3 - Handel & Handwerk

3.7 Strontianitschächte

Wenn ihr am Martiniring vorbei über die Bahn zum Schörmel Gewerbegebiet geht, fällt euch sicherlich ein kleiner weißlicher Hügel auf, der sich mitten in der Wiese erhebt. Der Mergelberg, der noch aus dem letzten Jahrhundert stammt, ist der Rest von einem kleinen Bergwerk, indem nach Strontianit (chemischer Grundstoff) gegraben wurde.

Entdeckt wurde das Strontianitvorkommen erstmals 1834 in Nienberge. In Urzeiten haben heiße Wasserdämpfe das Kristall nach oben getrieben, und so entstanden Strontianitflöze, die im Gegensatz zu Kohleflözen senkrecht in der Erde stehen. Das durch den Abbau gewonnene Kristall wurde zur Herstellung des begehrten weißen Zuckers benötigt. Bald entdeckten die Bergleute weitere Vorkommen. Heute spricht man vom größten Strontianitvorkommen der Welt, dessen Hauptvorkommen zwischen Beckum und Ascheberg liegt. Im Laufe der Jahre wurden über 700 Gruben im Münsterland abgeteuft.



Auch in Sendenhorst konnten mehrere Schächte gegraben werden. Die Bergleute kamen von weit her, um in Sendenhorst ihr Glück zu finden, denn ein Strontianitbergmann verdiente doppelt so viel Geld wie eingewöhnlicher Arbeiter.

Im Jahre 1884 jedoch ist es Wissenschaftlern gelungen Strontianit künstlich herzustellen, und die über 1000 Bergleute im Münsterland wurden von heute auf morgen arbeitslos. Die Schächte wurden vergessen, liefen voll Wasser, und dienen heute noch so manchem Bauern als Brunnen für seine Tiere. In einer Obstbaumwiese am Alten Postweg könnt ihr noch Brunnendeckel finden.



1. Wo findet ihr in Sendenhorst Reste eines Bergwerks.
2. Was wurde in diesem Bergwerk abgebaut.
3. Wozu benötigte man das Strontianit.
4. Warum wird heute kein Strontianit mehr abgebaut.
5. Male auf ein Blatt, wie du dir ein Strontianitbergwerk vorstellst!


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