Gewerbe III

 

Bäcker und Brauer


Braurechte / Privilegien / Akzise



FM LA 361 Nr 1a Bd 3:


1535

Accise-Register.

(Städte Ahlen, Beckum, Telgte durschnittlich 200 Mark)


Sendenhorst:

Noch opboringe van axcisen de Stadt Sendenhorst:

Item de Borgermeister Santwech van 26 Broweden etlich 16ß = 34 Mark 8ß

item Johan Swarte van 16 Broweden 21 Mark

Evert Bodeker van 11 Broweden 14 Mark

Hynrich Bodeker 17 broweden 22 Mark

Sendenhorst, gesamt 91 Mark


Johan van der Recke tho Stenfford zampt synen teppern bynnen und buten in dussen Ampte

_____________________________

Elektrizitätsverkauf und Brauerei H Wieler



1906 Schulchronik

26. 12. 1906 Das hiesige Krankenhaus erhielt im Herbste 1906 Dampfheizung, Wäscherei mit Dampfbetrieb und elektrisches Licht. Zu dem Zwecke wurde ein Maschinenhaus (Eisenkonstruktion) errichtet. Zu Weihnachten wurde das Krankenhaus mit el. Licht erhellt. Ein Fachmann namens Mebus wurde mit der Leitung betraut.


- Die weitere Stromversorgung der Stadt wurde von Wieler übernommen:


1908 Dez

Im Dezember begann man mit der elektrischen Lichtanlage im Schulgebäude. Am Abend des 16. Dez brannte es zum ersten Mal in der Dienstwohnung des Hauptlehrers


1910 Febr.

Die Kirche erhält el. Beleuchtung



1918 Verzeichnis der Kraftabnehmer

1. Erdmann

2. Hagemann

3. Bartmann

4. Holtel

5. Gehrmann

6. Jaspert

7. Lange

8. Brandhove

9. Westmeier

10. Höne

11. Roetering

12. Wallmeier

13. Münstermann

14. Wwe Beumer

15. Bäcker Daldrup

16. Pöttken

17. Jonsthövel

18. Koch

19. Bartmann, Placken

20. Everke

21. Wagenbauer Decker

22. Kruse

23. Bäcker Volkery

24. Bäcker Drees

Anm: 1-5 in der Nähe von Wieler; Leitung auf der Ost-Westachse. fehlt Süd- und Nordviertel (außer Placken)


1918 XI 14

H. Wieler, Brauerei und Elektrizitätswerk

durch die vielen Anschlüsse in den Kriegsjahren am E-.Werk sind die Maschinen im kommenden Winter nicht im Stande, in den Abendstunden das nötige Licht zu geben, falls die Kraftabnehmer nach 5 Uhr abends noch Strom entnehmen

 

Folgt Appell des Bürgermeisters an die Stromabnehmer

Gogericht Alen de Sluter to Amicke

Anton Luckman gt to Walstedde

de Sluter to Dolberge

Diderich Torck to Vorhelm


Gogericht Sendenhorst:

Albersloh: Kellerman 27 Brouweden

de Voß 12 Tunnen Brouweden

Johan Schroder




1708 Fraterhaus U

 

Bürgermeisters Johan Geißler, Schuldverschreibung: Pfandsetzung seiner Braupfanne, Braugerätschaft und seines freien Gartenlandes


_______________________________________________________________________________________




Fabriken


Aus den Zeitungsberichten (A 582)

Gewerbebetrieb:

1895ff nicht zu bemerken


Juni 1897

Bedeutende industrielle Anlagen nicht vorhanden. Neue Ziegelei erbaut, Umschlag ca. 100 - 120.000 Steine


IV 1898

Gewerbebetrieb hat hier seinen gewöhnlichen Fortgang


IV 1899

Es wir beabsichtigt, eine Dampfschreinerei hier anzulegen (Bernhard Kötter). Centrifugenfabrik hat guten Absatz und ist der Betrieb flott.


II 1899

die hiesige Centrifugenfabrik hat allen Anschein nach guten Absatz. Dieselbe hat bereits Aufträge gehabt zum Ausland (Holland und America).


II 1900

Centrifugenfabrik hat guten Absatz, Die neuerbaute Dampfschreinerei hat den Betrieb begonnen, Die Handwerker haben befriedigende Arbeit.


III 1900

Die Centrifugenfabrik hat guten Absatz, Sonst ist gegen früher nicht zu bemerken.

(Berichte enden 1901)



H376 Osttor

1914 fehlt

1918 Maschinenbauer Carl Busemann, Wohnhaus und Werkstatt vorhanden, Dazu Neubau einer Werkstatt für landwirtschaftliche Geräte und Maschinen 9.1m x 14m, Cheddach

1921: Alfred Voß GmbH, Schraubenfabrik; 8 Personen

Betrieb soll auf 15 - 20 Personen ausgeweitet werden

1926 II 3: Firma Voß wegen Konkurs gelöscht.

1940 Räckers Josef (Einquartierung)



a) Ramesohl

Zur Person: 1917 für das Verdienstkreuz zur Kriegshilfe vorgeschlagen:

Aus der Begründung:

Brigadet Hermann Ramesohl * 21. 1. 1856, Fabrikant

verwalte seit Mai 1916 ehrenamtlich die Geschäfte der hiesigen Bürgermeisterstelle (Hetkamp+) In uneigennütziger Weise hat er sich der Mehrarbeit, die dieses Amt besonders während der Kriegszeit mit sich bringt, bereitwilligst unterzogen, Obwohl kein Berufsbeamter, ist er jederzeit bemüht gewesen, für die Durchführung der kriegswirtschaftlichen Maßnahmen in der Gemeinde Sorge zu tragen. Auf die Unterbringung der Kriegsanleihe hat er seinen Einfluß geltend gemacht und viel Erfolg gehabt. Die Kriegsfürsorge findet in ihm einen eifrigen Förderer

Als Inhaber einer Maschinenfabrik hat er diese zur Erstellung von Granaten eingerichtet, Es war stets sein Bestreben, den in dem Betrieb gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Durch die persönliche Leitung de Betriebes hat er dem Vaterlande großen Dienste erwiesen (Kleinhans, Stadtsekretär)



Stanz- und Emaillierwerke Sendenhorst

15.02.1910 Ratsprotokoll

VII Antrag des Stanz -- u. Emaillierwerks auf Niederschlagung der Umsatzsteuer wird abgelehnt

VIII Antrag der selben Firma auf Verlegung des Fluchtlinienplans. Die Firma beabsichtigt auf der Parzelle III/1 hinter der Eisenbahn eine neue Fabrik zu bauen,. dieselbe stellt den Antrag, daß der hinter der Eisenbahn projektierte Weg statt einer Briet von 18 nur einen solchen von 8 m erhalten möge, ebenso daß die beiden Querstraßen von der Chausse Hoetmar durch die Parzellen III 1 und >9 fortfallen. Der Fortfall der Querstraßen wird genehmigt, der Fortfall der projektierten Straße längs der Eisenbahn wird verneint. Die Breite des Weges wird jedoch auf 10 m festgelegt


Schulchronik 1891ff

In der Charwoche 1910 wurde der erste Spatenstich getan und in der Osterwoche der Grundstein gelegt zum hiesigen Emaillierwerk (Nordtor). Mit der Ausführung des Baues wurde der Baumeister Flürenbrock aus Ahlen betraut.

Das Grundstück wurde von der hiesigen Pastorat angekauft (12 Morgen).


1918 X 9

Grundbucheintragung

bisheriger Eigentümer Sendenhorster Stanz -- und Emaillierwerke GmbH in Sendenhorst

neuer: Emaillierwerk "Krone" Raestrup und Otterstedde, KG in Oelde

Gebäude Nr 398a

Grundstücksgröße 31.987qm


1927

Aufstellung eines Federhammers (Fa. Ramesohl u & Co); Genehmigung durch den Kreisausschuß

(Beschreibung: Der Federhammer soll in der Schmiede des Werkes aufgestellt werden. Baugrund Quarzsand; Gewicht des Hammers 2000 kg, Gewicht der Bären 60 kg; Hubhöhe 0,22 cm

Hierzu Lageplan 1: 1000: Gegenüber der Greinkuhle, an der westlichen Grundstücksgrenze nach Decker; gegenüber Wohnhaus Bernhard Kössendrup. Östlicher Nachbar von Ramesohl Gerhard Kössendrup. Schmiede, in der der Hammer aufgestellt wurde, 17x 7 m




c) Alfred Voss & Co Gesellschaft mit beschränkter Haftung


1921 IV 21 B 183

Genehmigung zur Anlegung eines festen Dampfkessels: Firma Alfred Voß & Co, Schraubenfabrik

Grundstück Kirchspiel Sendenhorst

Hersteller Deutsche Babcock, Oberhausen 1899

Lage der Fabrik südlich Landstraße Beckum


1921 mit Briefkopf Sendenhorst i.W. bei Münster; Tel 52

Bezahlung der Grunderwerbssteuer in Höhe von 6600 Mark


d) Fa. Fischer, Hartsteinwerk Sendenhorst


Schulchronik 1891ff

Die Hartsteinfabrik in der hiesigen Feldmark (Osttor) wurde im Sommer 1910 gebaut und Anfang November 1910 in Betrieb gesetzt. Der Bauplatz wurde von dem Colonat zur Kaplanei gehörend, erworben.


1927 B 128

Bernhard Guddorf MS: Beschwerde: die Lastkraftwagen des Hartsteinwerks fahren ständig mit Überladung nach MS. Die münsterschen Fuhrunternehmer werden streng kontrolliert. Im Kreis Beckum ist jedoch keine Waage vorhanden. Fischer lädt ständig 3.500 Steine statt 3.000!



Nübell und Alfes Metallwarenfabrik

Fernruf 3


27.01.1927

Genehmigung zur Inbetriebnahme von 2 Friktionshämmern von je 300 kg Bärgewicht

Betriebswerk ist Brauerei Wieler

(Die geplante Aufstellung wurde im Amtsblatt Reg MS unter Nr 253 abgedruckt

Hierzu Lageplan 1:1000

Grundstück: südl. Oststraße westlicher Nachbar Hagemann Wohnhaus, östl. Hagemann; gegenüber nachträglich eingezeichnet Sandmann (heute Westmeier)


–––––

Silke Schütter, die Geschichte des Arbeitsmarktes in den Altrkreisen Warendorf und Beckum 1900 bis 1918


1912

An bedeutenden Gewerblichen Anlagen sind im Kreis vorhanden:


...

In Sendenhorst:

1 Centrifugenfabrik mit 18 Arbeitern

1 Emaillierwerk mit 75 Arbeitern



1912

Berechnung des durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstes in der Landwirtschaft nach Vorschlag der Gemeinden

Durchschnittverdienst Männer Frauen

Stadt Sendenhorst 750 450

Amt Ahlen (niedrig!) 465 335

Amt Liesborn (höchst!) 775 575


Elektrizitätsverkauf und Brauerei H Wieler


1918 Verzeichnis der Kraftabnehmer

1. Erdmann

2. Hagemann

3. Bartmann

4. Holtel

5. Gehrmann

6. Jaspert

7. Lange


8. Brandhove

9. Westmeier

10. Höne

11. Roetering

12. Wallmeier

13. Münstermann

14. Wwe Beumer

15. Bäcker Daldrup

16. Pöttken

17. Jonsthövel

18. Koch

19. Bartmann, Placken

20. Everke

21. Wagenbauer Decker

22. Kruse

23. Bäcker Volkery

24. Bäcker Drees

Anm: 1-5 in der Nähe von Wieler; Leitung auf der Ost-Westachse. fehlt Süd- und Nordviertel (außer Placken)


1918 XI 14

H. Wieler, Brauerei und Elektrizitätswerk

durch die vielen Anschlüsse in den Kriegsjahren am E-.Werk sind die Maschinen im kommenden Winter nicht im Stande, in den Abendstunden das nötige Licht zu geben, falls die Kraftabnehmer nach 5 Uhr abends noch Strom entnehmen

Folgt Appell des Bürgermeisters an die Stromabnehmer_


StA Sendenhorst B 161



Gewerkschaften


Im Stadtbezirk Sendenhorst folgende Gewerkschaften:


1. Gewerkschaft christlicher Bauarbeiter

2. Gewerkschaft christlicher Metallarbeiter

3. Deutscher Metallarbeiterverband; Ortskartell Sendenhorst



Strontianit



1881 Archiv Ketteler Harkotten+

betr Strontianitgewinnung; bei den Akten Entwurf eines Vertrages betr. Ausbeute des Strontianit

Verhandelt zwischen von Ketteler und Dr. H. Reichardtsche Gruben bei Drensteinfurt in Westfalen; Betriebsdierektor L. Venator.

Die Gruben wollen das Grundstück Mollerskamp ausbeuten, das ganz nahe bei dem bereits vorhandenen Schacht liegt.

(Nicht erkennbar, ob Vertrag zustande gekommen)


1887

Stillegung der Gruben; hier: Auflösung der Pensions- und Unterstützungskasse


1887 XII 28 Münster

Der Dessauer Actien-Zucker-Raffinerie erwidere ich auf die gefällige Anfrage in welcher Weise die bis zum 1. 12. in Höhe von 426 Mark angesammelten Zinsen von dem in Folge Auflösung der Dr. Reichardschen Pensions- und Unterstützungskasse zu Drensteinfurt auf dei drei Gemeinden Drensteinfurt Stadt, Sendenhorst Stadt und Herben fallende Summe von 21.658 Mark zur Verteilung zu gelangen habe wie folgt:

Nach den Beschlüssen der Gemeindevertretungen S. und Herbern sollen von den Zinsen je ein Viertel, d. h. einschließlich des Kapitals 5000 Mark ausgezahlt werden (weil sie keine pensionsberechtigten, wohl aber hülfsbedürftige frühere Kassenmitglieder schon seit mehreren Jahren zu unterstützen haben). Die Stadt Drensteinfurt solle das Übrige, 11.871 Mark, erhalten.

Zahlungen an die Kämmereikasse in Sendenhorst


1905 II 27

Prozeßagent Schultz, Ahlen, in Sachen Wwe Anton Degener betr. Unterstützungsfond der früheren Dr. Reichardtschen Gruben betreffend: Der Ehemann der Bittstellerin Schreiner Anton Degener verunglückte am 20. IX. 1881 zu Wolbeck auf einem Schacht der R. Gruben. Der Verunglückte war s. Z. wie alle Arbeiter der Strontianit-Bergwerke Mitglieder der Knappschaftskasse. Bei Auflösung der Kasse erhielt die Stadt S. (u.a.9 5000 Mark mit der stiftungsmäßigen Bestimmung, aus den Zinserträgen die

Hinterbliebene früherer Bergleute zu unterstützen, später die Beträge dem Armenfonds zufließen zu lassen.

Antragstellerin ist seit langen Jahren die einzige anspruchsberechtigte Hinterbliebene. Stadt zahlte ihr auf wiederholte Vorstellungen 48-60 Mark Mietbeihilfe.

"Die Bittstellerin, Mutter von 4 Kindern, ist jetzt 56 Jahre alt, und hat ihre Kinder unter schweren Sorgen und harten Entbehrungen groß gezogen, Sie ist gegenwärtig völlig arbeitsunfähig und erhebt heute wohl nicht zu Unrecht Anspruch auf die ganzen Erträge des Fonds, da sie die einzige in Betracht kommende Unterstützungsberechtigte ist. ... "

 

Antwort Sendenhorst: Bürgermeister: Die Degener erhält bereits aus Armenmitteln Hausmiete (76 Mark), die notwendigen Hausbrandkohlen (18-20 M) und ca. 40 Mark in bar (jährlich), Diese Summe entspricht beinahe den gesamten Zinsen des Fonds. Keine weiteren Ansprüche!


1906 I 8 MS, Reg. Präs.

an Franz Degener, Ahlen, Klosterstr. 8: Statut des Drensteinfurter Knappschaftsvereins sah Unterstützung bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit vor: sonst nur Begräbniskosten. Das neue Statut von 1885 hat keine rückwirkende Kraft. Daher keine Ansprüche seiner Mutter Wwe. Degener.



Archiv Heereman M 741

Förderung von Strontianit


Acta betr, Ausbeute des Strontianits 1881 - 1890


1881

Vertrag zwischen Dr. Reinhardt - Heeremann

(Mit Situationsplan)

Nach dem Plan liegen die Gruben in Albersloh bei dem Anwesen Borgmann, Daher Schacht Borgmann

Eine Schmalspurbahn läuft vom Schacht Borgmann nach Süden über Furskenwiese, Markesheide (Sch. Berndt) und Friedhoff bis auf die Chaussee Drensteinfurt-Sendenhorst


1887 IV 4

Antrag des Peter Reul, Sendenhorst

An: Rentmeister Reitemeier

Gesuch um Erlaubnis, auf den Besitzungen des Herrn von Heereman nach Strontianit zu schürfen. Bitte um Preisangaben

Im Erlaubnisfall möchte er gern auf Oestfeld Berg, Nähe Hof Lackenberg (Albersloh) schürfen, da dort Strontianit gefunden sein soll

... Indem ich schon längere Zeit dieses Geschäft betreibe, bin ich in der Lage, das Erz auf eine Tiefe von 10 - 25 m zu fördern. Habe Pumpen und zwei Lokomobile

Ich war früher Steiger bei den Dr. H. Reinhardtschen Gruben Borgmann

Gesuch wird abgelehnt


1909-13 Heereman M 742

Peter Reul (vom Heeremanschen Rentmeister als ehrenwerter, rechtschaffener Mann charakterisiert) will auf Heeremanschen Grund Strontianit abbauen


1910

Vertrag zwischen Clemens August Freiherr Heereman von Zuydwyk, Surenburg und Peter Reul zu Sendenhorst:

Reul darf die Parzelle Albersloh, Sundern, durch unterirdischen Betrieb ausbeuten. Die Gesteinsmassen sind auf Schulze Alst's Grundstück abzulagern.

Abgabe von 1 Mark je Zentner


1913

endgültiger Abbruch der Ausbeutung



__________________________________________

 

 

 

 

A 849

Gesinde Klagen


1828 VII 31

Erschien die Ehefrau Kötter aus der Rinkhöver Bft mit der anzeige, sie habe seit einem Jahre einen Zimmerlehrling manes Bernard Riekötter aus der Stadt Beckum gebürtig in der Lehre. Derselbe hbae heute mittag gegen 1 Uhr seine Kleidungsstücke zusammengebunden und sich heimlich entfernt. Warum der Riekötter gegangen, könne sie nicht angeben. Wahrscheinlich sei er zu seinen Eltern zu Beckum gegangen und trüge sie daruaf an, zu bewirken, daß er angehaltn würde, seine Lehrzeit, welche noch ein Jahr dauerte, bei ihr auszudienen.

Bürgermeister Mues zu Beckum wird um Amtshilfe gebeten.


1828 VIII 4

Bernard Riekötter erklärt, er habe seine Lehrzeit als Zimmerlehrling bei dem Zimmermann Kötter aus hiesiger Bürgermeisterei verlassen und sich zu Enniger eine andere Unterkunft bie dem Zimmermann Mertenskötter ausgesucht.


Der Meister Kötter erklärt, der R. wäre ihm ungehorsam, folgte seinen Anweisungen nicht genau und schwärmte oft herum, selten könne derselbe Sonndtag zur rechten Zeit nach Hause, oft hätte er ihn gar nicht kommen hören.

2. wäre er am 3. vorigen Monats von ihm abgegangen ohn ihm etwas davon zu sagen, da seine Dienstzeit aber noch lange nicht am Ende wäre, so verlange er, daß er wieder eintreten solle und sich besser aufführe.

Der Bernard R. erklärte dagegen, daß er wenig zur Zimmerarbeit gebraucht werde, er habe viel Holz sägen müssen und werde oft zu Hausarbeiten gebruacht, wodurch ihm die Zeit zur Erlernung seiner Profession verloren gehe,. Auch müsse er sich über schlechte Kost beklagen. Der Meister verneinte dieses. Es wurde dem Meister jedoch strengstens anbefohlen, mit dem Lehrling gewissenhaft umzugehen und ihn wie er es nicht ander schuldig seim sei, sein Handwerk getreulich zu lernen, nicht unerlaubter Art als einen Knecht zu gebrauchen ...

Dem B R wurde dagegen aufgegeben, mit seinem Meister wieder nach haus zu gehen und sich als ein folgsamer und ordentlicher Lerhbrusch zu betragen.

Dieser dagegen erklärte, daß er solches durchaus nicht thue, er habe sich nunmehr in Enniger vermiethet und gehe auch jetzt gleich dort hin.

Hieruaf wurde ihm bemerklich gemacht, daß dieses nicht geschehen dürfe und könne, und er keine Erlaubnis dazu erhielte, worauf er antwortete, daß er dieses doch thue, und gleich zum Landrat gehen wollte, welcher dem Bürgermeister lehren sollte, ihm einen Verziehungsschein zu schreiben.

(Riekötter wird vom Bürgermeister, weil er sich sehr frech benommen, zu 48 Stunden Arrest in der hiesigen Wachtstube verurteilt. Polizeidiener muß ihn sofort abführen.

Nach abgelaufener Arrrestzeit wird Riekötter vorgeführt. Der Polizeidiener sagt, daß er weder Kost noch Trank vom ihm genommen habe. Der Riekötter versprach nun, folgsam seinem Meister zu dienen. Wird wieder zu seinem Meister zurückgeschickt mti dem Bemerken, daß er sich im Falle er Ursache habe, über seinen Meister zu beschweren, ihm die Hilfe nicht versagt werden könne.



1828 III 29

Colon Suermann aus dem Ksp Altahlen Beschwerde: vor 2 Moanten habe ich die Maria Kath Jungmann, Tochter des Kötterrs J. welche seit Ostern 3 Jahre bei mir wohnt, für die mit Oktober d, J angehende Dienstzeit gemiet und 1 1/2 Taler Weinkauf gegeben. Jetzt bringt Kötter Jungmann das Geld zurück mit dem Bemerken, seine Tochter könnte den Herbst nicht ferner bei mir bleiben, da sie zu ihn nach Hause zurückkehren sollte. Dieses sei unwahr, vielmehr habe der Vater das Mädchen bei dem Ökonom Frey vermietet.

Von der früheren Vermietung habe der Vater gewußt, habe deise gebilligt und das Mädchen wünsche bis auf die heutige Stunde noch ferner bei ihm zu verbleiben, er bäte daher den Jungmann aufzugeben, den Weinkauf wieder anzunehmen, und dieder Tochter den freien Willen zu lassen, bei ihm zu bleiben, wie sie solches gern wolle.


1828 13 VI

Magd Jungmann erklrät im Besein des Kolonen Suermann vor dem Bürgermeister zu Sendenhorst:

Sie wolle zwar gerne bei Suermann bleiben, aber ihr Stiefvater (Jungmann) wolle sie diesen Winter zu Hause haben, und wenn sei dieses auch nur ungern täte, so müsse sie sich hierzu doch wohl verstehen, da ihr Stiefvater mit ihrer Mutter nur schimpfe und diese sehr übel behandeln würde, wenn sie nicht zu ihm käme.

Der Colon S. erklärte, daß es ihm bekannt sei, daß der Kötter Jungamnn seine Frau nicht gut behandle und wollte der M A Jungmann gestatten, bei ihrem Vater zu wohnen, nur müsse er bemerken, daß er die Verhältnisse und Sinnesarbeit des Kötters Jungmannn zu gut kenne, als daß er gluaben könnte, er habe das Mädchen nöthig oder wolle ihm nicht eine Schikane spielen, zu dem wüßte er auch, daß das Mädchen diesen Winter bei dem Oekonomen Frei als Magd dienen sollte, welches er nicht erlaubte so wie er sich seiner Rechte vorbehielte, sobald sie aus dem aelterlichen Hause ginge.


1829 Nov 25

Ehefrau Pohlmann zeigt kalgend an, daß ihre 17j Tochter Elisabeth Gronewäller welche sich im Dienste des Oekonomen Frey befinde, gestern wegen erlittener Mißhandlungen ihren Dienst verlassen und befinde sich bei ihr, Sie glaube nicht, daß sliche in den Dienst des Frey wieder zurücktreten brauche, bäte um Erlaubnis. solche bei sich behalten zu dürfen und die Sachen zu untersuchen und zu bestrafen.

Gleichzeitig sagt Elisabeth Gr. aus: Ich bi s17 Jahr alt, habe 1 Jahr bei dem Colon Vrede als Kindermädchen gewohnt und kam hieraus nach Frey bei der Herbstwechselung. Lohn ist nicht abgesprochen, meine Mutter hat gesagt, sie möchten mich anlernen als tüchtige Magd und geben war ordentlich wäre. Ich bin bereits 7 Wochen bei Frey, habe alle Arbeiten verrichte, bin aber sehr oft unverschuldet geplagt worden, hierzu habe ich aber nichts gesagt. Gestern bin aber für einen Dieb ausgeschimpft, hiermit kann ich aber nicht friedig sein und habe darauf gestern meinen Dienst entlassen

Auf Befragung schränkt Frey die Aussage ein. Seiner Frau könne nicht übel genommen wernde, wen sie die Magdr zu Zeit zu Zeit zurecht weise.

Nach Aussage des Schäfers Everhard Westhoff (bei Frey) mit Recht zurechtgewiesen (zuletzt beim Dreschen) denn die Magd wäre faul und schludrig.

---- Mangel an Arbeitskräften - Bauern reklamieren ihre Knechte und Mägde, die den Dienst verlasen wollen ----


Münster Reg. 1830 Januar

Es ist angezeigt worden, daß Dienstboten, welche keine guten Zeugnisse zu erhalten fürchten, unter dem Vorwande, daß sie nicht weiter dienen, sondern sich auf andere Weise ernähren wollen, die Abschiede der letzten Dienstherrschaft veweigern, einige Zeit ruhen und dann wieder in den Deistn treen, ohne Atteste vorzuzeigen. Es versteht sich aber von selbst, daß Dienstboten, welche eine Zeitland dienstlos gewesen, und dann wiede in den Dienst treten, sich mit Zeugnissen ihrer frühreren und zwar letzten Dienstherrschaft, oder ihrer Obrigkeit zu Dienen ausweisen und diejenigen Herrschaften, welche dieselben ohne Atttste annehmen nach § 12 der Gesindeordnung bestraft werden müssen.


1830 IV Everswinkel

Schneider Theodor Kemper zeugt an, daß der Schneidergesell Engelbert Debbelt aus Sendenhorst nicht bei ihm als Gesell gedient sondern habe denselben im verflossenen Sommer einige Wochen Aushülfe im Tagelohn geleistet. Daher kein Gesindeschein notwendig.


1833 VIII Bürgermeister Brüning an LR

Mitteilung, daß der aus Enniger gebürtige Johann Henrich Diekmann sich zu künftigen Winter bei den hiesigen Eingesessenen 1 schöckinghoff, 2. v Rhemen, 3. Wessel, 4. Elmenhorst, 5. Borgmann zugleich sich vermietet hat und von jedem 1 Taler Weinkauf genommen hat. Antrag, das Geld von seiner zukünftigen Brodherrschaft einzuziehen.

Der D., welcher mir als ein liederlicher Bursche bekannt ist, denn er ist auf Enniger gebürtig, dürfte für seine Betrügerei, da er nur die Weinkäufe nimmt, um sie zu versaufen, exemplarisch bestraft werden.


1833 X 21

Elias Stern, Handelsmann, trägt dem Bürgermeister folgende Klage vor. Der hiesige Kleinhändler Salomen Herz (Ahlen) habe seine Tochter Schönchen, 17 Jahre alt, auf ein halbes Jahr als Dienstmagd gegen Miete von 4tlaer, dazu neue Schürze, ein Hemd und 1 Paar Schuhe gemietet. Dieselbe sei indes nach Verlauf von 2 Monaten wieder von ihm nach haus geschickt worden, unter dem angeblichen Vorwand, das Mädchen könne die Arbiet nicht verrichten. Daselbe habe aber schon 1/2 Jahr bei Levy Meyer in WAF und in Sendenhorst bie Herz Alsberg als Dienstmagd gewohnt, dabie fleißig gearbeitet und gut aufgeführt, worüber Atteste vorliegen

Bitte, daß Salomen Herz veranlaßt werde, den Loh, die Kost und die Schuhe, sowie Leinwand zu einem Hemde oder einer Schürze zu zahlen

Bemerkung ders Bürgermeisters von Ahlen: Die Angelegenheit gehört vor ein Gericht, da Salomon Herz nicht zahlen will. Aufforderung an Elias Stern, zu klagen.

Salomon Herz gibt an Schönchenn Stern sei einige Monate bei ihm gewesen, dann sei sie krankt geworden indem sie mit Geschwüren behaftet wurde. Sie ging nach Hause und sollte wiederkommen, wenn sie gesund war, was bisher nicht geschehen.

Herz stellt den Antrag, daß Stern ihm 20 Taler zahle, weil er durch die Abwesenheit seiner Tochter einen Schaden gehabt.


Beliegend zwei Zeugnisse von Hirsch Alsberg und Joseph Selig Löwenstein (»gut und ehrlich betragen, und ihre Dienste gefällig versehen, auch die Kinder gut aufgepaßt«)


1834 IX 29 Enniger

Klage des Gesellen des Maurers Schmetkamp Johann Weber aus Weringholzhausen. Er sei ca 1/4 Jahr bei Schmetkamp als Geselle gewesen für 2 1/2 Sg täglich. Als er jetzt abgehen wollte (zu Saerbeck Sendenhorst) will Schm. ihm keinen Dienstentlassungsschein ausstellen, weil er noch Schulden hat, die aber der Saerbeck bezahlen will.

Schmetkamp erklärt sich nach Vorladung bereit, Weber zu entlassen.



1835 I 17

Weber Kleihorst Bft Eickendorf, Drensteinfurt, beschwert sich, daß der Johan Hch Rieping aus Sendenhorst im vergangenen Herbst als Webergeseel auf ein halbes Jahr gemietet und den Weinkauf von 5 Sg gezahlt habe. Gestern sei Christian Silling aus Sendenhorst gkeommen und hätte den Weinkauf zurückgeben wollen unter der Vorgabe, daß Rieping sein Schwiegersohen werden sollte. Kleihorst will sich nicht damit zufrieden geben, weil jetzt keine Zei tmehr ist, noch einen tüchtigen Gesellen in Dienst zu bekommen. Rieping soll evtl. Ersatz stellen.


1835 Juni

Beschwerde der Caroline Meyer zu Wolbeck, Kaufhändler Abrahm Rose habe ihre Tochter Sophia entlassen, obwohl er sie für eine halbes Jahr angemietet.

Entgegnung des Rose: .. habe sie aber aus seinen Dienst entlassen müssen, weil sie mit unnvertilgbaren Läusen behafte wesen und er befürchten müssen, nebst Frau und Kindern mit Ungeziefer besetzt zu werden. Übrigens sei die Sophia Meier gutwillig abgegangen

Hierauf Aussage der Sophia Meier: Die Kinder des Abraham Rose seien wahrscheinlich inder Schule mit Ungeziefer behaftete worden, von Seiten der Brotherrschaft aber, haben man ihr zur Last geben wollen, daß sie wegen Mangel an Reinlichkeit heirzu die Veranlassung gegeben habe, dies sei aber keinewegs der Fall gerwesen, indem sie ihre Leibwäsche ordnungsmäßig wöchentlich gewechselt und auch 20 Stück Hemden besitze. Daß sie bei ihrer früehrern Brodherrschaft, der Wwe Moses in WAF bei welcher sie 2 1/2 Jahre als Magd gedient stets körperlich reinlich gewesen, darüber wollte sie das erforderliche Attest beifügen

24. Juli 1835

Rose zahlt 3 Taler als ausgefallenes Kostgeld und nimmt die Meier wieder in Dienst

30. Juni 1835

Witwe Moses (die nicht deutsch schreiben kann) läßt durch Abaham Leffman ein Zeugnis über gute Führung der Sophia Meier ausstellen


1835 Okt 9 LR an Bm Brüning

Der beim Colon Grieskamp Ksp Sendenhorst wohnende Hch Frochte aus Vorhelm klagt darüber, daß er von seinem Brodherrn deshalb, weil er für da 13te Infanterie. Reg ausgehoben worden, um ihn daher vor Ablauf seiner Mietzeit verlassen müsse, so hart behandelt werde, daß er den Dienst bei ihm nicht länger aushalten könne, und hat deshalb polizeilichen Schutz gegen denselben nachgesucht.

Anweisung an den Bürgermeister den Frochte zu schützen und Grieskamp zurecht zu weisen.


1836 Juli 24

Dienstmagd Gertrud Köhler aus Liesborn hat vor ca 7 wochen ihre Brodherrschaft in Walstedde ohne deren Einwilligung, auf den Verdacht einer Veruntreuung verlassen und ist seitdem nicht zurückgekehrt, Jetzt ist zu erfahren, daß selbige bei ihrem Schwager, dem Kötter Beinert im Ksp Sendenhorst seit dieser Zeit wohnt, Der Gendarm Sebon ist mit der Festnehmung dieser Person zur Einleitung einer gerichtlichen Verfolgung beauftragt. Bitte um Amtshilfe

Bürgermeister von Drensteinfurt

Anm.: Die Gertr Köhler ist nach Drensteinfurt abgeführt


1838 April Haus Köbbing

Da der Weberlehrling Bernard Zellerhoff von Everswinkel auf den Antrag seines Lehrherrn des Weber Gehrmann zu Sendenhorst schon zu demselben zurückgekehrt ist, so bitte ich zu protokollieren, daß derselbe ohne ohne Zustimmung des Everw. Armenvorstandes sich aus der Lehre bei Arreststrafe nicht entfernen dürfe.

Zur Person: Ders. ist gegenwärtig im 17ten Jahre, obgleich seine Eltern noch leben ist er so gut wie verwaist und wird schon seit 1832 aus Armenmitteln erzogen, Der Vater verließ seine Frau bald nach der Heirath, man sagt durch ihr dazu gezwungen, und ist sein Aufenthalt unbekannt, die Mutter, eine geborene Christina Brüser, ist wegen ihres berüchtigten Lebenswandels der Erziehung des Kindes unwürdig und sind Maßregeln eingeleitet, die jede fernere Einmischung in dieselbe verhindern werden.

Der Junge selbst ist noch nicht verdorben und war es nothwendig, um ihn dafür zu schützen und vor den Einflüsterungen seiner Mutter zu verwahren, daß er auswärts bei einem tüchtigen Meister untergebracht werde ... Junge ist zurückgekehrt (aus Heimweh, weil er in der Nähe seiner Mutter sein möchte). dagegen muß die Trennung von der Mutter unbedingt durchgezogen werden!


1838 Dez 28 Ahlen

Bote Lenferding Ahlen beschwert sich, daß Drechsler Bartmann seinen Sohn Bernhard als Lehrling in seinem Handwerk angenommen, denselben bereits 1 1/4 Jahr in der Lehre gehabt und jetzt vor einigen Tagen ohne kundgemachte Ursache entlassen und weigere sich demselben einen Entlassungsschein zu geben.

Das Lehrgeld sei zu 12 Taler bestimmt, worauf Bartmann bereits 6 Taler erhalten habe,

Aussage Bartmann: Lehrling Lenferding hat mehrmalen gegen ihn geäußert, daß er am Erlernen des Drechsler. Handwerks keine Lust habe und aus der Lehre entlassen zu werden wünsche. Dieserhalben und weil er des Nachts im Bette uriniert, so daß ein zweiter Lehrling, welcher bei ihm geschlafen mit naß geworden sei. Entlassungschein wolle er ihm geben, wenn der Lenferding den Stempelboten zu brächte. Er würde auch den Lehrling wider einstellen, wenn sein Vater dazu ein Bette für ihn hergeben wolle.

Darauf Aussage Lenferding: er beabsichtige den Bartmann zu verklagen, weil er seinen Sohn nicht an die Proffession gehalten, sondern zu Ackerbau genutzt und bei anderen in Tagelohn gegeben habe. Ferner, weil er seinen Sohn häufig geschlagen habe und weil er ihn ohne Grund weggejagt habe.

- Ausgang nicht bekannt -


1842 August 10

Faßbinder J B Mays Beschwerde über seinen früheren Lehrling Riegers aus Münster, den er aufs neue bis Oktober gemietet, der aber am 24. Juli nach MS auf 14 Tage Urlaub gegangen sey, aber nach Ablauf der Zeit nicht zurückgekehrt und statt dessen bei Mstr Stolteben in Münster in Dienst getreten.

Bat den Riegers zum Wiedereintritt in seinen Dienst anzuhalten.


1842 Okt 5

Näherin Gertrud Seiler zeigte an: Die aus Ahlen gebürtige Elisabeth Kerkloh hat sich mit Einwilligung ihrer Eltern afu 2 Jahre als Nählehrling bei mir zugesagt, aber nach dem sie erst 1 Jahr bei mir ausgehalten, am 1 des voringen Moants abgegangen zu ihren Eltern, dananch baer bei Cath. Brocks in Dienst getrteen

Ich muß daher daruaf antragen, daß die C. Kerkloh von Polizeiwegen angehlaten werde., zu mir zurückzukehren

Die Eltern der Kerkloh bestreiten, daß eine feste Zeit ausgemacht wurde


1842 Nov 14

B. Schmetkamp, Lehrer, zeigt an, daß sie die Hauslehrerstelle beim Herrn Pellengahr, Ksp Albersloh übernommen habe, Bittet um den erforderlichen Polizeischein

Wird vom Bürgermeister Brüning abgelehnt, da Sch. als im Lehrer-Institut zu Büren wohnhaft notiert. Wegen Nichtanmeldung in Sendenhorst wird er in eine Strafe geommen.


1844 JUni 24

Beschwerde des Zimmermanns Tawidde, daß ihm sein Gesell Johannn Schotte, gebürtig aus Ahlen, ohne Veranlassung aus dem Dienst gegangen und hat sich zu seinem Bruder auf Palsterkamps Kotten in Hoetmar begegeben. Schotte hat noch Vorschüsse zurückzuzahlen


1844 Okt 21

Maurer Schmetkamps Beschwerde: diesen Morgen sind mein Gesell Gerhard Eustermann aus Ahlen und mein Lehrling Bernhard Krampe aus dem Kirchspiel ohne alle Veranlassung und ohne Kündigung aus meinem Dienst gegangen und haben sich nach WAF begeben, wo sie wahrschinlich bei dem Marer Zellerhoff in Arbeit getreten sind. Krampe ist noch minderjährig; ferner ist anzuzeigen, daß»der <Krampe sich bei jeder Gelegenheit betrinkt und namentlich am hiesigen Markttage und gestern ganz betrunken gewesen ist, Auch der Eustermann hatte sich gestern berauscht.. Bitte um Mithilfe der Polizei.

Eustermann erklärt in der Vernehmung: Der Hauptgrund, warum ich den Schmetkamp verlassen habe war, daß ich kein Geld von ihm erhalten konnte. Ich stund zu ihm in Tagelohn.

Krampe: Meine Lehrzeit war mit dem 1. Okt abgelaufen und nur auf Bitten des Sch, bin ich über die Lehrzeit hinaus geblieben


1845 Okt 15

dem Ackerknecht Johann Gerhard Poppenburg wird auf seinen Antrag zum Bescheide erteilt, daß der Branntweinbrenner Westhoff nicht angehalten werden kann, ihn in Dienst zu nehm,en, da im kein Weinkauf gegeben, ein Mietkontrakt mithin nicht als bestehend betrachtet werden kann nach §§ 22 et 23 der Gesindeordnung.


1846 Arpil 11

Anzeige des Schulze Bernd: vor 3 Wochen kam die Tochter des Polizeidieners in Vellern zu mir und bot sich als magd an. Ich mietete dieselbe fürs alufende Sommer-Halbjahr und gab irh 1 Taler Weinkauf, Da Dieselbe aber nicht zugegangen ist, so miß ich bitten, daß dieselbe von Polizei wEgen zum Antritt des Dienstes angehalten werde.

Nach Vernehmung stellt sich heraus, daß eine Unbekannte unter dem Namen der Tochter des Polizeidieners sich hat mieten lassen. Bereits der dritte Fall!


1846 Juli 14

Anzeige des Schreiners Hoppe, Stadt Sendenhorst, Am vorigen Sonntag habe ich meinen Gesellen Joseph Krich wegen unordentlichen Betragens und Nachtschwärmerei entlassen. Er kam darauf in betrunkenem Zustande in mein Haus, raisonierte und schlug auf den Tisch. Ich wies denselben daruaf aus dem Hause, er blie baer vor der Tür stehen unds tobte und schlug mir die Tür in Stücke

Zeugen. ehefrau des Polizeidieners Degenhart und der Polizeidiener, welcher letzterer Ruhe stifttete.

Vernehmung des Kirsch, gebürtig aus Salzkotten. Gibt an noch rückständigen Lohn zu fordern

Der anwesende Polizeidiener D. bemerkte, daß er so wenige als seine Frau gesehen, daß der Kirsch sich unordentlich betragen.


1846 August 5

Ackerknecht Wilhelm Schaefer begründet, warum er den Dienst beim Colon Jönsthövel quittiert. (Schäfer Salzkotten)



1846 August 24 Amtmann Everswinkel an Brüning

Webergeselle Hch Börding von hier ist gegen den Willen seines seitherinen Meisters und gegen meine ausdrückliche Anordnunng unter Aufgabe seines Dienstverhältnisses zur Eisenbhan-Arbeit nach Vorhelm und gegen abgegangen. Bitte um Amtshilfe

hierzu Viceamtmann Brüning sen. an Schachtmeister Hölscher:

Nach Anzeige des Herrn Atmammns Gruve zu Everswinkel ist der Webergeselle Hch Börding gegen den Willen seines Brodherrn und gegen das ausdrückliche Verboth des Amtamnnes, unter Auggabe seines Dienstverhältnisses zur Eisenbahnarbeit im Berecihe der Gemeinde Vorhelm gegangen, derselbe wird von polizeiwegen reklamiert. Sollte dieser Börduing ohne Legitimation unter den dortigen Eisenbahn-Arbeitern aufgenommen sein, so ersuche ich Sie, mir denselben zu Vernehmung zuzuschicken


1846 Nov 9

Böttchermeister Bücker: sein Gesell, welcher mehrmals ungebührlicherweise der Arbeit sich entzogen habe, und aus seinem Dienste gelaugen sei, habe heute wieder nicht arbeiten wollen,. sonder zu Bette bleiben und erkläre, nicht arbeiten zu wollenm, weil er krank sei,. Es wurde hierauf eine ärztliche Untersuchung veranlaß, durch den Herrn Doctor Forstmann, wodurch sich ergab, daß der Gesell Hermann Schlenker vollkommen gesund und abreitsfähig ist, der selbe wurde daruaf vorgeführt und auf Verhalt vernommen:

Ich gestehe, daß ich um 7 Uhr diesen Morgen aufgestanden bin, obwohl ich sonst 6 Uhr aufstehen muß. Ich habe darauf zu meinem Meister gesagt, ich könne nicht arbeiten und bin auch sem Hause zu dem Schreiner Hoppe und dann zu dem Schneider Meyer gegangen um mir die Zeit zu vertreiben, weil ich eine schlechte Brust und Magenschmerzen habe.

Androhung des Arrestes, falls er nicht sofort zu seinem Meister zurückkehrt


1847 Aug 2

Anzeige S Elmenhorst: Gestern nachmittag ist meine Magd Angela Vogelsang aus Marienfeldd ohne gegründete Veranlassung von mir abgegangen und bei ihrem Bruder, dem Kötter Vogelsang in Albersloh eingetreten.

Ich trage nun darauf an, daß die V. unverzüglich in meinen Dinest zurückgebracht werde.


1847 Nov 22

S. Bernd stellt die Behauptung seines Knechts Hermann Schmitz richtig, er habe ihn entlassen: Nur Verweis, daß er das Korn nicht gehörig ausgedroschen hatte, wofür er als Bindemeister (?) sorgen müßte und ihm bemekrtlich gemacht, daß mir ein Knecht, der sendnen Dienst nicht besser vcershen, nicht dienen könne. ... Schmitz war übrigens micht krank, sondern hatte einen schlimmen Fuß, den er beschädigt, als er im Nachbarhauses seiner Liebsten beim Einfangen einer Kuh behilflich gewersen. Ich bin übrigens erbötig, dem Schmitz wieder anzunehmen.


1848 Mai 29

Ehefrau Krampe beschwert sich, daß S. Horstrup ihre Tochter Maria Cath entlassen habe (ohne alle Ursache), angeblich aus dem Grunde, weil sie nicht dreschen und melken könne. Da sie aber als Kindermädhcen mti dem ausdrücklichen Vorbehalt vermietet worden, daß sie weden dreschen och melken könne, ... Bitte um einvernehmliche Regelung


1848 Sept 4

Ackerknecht Johan Jacobsmeyer im Dienste des Schulzen Tergeist gibt an, ohne alle Ursache von seiner Herrschaft entlassen worden zu sein

keine weiteren Vorgänge


1849 Okt 15

Schulze Behring beschwert sich, er habe die Dienstmagd Westen, Schwester der Elis Westen aus Hopsten, für eine halbes Jahr gegen Weinkauf 1 Rthlr gemietet. Dieselbe sei bei ihm nicht zugegangen

Randbemerkung AmtmannHopsten: Aufenthalt unbekannt. therese und Elisabeth Westen sind am 15,Juni 1847 aus dem Zuchthaus, wo sie acht und neuen Wochen wegen Vagabundierens, Betrugs. kleinen Diebstahls gessen, entlassen und seit dieser Zeit sich stets vagabundierund herumgetrieben. Trotz Zwangspaß noch nicht wieder in ihre Heimat zurückgekehrt.


1951 April 8

Antrag des Wilhelm mertesn, nach § 137 Gewerbeordnung dafür zu sorgen, daß sein Lehrjunge Bernard Phillip, der von Okt 1849 bis Okt 1852 bei ihm eine Lehre mache, gegen seinen Willen nach Niesmann in Ahlen gegangen

Rechtfertigung des Philipp (aus Hoetmar): Der Bäcker Mertens hat seine ganze Wirtschaft verkauft und ist im Hause kein Herr mehr. Mertens habe ihm vor 5 Wochen gesagt, er soille sich nach einem anderem Herrn umsehen, weil er das Bäckergewerbe aufgeben und gesonnen sie, aus dem Hause ziehen

Außerdem muß ich bemerken, daß Herr Mertens wohl seinen ganzen Hausrat, aber nicht mich verkaufen konnte

Mertens bestreitet die Angaben seines Lehrjungen: er habe, da er kinderlos, zwar dem Jose. Panning, den er adoptiert habe, sein Vermögen übertragen, aber sich die lebenslängliche Nutznießung vorbehalten


1851 Juli 16

Antrag der Witwe Jaspert an den Magistrat zu Münster, ihren Sohn Heinrich, 21 Jahre, der als Schustergeselle in Münster dient, zu Rückkehr nach Sendenhorst anzuhalten: Da sich derselbe einem irregligiösen Lebenswandel ergeben hat, und sein Bruder jetzt das elterliche Haus verlassen soll


1853

Brennereibesitzer Heinrich Brüning Sendenhorst: Therese Potthast, mit der er einen Jahreskontrakt (13 Taler, Reisekosten und Weinkauf) geschlossen, hat ihren Dienst vorzeitig verlassen und ist bei Brennereibesitzer Wilhelm Böcker angefangen


1853 April 25

Kolon Lüring Vorhelm: hat den 15j Sohn des Tgl Linnemann namens Alexander als Schweinehirt gemietet. Trotz Weinkauf hat der Tgl Linnemann Bernhard (vulgo Sander) heute, als ich seiner Bitte nach einer unentgeltlichen Überlassung von 1/2 SCheffel Weizen nicht willfahren wollte, den Jungen eigenmächtig mit nach Hause genommen


1854 Arpil 13

Ackerwirt Wieler zeigt an ,er hab die Dienstmagdt Maria Hölscher aus Bockel Amts Rietberg für April bis Oktober gemietet und einen Taler gezahlt. Dieselbe habe bis heute den Dienst nicht angetreten. Er bittet, Zangsmittel anzuwenden

Auskunft Amt Rietberg: Maria Hölscher unbekannt, Es handelt sich wahrscheinlich um eine Betrügerin namens Anna Maria Kriener aus Neuenkirchen und hat diese Person sich nämlich im Münsterlande unter dem Namen M. H bei mehreren Kolonen zugleich als Dienstmagd vermietet. Kriener ist zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt


1854 Aug 30

Der in pol Gewahrsam genommen Dienstmagd Grüne aus Beckum wird vorgehalten

1. vomm Brennereibsitzer Brüning wegen unerlaubten Umgangs mit männlichen Dienstboten unfreiwillig entlassen zu sein.

2. sich beim Pächter Nienaber abgemeldet, aber nicht zugezogen zu sein

3. Seitdem in verschiedenen zum Teil übelbeleumdeten Familien, insbesodner bei Günther und Bartels sich umhergetrieben zu haben

4. Im Haus des Viktualienhändlers Hagemann am Sonntag Zank und Lärm angestiftet und einen Zusammenlauf von Menschen verursacht zu haben, bei welcher Gelegenheit sogfar Tätlichkeiten verübt wurden

Comparentin hat sich auf dem kürzesten Wege nach Beckum zu begeben und dort zu meldent. Im Falle ferneren zwecklosen Herumtreibens, wird sie aufgegriffen und dem Landesarbeitshause zugeführt



1857 Sept 7

Seilermeister Anton Lütkehaus meldet, seine Dienstagd Elisabeth Waldmann aus Hoetmar, 28 J., sei heimlich des Nachts aus der Wohnung gegangen, habe ihren Koffer und 1 Tlr (empfangenen Weinkauf) zurückgelassen. Er beantragt, die Polizei solle sie wieder zurückbringen. Darauf Aussage der Waldmann:

Der L. ist notorisch dem Trunke ergeben, lärmt und tobt oft Tag und Nacht und läßt mich selbst zur Nachtzeit nicht ruhig schlafen, indem er in mein Schlaflokal mehrfach eingedrungen und mich widerholt im Bette gefaßt hat.

Überdies ist das ganze Hauswesen des L. ganz zerrüttet, Streit, Zank und Mißhandlung und ärgerliche Auftritte unter den Eheleuten oder mit den Gesellem oder dem Lehrling sind an der Tagesordnung.

Die Ortspolizeibehörde hat sich daher genötigt gesehen, den L. als einen Trunkenbold zu bezeichnen.

Nichdesteweniger dauert die Ruhestörung im Hause zur großen Belästigung aller Nachbarn fort, welche dadurch fast täglich zu leieden haben, und sich darüber laut beklagen, Unter solchen Umständen halte ich mich berechtigt, meinen Dienst zu verlassen, welcher meine Gesundheit, Ruhe und sogar meinen guten Nahmen gefährdet. (Bürgermeister stimmt der Aufhebung des Dienstverhältnisses zu, überläßt es der Waldmann aber, sich ihren ausstehenden Lohn zu verschaffen).


1859 Aug 12

Tischlermeister Joseph Bartmann trägt vor: Er hat die unverehelichte Maria Anna Kalverkamp aus Ennigerloh am 1. April in Dienst genommnen, die er am 5. Aug zur Pflege ihrer kranken Muter nach Ennigerloh beurlaubt, aber nicht wiedergekommen sei

Die Kalverkamp wird vom Polizeidiener von Oelde zum Dienst angehalten


1859 Okt 20

Unverehelichte Magdalena Sievert, Magd bei Brennereibesitzer Bernhard Böcker trägt vor, Im verflossenen Sommer wurde ich durch ein Übel der rechten Hand unfähig, meinen Dienst in der Wirtschaf tzu verrichten und bin mit der Erlaubnis der Herrschaft zu meiner Herstellung auf circa 5 Wochen zu meinen Verwandten gezogen. Nachdem die Hand durch angewandte Heilmittel wieder hergestellt worden, bin ich wieder in den Dienst des Bücker zurückgetreten. Letztere hat mir nun auf den Lohn des letzten halben Jahres einen Abzug von 4 Tlr an meinemn Lohn resp. an mir zugesagten Trinkgeldern gemacht. Da das Übel an der Hand während meine Dienstzeit bei dem Böcker und der Gelgeenheit der Ausübung emines Dienstes, mithin ohne mein Verschulden entstanden ist, so halte ich den Böcker nicht für befugt, den vorgedachten Abzug am Lohn zu machen (Ergebnis nicht bekannt)


1860 Sept 22

Beschwerde Schustermeister Lücke, Seilermeister Anton Lütkehaus habe seien Tochter Bertha vertragsmäßig unter Zahlung von Weinkauf in Dienst genommen, sie aber ohne Grund nach einer Woche wieder entlassen, was die Eheleute Isaac Lefmann bestätigen können.


1860 Dez 4

Handelsmann Reinhaus zeigt an, seine Magd Bertha Löwenstein (unten Samuel genannnt!) habe ihren Dienst ohne Grund verlassen


1860 Dez 15

Bäckergeselle Johann Henrich Spanhorst, im Dienst bei Bäcker Wieler, will seinen Dienst beenden: Grund: Indes ist die Behandlung seitens des Wieler eine Sache, daß ich den Dienst zu verlassen gezwungen sehe. Ein überaus heftiges Wesen und Vorwürfe aller Art habe ich bis jetzt ertragen, bis derselbe sich heute tätlich an michtr ergriffen hat, indem er mit der Faust gegen mein Stirn schlug, wie solches die Ehefrau Wieler, sowie die Mutter der letzteren werden zu bekunden wissen. Ich beantrage demnach die Entlohnung des bisherigen Dienstverhältnisses


1861 Aug 8

Lehrer Drees an Bürgermeister Kreuzhage: Teile mit, daß unsere Nagd Anna Heitmann nciht mehr bei Kolon Ringhoff sondern hier in Sendenhorst bei dem Bäckeer Keuthage auf der Nordstraße ist. Ich ersuche, das Nöthige zu veranlassen und die Ann heitmann in ihren Dienst zurückführen zu lassen

Zeugen Henrich Spiethöver Nr, 18, 20 Jahre alt, und Lehrling beim Spithover, Heidelmann 17 Jahre, geben die Harte und auschweifende Behandlung der Magd an

Aussage der Dienstmagd Anna Heitmann 30 Jahr alt, gebürtig aus Bielefeld: ... Obwohl ich außer den gewöhnlichen häuslichen und Gartenarbeiten täglich zweimal die Kuh des Lehrers, welche in einer cica 3/4 Stunde von hier entfernten Weide geht, zu melken und die Milche zu Hause zu tragen habe, so wird mir doch fast täglich vorgeworfen, daß ich zuwenig leist, und zwar in einer schimpfenden und heftigen Art und Weise. Am Samstage jeder Woche muß ich regelmäßig bis um Mitternacht arbeiten und schon um 5 Uhr Morgens wieder tätig sein, so daß ich mich am Sonntage regelmäßig ermattet fühle.


1861 Nov 2

Anzeige des Lehrers Drees, daß seine Magd Heitmann eigenmächtig ihren Dienst verlassen habe. Antrag, sie in ihren Dienst zurückführen zu lassen. Darauf Aussage der M. Christina Heitmann:

Ich habe den Dienst des Lehrers Drees abermals hiermit verlassen müssen, weil derselbe mir unterträglich geworden ist. Man bürdet mir mehr und gleichzeitig soviel Arbeiten, bald in bald außer dem, Hause auf, daß ich solche auch mit Anstrengung aller Kräfte nicht zu lestein vermag. Nichts desteoweniger werde ich täglich und bei jedem Anlasse von der Lehrerin Drees mit Schimpfworten überhäuft, überhaupt mit steter Härte behandelt, sp daß ich nach der Gesindeordnung für berechtigt halte, den Diestn ohne Aufkündigung zu verlassne.

Dabei Bestätigunng des Nachbarn KJüster Wilhelm Harde -

Ex post bemerkte die Heitmann, daß die Lehrerin Drees ihre Dienstboten schlecht behandele, berufe sich sich auf das Zeungnis der früheren Dienstmagd

- Lehrer Drees verlangt mit starken Worten die Rückkehr der Heitmann, gibt sich aber schließlich mit einem Verzicht zufrieden.


1862 Jan 17

Brennereibesitzer Beumer erklärt, er habe den Tgl Henrich Haverkamp sive Haverkemper gestern entlassen. Ders. habe ein Scheibe zerbrochen. Darüber zur Rede gestellt, habe er wörtlich erklrärt, er wolle es schon gedenken und solle die Scheibe ihm teuer zu stehen kommen.

Hierzu Vernehmung des Tgl Heinrich Klodt: Ich arbeite häufig im Haus des Brennereibesitzers Beumer, was auch gestern der Fall war. Gegen Abend, es war schon dunkel, rief mich der Beumer auf die Diele und forderte mich auf, dieselbe mit der Laterne zu erhellen, was ich auch tat. Gleichzeitig erschien dort der Hewnnrich haverkemper, welcher auf das demselben angewiesene Schlaflokal an der Diele stieg und anscheinend angetrunken war und mit dem Beumer im erregten Tone sprach und unter anderem die Äußerung von sich gab: Die eingestoßenen Scheibe koste ihm 5 Silbergroschen, welceh dem Beumer teuer zu stehen kommen sollen.


1862 Febr 13

Handelsmann Marcus Reinhaus Beschwerde, daß seine Dienstnagd Malchen Michel ihn und seine Frau mit Schmähworten beleidigt, worauf er gezwungen gewesen, die Michel zu entlassen

Zeugen: die zweite Magd Bertha Lücke und Witwe M. Anna Decker geb. Strieckman

Rechtfertigung der Michel, sie werde von der Frau des Reinhaus und den acht Kindern in der Art behandelt, daß sie den Dienst nur mit der äußersten Geduld zu vesehen im Stande sei


1864 Jan 8 Laer

Anzeige des Müllers Heinrich Tombrinck, sein Müllergeselle Hermann Jasper habe ihn kontraktbrüchig unter Zurücklassung eines Briefes verlassen. Polizeiliche Zurückführung verlangt

Text des Briefes: Lieber Meitesr

Ich kan nicht unterlassern, den ich habe gestern abend einen Brief bekommen, ich müste gleich nach hause kommen, den meine beiden Brüder sind Beide nach die soldahten und mein Vater ist krank und das schwerlich krank, so der wieder Besser ist, komme ich wieder, den meine mutter kan die Arbeit nicht thun den ich bin gestern gleich weggegangen

Harman Jaspert

Jaspert erklärt dem Sendenhorster Bürgermeister, er habe bei seinem Vater sein wollen der krank war. Kehrt nach Laer zurück; damit war die Sache erledigt (Heimweh?)

Der Müller fordert und erhät 12 Taler Entschädigung für denn Kontraktbruch seines Müllerknechts.

Schreiben des Vaters Anton Jaspert an den Amtmann zu Laer, in dem er seine Bereitschaft zur Zahlung erklärt, alelrdings: Das Geld schicken wir ihm dabeiu, wir müssen es selber leihen.


1869 Mai 20

Magd Catharina Klasemeyer aus Oelde, wohnhaft beim Colon lange im Ksp, wurde wiederholt im angetrunkenen Zustand angetroffen.am Pfings-Feiertrage, trieb sich dieselbe in einem so angetrunkenen Zustand in der hiesigen Stadt umher, daß im Interesse der öffentlichen Ruhe und Ordnung die Fortschaffung derselben in polizeilichen Verwahrsam nöthig wurde. Amt Oelde wird ersucht, die Eltern zu benachrichtigen


1870 Nov 3

Weber Johann Heinrich Beumer trug vor, daß seine Tochter Franziskar ohne seine Einwilligung bei der Näherin Caroline Achmeier (Genius)zu Wolbeck sich auf eine wieteres halbes Jahr vermietet habe. Rückgabe des Koffers


1871 Juli 24

Brennereibesitzer Hermann Panning: Er habe seit Oktober 1870 den Ackerknecht Franz Schnieder eingestellt. Bei der im vorigen Jahr stattgehabten Mobilmachung ist derselbe zum Militärdienste einberufgen und konnte dafür den Dienst nicht antreten. Nun ist er seit 3 Wochen vom Militärdienst entlassen, hat aber seinen Dienst nicht angetreten. Schnieder streitet ab, mehr als ein halbes Jahr gemietet zu sein.


1873 April 10

Brennereibesitzer Joseph Ridder zeigt an, daß sein beweinkaufter Knecht Heinrich Dieckmann wegen Krankheit seinen Dienst nicht angetreten habe. Ein Attest liegt vor. Ridder verlangt, daß D. nach Genesung bei ihm den Dienst antrete. Dazu Aussage:

Auf Ladung erschiender 68jährige Knecht Heinrich Dieckmann, welcher eingestand, sich im betrunkenen Zustand zwar bei Ridder vermiethet zu haben, jedoch gehindert sei, den Dienst anzutreten, weil er seit Herbst vorigen Jahres noch bis Oktober vom Colon Jasper (Borbein) beweinkauft sei.

Hierzu Amtmann Ahlen: ... daß es mir zwcklos hat erscheinen wollen, den Kolon Jasper zu veranlassen, weil bei dem allgemeinen Mangel an Dienstpersonal wohl wahrscheinlich keine wahrheitsgetreue Aussage zu erwarten ist. Dagegen kann ich versichern, daß D. zwar gesund, aber alt und abgearbeitet ist, und ein Freund geistiger Getränke, den ich dieserhalb einem Brennereibesitzer gar nicht empfehlen kann.


1873 Okt 7

Böttcher Theodor Bücker zeigt an, sein auf drei Jahr eingestellter Lerhling habe den Dienst wieder verlassen und sei nach Kinderhaus zurückgekehrt. Der Lehrling wird polizeilich aufgefordert, in seinen Dienst zurückzukehren.


1873 Okt 19

Müller Joseph Wöstmann: Sein beweinkafuter Müllerknecht Heinrich Eickholt aus Ksp Amelsbüren habe seinen Dienst nichtr angetreten.


1873 Dez 18

Gastwirt und Brennereibesiterz Topp hat Brennerkencht Theodor Weigold aus MS, 24 Jahre alt, gemietet. Derselbe erkrankte an Schwindsucht und begab sich zu S. Bisping nach Ostbevern zur Genesung. Topp hielt den Koffer und den zuständigen Lohn zurück (30 Taler). Topp zeigt sich unbeeindruckt von ärztlichen Attesten und verlangt die polizeiliche Vorführung. Darauf Amtmann Telgte:

... daß ich nunmehr in dieser Dienstsache keinen Federstrich merh mache, indem ich nicht einsehe, weshalb dem Weichholz, der offenbar schwindsüchtig ist, diese kostbaren Weiläufigkeiten gemachte werden. Sollte der Topp nunmehr och nicht zufrieden sein, so werde ich veranlassen, daß der W. auf Kosten des Topp in Münster ovm Kreisphysikus untersucht wird.


1885 April 3 Drensteinhfurt

Beschwerde des Hermann Söster, sein 15j. Sohn sei zur Aushülfe in der Ackerwirtschaft und Brennerei beim herrn Schulze Elmenhorst in der dortigen Stadt vermietet gewesen. Nach beendeter Dienstzeit weigerte sich S. E. den Koffer mit den Effekten herauszugeben. Der Sohn soll eine Schreinerlehre machen, kann aber die Lehre nicht antreten, weil er ohne Kleidungsstücke ist.

Angeblich war Joseph Söster nach einer sechswöchigen Probezeit auf auf ein Jahr beweinkauft worden (Jahreslohn 60 Mark). Nach Meinung des Vaters habe sein minderjähriger Sohn keinen Vertrag abschließen können.


1886 Juni 1

Erschien der Schuhmachermeister Anton Wiedehage von hier und gab zu Protokoll: Der beim Schuhmachermeister Everhard Hövelmann in Albersloh in Arbeit stehende Gesell Josef Neuhaus aht sich vor etwat 14 Tagen verpflichtet, innerhalb drei Tagen die Arbeit bei mir anzutreten. Derselbe ist bis jetzt bei mir nicht erschienen und bitte ich zu veranlassen, daß derselbe sofort den Dienst bei mir antritt, eventuell zwangsweise vorgeführt wird

Rückschirft Gemeindevorsteher Osthues: Neuhaus und sein Vormund hätten zwar mit wiedehage darüber gesprochen und auch einen Brief von ihm erhalten, demselben aber nicht zugesagt



________________________________


Handwerk im 19. Jh nach den Akten des Stadtarchivs


 


1822

Verordnung der Kgl Regierung, daß scih Maurer und Zimmergesellen, welche Meister werden woillen einer Prüfung unterziehen müssen; ebenfalls Brunnen- und Rohrmacher.

Voraussetzungen. Lesen, Schreiben Zeichnen. Müssen merkwürdige Gebäude gesehen haben, Kostenanschlag

Daneben: Gewerbeschein auf Maurerflickarbeit ohne Prüfung


Liste der ungeprüften Bauhandwerker:

4 Zimmerleute

Johan Frenking und Henrich X haben zusammen fünf Windmühlen in Accord und eine im Tagelohn gebaut

Johan Bernd Brandhove 39J, vermutlich der beste Zimmermann dahier. Kann nach einem Bauriß arbeiten,

Wilhelm Stockhoff, Pumpenmacher, hat in MS gearbeitet


1832

Bürgermeister Marcus:

die ungeprüften Meister besitzen wenige Geschicklichkeit. Zur Ausführung großer Gebäude führt sie ihr Ruf nicht, daher sie auch wohl nicht schaden

 

1833

Steinhauer und Steinsetzer; anerkannt:

- Joh Henrich Bröcker

- Theodor Herman Bröcker

- Hermann Niehues

- Heinrich Niehues


1836

Antrag des Zimmermans J Bernh Brandhove auf Zulassung wird zugestimmt

(Amtsblatt 1836 Dez, Nr. 321 Der Zimmermann Johan Bernhard Brandhove zu Sendenhorst ist in das Verzeichnis der zum selbständigen Gewerbe- Betriebe berechtigten Bauhandwerker aufgenommen)


1841

Maurer Andreas Ostholt hat 1820 dem Schenkwirt B Wessel im Ksp Überwasser ein neues Wohnhaus als selbstständiger Meister errichtet


1850

erstes Prüfungszeugnis für Zimmergeselle Theodor Flürenbrock (geb Ksp Neuahlen); selbständiger Betrieb als Zimmermeister


Nachweis der ausgeführten Bauten Bernhard Kössendrup:

48 Jahre; seit 16 Jahren selbstständig:

1817 für Thier in Münster

auf dem alten Steinweg MS, Gebäude für den Höcker Esmann

Zinngießer Bartels auf der Hörster Str

Kramer Speickmann aufm Bispinghof

Hier in der Stadt S. ergab sich übrigens keine Gelegenheit zum Neubau für mich.


Mühlen- und Radmacher Joh Frencking:

Bau der dritten hiesigen Mühle für den Herrn Gastwirt Schwarte; von Sendenhorst bestätigt.


Zimmermann Johan Bernard Brandhove

39 Jahre; wegen Schwächlichkeit des Vaters schon 1814 im Geschäft

Als Meisterknecht das Haus für Joh Hermann Hoppenkötter gebaut

1817 das hiesige Stadtsprützenhaus

Kotten des Kötters Wefers (?) aufm Elmenhorster Berg

1820 Bau eines Hauses für Zimmermeister Bröcker; Anfertigung des

Grundrisses


Henrich Saerbeck

38 J. seit 1818 Meister als Maurer

1818 Bau einer Fachwerkscheune für Gemeinderat Wichard

1819 Bau von 2 Häusern in MS unter einem Dach für Perückenmacher Holters zusammen mit seinem Bruder Theodor (2 Jahre jünger)

1822 neuer Giebel für Schreinermeister Schmalz im Krummen Timpen MS

Bei der neuen Anlage der Magdalenenstr MS für Kleidermacher Freese das erste Gebäude

 

1831

Polizeistrafe für Heinr Saerbeck (2 Thl) für unbefugte Arbeit

außerhals seines Wohnorts (Höcker Holtkamp)

erhält 1832 Konzession; ebenfalls Bruder Theodor Saerbeck


1843 Stadtchronik

XI Gewerbe-Verhältnisse und Verkehr

Außer der Landwirtschaft wird Branntweinbrennerei betrieben, welche letztere gute Fabrikate liefern und sich deshalb eines vorzüglichen Abwsatzes erfreuen.

(Ergänzung: Früher was MS der alleinige Absatzort; nachdem der Ort aber durch passable Wege mit der blühenden Fabrick-Gegend des Bergischen in Verbindung gebracht, hat sich der Handel dieser Fabrickgegend zugewandt)

die Leineweberei, welche in früherern Zeiten einen bedeutenden Erwerbszweig bildete, wird wegen Mangels an Absatz zu lohnenden Preisen nur in geringem Umfange mehr betrieben.

Die Handwerker arbeiten größten Theils für Tagelohn und viele als Maurer, Steinhauer, sie gehen auf die benachbarten Orte. Von den Tagelöhnern erwerben sich viele guten Verdienste durch Grasmähen im Holländischen. Die zehn Juden-Familien treiben Manufacturenwaren und Schacherhandel jeder Art.

---> sehr geschöntes Bild für 1843!!



Zimmermeister B H Bröcker

1820 Holzhaus für Sch Tergeist



1852 A476

»Beschwerde des Drechslers Hch Klümper die Pfeifenhandlung von Seiten des Bernhard Zimmermann betr.

Mein einzige Erwerbszweig zum Unterhalte für mich und meine Familie ist die Pfeifenhandlung. So lange ich nun hier bin, hat mich der Pfeifenhandel, den mötigen Unterhalt für mich und meine Familie verschafft. Nun tritt mir aber seit einigen Monaten der Victualienhändler Bernard Zimmerann hemmend entgegen, indem er auch mit einen Pfeifenhandlung sich befaßt, öffentlich zur Schau an seinem Hause ausssatellt, die Producte von der Fabrik bezieht, die er selbstreden biliger geben kannm als ich die meinigen, die ich selbst verfertige, und sicheren Vernehmens mit den Pfeifen hausiert oder doch neben seinem Victualiengschäfte mit einem sehr geringen Gewinn, zumal er mit vielen Artikeln handelt, unterzubringen wei´. Dadurch ruiniert er meine einzige Erwerbsquelle, «

(Zimmermann soll die Pfeifenhandlung verboten werden »Wenngelich ist auch nicht speciell die Gesetze kenne, so scheint es mir der Natur der Sache nach nicht gerechtfertigt, daß Bernard Zimmerann als Victualienhändler auch mein Beschäft nebenbei treiben darf, um mich zu ruinieren«

Antwort Des Bürgermeisters: die Besteuerungsgesetze erlauben den Krämern auch den Verkauf von Pfeifengeräten. Da Zimmermann aber zum geringsten Steuersatz veranschlagt ist, und es sich um eine Erweiterung des Geschäfts handelt, wird Zimmermann höher veranschlagt werden müssen.



Blotevogel, Zentrale Orte

Tabelle 13

Austattung der zentralen Orte im Reg Bez Münster 1820

Sendenhorst

Einwohner 1821 1200, mit dem Kirchspiel 2200

Bürgermeisterei

Notariat

1

Schornsteinfeger

1

Drechseler

8

Böttcher (ein Meister)

2

Rademacher

2

Maurer

2

Schneider

10

Bäcker

6

Stellmacher

1

Schmiederr

6

Seiler

4

Handelsmann

1

Viktualienhändler

1

Gesundheit:


approb. Arzt

1

Wundarzt

!

Apotheke

1

Hebammern

3

Markttage

2

Postwärterei










 


Handwerk im 19. Jh nach den Akten des Stadtarchivs


 


1822

Verordnung der Kgl Regierung, daß scih Maurer und Zimmergesellen, welche Meister werden woillen einer Prüfung unterziehen müssen; ebenfalls Brunnen- und Rohrmacher.

Voraussetzungen. Lesen, Schreiben Zeichnen. Müssen merkwürdige Gebäude gesehen haben, Kostenanschlag

Daneben: Gewerbeschein auf Maurerflickarbeit ohne Prüfung


Liste der ungeprüften Bauhandwerker:

4 Zimmerleute

Johan Frenking und Henrich X haben zusammen fünf Windmühlen in Accord und eine im Tagelohn gebaut

Johan Bernd Brandhove 39J, vermutlich der beste Zimmermann dahier. Kann nach einem Bauriß arbeiten,

Wilhelm Stockhoff, Pumpenmacher, hat in MS gearbeitet


1832

Bürgermeister Marcus:

die ungeprüften Meister besitzen wenige Geschicklichkeit. Zur Ausführung großer Gebäude führt sie ihr Ruf nicht, daher sie auch wohl nicht schaden

 

1833

Steinhauer und Steinsetzer; anerkannt:

- Joh Henrich Bröcker

- Theodor Herman Bröcker

- Hermann Niehues

- Heinrich Niehues


1836

Antrag des Zimmermans J Bernh Brandhove auf Zulassung wird zugestimmt

(Amtsblatt 1836 Dez, Nr. 321 Der Zimmermann Johan Bernhard Brandhove zu Sendenhorst ist in das Verzeichnis der zum selbständigen Gewerbe- Betriebe berechtigten Bauhandwerker aufgenommen)


1841

Maurer Andreas Ostholt hat 1820 dem Schenkwirt B Wessel im Ksp Überwasser ein neues Wohnhaus als selbstständiger Meister errichtet


1850

erstes Prüfungszeugnis für Zimmergeselle Theodor Flürenbrock (geb Ksp Neuahlen); selbständiger Betrieb als Zimmermeister


Nachweis der ausgeführten Bauten Bernhard Kössendrup:

48 Jahre; seit 16 Jahren selbstständig:

1817 für Thier in Münster

auf dem alten Steinweg MS, Gebäude für den Höcker Esmann

Zinngießer Bartels auf der Hörster Str

Kramer Speickmann aufm Bispinghof

Hier in der Stadt S. ergab sich übrigens keine Gelegenheit zum Neubau für mich.


Mühlen- und Radmacher Joh Frencking:

Bau der dritten hiesigen Mühle für den Herrn Gastwirt Schwarte; von Sendenhorst bestätigt.


Zimmermann Johan Bernard Brandhove

39 Jahre; wegen Schwächlichkeit des Vaters schon 1814 im Geschäft

Als Meisterknecht das Haus für Joh Hermann Hoppenkötter gebaut

1817 das hiesige Stadtsprützenhaus

Kotten des Kötters Wefers (?) aufm Elmenhorster Berg

1820 Bau eines Hauses für Zimmermeister Bröcker; Anfertigung des

Grundrisses


Henrich Saerbeck

38 J. seit 1818 Meister als Maurer

1818 Bau einer Fachwerkscheune für Gemeinderat Wichard

1819 Bau von 2 Häusern in MS unter einem Dach für Perückenmacher Holters zusammen mit seinem Bruder Theodor (2 Jahre jünger)

1822 neuer Giebel für Schreinermeister Schmalz im Krummen Timpen MS

Bei der neuen Anlage der Magdalenenstr MS für Kleidermacher Freese das erste Gebäude

 

1831

Polizeistrafe für Heinr Saerbeck (2 Thl) für unbefugte Arbeit

außerhals seines Wohnorts (Höcker Holtkamp)

erhält 1832 Konzession; ebenfalls Bruder Theodor Saerbeck


1843 Stadtchronik

XI Gewerbe-Verhältnisse und Verkehr

Außer der Landwirtschaft wird Branntweinbrennerei betrieben, welche letztere gute Fabrikate liefern und sich deshalb eines vorzüglichen Abwsatzes erfreuen.

(Ergänzung: Früher was MS der alleinige Absatzort; nachdem der Ort aber durch passable Wege mit der blühenden Fabrick-Gegend des Bergischen in Verbindung gebracht, hat sich der Handel dieser Fabrickgegend zugewandt)

die Leineweberei, welche in früherern Zeiten einen bedeutenden Erwerbszweig bildete, wird wegen Mangels an Absatz zu lohnenden Preisen nur in geringem Umfange mehr betrieben.

Die Handwerker arbeiten größten Theils für Tagelohn und viele als Maurer, Steinhauer, sie gehen auf die benachbarten Orte. Von den Tagelöhnern erwerben sich viele guten Verdienste durch Grasmähen im Holländischen. Die zehn Juden-Familien treiben Manufacturenwaren und Schacherhandel jeder Art.

---> sehr geschöntes Bild für 1843!!



Zimmermeister B H Bröcker

1820 Holzhaus für Sch Tergeist



1852 A476

»Beschwerde des Drechslers Hch Klümper die Pfeifenhandlung von Seiten des Bernhard Zimmermann betr.

Mein einzige Erwerbszweig zum Unterhalte für mich und meine Familie ist die Pfeifenhandlung. So lange ich nun hier bin, hat mich der Pfeifenhandel, den mötigen Unterhalt für mich und meine Familie verschafft. Nun tritt mir aber seit einigen Monaten der Victualienhändler Bernard Zimmerann hemmend entgegen, indem er auch mit einen Pfeifenhandlung sich befaßt, öffentlich zur Schau an seinem Hause ausssatellt, die Producte von der Fabrik bezieht, die er selbstreden biliger geben kannm als ich die meinigen, die ich selbst verfertige, und sicheren Vernehmens mit den Pfeifen hausiert oder doch neben seinem Victualiengschäfte mit einem sehr geringen Gewinn, zumal er mit vielen Artikeln handelt, unterzubringen wei´. Dadurch ruiniert er meine einzige Erwerbsquelle, «

(Zimmermann soll die Pfeifenhandlung verboten werden »Wenngelich ist auch nicht speciell die Gesetze kenne, so scheint es mir der Natur der Sache nach nicht gerechtfertigt, daß Bernard Zimmerann als Victualienhändler auch mein Beschäft nebenbei treiben darf, um mich zu ruinieren«

Antwort Des Bürgermeisters: die Besteuerungsgesetze erlauben den Krämern auch den Verkauf von Pfeifengeräten. Da Zimmermann aber zum geringsten Steuersatz veranschlagt ist, und es sich um eine Erweiterung des Geschäfts handelt, wird Zimmermann höher veranschlagt werden müssen.



Blotevogel, Zentrale Orte

Tabelle 13

Austattung der zentralen Orte im Reg Bez Münster 1820

Sendenhorst

Einwohner 1821 1200, mit dem Kirchspiel 2200

Bürgermeisterei

Notariat

1

Schornsteinfeger

1

Drechseler

8

Böttcher (ein Meister)

2

Rademacher

2

Maurer

2

Schneider

10

Bäcker

6

Stellmacher

1

Schmiederr

6

Seiler

4

Handelsmann

1

Viktualienhändler

1

Gesundheit:


approb. Arzt

1

Wundarzt

!

Apotheke

1

Hebammern

3

Markttage

2

Postwärterei










Nach oben

Ahnenforschung
Blätterwald
Fakten
Fest-Schriften
Geschichte(n)
Grundwissen
H. Petzmeyer
Kornbrenner
Quellen
Adel
Bürgerliche
Gerichte
Gewerbe
Höfe
Krieg
Naobers
Religion
Stadt, Siedlung, Soziales
Impressum
Datenschutz