liegen.

 

 

1721 IV  6

Stiftung der Karfreitagsprozession

(Anm: Karfreitag war 1721 am 11. April; Stiftung als am Palmsonntag)

 

Fundatio der Char-freytags Procession

Wir Bürgermeister und Rhat der Stadt Sendenhorst bezeugen hiermit für unß, unseren Successoren und jedermänniglichen, daß wir auf vorhin mit unserer Gemeinde gepflogenen Rath und derselben Bewilligung resolviret haben, daß zu großerer Ehre Gottes und Vermehrung der Christl. Andacht Järlich in unserer Stadt Sendenhorst auf dem heil. Charfreitag eine Procession zum Andenken des bitteren Leidens unseres Herren und Erlösers J. C. gehalten werden sölle, wir auch darauf von Sr. Hochw. b. Gnaden Jobst Gottfried Adrian Freyherr von Droste, unserem H. Archidiaconus sub dato Münster d. 19ten Mertz laufenden 1721 Jahrs die Einwilligung und Confirmation erhalten (jedoch mit dem Vorbehalt und hiermit gethaner Bedingung, daß wir solche Confirmation nicht ferner angenommen als daß unß und unseren Successoren frey bleiben solle, solch Procession dem Befinden nach, bißweilen, auch sogar gänzlich zu unterlassen) darauf mit dem H. Pastoren unß vereinigt haben, daß jeder H. Pastor und dessen Successores bey solcher Procession durch sich oder bey dessen Verhinderung und Unvermögenheit, einen anderen Geistlichen dieselbe dirigiren, die Leute in Ordnung stellen und mit Singen auch sonsten, wie alles seinem Amt gemäß, derselbe assistiren, nach gehaltener Procession aber eine Ermahnung von der Cantzel halten, sodann ein zeitl. Vicarius s. Catharinae hieselbst oder dessen Vicesgerens dieser Procession mit Singen und bey Halten gebührender Ordnung gleichfalls assistiren, als dann der Cüster und Schulmeister mit Singen sich fleißig bei derselben verhalten, der Organist aber beym Ausgang und wieder Einkommen der Porcession in der Kirchen die Orgel schlagen,auch Calcant dabey sein Ammt vertreten solle, dagegnen dem Pastori für seine Mühewaltung ein Reichsthaler und für die Predigt elf Schillinge acht  Pfennige, dem H. Vicario ein Markstück zu 9 SChillinge 4 Pfennig, dem Cüsteren und Schulmeisteren  jdem 7 Schillinge, dem Organisten 4 SChilling 8 Pfennige und endlich dem Calcanten zwey schilling 4 Pfennige gegeben, auch die zur Procession notwendige ornamento un dKleidungen auß dem  während der Procession vorfallender Opfer von uns angehaftet, die benöthigte Persohnen auch angewiesen werden, nicht weniger dem H. Pastori, Vicario et reliquis sowohl alß unß und unseren Successoribus vergelter künftig zum theil oder ganz, auch altera parte invita, wieder aufzuheben freystehen soll, zu dessen allen Festhaltung haben wir uns, unseren Successoren und Gemeinde unserer Stadteinkünfte, Saat (?) und güter soviel hierzu vonnöthen, verpfändet, auch darüber gegenwärtigen Schein, unter der Stadt gewöhnlichen Einsiegel zu unserer und dern einverleibten Nachricht in duplo ausfertigen und ob absentiam secretatii durch untenbenennten Noatrium unterschrieben lassen, waß auch der H. Pastor eines zeitl.Vicarii hoc tempore vicesgerens zu gleichmäßiger approbation und infolge dieses eigenhändig unterschrieben und mit ihren Pettschaften bekräftiget haben.

So geschehen Sendenhorst, d. c. April 1771ten Jahres

Joannes Bernadus Catjou Notar

Balthasar Raden, Pastor

Hugo Deiterinck, Vice-vicarius

Henrich Lipper et Bernd Niesert, consules

(teilweise fehlerhaft; lateinische Formeln verbessert; allerdings in der Fassung Ahlener Volkszeitung Nr. 69, 24. I. 1921 korrekt von Wilhelm Kleinhans editiert)

nach Original im Pfarrarchiv folgen noch die Unterschriften:

- Bernardt zur Bonssen

- Gerhardt Hinsenbrock

- Johann Everhardt von der Renne

- Dirich Suer

- Ferdinandt Hölscher

- Hinrich Vennewaldt

- Dirich Mennemann

- Anthon Beumer

- Gerdt Feldtmann

- Henrich Schmeddes

- Bernardt Schmedtkamp

- Betram Pustkrey

- Dirich zur Bonsen

Siegel des Pastor

Hugo Deternich Vicariae S. Cath, oeconomus

 

1725 III 13

Mißstände:

 

Dies parasceves publicandum in Sendenhorst

Eß wirdt allen und jeden, so der zu Ehren deß bitteren Leydens und Sterbens Xti Jesu ohnlengst angeordneten Procession zu Sendenhorst beywohnen, bey straeff von hen Pfundt Wachs archidiaconaliter anbefohlen, daß sie sich von allem ärgerlichen Rueffen, Schlägern und andern Muhtwillen, wodurch die Andachtg ienigermaeßen verhindert oder zerstört werden könnte, gäntzlich enthalten.

 

1769 III 16

Licentiam in die Parascieves Christi boynleutem (?) absque personis Judeos figurentibus in supplicatione com ... circumdecendi ... quoad alias vero figuratas personas decreto Synodali dicta Oct. 1768

 

1786 Synodalprotokoll: Die Karfreitagsprozession scheint außer Gerbrauch gekommen zu sein: 

11. Sept 1786 Synodalvisitation und Prüfung der Kirchenrechnungen 1783-1785: noch einige alte zur vormaligen Karfreitagsprozession gebrachte Leinwand und sonstige Stücke befunden worden, so ist diese möglichst meistbietend zu verkaufen

ca 1800

Nachweis der Kosten wegen gehaltener Procession

1. charfreitagsproc. Gesamt 2-10 Rthlr

 

 

Passionsdarstellungen:

S. 107

In  S  trat  bei  der  Prozession  eine  Teufelsgestalt  mit  Hörnern   und Drachenschwanz auf, wie um die Andächtigen mit stummen Gebärden im Gebet

(Börsting-Schroer)

   

Mißstände bei der Karfreitagsprozession

 

Betr Karfreitagsprozession; Mißstände

 

Abschrift; MS 23 IV 1829: An die landrätliche Behörde Ibbenbüren:

 

Umstehend erhalten Sie einen Auszug aus dem mstr Edict vom 4. Okt 1768, wo unter  Beziehung  auf dasselbe  alle  kath  Pfarreinen  der  mstr  Diözese anzukündigen, daß, wofern sie bei den Prozessionen am Charfreitage einen Kreuzträger und überhaupt vermummte Personen zulassen, sie nach diesem nach bestehenden Gesetze in fiscalische Pflicht werden genommen werden. Gleiches

ist der Bürgermeister von Gemeinden im vormaligen Bisthum  MS  des  Inhalts dieses Synodal-Edicts mit der Verfügung bekannt zu geben, daß sie  denselbe auf gewöhnliche Weise zur allgemeinen Kunde geben und den  Übertretern  die Beförderung der Strafe von 25 Gulden oer 12 1/2 Rthlr androhen ...

 

1829 Pfarrarchiv Kasten 10

Circular an die Pfarre des Dekanats Beckum bzügl. der Einschränkung der Prozessionen

...  wo Charfreitag eine Prozession ist, kann sie beibehalten werden. 

 

1821 IV 23 MS

an den Landrat Cormann, Borghorst

an die landrätliche Behörde Ibbenbüren

 

Umstehend erhalten Sie einen Auszug des mstr Edicts vom 4. Oktober 1768, um  unter Beziehug auf dasselbe allen kath Pfarrer der   mstr Diözese anzukündigen, daß. wofern sie bei den Prozessionen am Charfreitrag einen Kreuzträger und überhaupt vermummte Personen zulassen, sie nach diesem nochbestehenden Gesetze in fiskalische Buße genommen werden. Gleichfallsist den Bürgermeistern von Gemeinden im vorm., Bistum MS der Inhalt dieses Synodal-Edikts mit der Verfügung bekannt zu machen, daß sie  dieselben auf   gewöhnliche Weise zur allgemeinen Kenntnis geben und den  Übertretern  die eine Beiforderung der Strafe von 25 Gulden zu 12 1/2 Rthlr

          

 

1825 XI 21 Köln

 

Ferdinand August EB von Köln (Graf Spiegel): 

Rundschreiben betr Mißbräuche kirchlicher Feierlichkeiten.

...Es ist durch Thatumstände bewiesen, daß in verschiedenen Pfarrgemeinden die sog. Schützen-Gesellschaften und Bruderschaften oder auch zufällig gebildete Vereine von jungen Leuten an den Festen der Kirchweihe und der Kirchenpatrone oder bei den Pfarr-Prozessionen feierliceh Aufzüge veranstalten, wodruch die Religion herabgewürdigt, das Heilige dem Gelächter ausgetellt ...

Mn pflegt nämlich in mehreren Pfarrgemeinden bewaffnet mit klingendem Spiele und Trommelschlage, oft in einem höchst lächerlichen Anzuge und mit ungeziemenden Geberden die sakramentalische Prozession zu begleiten...

dieser Unfug kann ferner nicht geduldet werden.

Gegenwärtige Verordnung soll von der Kanzel an zwei nacheinander folgenden Sonntagen verkündet werden

 

 

 

Oberpräsident an Landrat

1839 IV 29

Ein Korrespondenzartikel aus MS in No 102 der Augsburger Allgemeinen Zeitung welcher eines Vorfalls, der sich am letzten Charfreitga zu Sendenhorst ereignet haben soll, erwähnt, hat höheren Orts Aufmerksamkeit erregt und ist von mir über das Sachverhältnis Bericht erfordert worden..

In der Beilage zu No 102 des hiesigen Westf Merkurs befindet sich ein Schreiben aus Sendenhorst vom 22. des Monates- angeblich zur Berichtigung jenes Artikels- aus welchem jedenfalls auch hervorgeht, daß dort an jedem Tage Unruhen stattgefunden haben ... 

Bericht angefordert von Bürgermeister Brüning; der die Aufgabe an Pfarrer Lorenbeck weiterleitet

 

1839 IV 14

Pfarrer Lorenebck an Bürgermeister Brüning:

... die Prozession ist am letzten Charfreitage ganz in der bisher üblichen Weise gehalten worden; und es ist auch von mir durchaus kein Widerspruch erhoben, weshaln eine unwillige Stimmung im Pub-likum sich äußern könnte. Wenn ich gleich die Prozession in der Art, wie sie bisher, aus alten Zeiten übel verstandener Gebräuche herstammend, noch gehalten worden, längst schon bestandener Verbote gemäß nicht billigen kann, und wenngleich ich gestützt auf angedeutetes Verbot der geistlichen Behörde, und angetrieben durch dads Urtheil besonnener Katholiken, welche den maskierten Aufzug eines Christus unter dem Kreuze einen Trödel oder einen Scandal genant haben, eine Veränderung resp. Verbesserung damit wohl schon hätte vornehmen mögen: so habe ich doch für gut befunden, dieses nicht ohne mähere Veranlassung und Mitwirkung der hochwürdigsten geistlichen Behörde thun zu wollen. Übrigens erlaube ich mir die Äußerung, daß nicht so sher die religiösen Ideen des gemeinen Volkesm als vielmerh komerzielle und merkantile Rücksichten das größte Hindernis einer Verbsserung sind; ähnlich dem Beispiel in der Apostel-Geschichte mit der Götten Diana, Cap 19, vers 25ff

 

Ambelangend die vorgefallene Unruhe ist das ganze Factum treu in der Beilage des Westf. Merkurs No 102 erzählt, und ich wüßte nichts hinzuzfügen, als daß ich es für meine strenge Pflicht halte, Ordnung in der Kirche zu handhaben, und nicht zu dulden, daß nach beendigtem Gottesdienste sich schlecht erzogenen Leute nach Willkühr in der Kirche mit Absingen von Liedern befassen.

 

Mit dem Spectakel vor der Kirchenthüre hatte es übrigens nicht mehr auf sich, als daß die aus der Kriche verwiesenen verwirrt durcheinander ho! ho! ho! riefen und mit dem Polizeidiener, der zufällig des Weges kam und das Rufen verbot, einige Augenblicke zankten. Die eigentliche Bewandnis der Sache ist, daß den gemeinen Menschen von meinem Vorgänger die Zügel nicht gehalten sind, daß dieselben gewöhnlich durch Grobheit ihr Ziel erreicht haben und sich noch nicht mit dem Gedanken vertraut machen können, daß das nun nicht mehr geht. ...

 

Daß hier sonst am Charfreitage das Unwesen von den Krämern getrieben wurde, wird keineswegs Euer Wohlgeboren zur Last gelegt werden können, indem es Ihnen unbekannt war. Vielmehr statte ich Ihnen meinen Dank ab, daß Sie es auf meine Anzeige alsbald verboten haben.

 

 

Bürgermeister Brüning an Landrat von Merveldt

 

1839 V 11

Die Prozession am Charfreitag betr.

 

Es ist von Altersher dahier noch Gebrauch, daß am Charfreitage des Nachmittags eine Prozession an der inneren Seite des GRabens um die Stadt gehalten wird, wobei ein verkleideter und maskierter Mann ein großes Kreuz trägt.. Die Geistlichen, Küster und Schullehrer begleiten die Prozession im kirchlichen Ornate . Von diesen und der mitgehenden Volksmenge werden sogenannte Fastenlieder vom Leiden Christi gesungen. Nach Beendigung der Prozession wird in der Kirche gepredigt. Das Ganze währt von 2 bis etwa 4 Uhr. Des Abends von 7 bis 8 Uhr wird wieder Betstunde gehalten, worin abwechselnd gesungen wird und wobei der Pfarrer zugegen ist. Es hatte sich die Unordnung eingeschlichen, daß über 8 Uhr hinaus mehrere junge Leute aus der untersten Volksklasse bis gegen 9 Uhr in der Kirche blieben und sich mit Absingen von Fastenliedern befaßten., wobei der eine noch stärker schrie als der andere. Da dieses Singen nichts weniges als erbaulich war, läßt sich leicht denken; daher fand sich der Pfarrer veranlaßt, den nach beendigtem Gottesdien st in der Kirche zurückbleibenden, meistens Handwerksbursche, zu erklären, daß der Gottesdienst beendigt sei und die Kirche geschlossen werden müßte. Hierauf gingen alle ohne Widerrede aus der Kirche, es mochten etwa 50 bis 60 Personen sein. Diese blieben noch einige Minuten auf dem Kirch-hofe stehen und riefen beim Weggehen des Pfarrers öh! oh! und gingen dann selbst nach Hause. 

Gegen das Abhalten der Prozession ist vom Pfarrer nicht der mindeste Widerspruch erhoben, auch hat sich eine unwillige Stimmung im Publikum nicht wahrnehmen lassen.

Mit dem Feilbeiten von Waren am Karfreitage hat es folgende Bewandtnis: Vor einigen Jahren fanden sich ein Kuchenbäcker am Karfreitage hier ein, welche ihre Ware auf Tischen feilboten, voriges Jahr aber stellten sich drei Krämer aus Münster ein und boten Ellenwaren feil; ich ließ daher am letzten Karfreitag den Grund der Verordnung vom 21. Nov 1823 das Feilbieten von Waren auf den Straßen und öffentlichen Plätzen verbieten und die hergekommenen Krämer zogen so wieder ab.

Dieses ist der ganze Hergang der Sache, und erlaube ich mir bei dieser Gelegenheit den Wunsch zu äußern,. daß die höhere Behörde sich veranlaßt finden möge, daß wenn nicht die Prozession, doch das Kreuztragen durch einen maskierten Menschen abgeschafft werde.

 

 

Hierzu lange Abhandlung ebenfalls im Pfarrarchiv: 

... Es hat sich vielfach und in allen Farben ein Gerede über eine am Hl. Charfreitage zu Sendenhorst vorgefallen sein sollendes Scandal verbreitet und selbst die Augsburger Allgemeine Zeitung Nr. 102 enthält einen Correspondenz-Articel aus Münster darüber:

In dem uns benachbarten Städtchen Sendenhorst hat das Volk dem Pfarrer die Scheiben eingeworfen, und zwar am Charfreitage weil der selbe die hergebrachte Prozession und den Christus unter der Kreuzeslast und den geißelnden Schergen an diesen Tage hat abstellen wollen

(wird vom Pfarrer Lorenbeck heftig widersprochen; er habe die Prozession stets durch geführt; nur Mißstände abgestellt, vor allem die Krämer und Buden an diesem Tag)

 

1839 VIII 2

Bishcof Caspar Maximilian bezieht sich auf die Verordnung vom 04.10.1768 und bekräftigt: Ein verkleideter Kreuträger darf nicht mehr bei der Prozession sein; zupublizieren!_

 

 

Kirchenchor

 

1936 I 4 B 127

 

Stapo MS

Minister für kirchl Angelegenheiten hat entschieden: althergebrachte Veranstaltungen der Kirchenchöre kath Kirchengemeinden sind nicht zu beanstanden, auch wenn sie außerhalb ihres natürlichen und bestimmungsmäßigen Betätigungsfeldes liegen. Bisheriger Rahmen muß eingehalten werden.Alle darüber hinaus gehenden Veranstlatungen sind zu verbiten

Der Zugehörigkeit Jugendlicher unter 18 Jahren zu den Kirchenchören ist besondere Beachtung zu schenken. Versuch, das Betätigungsverbot der konfesionellen Jugendverbände zu umgehen. 

Austrup: Schulte zur Kenntnis_

 

 

 

Kirchbau

 

(nach Zeitungsberichten A 580)

 

 

Januar 1853

Eine zum Besten des Kirchenbaus bewilligte kath. Hauskollekte wird gegenwärtig im beachbarten Reg Bez Münster durch die Gemeindedeputierte abgehalten.

 

März 1853

Kollekte abgehalten; soll in den übrigen Teilen der Provinz fortgesetzt werden.

 

Mai 1853

der hiesige Kirchenvorstand hat bei der Versteigerung des Kanals die sogenannte Steuner Schleuse für 1800 Thlr erstanden, und das aus behauenen Sandsteinen bestehende  Material hierher zu holen und zum Kirchenbau zu verwenden

 

Juni 1853

Kollekte im Reg Bez Arnsberg

 

Sept 1853

Das zur Abhaltung des Gottesdienstes während des Neubaus der hiesigen Kirche  bestimmte Gebäude wird noch in diesem Jahre aufgerichtet werden.

 

Nov. 1853

wird nächstens mit dem Abbruch der alten Kirche vorgegangen werden

 

Jan 1854

Das zum Gottesdienst während des projektierten Neubaus der Pfarrkriche bestimmte Gebäude wurde am 27. 1. seiner neuen Bestimmung  übergeben

 

März 1854

Der Abbruch der alten Pfarrkriche hierselbst ist fast beendigt. Mit dem des Thurmes ist man beschäfttigt; nunmehr wird der Neubau vorbereitet 

 

Juli 1854

Der Neubau der Kirche hat bisher noch nicht in Angriff genommen werden können, da die technischen Vorarbeiten noch nicht zum Abschluß gekommen sind. 

 

fehlen Berichte bis  1854 - 1863

 

November 1863

Die günstige Witterung ist dem hiesigen Kirchenbau sehr förderlich gewesen, und sind von den beiden Thürmen an der Ostseite der eine ganz, der andere zur Hälfte fertig geworden, womit die Bautätigkeit für dieses Jahr eingestellt ist. 

 

Juli 1865

Am 16. d. Mts Abends fuhr der Blitz in einen der Thürme der hiesigen neuen Kirche  und richtete an dem Dache einige Verwüstungen an, ohne aber zu zünden

Wohltätigkeit und Menschenliebe hat sich neuerdings in erfreulicher Weise dadurch bewährt, daß für den hiesigen Kirchenbau der Pfarrer Reinermann hierselbst 500 Rhtlr und die Mitglieder der Johannesbrüder- Schützengesellschaft die gleiche  Summe geschenkt haben

 

 

 

 

 

Kirche zu Sendenhorst

 

1975 Denkmalpflege

Die von Vinzenz Statz erbaut Hallenkirche ist ein beachtlicher vierjochiger Backsteinbau mit reich gegliedertem Westturm, eingezogenem polygonal geschlossenem Chor, Die chorflankentürme gehen in den Obergeschossen vom Quadrat in eine polygonale Grundform über, Dreibahnige, langezogene Maßwerkfenster spenden dem Innenraum das notwendige Licht, An den Seiten Strebepfeiler mit Kaffgesimsen., Satteldach mit Pfannen gedeckt. Auf der Südseite ein bemerkenswertes Portal  sowie eine Mariensäule auf dem Kirchjplatz, - Der Innenraum ist mit Kreuzrippengewölbe überspannt.

Zustand: sehr gut.

 

Baugeschichte

 

vgl. W. Kloppenburg, Einflüsse des Kölner Dombaus auf die Neugotik im Bistum Münster unter Bischof Johan Georg Müller 1847-1870

Kölner Domblatt 31/32 (1970), S. 145-148

 

stilistische Verwandtschaft:

BUK Kreis Soest, Oestinghausen (S. 54ff)

Kirche kath, romanisch, Übergang

einschiffig, zweijochig mit Querschiff, gerade geschlossener Chor, Westturm  (romanisch) und Sakristei an der Südseite. Dachreiter auf der Vierung.

Hauptgesims mit spitzbogigem Bogenfries

Kreuzgewölbe mit rechteckigen Rippen, Fenster rundbogig

 

vgl. auch Vreden, Stiftskirche: einschiffiger kreuzförmiger Gewölbebau ohne Turm 

um 1180 Langhaus errichtet

 

Innenmaße der Kirche nach Urkastaster errechnet, Mauerstärke auf 1m gesetzt

32m lang, ca 9 breit = 440 qm, Turm 49 qm , Gesamt ca 490 qm

 

1669 AV 391,1

Pastor Kleikamp quittiert Anweisung von 15 Rthlr durch den Richter Bisping zum Behuf des Kirchenbaues aus dem Register der Nebenschatzung

 

1686 Kirchspielrechnungen

Lt Quittung an Thomas Joelman, Provispr, bezahlt wegen pannen zu der Kirchen 5-10 Rthlr

An Bürgermeister Wettendorff den Winkopff wegen Meister Caspar Heiman -18-8

Meister Caspar Heimann wegen seiner Arbeit an der Kirchen 14-27 Rthlr

Henrich Herte -14-

Meister Bernt Blickmann wegen seiner Arbeit an der Kirchen 8 Rthlr

Meister Caspar Heimann einschließlich Restzahlung 12 Rthlr

 

1723 GV 1 Status parrochialis

Altäre:

Quartuor in ecclesia, unum in sacristia,

summum in choro, S. Martin. Episcopus medium in eccl.

SS. Fabnianus et Seb. lateralis ad septentrionem

S. Cath. lateralis ad meridiam

S. Johannes Baptista de titulo Sti.

in Sacrista nihil constat

 

 

1804 GV

Johan Hch Freise, Rechnung über Glaserarbeiten

1. Glase 25 Ruten in der Kirceh

2. in der Seidenkapell 9 Rutten

3. in der Außenkapell 13 Ruten

4. in der Kirge die neyhen Glaße geputzet

 

1808 I 27 Reg MS 16576

Bauninspektor Meyer, WAF: Bey dem letzten unglücklichen Brand zu Sendenhorst hat auch das Feuer die Kirche ergriffen und ist der Thurm ganz ausgebrannt, die Glocken sind geschmolzen und die Thurmuhr zerstört worden

Die Einwohner von S. sind dadurch in nicht geringer Verlegenheit, indem ihnen nun weder zu ihren gottesdienstlichen Verrichtungen die Zeichen gegeben werden können, noch sind sie im Stande ihre Zeit gehörig einzuteilen.

Aber selbst das noch stehende Mauerwerk, welches nun schon 2 Jahre den Einwirkungen der Witterung Preis gegeben war, leidet von Zeit zu Zeot immer mehr und um so bedeutender, je stärker es vom Brande mitgenommen worden ist. 

Auftrag durch Magistrat und Pfarrer, einen Plan zur Widerherstellung des Turmes zu entwerden: Turm muß stark mit Holz ausgebaut werden; durch Anbringung vieler Anker muß Mauerwerk gefestigt werden. 

Kostenvoranschlag: 3749 Rthlr

 

 

 

1810 StASendenhorst ohne Signatur

Die Kirche ist in einem dauerhaften Zustand exclusive des Daches

Sie ist allerdings zu klein,maßen auch die Gemeinde zu schwach, um die ungeheueren Kosten zu deren Erweiterung bei den gegenwäritgen Zeitumständen aufbringen zu können

 

 

 

1813 X

Schreinermeister Mertens  stellt Rechnung über 7 1/2 Rthlr aus für das Aufwinden der Turmuhr

 

Neubau der Sendenhorster Kirche 1855/1865

 

 

Baugeschichte

Ludwig Schreiner, Architektur des 19. und 20. Jh:

der Sakralbau in der zweiten Hälfte de 19. Jh

Kohl, Westf. Geschichte 2

 

beachten wir

 

 

1824-1833

jährliche Ansparung von ca 500 bis 600 Thlr; so daß 

1834 5.926 Kirchbaukapital vorhanden.

Weitere eingeplante Einnahmen:

- kgl Gnadengeschenk leider in Staatsschuldscheinen, die versilbert werden müssen.

- Zinsen aus ausgeliehenem Kapital aus den Gemeinden Dolberg, Beckum, Enniger, Vorhelm, Ahlen

gesamt 9.379 Thlr

 

1832

Überweisung aus der Communal-Kasse der Bürgermeisterei Senden-horst: etatsmäßiger Zuschuß behuf dem Sendenhorster Kirchenbau 500 Thlr;Anlage bei der kgl Bank.

 

 

1834

Bauspektor Ritter hat im Herbst 1833 den Auftrag erhalten, die Erweiterung der Kirche in Sendenhorst durch zuführen.

Aus seinem Gutachten: : Turm über dem Gewölbe sehr ausgebrannt (jedenfalls  nach der Behauptung Bürgermeister Marcus)

Nach Untersuchung keine Gefahr für den Turm, trägt das Geläute vo 8.000 Pfd  schwere Glocken ohne Beschädigungen

"Die Gewölbe sind die einzige Vorzüglichkeit in dieser Kirche"

"Der Turm ist schon zweimal ganz ausgebrannt und ausgeglüht,  nämlich  1529  und 1806"

===>  1529  sicherlich  nicht  aus  der  Luft   gegriffen,   wahrscheinlich  Bauinschrift<===

 

1835 LRA Beckum Nr 322

Stiftung von 2.000 Thlr durch den preußischen Köniog für die Mitglieder der Commune Sendenhorst, dsie 1806 abgebrannt waren. Da die Geschädigten nicht mehr festzustellen sind, wird das Geld als zinsfreier Vorschuß dem Armenfonds überwiesen; später für den Kirchbau verwendet. 

 

 

1836

Beurteilung der Steine aus dem Steinkühler Feld durch Steinhauer Heinrich Neuhaus:

Die Steine liegen 8 - 10 Fuß unter der Erde; nach Abräumung in 4- 6, auch 8 Zoll dicken Lagen (10 - 20 cm). Nach seiner Meinung sei die jetzige Kirche auch von den Steinen aus dem gedachten Brüchen erbaut, da die steine sehr ähnlich sind.

Auch der Flur der neuen Kaserne in Münster sei aus Steinen aus dem Steinkühler Feld gemacht.

(Steinkühler Feld im Besitz de Kolonen Joelmann)

 

 

BE LR 322

1834 V MS Baurat Ritter an LR Merveldt:

Herbst 1833 Entwurf zur Erweiterung der Sendenhorster Kirche angefordert.

...Bei meinen Reisen habe ich dieses Gebäude schon einige Male untersucht und glaube darüber Nachstehendes anführen zu können:

1. am wenigsten kostbar, aber schwierig in der Ausführung: Erweiterung durch zwei Kreizgewölbe auf beiden Seiten des turms, die alten Mauern teilweise abbrechen und nur einen Gurtbogen stehen lassen

Erfordert viel Umsicht und einen tüchtigen Maurermeister; Gebäude würde dann in der lichten Weite 83 Fuß = 25.4 m erhalten. 

- Lt Bürgermeister Marcus ist Turm über dem Gewölbe sehr ausgebrannt. Nach Untersuchung trotzdem festgestellt, daß der Turm noch sehr dauerhaft ist: trägt die 8000 Pfd Glocken ohne anscheinende Beschädigungen: Im Innern ist der Turm mit neuen starken Holze gut ausgebauet, die Mauern sind sehr dick, gut verputzt und von der Schadhaftigkeit des Mauerwerkes war auf diese Art nichts zu bemerken. 

2. Ritter kann der Meinung nicht zustimmen, man könne das Gewölbe heruasbrechen, um die Kirche höher zu ziehen:die Gewölbe sind der 

einzig Vorzug dieser Kirche, bis zum Scheitel 36 Fuß (11.15m hoch)

also nicht zu niedrig: Nicht zu empfeheln, da am doch immer sehen

würde daß die Pfeiler ursprünglich andere Bestimmungen gehabt

Will man diese Kosten vermeiden, dann baue man lieber eine neue Kirche, nach einem der Localität und der jetzigen Seelenzahl angemeissenene Plan, den ich gerne entwerfen werde

 

1837 XI 20 Münster 

Baurat Ritter an LR Beckum:

 

... Von Bürgermeister Brüning erfuhr ich, daß meherer Gemeinde-Glieder die Kirche zu Glandorf als ein schönes und angemessenes Gebäude empfehlen und deshalb beschlossen sie, zur Besichtigung derselben eine Deputation nach Glandorf zu schicken.

... bei Gelegenheit habe ich das Gebäude nicht nur genau besichtigt, sondern selbst aufgemessen. Folgt Beschreibung und Skizze

 

- ohne Säuler und Pfeiler, die nicht bloß den Bau sehr verteuern sondern auch beim gottesdienste hinerlich werden.

- Lichte Weite von 56 Fuß; 2 Fuß weiter als die geplante Sendenhorster Kirche

- Im Innern hat die Glandorfer mit der Sendenhorster nach dem 2. Plane einige Ähnlichkeiten:

- Hochaltar

- Kommunikantenbank

- Chorsitze

- Kinderbänke

 

... Bei der neuen Sendenhorster Kirche ließe sich die Kanzel mehr in der Mitte anbrigen

 

Scharfe Kritik an der Glandorfer Kirche: ... Ich habe nie eine Kirche gesehen, in welcher so viel Holz unöthiger Weise verschwendet ist, als in diesem Dache; Wald von Bauholz

... noch ein sogenanntes Mansarde- Dach, die vor etwa 50 Jahren freilich einmal Mode war, wie sich aber heutigen Tags selbst bei Wohngebäuden von zu bringen scheint, da das schlechtes aussehen solcher Dächer jedem einleuchtet. 

Drohung: Sollte ncah dieser Konstruktion an der neuen Sendenhorster Kirche ein Holz-Gewölbe und Strebpfeiler angebracht werden, so würden die Kosten wenigstens um 3000 Rthlr höher belaufen als ich dieselben veranschlagt habe_

 

1837 I 2

Bauinspektor Ritter drängt auf Ausführung; ... da der unmittelst erfolgte Tod des Herrn Pastors zu Sendenhorst die Hindernisse beseitiget hat, welche von dieser Seite gegen die Ausführung erhoben wurden.

Bürgermeister merkt an: Habe graben lassen und festgestellt an drei Stellen, daß das Fundament der Kirche 6 1/2 Fuß (1.95 m) unter der Oberfläche

 

1837 I15

Gemeinde und Kirchenvorstand fassen den Plan, eine ganz neue Kirche zu bauen, falls die Kosten nicht 10-12.000 Taler überschreinten

Hinweis auf die Kirchen in Milte und Glandorf, (1829 als rechteckiger Saalbau mit hohen, rundgecshlossenen Fenstern und Flachdecke errichtet lt BUK WAF, Milte)

Kommission gebildet auf Pfarrverwalter Darup, Vikar

                        Herr Beumer

                        Herr Schwarte

                        Bürgermeister Brüning

Kirchbaufonds 1824 angelegt, z Zt 9.379 Taler

Vorhelm und Enniger enntleihen dem Kirchbaufonds ca 800 Taler, auch Beckum und Ahlen

 

1838 VIII 

Kritik an den Plänen: Kirche zu schmal Bank mit 24 Fuß zu lang, daß diejenigen, die ihre Sitze an der Mauer haben, später in die Kirche gehen

 

1839 IX 2

Kirchenorstand und Gemeinderäte halten das Kapaital für einen Baubeginn noch für zu gering

1839

2363 Einwohner, 3 Ev 74 jüdisch  Kinder unter 14J 654

 

1840 

benötigt 1000 Sitze, vorhanden: 10558 Taler Kirchbaufonfs, meist in Staatsschuldscheinen

 

1841 

Überlassung der Baubeschreibung der Kirche in Füchtorf

 

1841

Mit Beginn des Baus muß das Begraben auf dem jetzigen Kirchplatz aufhören, und der bereits früher erworbene neue Begräbnisplatz muß sofort benutzt werden (Anordnung Reg Münster)

 

1842  A 1136

Weiteres Gesuch um Auszahlung des 1806 versprochenen Gnadengeschenks (erst 5.000 Thlr im Jahre 1817 angewiesen, bei Versilberung allerdings nur 3569 Thlr) 1833 weitere 2.000 Thlr angewiesen. »Der Rest ad 3000 Tlr ist bis jetzt nicht angewiesen, daher wagen wir es, durchdrungen von der mutigen Überzeugung, daß Euer Kgl Majestät jedes billige Gesuch gern erhören, die alleruntertänigste Bitte zur huldreichen  Berücksichtigung zu Füßen zu legen, daß Allerhöchst dieselben geruhen mögen, diese an dem von Seiner hochseeligen Majestät verheißenen Gnadengeschenk noch verbliebenden Rest dem Städtchen Sendenhorst zum nothwendigen Kirchenbau allegnädigst verweisen zu lassen. ...«

 

Statistik 1842: Steuereinnahmen 1259 Thlr; 

                Kühe 327

                Pferde 48

                Ziegen 47

                Schweine 187

 

275 Häuser; aber 76.719 Thlr Schulden - 1568 Einwohner in 293 Familien

 

 

Sozialgefüge 1842:

 

Familien im Wohlstand20     6,4%mit notdürftigem Auskommen75    24.1in dürftigem Zustand 165        53ganz arm51 16.5

 

Kgl Gnadengeschenk (Abschrift in  A 1136)

Sr. Königlichen Majestät von Preußen p. ,achen dem Pfarrer Darup und Bürgermeister Kocker ihr Gesuch vom 2. Mai um Unterstützung und Beihülfe zum Wiederaufbau des am 29. Arpil d. J. größtentheils eingeäscherten Städtchens Sendenhorst nach dem nunmehr darüber eingegangenen Berichte des Staats-Ministers von Angern, hierdurch nachrichtlich bekannt, daß Höchst dieselben#1. für die Hülfsbedürftigsten der Abgebrannten 260 Stück Bauholz aus Höchst dero Forsten und zwar 1/3 für die ärmste Klasse ganz frei und 2/3 für die übrigen für die Hälfte der bestehenden Holz Taxe anordiren, außerdem aber

2. für die unbemittelten Eingesessenen eine Geldunterstützung von 10.000 Rthlr, wovon der Contributions Receptor Lange und Kämmerei Rendant Suermann, wegen ihres pflichtmäßigen Benehmens bei Rettung der Cassen und der Gerichts-Registratur namentlich theil nehmen sollen, aus der Dispositions Casse beiwlligen wollen, und 

daher demgemäß das Nötige an den genannten Staatsminister dato erlassen und zugleich der Wiederaufbau der abgebrannten Gebäude nach einem zweckmäßigen Plan und die dabei einzuführenden besseren Einrichtungen vorläufig genehmigt haben.

Charlottenburg, den 26. Junli 1806.

gez. Friedrich Wilhelm

An den Pfarrer Darup und Bürgermeistrer Kocker zu Sendenhorst.

 

1842 II 25

Kirchenrat strebt einen Bau ohne Bühne an, die nur verunstaltet. Klar, daß das jetzige Kapital nicht einmal die Hälfte dere Kosten decken kann. Daher nuß der Bau noch etliche Jahre hinausgezögert werden.

Der Bauplan soll im Laufe des Jahres eingereicht werden.

Da die Sendenhorster Bruchsteine untauglich sind, soll der Bau in Ziegelsteinen ausgeführt werden. Eine Ziegelei muß angelegt werden. 

Baukosten auf 22- 24.000 Thlr geschätzt; Hinweis auf Füchtorf. 

vorsorglich Antrag auf eine Kollekte in Rheinland und Westfalen.

 

1842 III 23 BE, Betr. Kirchbaufonds Sendenhorst

- Baufonds, Staatsschuldschein 7500 Thlr

- ausgeliehene Kapitalien      3600

- 4% Zinsen                     444

- aus dem Dispositionsfonds der Provinzialhülfskasse 600

Gesamt 12.440 Thlr (1837: 9.379 Thlr)

 

1842 IV 7

Die im Steinkühler Felde zum Kirchenbau gebrochenen Steiner sind von so schlechter Qualität, daß sie größten Theils verwittert und unbrauchbar geworden sind (teilweise für Wasserdurchlsse verbraucht). 

 

1842 IV 29

Probebrand: Der Kirchenvorstand hat eine förmliche Ziegelei auf einer von der Pastorat dazu eingeräumten Grundstück angelegt und einen Probebrand gemacht. Die Steine sind jetzt ausgezogen und dem Anschein nach von vorzüglicher Qualität

 

1843 IV 8 Münster

J H Illigens (Landtagsmitglied) teilt mit, daß der Stadt Sendenhorst von dem jetzigen Landtage in der gestrigen Plenarsitzung zum Kirchenbau aus der Hülfskasse 400 'Tlr bewilligt sind.

Anm. An den Herrn Bürgermeister Brüning zur erfreulichen Nachricht 

Ergebenst grüßend Lorenbeck

 

1843

Einwand des Landrats: die Gemeinde wünscht statt des Ritterschen Holzgewölbes ein massives Gewölbe; das wird den Bau um 8-9.000 Thlr verteuern.

 

1843

der Rittersche Bauplan wird Höheren Orts der als wichtige befundenen Ausstellungen nicht mehr zugrunde gelegt

 

1843 IX

Die Sendenhorster Kirche soll in demselben Style, jedoch breiter, als die im Bau begriffene zu Füchtorf erbaut werden

- Gesamt (Füchtorf) 21.500

   Kirchbaufondes    13.103

 

1843 XII

Nach allgemeinem Wunsch soll die Kirche nicht nach Ritters Plan gebaut werden (d.h. nicht klassizistisch)

Kontrakt zwischen Kolon J F Vahlhaus zu Wadersloh, Ziegelmeister Cabolet, im Sommer 1844 200.000 Backsteine zu brennen.

 

1843 XII 13 LR  A 1136

Dem Kostenanschlag des jetzigen Reg Baurat Ritter zum Bau einer neuen Kirche dasselbst, wollen Sie nebst Zeichnung umgehend mir zugehen lassen, auch zugleich kurz anzeigen, ob nova hinsichts des Risses der Kirche vorgekommen sind.

(Anm Brüning: Ist eingericht und angezeigt, daß ers der allgemeine Wunsch sei, daß die Kirche nach dem Ritterschen Plane nicht gebauet werde

 

1844 III 15 A 1136

Unbeeindruckt von dem Vertrag mit Cabolet nimmt der Kirchenvorstand einen »gewissen A. Hartmann aus Amelsbüren als Ziegelmeister« an. 

Beiliegend Kontrakt. Hartmann soll im  Laufe des Sommers 1844 sobald die Witterung gübnstig ist, Ziegelsteine für die hiesige Kirche anfertigen und brennen. Erhält für 1000 Stück 2 Taler 

--Lorenbeck bedankt sich überschwenglich bei LR v Mervelt:

... Bei Remission der Landräthlichen  Verfügung unserm Kirchbau betreffend, findet der Kirchenvorstand sich pflichtschuldigst gedrungen, zuvor dem Herrn Landrath, Herrn Grafen von Merveldt, hochgeboren für Hochdessen gnädigste unablässige Fürsorge zur Beförderung unsers Kirchbau unsern unterthänigsten Dank zu sagen, mit der Bitte, uns ferner mit Rath und That hochgeneigtest beistehen zu wollen (Das ist Lorenbecks Stil!!!)

 

1845

Prüfung der probegebrannten Steine durch Bauinspektor Kawerau "ganz vorzüglich"; haben den strengen Winter überstanden

Chemische Untersuchung: 31% Kieselerde; 18 % kohlensuarer Kalk, 9 % Bittererde; 8 % Eisenoxyd, 15 % Thonerde

 

1844 X 3 LR an Amtmann Brüning

Bezug auf die beiliegende Marginalverfügung der Reg MS die Beschwerde von Beumer und Cons wegen des Verfahrens beim Kirchenbau betreffen geht zur Erledigung erschöpfender Bericht ein, wobei namentlich die Angabe der schlechten Beschaffenheit der gerbannten Ziegel technisch zu widerlegen sein wird

 

 

1844 XI 12 Lorenbeck  begründet den Kirchbau

... Sollte uns diese fremde Hilfe (Kollekte) nicht zu Theil werden, so müßte die Gemeinde noch lange - wennn anders dieses alte Gebäude nicht vielleciht bald zusammenfällt - zwischen den alten Mauern dieser dumpfigen und zu kleinen Kirchen zeufzten, müßte noch zu langen bedauern, daß sehr viele in dieser erdrückenden Kirche des Segens eines wahren Gebetes und des göttlichen Wortes nicht theilhaftig werden, und zu lange noch sehen den vielfachen Unfug der in allerlei Weise oft heimlich, oft störend und zum großen Ärgernisse in den Gängen und Winkeln der alten Kirche, wo alle gedrängt in Haufen stehen, verübt wird. Ja, wahrlich groß und dringend ist das Bedürfnis einer neuen Kirche. 

 

1849 X 9 MS Abschrift 

Es wird jetzt nothwendig, daß nach Anleitung des Circulars Regulativs vom April 1845 eine besondere Bau-Kommission zur Verwaltung der Fonds konstituiert wird, wo alsdann auch die Verwaltung der Fonds übernommen werden kann.

Der Kirchenvorstand wolle das Weitere veranlassen und in sechs Wochen hierher berichten

General Vicarius gez Melchers

 

1849

Beschluß, wegen zur Zeit günstiger Kirse (88 ¼ %) die Staatsschuldscheine auf Veranlassung des Bischofs zu verkaufen. Das Geld soll beim Bainkier von Olfers Münster wiederangelegt werden.

 

1850

Kirchbaufonds beläuft sich auf 14957 Thlr

 

1850 I LR BE (Schmising.-Kerssenbrock)

Tadel für Lorenebck, weil ergegen die Verfügung keine Verhandlungen mit der Provinzialhülfskasse wegen Unterbringung der Kapitalien aufgenommen hat

 

 

 

 

Steine für den Turm vom Max-Clemens-Kanal:

1845 Pfarrarchiv Kasten 13

Verzeichnis der freiwilligen Beträge, welche die Pfarrgenossen Stadt und Kirchspiel Sendenhorst zum Neubau der Pfarrkirche gegeben haben.

gebundenes Verzeichnis mit alphabetischem Register. Spalten für die einzelnen Jahre 1845ff

sämtliche Haushalte aufgeführt.

Spenden schwanken zwischenn 25 Rthlr (Posthalter Bonse, einmalig) und wenigen Silbergroschen.

Durchschnittliche Einnahmen pro Jahr Stadt 90-100 Thlr

                                     Ksp      120 Thlr

 

===> Heinrich Knüfermann,  Geschichte  des  Max-Clemens-Kanals,  Hildesheim 1907 (Beiträge für die Geschichte Niedersachsens und Westfalens Heft 10)

 

Domänenregistratur Abt. III (M-C-Kanal) frühere Registratur I 148

===> Dom. Reg R I 148, 9 Vol VII A: Nachweis des  verkauften  unbeweglichen Inventars des aufgehobenen M-C Kanals. 

Steinerne Schleuse für 1850 Thl  auf  Abbruch veräußert. Die Quadern der steinerne Schleuse wurden für den Neubau   der Sendenhorster Kirche angekauft (Dom Reg I 148, 9 Vol VI, 17. IV.  

 

1853;Kirchenvorstand S. an Reg MS)

S. 33: 1726 15km nördlich MS am Blomberg Beginn der Schleusenbauten;  recht große Kammer: Als Baumaterial meist Sandstein aus den bisch Steinbrüchen am Huxberg bei Bevergern; schlechte Qualität, verwittert schnell Steinschleuse nach Plan des Kanals (Anhang) westl. und in  Höhe  Greven am Temmingsbach

 

1843 II 13 Landrat an Regierung; Beantwortung einer Anfrage

1. Kirchbaufonds beläuft sich auf 12.103 Thlr

2. Notwendigkeit eines Neubaus notorisch: die Kirche ist um 1/3 gegen die Bevölkerung der Gemeinde von 2400 Seeln zu klein, welche obenein bei der Baurat der alten Kirche in Form eines Kreuzes auf eine unangemessenen Weise darin zusammen gedrängt, mit den in de Seiten-ARmen dieses Kreuzes gepreßten Teile, an dem von dem Hochaltare zu Ende des Hauptraumes stattfindenden gottesdienste keinen gehörigen Anteil nehem kann. 

Die versunkene Flur der Kirche und die übrigen darun wahrzunehmenden Erscheinungen des Verfalls bieten ein unanständiges Ansehen, ... dem nur durch einen Neubau agehlofen werden kann. Bereits 1837 vollständiger Kostnanschlag Bauinspektor Ritter 11.000 Thlr.

... Jedoch schreckt die Gemeinde dafür zurück, eine so große Kirche mit einem in projectirter Weise niedrigen Decke ohne erhabenes Gewölbe zu bauen, wie vielmehr es der Würde und gewohntem Style bei so großen Kirchen, auch der längeren Dauer entsprechen würde, den Kirchbau mit einem massiven Gewölbe auszuführen. 

... Kostenvoranschlag durch LR vorläufig nicht veranlaßt,  da der als sachvertsändig geltende Pfarrer Lorenebck dies selbst zu thun früher übernommen hatte, was indeis nicht geschehen, auch schon der Anschlag des Regierungsrats Ritter vorlage

... LR geht von geschätzten Kosten von 20.000 Thlr aus. 

 

 

1844

Ablehnung eines weiteren Gnadengeschenks durch König Friedrich Wilhelm

Ich finde Mich auf Ihren Bericht vom 6ten Juli nicht veranlaßt, zu den Kosten des Neubaues der katholischen Kirche in Sendenhorst, wozu bereits so bedeutende Gnadenbewilligungen stattgefunden haben, noch ein weiteres Gnadengeschenk zu gewähren und ermächtige Sie das heirauf gerichtete Gesuch des Bürgermeisters und Pfarrers daselbst deren Eingabe nebst Anlage mitdem Anschlage und den Zeichnunge wieder beiliegt, abzulehnen

Erdmannsdorf, den 31. Juli 1844

(gez) Friedrich Wilhelm

 

 

StASendenhorst A519

Neubau der Pfarrkirche zu Sendenhorst

 

1853 BE

Befreiung der Kirchbaufuhren von der Entrichtung des Chausseee-Geldes von Münster - Ibbenbüren und Münster - Arnsberger Straße

 

1853

Genehmigung einer Kollekte

 

1853 VIII 23

Beschluß des Kirchenvorstandes

- Vikar Meinert

- Brenner Schwarte

- Ökonom Werring

- (Schulze Bering ausgeschieden, noch keine Nachwahl)

- Der Neubau der Kirche wird immer dringender, indem namentlich dem Turm, dessen viele Risse sich augenscheinlich seit kurzem immer mehr öffnen, die größte Gefahr zu drohen scheine, und, ohne eine große Verantwortlichkeit auf sich zu laden, der Kirchenvorstand demselben nicht sorglos zusehen dürfe.

Beschluß, den Abbruch des alten Kirchengebäudes möglichst zu beschleunigen.

- Lorenbeck: Bau einer sogenannten Notkirche ist bereits begonnen; Dachziegel und Latten fehlen noch.  Hierzu Verwendung der Dachziegel der alten Kirche. Abdachung läßt Gottesdienst weiterhin zu, indem das Gewölbe allenfallsiges Regenwasser ableitet

- Beschluß, Abbruch von Turm und Kirche im Herbst zu beginnen und bei günstiger Witterung im Winter und Frühjahr fortzusetzen, so daß Sommer 1854 der Bau der neuen Kirche beginnen kann

 

1853 X 

Antrag Bürgermeister Kreuzhage auf Befreiung vom Chausseegeld. Zum Neubau soll das Material der angekauften fiskalischen Schleuse des Max-Clemens-Canals im Ksp Greven gewonnen werden. Befreiung an den Barrieren Sandrup bei MS und Dicke Weib.

Die Stadt Sendenhorst ist in einem Maße in Anspruch genommen, daß alle nur möglichen Ersparnisse bedacht genommen werden müssen: So hat Chausseebau Drensteinfurt über Sendenhorst nach Vorhelm und Beckum große Bedeutung gewonnen, seitdem eine Nebenstrecke der Eisenbahn Münste Hamm mit großer Wahrscheinlichkeit in Aussicht steht

 

1854 V 24

Bildung einer Baukommission, um die Pläne soweit voranzutreiben, daß sei eine bischöflichen Behörde zur Genehmigung vorgelegt werden können

- Bürgermeister Kreuzhage

- Colon Vornholz

- Colon Averhoff

 

1855 VII 6

Lorenbeck legt der Kirchen-Repräsentation vor.

1. Beschluß der Kirchbaukomm. über die Annahme des Bauplans

2. Bauplanzeichnungen:

   a. von Dombau-Werkmeister Statz in Cöln, 7 Blätter unter seinem Namen

   b. 4 Blätter, worin unter Festhaltung des Wesens des Statzschen Entwurfes, diejenigen Veränderungen vorgenommen sind, welche in Vereinfachung des Baus wegen der Kosten und in der Kunstruction des Daches und des Thrums zur größeren Dauerhaftigkeit dienlich und zulässig sind

3. Kostenberechnung des Baus ist nicht tunlich, da von dem Ausbau der Chortürmchen vorläufig abgestanden und darüber ferner Beschluß vorbehalten wird

Kostenberechnung ist zwar von keinem Bauinspektor gemacht sondern privatim, jedoch wurde kein bedeutender Posten übersehen oder zu niedrig angesetzt (--> wer hat Lorenbeck geholfen?)

Der ohne Abzug für altes und vorhandenes Material berechnete Kostenbetrag voon 25.279 Thlt würde aber um 8.528 Thlr höher kommen, wenn die Quader und Ziegelsteine zu einen gewöhnlichen Preise eingekauft werden müßten.

Vorhandenes Baukapital ungefähr 21.000 Thlr, wovon das Meiste zu 3 1/3 % angelegt ist. Klooekte hat 8033 Thlr erbracht und ist in der obigen Summe einbegriffen

 

1855 V 24

Bischof genehmigt vorgelegte Baupläne

 

Auszug aus dem Kostenanschlag vom Neubau der Pfarrkirche

1. Erdarbeiten   27

2.  Maurer-Arbeit 4421

3.  Maurer-Material     9502

4.  Holz                3804

5.  Zimmerarbeit         678

6.  Schieferdach         821

7.  Schmiedearbeit       468

8.  Glaserarbeit         474

9.  Extraord. 2441

 

Gesamt 25.279

Abbruch alte Kirche       757

 

Überhaupt 26.036

 

abzüglich

vorhandenen Bruchsteine, Ziegelsteine, Holz aus der alten Kirche, von der angekauften Schleuse

5009

 

tatsächliche Kosten    21027

 

1855 III 29

Kirchenvorstand wählt Meister zum Bau der Kirche

 

1855 VIII 21 (ode 20. ?)

Grundsteinlegung in Anwesenheit des Bischofs (LR verhindert)

 

1856 V Regierung

Kirchengemeinde wird verpflichtet, die beim Abbruch der steinernen Schleuse gefundenen Medaillen und Münzen (Grundsteinlegung) abzuliefern. Bisher nicht geschehen; nach einer Randbem. Kreuzhage jedoch inzwischen nach MS geschickt

 

1857 XII 18

die neue Kirche rückt soweit nach Osten, daß die innere Reihe Linden gehauen werden muß. Um eine zweite Reihe wieder zu pflanzen, Antrag an die Stadt, die Kirchhofseinfriedigung 14- 16 Fuß (4-5m) hinter den Linden auf dem sogenannten Marktplatz anzulegen

 

 

 

 

1977 Bericht der Landes-Denkmalamtes:

Kath Pfarrkirche St. Martin, 1855 - 65

Die von Vizenz Statz erbaute Hallenkirche ist ein  beachtlicher  vierjochiger Backsteinbau  mit  reich  gegliedertem  Westturm,  eingezogenem polygonal geschlossenem Chor. Die Chorflankentürme gehen in den Obergeschossen  vom  Quadrat  in  eine  polygonale  Grundform  über.  Dreibahnige,  langgezogene  Maßwerkfenster spenden dem Innenraum das notwendige Licht. An  den  Seiten

Strebpfeiler mit Kaffgesimsen. Satteldach  mit  Pfannen  gedeckt,  Auf  der Südseite  ein  bemerkenswertes  Portal  sowie  eine  Mariensäule auf dem Kirchplatz, - Der Innenraum ist mit Kreuzrippengewölben überspannt.

Zustand sehr gut

 

Vinzenz Statz 1819-1898

Kritik Reichenspergers: ... daß die Neugotik vielfach Zwegdome an die Stelle ländlicher Kapellen setzt

vgl. Hans Vogts, Vinzen Statz, Lebensbild und Lebenswerk eine Kölner Baumeisters, Mönchengladbach 1960

Reichensperger und Statz versuchen den Mangel an Vorbildern für den neugotischen Profanbau dadurch zu  begegnen, daß sie 1856 vergrößerte Umzeichnungen von M. Merians Stadtansichten veröffentlichen.

... Zwirner, Leiter der Dombauhütte, und sien aus dem Handwerk zu Architekten von internationalem Ruf aufgestiegenen Mitarbeiter Statz und Schmitz

Statz erhält von dem Organ für christliche Kunst den Ehrentitel Kunsthandwerker.

 

 

Glocken

 

1758 Revision der Kirchspielsrechnung:

wegen abgängiger Klocken ist mit Herrn Rater (dem Glockengießer) der  Preis  für das Pfd Glockenspeise auf 8ß 9d  verakkordiert  mit  dem  Bedung,  daß, falls er  auffer  Sendenhorstischen  Klocken  einstimmet,  als  zu  welcher  Untersuchung der Klockengießer zu begehren wäre, er Raters  die  geborstene

Klocke zu 7 ß Pfd abholen solle. Es soll eine Collecte  abgehalten  werden,im Ksp durch den Rezeptor, in der Stadt durch den Kirchen-Provisor

          

Heimatblätter Westf Heimatverein ca 1923

 

Glockensprache (Ergänzungen)

Die Glockensprache von Albersloh soll nach  den  Aufzeichnungen  eines  vor ungefähr fünf Jahrzehnten  verstorebnen  alten  aus  Albersloh  stammmenden  Mannes folgndermaßen lauten:

          Use Gais un Wiärlands Gais

de göng'n tosammen naot Tollhues.

          von't Tollhues naon Külsterknapp,

          von'n Külsterknapp nao't Tollhues

 

In Sendenhorst wurde früher nach folgendem Spruch gebeiert:

          Usse Gais un Werrings Gais.

          de flögen to haup

          :,: naon Tollhues :,:

          Wull um den Kamp

          De Rogge is lank

          :,: fief Fout lank :,:

 

1818 Reg MS 16570

Prozeß  gegen  de  Glockengießer  Merkel,   WAF,   wegen   kontraktwidriger Verfertigung von vier Glocken und  zwei  Uhrschalen,  da  drei  Jahre  nach   Ablieferung die große Glocke bereits geborsten. Glocke muß umgegossen werden.

 

 

Glockenguß 1834 Reg. MS

"Das Umgießen der Thurmglocken zu S. betreffend"

Landrat an Reg MS: Bei dem im Jahre 1806 zu S. stattgehabten großen  Brande ist auch der Thurm ausgebrannt und sind die  Glocken  geschmolzen, nachher durch einen gewissen Merckel zu WAF wieder gegossen, aber bald darauf  auch  wieder geborsten, so daß seit Jahren nicht mehr hat geläutet werden können. Seit langem Wunsch aller Eingesessenen, daß das Geläute wieder  hergestellt

werden mögte.

Deshalb  schloß  der  Beigeordnte  Dr. Forstmann   (Bürgermeister   wegen Kränklichkeit verhindert) mit dem Glockengießer  Petit  aus  Gescher einen Kontrakt, der noch ratifiziert werden mußte.

Nun bot sich der Glockengießer Peter Boitel aus Düren  an, die  Glocken zuS. selbst umzugießen: Bürgermeister läßt sich ein Angebot geben, um es mit dem Kontrakt des Petit vergleichen zu können.

Boitel verlangt 8% für den Verlust des Glockengusses; Dieser Zusatz muß von Senden abgeholt werden; Fuhrlohn

Für das Umgießen pro 100 Pfd 8 Rthlr, 7500 Pfd = 600 Rthlr

Die kleine Westglocke, Gewicht 300 Pfd, umgießen

Folglich Gesamtkosten Boitel: 820 Rthlr

 

Petit verlangt für das Umgießen pro Pfd 4 Sgr; Bei einem Gesamtgewicht  von  7500 Pfd = 1000 Rthlr.

Verlust beim Schmelzen 10% = 750 Pfd Erz; Für jedes zugesetzte Pfd Erze  13 Sg = 750 Rthlr; Gesamt 1325 Rthlr

Ferner Abliefern der alte Glocken und neue wieder abholen  (Gescher) 70 Rthlr

Petit verlangt während seines Aufenthalts freie Station  (nach  Erfahrungen in Vorhelm, wo Petit auch drei Glocken aufgehängt hat, ca 30 Rthlr)Stempel- und Revisionskosten zahlt Gemeinde =20 Rthlr.

Der   außerordentliche Unterschied von 624  Rthlr veranlaßte   den

Bürgermeister,  den  Kirchenvorstand  und  mehrere der   einsichtsvollsten Eingesessenen, Meinung des Landrats einzuholen:

Landrat bejaht Auftragvergabe an Boitel, da derselbe Proben seines  Könnens in Senden, Kirche der Barmherzigen Brüder MS, St. Servatii  MS,  Venne  und  Westkirchen; ferner in den Reg Bez Aachen und Köln. Landrat will Unterlagen zur Entscheidung an Reg  schicken,  Kosten  können  aus  dem  Kirchbaufonds bezahlt werden (zur Zeit 6.000 Rthlr)Nach Genehmigung sollte dem Petit der Auftrag unverzüglich erteilt werden.

 

 

 

1853

Kollektanten in der Provinz Westfalen (mit Berufsangabe; außer Kolonen)

 

          - Pfr Lorenbeck

          - Kaplan Kersting

          - Färber Dünnewald

          - Küster Harde

          - Pumpenmacher Böhmer

          - Gastwirt Paul Topp

          - Kaufmann Beumer

          - Gastwirt Neuhaus

          - Branntweinbrenner Brüning

          - Branntweinbrenner Th Böcker

          - Kupferschmied Sternemann

          - Schuster Terwesten

          - Schmied B Stapel

          - Schmied Arensköttre

          - Stellmacher Tawiede

          - Faßbinder B H Mais

          - Gastwirth Wieler

          - Schuhmacher Panning

          - Vikar Meinert

          - Steinhauer Bröcker

          - Steinhasuer Sorges

          - Schuster Th Feigeler

          - Maurer Heinrich Linnemann

          - Maurer Jungfermann

          - Zwirnhändler H. Lütkehaus

          - Weber Jos Linnemann

          - Tierarzt Bröcker

          - Schuster Brocks

          - Schmied Münstermann

          - Seiler A. Lütkehaus

          - Zimmermeister Saerbeck

          - Branntweinbrenner Meyer

          - Glaser Ahage

          - Tischler Joseph Bartmann

          - Schuhmacher Bußhoff

          - Arzt Dr. Frey

          - Uhrmacher Panning

          - Kaufmann Everke

 

- König nicht unter den Kollektanten1 

 

Gesammelt wurde unter den Katholiken in der Provinz Westfalen

Größte Einnahem Reg Bez MS; wenig im Reg Bez Minden.

brutto = netto

Erträge der Collekte; Auswahl

- Stadt MS 412

- Kreis MS     1180

- Kreis Be        1058

        LH         649

        WAF        701

 

Reg Bez Arnsberg:

geringer>; höhere Erträge nur 

Kreis Soest 126

      Meschede     153

      Hamm          46

 

REg Bez Minden

hauptsächlich 

Paderborn 193

Wiedenbrück 126

Bürgen 161

 

Gesamt

Reg Bez Münster    6334

        Arnsberg    782

        Minden      762

 

mit Nachträgen:    7937 Taler

Anm: Besonders im Reg Bez MS stimmen die Notationsbücher schon deshalb mit dem wirklichen ertrage nicht überein, weil möglichst Korn gesammelt wrude, welches aber nicht gleich in Empfang genommen werden konnte; es wurde nachträglich gewöhnlich in anderer Quantität geliefert als versprochen war. 

Was die Kosten der Kollekte betrifft,. sind nur die Reise und Verzehrungskosten abgezogeen, die Mühe ist pro deo übernommen

 

 

 

                 

Kirchturm

 

Baugeschichte nach dem Brand 1806

Reg MS 16570/ 16576

 

Bauinspektor Meyer (WAF) an Landrat Ketteler (Harkotten)

1808 I 20

Bei dem letzten unglücklichen Brand zu Sendenhorst hat auch  as  Feuer  dieKirche ergriffen und ist  der  Turm  ganz  ausgebrannt,  die  Glocken  sind geschmolzen und dei Turm-Uhr zerstört worden. Die Einwohner von Sendenhorst sind dadurch in nicht geringer Verlegenheit,  indem  ihnen nun  weder zu ihren gottesdienstlichen Verrichtungen die Zeichen gegeben  werden können,  noch sind sie im Stande die Zeit gehörig einzuteilen. Aber selbst das noch stehende Mauerwerk welches  nun  schon 2 Jahre den Einwirkungen der Witterung preisgegeben war, leidet von Zeit zu Zeit  immer

mehr und um so bedeutender, je stärker es vom Brande mitgenommen ist.

Pfarrer DArup und Magistrat haben mich daher  requiriert,  einen  Plan  zur  Wiederherstellung des Turms zu entwerfen.

- Turm muß stark mit Holz ausgebaut und durch Anrbingung vieler  Anker  die gehörige Festigkeit wieder zu geben. Zu teuer,  das  beschädigte  Mauerwerk abzubrechen und von neuem aufzuführen. Die Zeichnungen und Kostenanschlag 3749 Rthlr liegen bei: Bemerkung:

          - Lieferung des Holzes sollte dem wenigst fordernden         übertragen

          - die verschiedenen Arbeiten müssen unter  der  Hand  mit  geschnickte und bekannte Ouvriers contrechirt        werden.

 

1808 I 28

Wiederaufbau des  Kirchturms:  Anschlag  3749  Rthlr,  davon  1600  aus  der  Feuersozietät, Stadt 1/3, Kirchspiel 2/3.

Da zu teuer, wird angeregt, das Dach notdürftig zu schützen und  wegen  des  völligen Aufbaus des Turms bessere Zeiten abzuwarten.

 

Aus dem Kostenvoranschlag:

Kupferschmied 120 Pfd Kupfer um das Dach der Spitze abzudecken, den Knopf zu machen.

Schieferdecker 1980 Quadratfuß an den 4 Seiten der Turmspitze (45x44)

 

1808 III 16

Kostenanschlag Bauinspektor Meyer, WAF: Kosten  für  ordinaires  Dach,unter Beibehaltung der äußeren Form: 1884 Rthlr

Kostbarer Innenausbau, der sehr viel Holz erfordert, kann später realisiert werden.

 

1808 IX 22

Untersuchung  des  Turms  durch  Zimmermeister  Mülmann  und  Maurermeister Schweighofer; Kostenvoranschlag von Meyer bestätigt.

          - Stadt und Kirchspiel wünschen, die Glocken nicht im   zweiten  sondern  im dritten Stock aufzuhängen

          - Kirchturmspitze gewünscht. Hierzu Randbemerkung v. Ketteler: Was  den von mehreren Eingesessenen gemachtenWunsch betrifft, eine neue Spitze auf dem Turm zu haben,so kann man sich daurauf bei den jetzigen Zeiten und da die dortigen Eingesessenen, die durch den Brand so viel gelitten  und  denen  so   viele Aufgaben für die öff.  Bauten  zur Last fallen, es nicht füglich zulassen.

 

1808 XII 28

Offener  Verding,  Kirchturm:  Mindestbietender  Zimmermeister   Dieckmann, Walstedde 1659 Rthlr

 

1809 VII

Abnahme der Turmreparatur durch Landesbauinspektor Pistor

 

1809 XII 27

auf dem Kirchturm sind zwei Treppen erforderlich

 

1813 VII 13

Bitte des Schmied und Uhrmachers Merker in Bockum  Arrondissement  Hamm  an Präfekt v Romberg betr Turmuhr zu Sendnehorst:

 Zimmermeister Dyckman Walstedt, Canton Ahlen, hat Lieferung  einer Turmuhr nach der Stadt Sendenhorst übernommen  und  mit  unterzeichnetem  Uhrmacher Weisker 1809 Akkord geschlossen, für 300 Rthlr eine Uhr zu machen und  nach S. zu liefern. Diese Uhr wurde um  Fastnacht  1810  zu  S. abgeliefert. W.  erhielt Abschlag von 201 Rthlr; 98 Rthlr  zurückgehalten, weil die Munizipalität S, die Uhr für fehlerhaft hielt. Darauf kostspieliger  Prozeß beim Gericht Ahlen Untersuchung der  Uhr  durch  die  Uhrmacher  Caspar  Fredau,  Mertens aus Sendenhorst, Christian Althof aus Hamm, Anton Voß und Münnich aus Münster:

          - die Uhr ist durchgehnds ganz untadelhaft, gut durchgearbeitet  und  ohne  Mängel; genauso stark und schwer wie die Uhr  der  Ägidii-Kirche, die als Vorlage dienen sollte

            Der vermeintliche Fehler  wurde  aufgehoben  durch  Wegräumung  eines  Stück  Holzes im Turm; seit 3 1/2 Jahren läuft die Uhr ohne Beanstandungen

          - Antwort Maire Langen: Das Geld  liege  bereit; Weischer möge sich mit Dyckman vergleichen und zur Abholung nach Sendenhorst kommen.

 

1826

Da der schon von mehreren Jahren geborstenen Kirchturm zu Sendenhorst nach dem Bericht des Bürgermeisters baufällig zu  werden  scheint,  Untersuchung und Gutachten durch Inspektor Müser angefordert.

Beobachtung von Rissen durch eiserne Keile          

 

1830

Verankerung des schadhaften Turms

 

 

WZ 53 Name des Artikels, Verfasser nachsehen.

 

Tafelmalerei

... Untersuchungen über einen  Meister,  der  in  Alt-Lünen,  Lippborg  und  Schermbeck tätig war. In Schermbeck auf dem dritten Kopfe der Personen  der Passionsdarstellung  aufgemalte  Buchstaben,  die  den  merkwürdigen  Namen Suelnmeigr ergeben sollen.

 

Hierzu S. 13 Anm 1: ... Wie die stylistische Vergleichung  ergiebt,  findet  sich im Pfarrhauses zu Sendenhorst ein  zweites  Werk  dieses  eigenartigen Künstlers. es stellt ebenfalls  die  Anbetung  des  Kindes  dar  und  zeigt   dieselben Figurren ud die gleiche braunrote mit Schlingpflanzen  bewachsene      Architektur. (Abbildung bei Ludorf a.a.O ===> ?)

          

Kircheninventar

 

Altar und Kreuz:

1675 X 5 MS AV Msc 373,8

Meister Bernhart Neuhaus,  Bildhauer  quittiert,  daß  die  Witwe  +Syndici  Bisping mir  wegen  zu  Sendenhorst  gemachten  neuen  hohen  Altars  alles  dasjenigelwas ich diesfalls mit deroselben  Eheherrn  einig  geworden  und verglichen an Arbeitslohn, Holz, Aufrichtung des Altars und  sonsten alles  erhalten habe, solches wird hiermit beschieden

 

=>Bernhard Neuhaus (Niehues), Kleinschnitzler BUK MS:

 

          VI, S. 36: Überwasserkirche

Der Hochaltar des H. Schmitz 1653: Maler Henrich Schmitz;  das  Schnitzwerk lieferte M. Berndt Niehues: Weihe 1661. Gesamtkosten 1500 Rthlr,  Zahlungen bis 1681; nicht mehr vorhanden

 

          VI S. 267;: Observanten-Kirche

Ratsprotokoll 1632: Bernd Neuhaus d. J. Kleinschnitzergesell, ist der  Abriß oder Patron eines Altars abhanden gekommen

 

          VI S. 314 Servatiikriche

Holzbildwerke:  St.  Petrus: Brustbild in eichenem   Knorpelrahmen   mit  Unterschrift Der Hunstege 1645.  Rückseite:  Bernardt  Neuhaus  junior hat diesen Peter gemachet, staveren lassen und  verehret  dieser  Nachbarschaft  pro memoria Anno 1645; Gespaltens Wappenschild mit 2 Hausmarken BN und GH

          => Leihgabe der St Servatii-Bruderschaft im Landesmuseum

 

          Bernhard Neuhaus. Biographie:

          1632 Entwurf eines Altars für die Observantenkirche

          1636 Arbeiten für eine Stadtkarte (Vogelschau Alerdings)     und 5 Proffers  (Modelle von Verschlußstücken) zu           Geschützen

          1637 Anfertigung eines Trecktisches (Meisterstück) zur     Aufnahme in die Kleinschnitzler-Bruderschaft

          1642 Modelle für Verzierungen an Geschützen (Mars und Bellona)

          1649 Rahmen für die Bilder der Gesandten im Friedenssaal

          1651 2. Verweser der Bruderschaft der Kl-Schnitzler

          1662 letzte Erwähnung

          1685 +. Wwe Bildhauersche

 

1662

Auftrag des Rates der Stadt MS: mit seinen Gesellen der Abgesandten Schildereien auf der Ratskammer helfen aufhangen 14ß

 

Inventar II

 

nach Pfarrchronik

 

1897

neue Orgel von Fleiter MS mit 25 klingenden Registern

 

Zur Verschönerung der Kirche ließ Pfr Beckmann an sämtliche Pfeiler in der Kirche Heiligenfiguren setzen, die der heimische Bildhauer H. Seelige für je 400 Mark herstellt.

Die schmerzhafte Mutter stammt von Pastor Reinermann

 

1904

zum 50.Jubiläum der Immaculata wwurde an der Südseite der Kirche das Standbilde der Unbefleckten Empfängnis errichtet und am 8. Dez unter großer Feierlichkeit geweiht.

 

1908

Kirche mit Leim- und Ölfarbe ausgemalt

 

1909

Kirchplatz gepflastert

 

1912

wurden die drei bunten Chorfesnter von Onkel B. Geilern Hardt gestiftet. Es kostete dem Pastor nur einen Gang zur Wirtschaft Panning während der Predigt im Hochamt, das er selbst zu halten hatte.

 

 

 

GV Pfarre Sendenhorst

Beschwerden wegen der Kirche:

          

1704 

Bürgermeister Lipper/Suermann im Namen der Einwohner:

Beschwerde wegen das Pflasterwerk unter den  Frauen- und  Mannesbänken  in hiesiger Kirche, was destruiert. Auch wie liederlich die Bänke von unsern Vorfahren angerichtet worden. Absicht, neuen Flohr oder Pflasterwerk  sowie  Bänke zu besetzen.

 

Dafür muß die Fünte oder Batisterium nach der einen Ecke,  wohin  man  nach dem Orgal gehet, zu transportieren.

          

1724

Beschwerde der Eingesessenen wegen der  Kirche.  daß  für  das  hohe  Altar gelesen, auch daselbsten das Hl  Evangelium  zuu  männgilchen  Mißvergnügen  abgelesen wird, solches fruchtlos und der Kreuzkirchen halber  von  wenigen gehöret, weder das Meßopfer  von  denen  in  Ecken  und  Winkeln  sitzenden  Parochiani observiert werden kann ...

 

 

Kirchensitze

 

1567 Mensing U 120

Johan Gesler, Pastor, Berndt Boker, Otto Udeman, Johan  de  Scotte,  Herman Schulte Elmenhorst, Provisoren der Kirche zu S. erteilen zur Besserung  der Einkünfte der Kirche  Bernd  Roddeoo  Gertrud  die  Erlaubnis,  bei  Jürgen  Byspynges Stuhl eyne stedde in unserm thorne zu errichten

Kirchensiegel (!)

 

Schulchronik 

Unser Kirchhof erhielt 1887 schöne Anlagen und der Spielplatz wurde durch Kastanienbäume verschönert. 

 

8. Dez 1905

Einweihung der Mariensäule. Am 8. Dez wurde die vor dem Südportal der Kirche neu errichtete Mariensäule feierlichst eingeweiht. Dieselbe ist eine Zierde d4es Kirchhofs und macht dem Meister H Seelige aus Beckum, ein Sohn unserer Stadt, alle Ehre. Der Hochw, Pfarrer Beckmann hat die geringen Kosten durch freiwillige gaben der Gemeinde gedeckt. 

 

Im Sommer 1909 ließ unser Hochw. Herr Pfarrer Beckmann den Kirchhof auf seine Rechnung neu pflastern und neu anlegen. Die Pflasterung kostete allein 4500 M. Die Arbeit wurde ausgeführt von dem Pflastermeiter ...

 

1910 im Januar wurde die kahle Turmfläche mit einem großen schönen Kruzifix geschückt, ebenfalls ein Geschenk des Hochw. Herrn Pfarres Beckmann. Desselbe sit von dem Bildhauer Hch. Seelige in Beckum - ein Sohn unserer Stadt angefertigt worden, Kostenpunkt 700 M. 

 

1910

Bericht der Schulchronik über das 25j Pfarrerjubiläum Pfr Beckmann: ... In einer Sitzung des vorbereitenden Comites kam man überein, dem Jubilar das elektrische Licht in der Kirche zu schenken. Der Beschluß fand in einer Volksversammlung vollen Beifall. Man begann mit der Collect und alle steuerten gern und freudig bei und blad hatte man eine Summe von über 400 Mark. Die Anlage wurde ausgeschrieben und die Allgemeine Electricitäts Gesellschaf tzu Berlin unter Mitwirkung von Wilhelm Mayer - Sohn des Kupferschmiedes B Meyer von hier mit der Ausführung betraut.

Die Feier ( am 2. Februar) ... 6 Uhr wurde die elekttrische Anlage in der Kirche dem Jubilar durch das Kommietee feierlich übergeben. Die Kirche war dicht gedrängt voll. Herrlich, ja wunderschön war die Kirche erhellt, überwältigend war der Eindruck des im vollen Glanze leuchtenden Triumpfkreuzes. Mit de, Liede Großer Gott etc. schloß die Feier. 

 

1921 K13

Kostenvoranschlag wegen Wiederherstellung der beiden Chortürme (mit Zeichnung)

radikalvereinfachte Lösung; 185.000 Mark

 

1932 K 13

Ausgaben für ein neues Seitenfenster von Anton Nachtigäller

 

Kirche zu Sendenhorst

 

1975 Denkmalpflege

Die von Vinzenz Statz erbaut Hallenkirche ist ein beachtlicher vierjochiger Backsteinbau mit reich gegliedertem Westturm, eingezogenem polygonal geschlossenem Chor, Die chorflankentürme gehen in den Obergeschossen vom Quadrat in eine polygonale Grundform über, Dreibahnige, langezogene Maßwerkfenster spenden dem Innenraum das notwendige Licht, An den Seiten Strebepfeiler mit Kaffgesimsen., Satteldach mit Pfannen gedeckt. Auf der Südseite ein bemerkenswertes Portal  sowie eine Mariensäule auf dem Kirchjplatz, - Der Innenraum ist mit Kreuzrippengewölbe überspannt.

Zustand: sehr gut.

 

Baugeschichte

 

vgl. W. Kloppenburg, Einflüsse des Kölner Dombaus auf die Neugotik im Bistum Münster unter Bischof Johan Georg Müller 1847-1870

Kölner Domblatt 31/32 (1970), S. 145-148

 

stilistische Verwandtschaft:

BUK Kreis Soest, Oestinghausen (S. 54ff)

Kirche kath, romanisch, Übergang

einschiffig, zweijochig mit Querschiff, gerade geschlossener Chor, Westturm  (romanisch) und Sakristei an der Südseite. Dachreiter auf der Vierung.

Hauptgesims mit spitzbogigem Bogenfries

Kreuzgewölbe mit rechteckigen Rippen, Fenster rundbogig

 

vgl. auch Vreden, Stiftskirche: einschiffiger kreuzförmiger Gewölbebau ohne Turm 

um 1180 Langhaus errichtet

 

Innenmaße der Kirche nach Urkastaster errechnet, Mauerstärke auf 1m gesetzt

32m lang, ca 9 breit = 440 qm, Turm 49 qm , Gesamt ca 490 qm

 

1669 AV 391,1

Pastor Kleikamp quittiert Anweisung von 15 Rthlr durch den Richter Bisping zum Behuf des Kirchenbaues aus dem Register der Nebenschatzung

 

1686 Kirchspielrechnungen

Lt Quittung an Thomas Joelman, Provispr, bezahlt wegen pannen zu der Kirchen 5-10 Rthlr

An Bürgermeister Wettendorff den Winkopff wegen Meister Caspar Heiman -18-8

Meister Caspar Heimann wegen seiner Arbeit an der Kirchen 14-27 Rthlr

Henrich Herte -14-

Meister Bernt Blickmann wegen seiner Arbeit an der Kirchen 8 Rthlr

Meister Caspar Heimann einschließlich Restzahlung 12 Rthlr

 

1723 GV 1 Status parrochialis

Altäre:

Quartuor in ecclesia, unum in sacristia,

summum in choro, S. Martin. Episcopus medium in eccl.

SS. Fabnianus et Seb. lateralis ad septentrionem

S. Cath. lateralis ad meridiam

S. Johannes Baptista de titulo Sti.

in Sacrista nihil constat

 

 

1804 GV

Johan Hch Freise, Rechnung über Glaserarbeiten

1. Glase 25 Ruten in der Kirceh

2. in der Seidenkapell 9 Rutten

3. in der Außenkapell 13 Ruten

4. in der Kirge die neyhen Glaße geputzet

 

1808 I 27 Reg MS 16576

Bauninspektor Meyer, WAF: Bey dem letzten unglücklichen Brand zu Sendenhorst hat auch das Feuer die Kirche ergriffen und ist der Thurm ganz ausgebrannt, die Glocken sind geschmolzen und die Thurmuhr zerstört worden

Die Einwohner von S. sind dadurch in nicht geringer Verlegenheit, indem ihnen nun weder zu ihren gottesdienstlichen Verrichtungen die Zeichen gegeben werden können, noch sind sie im Stande ihre Zeit gehörig einzuteilen.

Aber selbst das noch stehende Mauerwerk, welches nun schon 2 Jahre den Einwirkungen der Witterung Preis gegeben war, leidet von Zeit zu Zeot immer mehr und um so bedeutender, je stärker es vom Brande mitgenommen worden ist. 

Auftrag durch Magistrat und Pfarrer, einen Plan zur Widerherstellung des Turmes zu entwerden: Turm muß stark mit Holz ausgebaut werden; durch Anbringung vieler Anker muß Mauerwerk gefestigt werden. 

Kosteirche erhellt, überwältigend war der Eindruck des im vollen Glanze leuchtenden Triumpfkreuzes. Mit de, Liede Großer Gott etc. schloß die Feier. 

 

1921 K13

Kostenvoranschlag wegen Wiederherstellung der beiden Chortürme (mit Zeichnung)

radikalvereinfachte Lösung; 185.000 Mark

 

1932 K 13

Ausgaben für ein neues Seitenfenster von Anton Nachtigäller

 

Felix Schwering

1882 Pfarrkaplan

gestorben als Pfarrer in Greven

 

Windhorst

Reserveoffizier und Jurist; von hier in den Jesuitenorden eingetreten

 

Schlatthölter Carl

* 1858 V 22

wohnte im Krankenhaus

 

1897-1898

Eiing Bernhard (?); Kersen Albert * 1878 + 1902 (?)

nach Telgte

 

1898-1899

Josef Riehling

von Velen, ging nach Epe

 

1908-1914

Aloys Fürstenau

* 1884 I 8 Ahaus; nach Ennigerloh versetzt; Pfarrer in Nienborg + 1933

 

1914-1919

Joseph Köddewig

* 1886 VII 1 Beckum; 1919 nach Neuenkirchen bei Rheine versetzt; seit 1943 Pfarrer in Kapelle

 

1919-1923

Joseph Debbing

* 1889 XI 12 Gescher; vor Sendenhorst in Recklinghausen- Süd; Pfarrer in Rhade; + 1960

 

1923-1928

Gustav Gerbert

* 1898 V 14 Westbevern; Pfarrer in Sprakel +

 

1929-1935

Alfred Schürmann

* Ringenberg 1903 V 14; 1962 Pfarrer in Angelmodde

 

1935-1938

Johannes Bruch

* 1906 III 17 Ringenberg; 1962 Pfarrer in Duisburg-Großenbaum

 

1938-1945

Anton Wessels (Wessel?)

* 1912 II 22 Emsdetten

wohnte im Pastorat,  abgemeldet 25.05.1946

zum Kaplan ernannt 16.12.1938 (verwaltet die Vikarie St. Joannis)

1962 Pfarrer an St. Ludwig Ibbenbüren

 

1941-1944

Franz Huesmann

* 1912 VI 15 Borghorst; 

wohnte im Pastorat, gemeldet 26.07.1946, abgemeldet nach Mecklenbeck 16.06.1947 (mit Schwester Hewdig Huesmann *1917)

1962 Pfarrer an St Marien, Dorsten

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