1. Graute - Hesse

Von Münster kommend konnten Besucher der Stadt Sendenhorst das Anwesen Graute-Hesse nicht übersehen, da sie direkt auf das große Haupthaus zufuhren. Die Brennerei Graute-Hesse wurde im 1. Viertel des 19. Jahrhunderts von Christian Silling sen. gegründet.

Spätere Besitzer waren die Familien Westhoff und Meyer. Der Brennvorgang erfolgte anfänglich auf dem von J.H. Leberecht Pistorius erfundenen Destilliergerät, bevor zur Mitte des 19. Jahrhunderts Geräte zur Alkoholgewinnung aus Getreide mit indirekter Dampffeuerung entwickelt und gebaut wurden. 

Die Brennerei Graute-Hesse bekam im Frühjahr 1923 eine solche Dampfkesselanlage mit einer Leistung von 8 bar. Brennereibetriebe hatten auch stets eine größere Viehhaltung, um die bei der Branntweinherstellung anfallende Schlempe zu verfüttern. Viel Zeit nahmen der Transport von Jauche und Mist und der Viehtrieb durch die Stadt zur Weide in Anspruch und sorgte vermischt mit den Brennereidünsten für eine beträchtliche Geruchsbelästigung der Sendenhorster Bürger. Dies, die Veränderungen des Marktes und der politische Wille zur Stadtsanierung führten zwischen 1970 und 1980 zur Stilllegung aller noch arbeitenden Brennereien in der Innenstadt. 

Den Graute Besitz erwarb die Familie des Bildhauers Bernhard Kleinhans, sanierte das Haupthaus denkmalgerecht und bereicherte damit erheblich das Sendenhorster Stadtbild.

 

 

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