Kapitel 7 - Öffentliches

7.6 Die Kläranlage

Heute Mittag gab es Nudeln mit Tomatensoße. Nach dem Essen spült die Mutter schnell die Teller ab. Sie sieht sich das Spülwasser an und sagt:„Heute Mittag haben wir aber schmutziges Wasser.“ Dann lässt sie das Wasser ablaufen.

Das schmutzige Wasser fließt nun das Wasserrohr hinunter bis in den Keller. Das Wasserrohr des Hauses ist an das Kanalrohr unter der Straße angeschlossen. Von allen Haushalten kommt das schmutzige Wasser zusammen und fließt zum Hauptsammler. Aber nicht nur das Schmutzwasser kommt hier an, sondern auch das Regenwasser. Der ältere Teil der Stadt hat eine Mischwasserkanalilsation. Das bedeutet, dass Regenwasser und Schmutzwasser in einem Kanal zusammen fließen. Die neuen Teile der Stadt haben ein Trennsystem. Hier fließt in einem Kanal nur Regenwasser und in einem anderen Kanal das Schmutzwasser.

Vom Hauptsammler wird das Wasser zum Hauptpumpwerk gebracht. Das Wasser wird von Kreiselpumpen gehoben und über drei Druckrohrleitungen zur Kläranlage gepumpt. Hier wird das Abwasser von einem Schneckenpumpwerk aufgefangen und hoch gepumpt, bis es die Rechenanlage erreicht. Die Rechenanlage hält alle groben Stoffe, z.B. Toilettenpapier, zurück. Von hier aus fließt das Wasser zum Sandfang. Im Sandfang werden die Schwimmstoffe wie Fett und Öl, aber auch Sand entfernt. Vom Sandfang aus fließt das Wasser in das Schlammbelebungsbecken. Kleinlebewesen und Bakterien verwandeln halbgelöste und gelöste Verschmutzungen, z.B. die Tomatensoße, in Schlammflocken. Die Bakterien brauchen zum Arbeiten Sauerstoff. Über Belüftungskreisel wird ständig Sauerstoff zugeführt. Dies führt auch dazu, dass das Wasser immer in Bewegung ist und der Schlamm sich nicht absetzen kann. Nach drei Tagen ist das Wasser so sauber, dass es in das Nachklärbecken geleitet werden kann. Hier setzt sich der Schlamm ab. Das Schmutzwasser ist jetzt gereinigt und wird dem Helmbach zugeführt.

Ein Teil des Schlammes wird zurück in das Belebungsbecken gebracht. Die Bakterien in dem Schlamm müssen weiter arbeiten. Der überschüssige Schlamm wird so bearbeitet, dass er nachher von den Bauern auf den Feldern verteilt werden kann.

Bei Regenwetter ist die Wassermenge zu groß. Die Kläranlage kann nicht alles auf einmal reinigen. Das überschüssige Wasser wird in ein Regenüberlaufbecken geleitet. Hier lagert es solange, bis es nicht mehr regnet. Dann wird es nach und nach der Kläranlage zugeführt und auch gereinigt. Regnet es unentwegt, läuft das Regenüberlaufbecken über. Das übergelaufene Wasser ist so stark verdünnt, dass es ungereinigt in den Helmbachfließen kann.

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Damit ihr die Kläranlage besser verstehen könnt, fahrt mit euren Lehrern mal hin und besichtigt sie.

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