Juden II

Materialien zur Geschichte der Sendenhorster Juden II

 

aus A 1156 (1822-1827)  und A 1154

 

1817 XI 15

David Levi 32J und Binchen Levi 24J. heiraten in herbern. Eltern des Mannes Levi Davod und Sara Isaac; Eltern der Frau Samson, Schönchen Levi

 

Geburten 1817

29. Juni 1817 Hanchen Leser, Eltern Melchior Leser oo Sisa  Melchior

16. Sept 1817 Sibilla Isaac, Eltern Elias Isaac oo Bunchen Lefmann, Handelsmann

 

3. Dez. 1818

David Levi * Eltern Levi Ansel oo Marle Wolf

1819 Lengerich

Bestätigung des Bürgermeisters, daß der Sohn ds Schatzjuden Wolff David, namens Pintus Wolff 1799 am 12. November geboren ist.

Daß gedachter Pintus Wolff im erwähnten Jahr geboren geht aus der hiesigen Stammrolle herovor, den angegebenen Tag und Monat hat der Vater aus sein Annotationsbuch, worin die Geburt seiner sämtlichen Kinder verzeichnet und behauptet, der Wahrheit gemäß angegeben.

 

 

13. Mai 1822

Vorsteher der Judenschaft Melchior Leser genannt Reinhaus zeigt Geburt des Elias Lefmann gt. Stern, Sohn des Handelsjuden Elias Isack.

 

1802 I 6

Samuel Mendel aus Rorup erhält die Genehmigung sich als Schlächter bei den Juden in Sendenhorst aufzuhalten

 

1823 III MS

Melchior Lazarus als Deputierter zur Versammlung der jüdischen Deputierten  nach WAF eingeladen (ebenfalls Dep aus Aheln (Anschel Melchior), Oelde (Nathan Samuel Kohn), Beckum (Philipp Windmüller)

 

1821-1823

Namen der Steuerpflichtigen Juden

1. Anschel Salomon Kl 3, zahlt 31-6 Taler

2. David Lefman Kl 5 20-20 Taler

3. Selig Levi Kl 8 zahlt 13 Taler

4. Melchior Latzarus Klasse 6 zahlt 18-5 Taler

5. Levi Anschel, Klasse 7, 15 Taler

6. Elias Isac, Klasse 9 zahlt 10-10 Taler

7. Pintus Wolf Klasse 7 zahlt 15 Taler

 

1823 II 18 morgens 4 Uhr

ist dem Handelsamann David  Lefmann und seiner Ehefrau Billchen Lefmann, in Sendenhorst wohnahft eine Tochter geboren, welcher der NameLisette beigelegt werden soll

 

1824 I 30

Die Familienvorstände der  Juden wurden zusammengerufen und ihnen bekannt gemacht, daß » von jetzt an ihre Kinder regelmäßig die hiesige christliche Schule besuchen müssen, und daß die Eltern der ausbliebenden Kinder Stafen zu erwarten haben.

Sofern die Juden  für künftig einen jüdischen Leherer den Unterrichte in den Grundsätzen ihrer Religion übertragen weollen, muß nachgewiesen werden, daß derselbe dazu von den kirchlichen Vorgesetzten für fähig erklärt wird. Da diesen Nachweise dem jetzigen Lehrer Samuel Schreiber mangelt , so ist demselben der Unterricht un der fernere Aufenthalt hieselbst untersagt worden. Derselbe hat angezeigt, daß am 3. März der Landerabbiner Sutro eine Prüfunf mit ihm vornehmen und er alsdann sogleich das Zeugnis desselben zur Fähigkeit zum Unterrichten in den Gegenständen der jüdischen Religion vorlegen werde

 

Judenkinder (nach Angabe Bürgermeister Röhr)

1. Salomon Alsberg und

2. David Alsberg

3. Lina  reinhaus

4. Hanna Reinhaus

5. Sara Stern

6. Schönchen Stern

7. Blümchen Stern

8. Sara Alsberg und

9. Blümchen Alsberg

 

1824 XII 18

Der jüd. Lehrer Jacob Hirsch Amias aus Bethsche im Großherzogtum Posen wird auf dessen mündliches Gesuch zum Bescheide erteilt, daß ihm der Aufenthalt und das Unterrichten der Judenkinder hier nicht eher verstattet werden kann, bis er seine Fähigkeit zum Unterrichten nachgewiesen hat. Bürgermeister Röhr

 

1825 VII 14

Der hiesige Handelsjude Jüdel Alsberg will sich mit der Caroline Ansel auf Kettwig Kreis Dusiburg reg Bez Düsseldorf verheiraten, Genehmigung ersucht

 

1826 XII 14

Zwei Judenkinder gehen bi mir zur Schule, nämlich

Salomon Albserg und  Melchior Reinhaus, die auch selten ausbleiben

Schullehrer Kriege

- schulpflichtige Kinder deren Eltern angemahnt werden müssen

Isaac Stern

David Alsberg

Marcus Reinhaus

Isaac Lemann

Schönchen Stern

Sibille Stern

 

1827 I 9

Der hiesige Handelsjude Selig Löwenstein ist willens, sich mit der Elisa Israel Isaac, geboren in Stendel und wohnhaft in Herford, zu verheiraten und hat hierzu den Konsens ersucht

- am 2. Februar erteilt

 

1827 IV 3

Antrag auf Heiratskonsens des hiesigen Handelsjuden Isaac Lefmann, Braut Regina (Rahel) Speier aus Hovestadt im Reg Arnsberg

Randbemerkung Landrätliche Behörde, Oelde: Verweisaauf die Verfügung der Regierung von 1820 wonach Hoffstadt im Herzogthum Westphalen liegt, worin andere Judenverfassung als hier besteht. Dem Gesuch des Isaac Lefman kann nicht stattgegeben werden und wird derselbe abschläglich beschieden.

(Die Genehmigung erfolgt höheren Orts; nach Mitteilung Landrabbiner Sutro)

 

1827 VI 2 MS

Wir bitten uns die Familiennamen, welche die Juden ihres Bezirsk nach der neuen Vorschrift angenommen haben, bekannt zu machen, indem davon beim Hypothekenbuche Gebrauch gemacht werden muß.  (folgen 8 Namen)

 

A 1159 Juden 1832-76

 

1832 III 13

Aron Alsberg gibt an, sich in Ahlen niederlassenzu wollen. Laut glaubhafter Zeugen ist er am 30. April 1802 geboren, Eltern Sar und Ahscnel Alsberg geb. Aronstein. Der Vater ist bereits verstorben, die Mutter lebt nicht.

 

1832

Reklamation des Levi Löwenstein und des Kaufmann und Schönfärber Abraham Rose wegen der Judenschaftsschulden

 

1832 XII 28

Pintus Rothschild (Mitglied des Kirchenvorstands der israelitischen Gemeinde) gibt an, wie in ihrer Kirche manche Störungen vorfielen, als lautes Sprechenn, lautes Beten und Herumlaufen von einem Platz zum anderen

 

1833 I 19

Beschwerde, daß „der 15j. Sohn des Levi Alsberg, David, diesen Morgen Unordnung während ihres öffentlichen Gottesdienstes in der Kirche gemacht hatte ... daß er das Büchergestell des Sohnes des David Lefman und mehrerer anderen verwechselt, durch lautes Rufen und Toben ein allgemeines Ärgernis gegeben.“

 

1837 I 15

Salomon Mastbaum aus Werl will sich als Sattler in Sendenhorst etablieren. Einspruch des Bürgermeister Brüning, weil in Snendehorst bereits 11 Familien mit 70 Köpfen vorhanden sind.

Da Mastbaum wahrscheinlich von der Sattlerei nicht leben kann, wird er zum Schacher zurückkehren ... Bedenkt man dabei daß die auf 70 Köpfe gestiegene Zahl der hiesigen Juden sich von Zeit zu Zeit vermehren wird, so bin ich der Meinung, daß dem Mastbaum das Asyl hier nich zu gestatten sein dürfte, und müsen hier sonst zuletzt die Christen unter den Juden wohnen.

 

 

A 1160

 

1854 VII 28 Amtsgericht Ahlen

Mitteilung, daß der Vorname des Sohnes des Hermann Humberg von seinem Vater von Samuel in Philipp ungeändert worden ist.

 

1855

Julie Alsberg, nuen Ehefrau Samuel Weinberg aus Wattenscheid

 

1859 Auszug aus dem Personenstandsregister

1859 II 6

Wilhelm Alsberg *. Eltern Kaufmann Salomon Alsberg Henriette geb Spiegel

1859 III 23

Silla Leffmann *, Eltern Handelsmann Isaac Leffmann oo Hannchen

1859 III 11

... ist der Handelsmann Hirsch Alsberg von Sendenhorst  in einem Alter von 56 Jahren in einem unfern der Landstraße von Sendenhorst nach Albersloh belegenen Teiche tot aufgefunden worden

1860 IX 8

Emilie Reinhaus*, eltern Handelsmann Marcus Reinhuas oo Julie Herzsohn

1860 XII 21

Levi Leffmann *, Eltern Isaak Leffmann oo Hannchen L.

 

Laut Verhandlung com 23. Oktober 1860 haben der Metzger Leopold Hirsch zu Harpen und Julie Leffmann aus Sendenhorst erklärt, daß sie sich als ehelich verbunden betrachten wollen.

 

1860 XII 2

Ehefrau des Salomon Alsberg, Henriette Spiegel im Alter von 40 J. verstorben (nach mehrmonatlicher Krankheit an Schwäche)

 

1863 I 12

Pauline Reinhaus, Tochter des Handeslmann Marcus Reinhaus oo Julie Herzohn geb.

1863 IX 6

Rica Stern, Eltern Isaac Stern oo Röschen Lion

1863 IX 22

Sohie Leffmann, Eltern Isaac und Hannchen Leffmann

1863 IX 23

Hugo Alsberg, Eltern Kaufmann Salomon Alsberg Helene Rosenberg

1865 I 10

Hulda Alsberg, Eltern wie vor

 

1865 III 20

Verheiratung: Kaufmann Simon Kaufmann zu Lengerich Kreis Tecklenburg oo Hannchen Löwenstein aus Sendenhorst

 

1866 III 15

Sophia Stern *, Eltern Isaac Stern oo Röschen Lion

 

1865 VIII 25

Tochter des Isaac Stern, Fina, im Alter von 5 1/2 Monaten an Stickhusten gestorben

 

1868 IX 18

Lt Bericht Düsseldorf ist die Leiche des Commis Abraham Humerbg, sohn des Maklers Heyman Humberg und Regina Falks zu Sendenhorst im Sicherheitshafen zu Düsseldorf am Rhein tot aufgefunden worden

 

1869 XII 20

Verheiratung: Kaufmann Leser Löwenstein zu Sendenhorst oo Fanny Meyerbach aus Ibbenbüren

 

1869 VII 5

Nanette Löwenstein geb Israel im Alter von 57 Jahren gestorben (Wassersucht)

nach Angaben auf der Grabstein Jeannette L. geb 28. Febr. 1810

 

1870 VI 20

Nanny Löwenstein *, Eltern Kaufmann Leeser Löwenstein oo Fanny Mayerbach

 

1870 VIII 12

Eli / Elias Stern, Handelsmann, im Alter von 103 Jahren an Altersschwäche gestorben

Grabstein: geb. Nov. 1767

 

1870 XI 28

Ehefrau des Heinemann Humberg, Regina Falk im Alter von 52 Jahren an Leberentzündung gestorben

Grabstein: geb. 6. Dez. 1818; beweint von ihrem Gatten Heimann Homberg und ihren Kindern Jeanette oo Wolf Rothschild, Joseph oo Jettchen Philipp

 

1871 X 4

Sigmund Löwenstein; Eltern Leeser und Fanny Löwenstein

 

1871 IX 27

Metzger Ephraim Steinberg zu Wolbeck heirate Friederica Alsberg aus Sendenhorst

 

1871 IX 12

Nanny Löwenstein im Alter von  2 1/2 Monaten gestorben

 

1872 II 20

Adele Alsberg*, Eltern Salomon und Helene Alsberg

1872 V 30

Sophia Steinberg, Eltern Ephraim St. oo Friderica Alsberg

(nachträgliche Änderung dees Namens Sophia in Friderice)

 

1872 VI 7

Friderike Steinberg geb. Alsberg infolge eine Wochenbetts im Alter von 33 Jahren gestorben

Grabstein: Ehefrau Ephraim Steinberg

 

1873 X 25

Bertha Löwenstein *. Eltern Leser und Fanny Löwenstein

 

1873 IX 23

Friderike Steinberg (s o) im Altern von 4 Monaten an der Brechruhr gestorben

 

1873 III 12

Kuafmann Ephraim Steinberg oo Sara Auerbach (zweite Ehe), tochter des Lohgebrers Marcus Auerbach und Sophia geb Sternberg aus Ahlen

 

1873 VIII 25

Witwe des Elias Stern, Buhnchen geb. Levi im Altern von 83 Jahren an Altersschwäche gestorben

Grabstein: geb. 1790 (Bune Stern geb. Leffmann)

 

1873 IX 15

Hugo Albserg, Sohn von Salomon Alsberg im Alter von 10 Jahren gestorben an der Ruhr

Grabstein geb. 23. 9. 1863 gest. 15. 9. 1873

 

1873 XII 19

Johanna Löwenstein *, Eltern Leser oo Fanny Löwenstein

 

1874 III 21

Julius Steinberg *, Eltern Ephraim Steinberg, Handelsmann Sara Auerbach


Jüdische Familien in Münster

 

Gisela Möllenhoff, Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1^918 bis 1945. Teil 1: Biographisches Lexikon

im Auftrag der Stadt MS, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit MS e. V. des Institutum Judaicum Delitzschianum der Westf Wilhelms-Universität

hg. Von Franz-Josef Jakobi, Andreas Determann, Diethard Aschoff

Verlag: Westfälisches Dampfboot Münster, 1995.

 

LITTEN

 

Paul (ev.)

11.6.1879 Preußisch Stargard/Westpreußen - 20.12.1959 MS

Eltern: Dr. Julius Litten, Geheimer Justizrat (Elbing-Berlin) oo Helene geb. Lichtheim

Geschwister: Arthur * 30.8.1873 Preußisch-Stargard, gest. 6. 7. 1948 Flensburg), Anna (1876-1884)

Landgerichtsdirektor in MS von 1925 bis 1933. Er entstammte einer assimilierten jüd-deutschen Familie, deren Wurzeln bis ins 18. Jh in Deutschland zurückreichen. Als jüngstes Kind des zuletzt am OLG Hamm tätigen Geh Justizrats Dr. Jluius Litten trat er in die Fußstapfen des Vaters. Er studierte Jura u. a. in Bonn und gehörte einer Studentenverbindung an, die ihn in der NS-Zeit als Mitglied ausschloß. Während seiner Referendarzeit in MS lernte er seine Frau kennen.  Nach beruflichen Stationen in Bielefcld und Dortmund kam er 1925 als Landgerichisdirektor nach MS und wohnte im Eigentum Wüllnerstr. 3. Er war Mitglied im Civilclub und in der ,,Geographischen Gesellschaft".  Bei der letzteren wurde er aufgrund seiner geistreichen Gedichte Bierzeitungsredakteur (1928 - 1931), anschließend Vizepräsident von Januar 1931 bid Oktober 1933; zum Jahresende 1933 erhielt er den ,,Wanderstab" für herausragende Beteiligung an den wöchentlichen Exkursionen.  Seine Mitgliedschaft endete nach dem Novemberpogrom.  Die Chronik der ,Geographischen Gesellschaft" verrnerkte dazu:,,Trat am 24.Xl. 1938 aus. (Besondere Grüinde!)". Nach dem in MS am 29.3.1933 durchgeführten NS-Boykott, bei dem jüd. Richtem und Rechtsanwälten der Zutritt zum Gerichtsgebäude von SA-Posten verwehrt wurde,erfolgte eine Überprüfung seiner Personalien. Der Landgerichtsprdsident teilte dem OLG-Präsidenten mit: Im Personalnachweis der Akten ist eingetragen (evangelisch, früher jüdisch). Litten hat mir mündlich bestätigt, daß er jüdisch geboren und mit etwa zwölf Jahren zum evangelischen Bekenntnis übergetreten ist. Er wird vorerst dem Dienst fernbleiben.“ Paul L. wurde aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ (7. 4. 1933) bis August 1933 zwangsbeurlaubt, danach zurückgestuft und an das Grundbuchamt des Amtsgerichts MS versetzt. Nach ErIaß der ,,Nürnberger Gesetze" erfolgte zurn 1. 1. 1936 seine Zwangs-entlassung mit einem Ruhegehalt. Neben dem Amtsgerichtsrat  Ernst Rappoport war er der einzige Justizbeamte jüd. Herkunft in MS. Als nach den Deportationen der Münsteraner Juden auch die in ,Mischehe" lebenden oder von jüd. Eltern abstammenden Münsteraner zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden, gelang es dem Sohn Hans 1942 (?) durch persönliche Vorsprache bei der Gestapo seinen Vater davor zu bewahren. Im Zuge der "Endlösung" wurde Paul L. jedoch in einer Nacht- und Nebelaktion am 19.9.1944 zusammen mit seiner jüngsten Tochter Dorli von der Gestapo abgeholt, zunächst ins Zuchthaus MS, dann nach Kassel verschleppt.  Während die Frauen bei den Henschelwerken  eingesetzt wurden, gelangte Paul L., der mit 65 Jahren bei weitem der älteste der Männergruppe war, in die Steinbrüchen ,,Helsa" und,,Körle" im Kaufunger Wald bei Kassel.  Seine Unterkunft befand sich in einem undichten Heuschober, der Regen, Schnee und Kälte hindurchließ.  Der Direktor des Steinbruchs setzte ihn in seinem Büo ein, um ihn vor der Schwerstarbeit im Steinbruch zu bewahren.  Anfang 1945 verbreiteten sich Geüchte über einen Weitertransport in ein KZ.  Da nach schweren Bombardierungen Kassels allgemeine Panikstimmung herrschte, gelang es der beherzten Tochter Dorli, ihren Vater aus dem - Lager im Kaufunger Wald herauszuholen und mit ihm nach Hause zu flüchten.  Mitv iel Glück entgingen sie allen Kontrollen und gelangten nach Sendenhorst, wo Paul von seinem Nachbam, dern Arzt Dr. Lintel-Höping nächst im dortigen Krankenhaus versteckt und bis zur  zur Befreiung auf einem abgelegenen Kotten untergebracht wurde.  Nach dem Krieg wurde er Senatspräsident am OLG Hamm, Ehrenbürger der Stadt  MS und Träger des Bundesverdienstkreuzes

 

EHEFRAU (nichtjüdisch)

Helene geb.  Deiters

12.5.1883 MS - 4.3.1967 MS

KINDER Hildegard

10.8.1908 Bielefeld

Hans, Dr. jur.

22.4.19 1 0 Bielefeld - 27.8.1993 Hannover

 

292

 

 

LÖWENBERG

Herbert

7.   8. 1912 Lengerich - November 1987 USA

Eltern: Siegfried Löwenberg, Viehhändler (Lengerich 1874-1933) oo Johanna geb. Löwenstein (* 19. 12. 1873 Sendenhorst - USA?)

Lehrling, Kaufmann, bis 10. 4. 1933 MS, Lehre bei Wolff & Co, dann Verkäufer,. Verzog von Lengerich nach Andernach, vermutlich 1938 in Köln. Emigrierte 1939 mit seinem Bruder Kurt über England in die USA. Die Fa Windmöller & Hölscher in Lengerich hatte den Brüdern Anstellungen in den USA vermittelt. Mutter und Schwester konnten 1940 über die SU und Japan in die USA nachfolgen. Er nahm den Namen seiner Ehefrau an und verstarb als Herbert Lawton.

Hierzu Adresse (Gassner): Leslie H. Lawton, geb. Löwenberg, Postlagernd Sihlpost, CH 8021 Zürich

 

301

LÖWENSTEIN

 

Wolf

4.   10. 1844 Sendenhorst - 15. 7. 1907 MS

Eltern Judel Löwenstein und Nanetta geb. Israel

Agent, Kaufmann, zugezogen von Coesfeld am 12. 10. 1896, wohnte u. a. Blumenstraße 23 (1897), Alter Steinweg 27a (1903) und zur Untermiete bei Karoline Weinberg, Klosterstraße 21 (1907). Er verstarb mit 62 Jahren im Clemenshospital und wurde auf dem jüd. Friedhof in MS begraben.

 

 

486

 

STEINBERG

 

Helene

22.5.1882 Sendenhorst - 3.11.1941 MS

Eltern: Ephraim Steinberg (1 0. 1. 1 841 Wolbeck - 24.8. 1915 MS) u. Sara geb.  Auerbach (29.12.1853 Ahlen - 7. 1 0. 1900 Bonn)

 

Geschwister: Julius (I 9.3.1874 Sendenhorst - 2.1.193 5 MS); Siegfried (I 6.6.1875 Sendenhorst - 27.3.1944 Ghetto Theresienstadt); Hermann (8.1.1877 Sendenhorst - 26.11.193 9 Paderbom); Hugo (22.4.1878 Sendenhorst 1928 Berlin?); Selma (13.5.1880 Sendenhorst - 14.11.1918 MS); Dr. jur.  Max (16.10.1883 Sendenhorst - 20.5.1922 Godesberg)

 

Sie kam mit drei Jahren nach MS und wuchs Königsstr. 33 auf, blieb unverheiratet und führte die Buchhaltung in der Fell- und Häutehandlung ihres Vaters Ephraim Steinberg.  Seit ca. 1914 wohnte sie Hammer Str. 30, um 1938 Achtermannstr. 7, seit Februar 1940 in der Marks-Haindorf-Stiftung Am Kanonengraben 4(,,Judenhaus").Am 3.11.1941, fünf Wochen vor der ersten Deportation aus MS, wurde sie in ihrem Zimmer tot aufgefunden.  Als Todesursache wurde Vergiftung dutch Kohlenmonoxyd festgestellt.

Qu: BP; EMA; JK; JL; JM; Jüd. Nachrichtenblatt (21.1 1. 1941); Rü; StA; STR 16/18f, 32/29

 

 

487

 

STEINBERG

 

Julius

19.3.1874 Sendenhorst - 2.1.1935 MS

Eltern: Ephraim Steinberg (10. 1. 1841 Wolbeck - 24.8.1915 MS) u. Sara geb.  Auerbach (29.12.1853 Ahlen - 7.10. 1900 Bonn)

 

G: Siegfried (16.6.1875 Sendenhorst 27.3.1944Ghetto Theresienstadt); Hermann (8.1.1 877 Sendenhorst 26.11.1938 Paderborn); Hugo (22.4.1878 Sendenhorst 1928 Berlin ?); Selma (I 3.5.1880 Sendenhorst - 14.1 1. t 918 MS); Helene (22.5.1882 Sendenhorst - 3.11. 1941 MS), Dr. jur.  Max (I 6.10.1883 Sendenhorst - 20.5. 1922 Godesberg)

 

Kaufmann, Unteroffizier.  Ältestes der sieben Kinder des Fellhändlers Ephraim Steinberg.  Er kam als Elfjähriger am 3.6.1885 von Sendenhorst nach MS und wurde Schüler des Paulinums.  Er wohnte im väterlichen Eigentum Königsstr. 33 (1885), nach der Heirat Hammer Str. 30 (1917) und Warendorfer Str. 18. 1894 absolvierte er eine Ausbildung in Rheda. lm gleichen Jahr wurde er zum Militar eingezogen.  Er übemahm 1914 zusammen mit seinem jüngeren Bruder Siegfried die Metzgereibedarfsartikel-, Häute- und Fellhandlung des Vaters.  Der Geschäftsbetrieb befand sich Königsstr. 33, das Lager Am Mittelhafen 38. 1917 heiratete er und verstarb Anfang 1935 nach kurzer Krankheit.  Scin Grab befindet sich auf dem jüd.  Friedhof in MS.  Nach seinem Tode führte seine nichtjüd.  Ehefrau zusammen mit seinem Bruder Siegfried den Betrieb weiter.  Unter steigendem Druck nach Mitte 193 5 wurde die Firma am 1.2.1936 auf ihren Namen überschrieben, am 8.8. 1938 abgemeldet und der Besitz verkauft.

 

Qu: BP; EMA; Fr; JM, M. Naarmann; NI Pieper; OA; Rü; StA; STR 16/8f, 32,18, 32/29; WWA

 

 

 

488

 

STEINBERG

 

Max, Dr. jur.

16.10.1883     Sendenhorst - 20. 5. 1922 Godesberg, Freitod

Eltern: Ephraim Steinberg (10. 1. 1 841 Wolbeck 24.8.1915 MS) u. Sara geb.  Auerbach (29.12.1853 Ahlen 7.10. 1900 Bonn)

 

G: Julius (19.3.1874 Sendenhorst 2.1.1935 MS); Siegfried (16.6.1875 Sendenhorst 27. 3. 1944 Ghetto Theresienstadt); Hermann (g. 1. 1 877 Sendenhorst - 26.11.1938 Paderbom); Hugo (22.4.1878 Sendenhorst - 1928 Berlin Selma (13.5.1880 Sendenhorst - 14.11.1918 MS); Helene (22.5.1882 Sendenhorst - 3.11.1941 MS)

 

Rechtsanwalt.  Jüngstes der sieben Kinder des Fellhändiers Ephraim Steinberg.  Er war zwei Jahre alt, als seine Eltem von Sendenhorst nach MS zogen.  Seit Ostem 1893 besuchte er das Gymnasium Paulinum und bestand dort 1902 sein Abitur.  Er zeigte eine überdurchschnittliche Begabung für Griechisch, Englisch und Mathematik.  In Freiburg, München, Berlin und MS studierte er Jura.  Am 21.5.1912 promovierte er an der Univ.  Rostock zum Thema „Über das Anerkenntnisurteil.  Ein Beitrag zur Urteilslehre".  Blieb unverheiratet. 1912 war er bereits in MS als Rechtsanwalt niedergelassen, wohnte Königsstr. 33 und 1914 Hammer StraBe.  ErN-urde Reprasentant der Synagogengemeinde MS.  Am 19.5. 1922 schied er in Godesberg aus dem Leben.  Im Nachruf wurden sein reiches Wissen und seine 'Tatkraft 'm Dienste der Gemeinde hervorgehoben.  Er fand seine letzte Ruhestdtte aufdem jüd.  Friedhof in MS. Seine Geschwister richteten 1930 eine Jahrzeitstiftung ein.  Gegen eine Spende wurde im Waisenhaus Paderbom jedes Jahr an seinem Todestag für ihn gebetet.

 

Qu:    Diss.  M. Steinberg; Fr; Jahresverzeichnis; MA (23.5. 1922); M. Naarmann; Paulinum StA; STR 16/8f-, UA Rostock; WN (7.3.1992)

 

 

STEINBERG

 

Siegfried (Salomon)

16.6.1875 Sendenhorst - 27.3.1944Ghetto Theresienstadt

 

Eltern: Ephraim Steinberg (10. 1. 1 841 Wolbeck - 24. 9. 1915 MS) u. Sara geb.  Auerbach (29.12.1853

1900 Bonn)

Geschwister: Julius (19.3-1874 Sendenhorst - 2. 1.1935 Ms) Hermann (8. 1. 1 877 Sendenhorst - 26.11.1938 Paderborn,  Hugo (22.4.1878 Sendenhorst - 1928 Berlin?) Selma (13.5.1888 Sendenhorst 14.11-1918MS), Helene (22.5.  1882 Sendenhorst - 3.11.1941 MS); Dr. Jur Max 16. 10. 1883 Sendenhorst - 20.5.1922 Godesberg)

 

Kaufmann, Rentner.  Wurde in Sendendenhorst geboren  und kam mit seinen Eltem als Zehnjähriger nach MS,  wo er Schüler des Paulinums wurde.  Mit seinem älteren Bruder Julius war er Teilhaber der väterlichen  Firma für Metzgereibedarfsartikel, Häute und Felle  in MS, Königsstr. 33.  Er wohnte bis 1936 Engelstr. 47. Um die Firma während derNS-Zeit imFamilienbesitz hatten zu können, wurde sie am 1. 2. 1936 auf die nichtjüd.  Ehefrau seines 1935 verstorbenen Bruders Julius überschrieben.  Er war lt. Testament des Vaters verpflichtet, seiner Schwester Helene, die  alleinstchend war, lebenslänglichen Unterhalt zu zahlen.  Als er am 30.4.1936 nach Palästina auswandern wollte, stellte er den Antrag zum Erwerb von

            1.000 Palästina-Pfund, was einem Gegenwert von 27.000 RM entsprach.  Er wollte dort eine neue Existenz in der Landwirtschaft aufbauen. Da er zu diesem Zeitpunkt bereits 62 Jahre alt war, kam die Bereitstellung des Vorzeigegeldes nicht mehr in Betracht, und die Devisenstelle gab ihm den Rat, die Einzahlung auf dem Wege eines durch das „Haavara-Abkommen" genehmigten Eigentumtransfers abzuwickeln.  Einen ,verbindlichen Vorbescheid’ der Übertragung des Geldes nach Palästina erhielt er am 1.8.    1936. Vom 24.8.1936 bis zum 8.10. 1936 befand er  sich zur Vorbereitung der Auswanderung auf einer Informationsreise in Palästina, doch konnte eine  Emigration nicht verwirklicht werden. Bis zum 1. 2. 1939 wohnte er zur Untermiete im Haus des Rechtsanwalts -> Ludwig Kaufmann Mauritz-Lindenweg 29, mit dem er befreundet war.  Dort erlebte er, wie SA-I,eute im  Novemberpogrron 1938 die Wohnung verwüsteten.  Auch nach seinem Umzug am 1.2.1939 zur Meppener Str. 27 war er regelmäßiger Gast bei der Familie Kaufmann.  Seine unterhaltsame Art bedeutete eine Ablenkung von den Alltagssorgen, wie dies aus den Briefen von  Lucie Kaufmann hervorgeht. 1939 war Siegfried St. stellvertretender Vorsitzender der jüd.  Kultusgemeinde.  Am 17.9. 1941, 7.z wei Tage nach der Verordnung zum Tragen des ,Judenstems", mußte er auch die Wohnung 'in der Meppener Str. 27 räumen und in die Marks Haindorf-Stiftung Am Kanonengraben 4 (,,Judenhaus"), wo bereits seine Schwester Helene eine Unterkunft gefunden hatte, umziehen.  Am 31.7. 1942 wurde er mit dem letzten Transport unter der Nr.  XI/ 1-876 in das Altersghetto Theresienstadt deportiert, wo er am 27.3.1944 umkam.  Am 28.8.1942 verfügte die Devisenstelle in einem Schreibcn an die Deutsche Bank: ,Da das Vermögen des Steinberg nach seiner Abwanderung dem Reich verfallen ist, dürfen Auszahlungen zu Lasten seines beschränkt verfügbaren Sicherungskontos nicht mehr erfolgen".  Am 24.11.1942 gelangte sein verbliebenes Vermögen in den Besitz des Deutschen Reiches.  Er wurde durch das Amtsgericht MS am 12.8.1950 für tot erklärt.

Qu: ABS; Adb; BP; EMA; JK; JL; H. Kaufmann (Briefe, Dokumente, lvw); OA; Nt Pieper-, Rij; RiA L. Rappoport,

 

STR 16/8f-, Th-A; WWA

 

 

 

 

 

 

293

 

                                                                                                                                                                            LOWFNBERG

292                                                                            Johanna (Hanna, Ilse)

 

                                                                                  LOWENBERG                     31.5.1924 Dattein - KZ vets

 

                                                                                  Herbert                                            E: Karl LOwenberg, flandlet

                                                                                  7.8.1912 Lengerich - November 1987 USA                                                                          geb. Eichenwald (* Horstma

                                                                                  E: Siegfried Löwenherg, Viehhändler, (I 1. 10. 1874 Len-                                                         G: Ruth (KZ verschollen)

                                                                                  gerich - 15.10.1933 Lengerich) u. Johanna geb. L6wen-

                                                                                  stein (I 9.12.1 873 Sendenhorst - USA ?)                                                                                Hausgehilfin. Zog am 4.1

 

                                                                                  G: Helene (18.9.1911 Lengerich - 1981 USA ?); Kurt                                                              Sfidstr. 44. Am 30-1.1931

                                                                                  (26.6.1915 Lengerich - 4.3.1978 Griechenland)                                                            zuriick und wurde von c

 

                                                                                  l,ehrling, Kaufmann. War, von Lengerich kom-                                                          portiert. Sic kam in eine

                                                                                  mend, von 1929 (Abmeldung aus Lengerich am                                                             I eben. Vom Amtsgericht I

                                                                                  20.9.1932) bis zum 10.4.1933 In MS ansdssig. Ab-                                                              1953 fUr tot erkldrt.

                                                                                  solvierte einc kaufm5nnische Lehre bei der Fa.                                                                       Qu: EMA; Gdb; W. Schneic

                                                                                  "Wolff& Co." und war bis 1933 als Verkdufer dort                                                            Schwarz-Sichel (Poesiealbui

 

 

 

Schule:

seit 1808  nachweisbar; 1808 6 Kinder von 6. bis 12. Lebensjahr

"Die Instruction geschieht wechselweise in den Judenhäusern"

 

1808

Levi Michel, Schullehrer, unverheiratet

 

1810 I 19 StA Sendenhorst A 1410

J. A. Königsberger, jüdischer Schullehrer (Anweisung des Maire, Sterbefälle, Geburten usw, sofort zu melden; Standesamt)

 

 

1814 III 29 Ahlen

Major von Zastrow: Landwehrmann Leeser Bachararch wird mit Übereinstimmung des Regiments und des Kreis A. als unentbehrlich entlassen; muß allerdings so lange beim Heer bleiben bis für ihn ein Ersatzmann gestellt wird

- L Bacherach: jüdischer Lehrer

 

 

Amt Vorhelm A 247

Jüdisches Schulwesen 1816 - 1856

 

1818

Enniger: die drei jüdischen Familien bestehen aus 17 Personen

 

1831 StA Sendenhorst A546

58 jüdische Einwohner

9 jüdische Kinder im schulpflichtigen Alter, die alle die christliche Schule besuchen: Ein jüdischer Schullehrer ist nicht hier

Knabenschule: David Alsberg

              Isaak Lefmann

              Itzig Stern

              Levi Stern

Mädchenschule Rika Alsberg

              Lene Lefmann

              Setta Lefmann

              Ida Alsberg

              Rosa Stern

 

1834 A1159

jüdische Schüler:

1834 68 jüd. Einwohner, 6 schulpfl Kinder

1835 75 jüd Einwohner, 11 schulpfl. Kinder.

Religionsunterricht durch die Eltern

 

1834 VIII 19 A 1159

Bedürfnis, einen Religions-Lehrer anzustellen zur Unterrichtung der Juden. Darauf

29.IV.1834

Einstellung des jürischen Lehrers Koppel Gutheim aus Menne

 

1836 XI A 1159

Der jüdische Lehrerzögling David Lehmann aus Werne, 16 Jahre alt, wurde von der Judenschaft als Schullehrer angenommen. Ein Jahr Prone, dann noch einmal Besuch der Vereinsschule in Münster und Prüfung vor der Schulkommission zu Soest

Der Bürgermeister verbietet bei Strafe von 5 Taler das Schulehalten des David Lehmann

 

1838

... Local einstweilen in des Kleidermachers Debbelt  Haus  eingemietet;  auch  dort die Lehrerwohnung, 80 Rthlr Vergütung

 

1842

Lehrer C. Rosenberg aus Herstelle (derselbe aber ganz untauglich)

 

1843

Lehrer Hellborn beschwert sich über die Störungen wähtend des Gottesdienstes (vor allem Daivd Alsberg und Isack Stern)

        

1846

Sendenhorst 73     14 Kinder im schulpfl Alter

Enniger     37      4

Sendenhorst : Religionsunterricht vom jüdischen Lehrer, in Enniger von  den Eltern

 

1847

Sendenhorst 63     15 Kinder

Enniger        35      4

 

1847

Errichtung einer Judenschnule: Kandidat Blumenthal erster Lehrer; unterrichtet 14 Schulkinder

         

1850

Sendenhorst 63     10 Kinder

Enniger     37      7

 

1851 A 1159

Der als Elementarlehrer ausgebildete Levi Leffman in Mühlheim/Ruhr soll dem Vernehmen nach das Lehrfach verlassen haben und sich bei seinem Eltern dort aufhalten,d das handelsgewerbe betreiben.

L. muß seinen Verpflichtungen als Lehrer nachkommen!

 

 

 

1832 IV 4 Münster

Auf Verlangen wird hiermit bezeugt, daß der Koppel Gutheim aus dem Kreise Warburg nach vorhergegangener Prüfung für fähig befunden  worden  ist, der israelitischen Schuljugend zu  Sendenhorst  den  Unterricht  in  Ebraischer Sprache und Mosaischer Religion ertheilen zu können.

Der Ober-Rabbiner

Abraham Sutro

 

1834 Reg MS 132 58

Anstellung der Koppel Gutheim aus Menne Kreis Warburg auf  fünf  Jahre  als Religionslehrer der hiesigen  jüdischen    Gemeinde,   Prüfungszeugnis  des Oberrabbiners Sutro MS; 12 schulpflichtige Kinder.  Honorar  30  Rthlr  und freie Station

Regierung will Anstellung nicht zustimmen, da G. kein Schullehrerexamen.

Antrag, Rothschild, Sendenhorst, die Anstellung doch zu genehmigen, da  die Gemeinde zur Haltung eines examinierten Lehrers nicht imstande. Sonst müsse jeder Vater seine Kinder selbst unterrichte ... Wie mangelhaft ein solcher Unterricht sein muß, da der Vater, weil alle Juedn hier vom  Handel leben, oft mehrere Tage verreisen muß....

G. war vorher in Oberlistungen, Kreis Wolfshagen-Hessen tätig

 

 1838

 Antrag auf Anstellung de Coppel Gutheim als Lehrer

 Qualifikation:

 - Abgangszeugis der Vereinsschule 1837

 - Zeugnis Nr 2 der Prüfungskomm. in Soest

 - Abschrift der Prüfungsprotokolle

         

Anstellungsvertrag: Zusage nebst freier Kost, Wohnung, Wäsche,  Gehalt von 80 Rthlr

 

1845 VIII Amtsblatt

Für wahlfähig erklärte jüdische Elementar-Schullehrer

- Levi Lefman aus Sendenhorst Kreis Beckum

 

1847 X 13

Gesuch des Vorstehers der jüdischen Gemeinde zu S. vom 9. VIII um Erteilung der Konzession für den Lehrer Blumenthal zur Errichtung einer jüdischen Schule daselbst

--> 14 jüdische, schulpflichtige Kinder

 

O. D.

Konzession des jüdischen Lehrer Lissac Hagedorn, den Kindern  der

Judenschaft zu Sendenhorst Elementarunterricht erteilen zu dürfen.

 

1853 III Amtsblatt MS

Schulamtskandidat Isaac Hagedorn ist die Konzession erteilt, die Kinder der Judenschaft zu Sendenhorst als Privatlehrer in den Elementarfächern zu unterrichten

 

          1853

          Stundenplan

          Unterrichtsstunden:

          8-9, 9-10, 10-11;  1-2, 2-3, 3-4

          Klasen I, II, III

 

          Sonntag

          1. I/II Religion

             III  Religion und Schreiben

 

          2. I    Deutsche Sprache

             II   Schönschreiben

             III  Leseübung

 

          3. I/II Pentateuch

             III  frei

 

          4. I/II Rechtschreiben

             III  Hebr. Leseübung

 

          5. I    Lesen

             II   Hebr. Schreiben

             III  Kopfrechnen

 

          6. I    Schönschreiben

             II   Lesen

             III  frei

 

          Montag

          1. I/II Ziffernrechnen

             III  Schreiben

 

          2. I    Aufsatz

             II   Rechtschreiben

              I  Leseübung

 

 

 

 

          3. I    Deutsch Lesen

             II   Rechnen

             III  frei

 

          4. I/II Sprechübung

             III  Schönschreiben

 

          5. I/II Hebr. Gebetsübersetzungen

             III  Lesen

 

          6. I/II Geographie

             III  frei

 

          Dienstag

          1.I-III Kopfrechnen

 

          2. I/II Biblische Geschichte

             III  Schreiben

 

          3. I/II Hebr. Lesen

             III  frei

 

          Mittwoch

          1. I/II Religion

             III  Schreiben

 

          2. I    Deutsche Sprache

             II   Schönschreiben

             III  Leseübung

 

          3. I/II Sprechübung

             III  frei

 

          4. I    Pentateuch

             II   Stille Leseübung

             III  frei

 

          5. I/II Rechtschreibung

             III  Kopfrechnen

 

          6.I-III Lesen

 

          Donnerstag

          1. I/II Ziffernrechnen

             III  Kopfrechnen

 

          2. I/II Lesen

             III  Schönschreiben

 

          3. I/II Hebr. Sprache

             III  frei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

          4. I    Hebr. Schönschr.

             II   Schönschreiben

             III  Leseübung

 

          5. I/II Hebr. Gebete übersetzen

             III  Schönschreiben

 

          6. I/II Schönschreiben

             III  frei

 

          Freitag

          1.I-III Kopfrechnen

 

          2. I/II Biblische Geschichte

             III  Schreiben

 

          3. I/II Gesang

             III  frei

 

Dienstag- und Freitagnachmittag frei; ebenso Samstag (Sabbat)

 

         

1854 I 25

Nach Abgang des konzessionierten Schulamtskandidaten Isaak Hagedorn am  2. III. 1853 ist an seine Stelle der Schulamtskandidat Meyer Maibaum aus Bödefeld, Kreis Meschede getreten.

(Konzession für die jüdische Privatschule S.; dabei Stundenplan)

1854 II Amtsblatt

Konzession üfr Meyer Maybaum bekannt gegeben

 

1857 IX 1

Abgang des Lehrers Maybaum. Antrag, aushülfsweise den Schulamts-Präparanden Nachman Kronenberg aus Störmede zu konzssionieren, da Kantor und Lehrer der Gemeinde ausgefallen.

 

1858 VIII 16

Landrat genehmigt Anstellung

 

1863 III 25

Kronenberg stellt Antrag auf Nachprüfung; scheidet danach a,  15.  X. 1864  aus.

 

1864 II 1

Bitte um Konzsssionierung des Carl Löwenstein. Anlage: 6 Prüfungszeugnisse, Lectionsplan

 

1865 IV

Löwenstein gibt Stellung auf.

 

1865 X

Schulamtskandidat Heineman Wissbrunn soll Unterricht übernehmen, wird   kurzfristig mit Rücksicht auf den großen Mangel an jüdischen Lehrern   geduldet (Unterricht in  Religion und den Elementarfächern.)

 

1866 VIII

Wissbrumm stellt sich in Langenhorst (Lehrerseminar) zur Prüfung.

 

1866 XI

Wissbrunn legt Zeugnisse vor.

 

1866 XII

Kontrakt zwischen W. und der jüdischen Gemeinde Sendenhorst

 

1867 I 28

Landrat genehmigt den Stundenplan, mit der Anmerkung, die Lesestunden sind zu verlegen und der Unterricht in der Sprachlehre ist mit Leseübungen zu verbinden. Der Unterricht im Hebräischen   während der gewöhnlichen Unterrichtsstunden ist unstatthaft und muß entfallen.

 

1868 I 13

Entlassung des Wissbrun und Anstellung des  jüdischen  Lehrers  Daniel Klestadt aus Geseke. Genehmigung zum Unterricht in den Elementargegenständen

 

1870 IV 1

Kündigung zum 1. X. (um sich finanziell zu verbessern)

 

1870 X 30

Kontrakt mit Lehrer  S. Rose. Dreselbe schickt der Regierung seinen umgearbeiteten Schulplan einer einklasssigen Schule

Rose wird aufgefordert, einen Lektionsplan nach Vorschrift der Regierung zu  erstellen.

(S. Rose aus Niedertudorf)

 

 

1871 XI 1

 Rose legt die Stelle nieder

 

1872 II

Joseph Laser aus Hottenbach Kreis Trier stellt Antrag auf  Konzession des Unterrichts in Sendenhorst

 

1873 IX 15

Kündigungstermin de Laser

 

===>  regelmäßig: Unterrichtsausfall von mehreren Wochen. Nach den Herbstferien  Lehrer kündigen um Ostern und ziehen Sept/Okt fort.

 

1873 XI 19

Lehrer Abraham Rose aus Niedertudorf (Bruder von S. Rose?)

 

1873

Bericht des Bürgermeisters (auf Anfrage): Die Zahl der Religionsstunden der jüdischen Schule beträgt sieben., zum Teil durch Übersetzung der täglichen Gebete aus der hebräischen Sprache, ebenfalls die wichtigsten Teile der fünf Bücher Moses in hebräischer Sprache. Sonst wird kein hebräischer Sprachuntererricht erteilt.

 

1874

Landrat gibt Stundenplan mit Anmerkungen zurück: Beim Gesang in  der erste Abt. ist zu ergänzen leichte und bekannte Volkslieder;  ebenso in den anderen beiden Abteilungen

 

1874 X 26

Vorstand (Leser Löwenstein) betr. Lehrer an der jüd. Schule.

Der bisherige Lehrer Rose hat am 7 VII gekündigt. Bei dem  jetzigen Lehrermangel ist unser kleine Gemeinde nicht im  Stande,  einen Lehrer zu erlangen. Zudem sind zur Zeit wenig schulpflichtige Kinder vorhanden. Die Besoldungskosten können  unmöglich aufgebracht werden. Die jetzigen schulpflichtigen Kinder besuchen daher die hiesigen (katholische) Schulen.

 

 

1897 (Nachtrag)

Lehrer Laser zu Vöhl Kreis Frankenberg gibt an von September 1871 bis 1873in Sendenhorst tätig gewesen zu sein. Wird bestätigt.

 

 

1. Nachrichten über Juden in den Sendenhorster Stadtrechnungen

 

 StAM Domkapitel MS. C, Kirchspielssachen

Domkellnerei 1696          Kirchspielsrechungen      1764-1765

                        168 7             Stadtrechnungen              1685-1688

                        1698               dito    1724-1750

                        1699               dito    1751-1765

                        1700               dito    1774-1787

 

1724

Angelkotten Haus vom Juden bewohnet, restiert die Schatzung

1726 Febr 3

habe an die Hofkammer wegen des Juden Philp Meyer die jura diaeta l. q. gezahlt mit 1 Rthlr

1728

Rat richtet eine Supplik an die Regierung Münster wegen Juden Alexanders Nahrung

1729

Wegen den Juden an der Hofkammer pro decreto zahlt 1 - 4 - 8 Tlr

1730

weiterhin schwelender Rechtsstreit: wegen Cattio (Lehrer und Notar) und Juden Alexander eine Supplik

1732

vom Juden Jacob des vorigen 1731ten Jahres an hiesige Stadt sein verakkordiertes Tribut als anfänglich pro Mayo, Juny ... (8 Monate) jeden Moant ad 14 Schill facit 4 Rthlr

ferner von obgemelteen Juden sein Tribut von Januar bis Junius 1732 ad 3 Rthlr entfangen

 

zwischen 1733 uns 1743 keine Angaben über Juden bzw. Abgaben der Juden

 

1744

Jude Alexander contribuiert von 6 Monate an Schatzung 3 -14 Rthlr

Jude Jacob von 6 Monate 3 Rthrl

1746

Empfang in extraordinairiis  (berechnet auf ein Jahr)

vom Juden Alexander 7 Rthlr

vom Juden Jacob       6 Rthlr

vom Juden Salomon   6 Rthlr

 

 

Stadtbuch

1780

Wegen rückständiger Schatzung produzierte Bürgermeister Lammerding

Jude Jacob Alexander 8 Rthl

Wittibe Hirsch 5 Rthlr

Jacob Latzerus 6 Rthlr (die Gelder sollen aus Stadtsmitteln bezahlt werden)

 

 

 

 

 

2. Geschäfte Sendenhorster Juden mit Bauern des Kirchspiels:

 

1. Hof Watermann (Hardt)

1757 FM Hofkammer VII i Nr. 30

Abraham Alexander meldet seine Forderungen  von  19  Rthlr  9ß  1d,  die er gegenüber Watermann hat, beim Landesherrn an: Wen nun  behueff  Creditoren, einiges Korn jährlich denen letzt- und meistbietenden verkauft  worden,  er hingegen zu solchem Ankauf nicht  gelangen  könne,  mithin  er  ein  alter, gebrächlicher Mann, sein Getreide seinem Sohn Jacob Alexander übergelassen, in höchster Armut geraten und das seinige zum Lebensunterhalt für sich und seiner Ehefrau höchst benötiget.

         

Aus der Rechnung des Abraham Alexander (1740-1754):

1750

Jetzigen  Zellern  Watermans Schwiegervater von mir  gekauft  einen Kupferkessel ad 69 Pfd, facit 23 Rthrl

hierauf ein Kuh für 9 Rthlr in solutum angenommen, restirt 14 Rthl

1740

jetziger Zeller 4 1/4 Elle fein gelblich braun Wandt 4-7 Rthl

2 1/4 weißlich Wand 1-19-3

1752 4

Ellen roht Wandt 2 Rthlr 2 1/2 Elle fein gelblich braun Wandt

1754

3 Elle Kirstey (?) 1 1/2 Elle Catoum -10-6,  2 Ziegenbocksfelle 3-14 Rthl

darauf von Watermann  empfangen 4 Sch Gerste, ein Kalb, 7 Zentner Heu

restirt 19-9 Rthl

 

2.  Hof Geilern, Hardt

1765 VII 31 Archiv Neuengraben (Graf Galen, Assen)

Hofsprach Acticulen deren Eigenbehörigen und Pfächtigern Sr. Execelence des Herrn Erbkämmerers Freyherrn von Galen de Assen

(aufgebaut nach Quaestiones und Antwort)

1. Bewirtschafter des Hofes: Joan Bernd Northoff, jetziger Gei­lern, 46 Jahre alt, freien Standes geboren, hat sich zu Eigen gegeben.

2. Ehefrau Katharina Tüte 39 Jahre, Freckenhorst eigen gewesen,

Freibrief vorgelegt und sich dem Erbkämmerer zu Eigen gegeben.

3. Geilern war in erster Ehe mit Anna Elisabeth Geilern verheira­tet, die   vorher Joan Peter Schulte von Haus Geist zur Ehe ge­habt. ... usw.

10.Private Schulden:

1. Junffer Havichorst, WAF 24 Rthlr; Rückstand der  Zinsen seit 4 Jahren

2. Erben Schlebrügge MS 50 Rthlr, ebenfalls 4 Jahre Rückstände

3. Juden Joseph in Beckum 14 Rthlr, ohne Zinsen

4. Juden Jacob in Sendenhorst 15 Rthlr, ohne Pension ...

 

3. Hof Jönsthövel, Bauerschaft Jönsthövel 6

1753 Hofkammer, Signatur nicht bekannt

Bekenne ich endes unterschriebener Hinrich Ginstibel (!) hier im Cespel (Kirchspiel) , daß ich mit Jud Salomon Latzerus  ab  gerechnet  habe  und  bleibe  ihme  schuldig 58 Rthl

Drei Kreuze

 

4. Hof Baggelmann, Jönsthövel 1

1731 Domkapitel Obedienzen 319

Erfassung des Inventars und Feststellung der Lieferanten, da zum  größten Teil noch unbezahlt; u a

- Johan Boymer, für den Pflug

- Jude Alexander Abraham für Erßen Pötte, Pöckelfaß, Mehlfaß

 

5. Hof Joelmann,Jönsthövel 4

Freckenhorst Akten (Signatur nicht bekannt)

1757

Teilverpachtung des Hofes Joelmann

Als Meistbietende erhalten die Bürgermeister Anton Beumer und Anton  Bonse sowie Bernd Hermann Wettendorff und Adolph Lammerding den Zuschlag (Sanierungsversuch: Joleman soll jährlich 6 Scheffel Land halb mit  Roggen, halb mit Gerste bebauen, die Ernte soll seinen Gläubigern zustehen. Vergleichsvorschlag wird angenommen (ua von Posthalter Bonse für

Minderjährige Wettendorf)

Weitere Forderungen bereits eingeklagt u.a. Jude Lazarus Jacob

 

Verfolgung der Juden

 

 

Stadtarchiv (Generalia)

B 280 Jüdische Kultusangelegeneheiten 1921 - 1949

 

bei allen Anfragen, Rundschreiben, Verfügungen und  Erlassen:

Jüdische Familien bzw. Juden sind im hiesigen Stadtbezirk nicht wohnhaft

 

21.11.1938

Land- und forstwirtschaftl. Grundstücke in jüdischem Eigentum.

Meldung an den Landrat

hierzu handschriftlich Austrup:

Fehlanzeige?

Hat Löwenstein neben dem Krankenhaus noch einen Garten in Besitz?

 

darunter von zweiter Hand (wohl Panning)

1. Das Gartengrundstück am Westtor ist vom St. Jos. Stift im September d. J. käuflich erworden worden

2. Fehlanzeige

3. z. d. A.

 

Gestapa Berlin:

17.03.1939

Es bestehen keine Bedenken. den jüdischen Kultusvereinigungen die Abhaltung jüdischer Gottesdienste in den noch vorhandenen Synagogen und Betsälen oder sonstigen Räumlichkeiten der jüd. Kultusgemeinden zu gestatten.

 

25.09.1939

LR BE an Bürgermeister des Kreises

Betr. Verhalten des Judentums

Dem VErhalten des Judentums ist erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Es konnte in anderen Kreisen festgesetllt werden, daß die Zusammenkünfte der Juden untereinaner von Tag zu Tag stärker werden, daß dads Verhalten der Juden provozierend wird und daß seites der Juden versucht wird, mit Wehrmachtsangehörigen, die ortsfremd sind, in Verbindung zu treten

... Besondere Aufmerksamkeit der Ortspolizeibehörden

 

19.01.1940

Staatspolizeistelle MS: Auflösung der jüd. Organisatioen bwz Eingliederung in die Reichsvereinigung der Juden in Dtl.

Abschrfit: Verzeichnis der im Bereich der Stapoleitstelle  MS bestehenden jürd. Vereine u. Organisationen:

1. Reichsbund jüd. Frontsoldaten  17 Mitglieder

- Adolf Rosenberg, Ahlen, Oststr. 9

2. Zionistische Ortsgruppe

- Adolf Tint, Ahlen Westenmauer 10 - 23 Mitgl; 18 Jugendliche

3. Zentralverein dt. Staatsbürger jüd. Glaubens

- Carl Stein, Beckum Oststr. 12 12 Mitglieder

4. Sportgruppe des Reichsbundes jüd. Frontsoldaten

- Hermann Stein, Beckumm Kolpingstr. 1  20 Mitglieder

5. Zionistische AG

- Dr. Walter Kronenberg Beckum Aodlf-Hitler Str. 17 9 Mitglieder

6. Ortsgruppe des Reichsbundes jüd. Frontsoldaten

- Bruno Heine. Beckum Nordstr. 12 Mitglieder

 

die übrigen Vereinigungen unter Leitung von Personen wohnhaft in Bocholt, Borghorst, Buer, Burgsteinfurt, Dülmen, Gelsenkirchen (8 Vereinigungen)

 

04.07.1940

Erinnerung: Anlegung einer Judenkartei

 

12.05.1941

LR Gärtner ordnet ein schlagartige Hausdurchsuchung bei jüdischen

Familien an: Termin 15. 5. morgens 8 Uhr

Beschlagnahmte Gegenstände auflisten

 

 

Fernspruch

der Geheimen Staatspolizei - Staaspolizeileitstelle MS

vo, 20. Juli 1942 16,15 Uhr

Am 31. Juli 1942 sind die dort noch ansässigen Juden für die Evakuierung nach Theresienstadt vorgehsehen.

Ich bitte, für diese Juden vom Ernährungs- und Wirtschaftsamt die Lebensmittelabmeldung sofort anzufordern und nach hier zu übersenden

Diesen Juden sind für den 28. 29., 30. und 31 Juli 1942 Reisemarken auszustellen.

Juden werden am 28. 7. 1942 abgeholt von der Gestapo

 

Beckum, LR Weitergabe an die Bürgermreister:

Austrup: Juden sind hier nicht wohnhaft

         Z. d. A.
1804

Überschrift: Ctr. Grolle et Consorten.

Anweisung des kgl preuß. Gerichts an den Magistrat Sendenhorst, polizeiliche Maßregeln zu treffen, wenigstens von Sonntag auf Montag durch die Stadtpförtner mit Zuziehung einiger tüchtiger Bürger des Nachts patrouillieren zu lassen, um Ruhestörer zu vigiliren und im Betretungsfalle zu arretiren.

Die Anweisung wurde ausgelöst durch eine Kalge des Juden Levi David über nächtliche Belästigungen:

"Erschein der Denunciant Levi David und zeigte jämmerlich klagend an, daß der vor einigen Wochen in der Stadt Sendenhorst an ihn, seinen hausgenossen und sein haus von den damals schon namhaft gemachten Denunciaten verübten Excesse noch nicht im mindesten aufgehört habe, sondern dieselben noch immer fortführen, in der Nach vor seiner  Haustür mit Steinen von beträchtlicher Größe zu werfen und davor zu stoßen, als wäre es ihre Absicht, dieselbe, wie schon einmal geschehen, zu sprengen, um so über sein Vermögen herzufallen. .. Beweislast schwierig, da die Untaten während der nacht geschehen.

Die Denunciaten fahren in ihrem der ganzen Stadt bekannten menschenfeindlichen Benehmen ferner ungestört fort. Auch seine Dienstboten verließen ihn unter dem gegründeten Vorwand, ihres Lebens nicht mehr sicher zu sein

 

 

20. Jul 1993

Mündliche Auskunft B. Herweg (80 J.).

In früheren Zeiten (es muß mindstens 1880 gewesen sein) machten sich einige einen Spaß daraus, die Juden auf dem Tisch tanzen zu lassen. Auch die Judenfrauen wurden zu diesem Schauspiel gezwungen. Die Anstifter nannten das Spiel »Tanz um das goldene Kalb«. Die Männer saßen um den Tische herum, rauchten ihre langen Pfeifen und schoben mit diesen Pfeifen den Frauen die Röcke hoch.

(Nähere Einzelheiten, ob in der Wirtschaft, ob Reaktionen erfolgten sind nicht bekannt).

 

 

Synagoge - Kulthandlungen - Gottesdienst

 

 

1834 X 10 A 1159

Störung des jüdischen Gottesdiestens sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern am Versöhnungstrage

 

1835

Unruhen und Störungen

Störungen bei den diesjährigen Fastnachtslustbarkeiten

 

1843

Synagogenbezirk Sendenhorst

 

1843 V 26 A 1129

Auf Veranlassung erschienen die zur Seite verzeichneten sämtlichen jüdischen Eingesessenen der hiesigen Stadt und erklärten, wie sie zu dem Gehalte ad 50 Rthlr des an der  hiesigen katholischen Kirche anzustellenden Kaplans nach dem Verhältnis der Steuern in der bisherigen Art freiwilling beitragen wollten. Am Rande die Namen von 13 jüdischen Familienvorständen

 

 

1851

Statut der Synagogengemeinde Sendenhorst mit 32 Paragraphen

 

 

 

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