2.5 Hecken – lebende Zäune im Münsterland

Das Münsterland war früher von einem engmaschigen Netz aus Hecken durchzogen, in das sich Weiden und Äcker einfügten. So ein buntes Mosaik nennt man Parklandschaft. Die Hecken waren außerordentlich vielfältig gestaltet. Neben einreihigen, die ähnlich wie Gartenhecken geschnitten wurden, gab es mehr reihige, in denen drei bis fünf Sträucher nebeneinander gepflanzt, ein breites, undurchdringliches Strauchband bildeten. Besonders breite Hecken, die auch oft auf einem Wall -Wallhecken- gepflanzt waren, trugen oft den Namen: Landhagen. Landhagen sind alte Grenzlinien, die zum Teil noch aus der Ritterzeitstammen. Andere Hecken wurden in Brusthöhe abgeknickt und miteinander verflochten, so dass sich ein undurchdringlicher lebender Zaun bildete (am Ahlener Damm könnt ihr noch welche entdecken). Solche Flechthecken mussten die Äcker und Gärten vor dem Vieh schützen, denn Drahtzäune gab es vor hundert Jahren noch nicht. Im Laufe von Jahrzehntenhaben in den Hecken besonders viele verschiedene Strauch- und Baumarten ihren Platz gefunden. Einige typische Heckenpflanzen für unseren Bereich sind: Stieleiche, Feldahorn, Weißdorn, Schlehe, Hasel, schwarzer Holunder, Soweit entfernen sich die Tiere von der Hecke Hundrose, Hainbuche, Eberesche, Esche, Schneeball, Kornelkirsche, Hartriegel, Heckenrose, Brombeere, Wildbirne, Wildpflaume, Hecken-kirsche, Wildkirsche, Traubenkirsche, Besenginster und viele Strauchweiden, deren Kätzchenblüten im Frühjahr die wichtigste Nahrung für die Bienen darstellen. Ebenso wichtig wie die Vielzahl der Straucharten in einer Hecke sind aber auch die krautigen Blütenpflanzen am Boden und Saum der Hecken. Gerade diese Pflanzen sind oft die Spezialnahrung für Schmetterlinge oder deren Larven und Raupen.

Je nach Art der Pflanzen in solch einer Hecke finden Tiere dort ihren Lebensraum. Dort können sie Nahrung finden, sich verstecken und ihreJungen aufziehen. Nahrung bieten diese Hecken in Hülle und Fülle: Insekten und Schnecken, die von den Blättern und Blüten der Pflanzenleben, dienen wiederum Fröschen, Kröten, Eidechsen, Spitzmäusen, Blindschleichen, Vögeln und Igeln als Nahrung. Hase und Rebhuhn finden hier ebenso ihren Unterschlupf und ein Versteck für die Jungen, wie dieWaldohreule, die Elster, der Neuntöter und das Wiesel. Und alle können von der Hecke aus auf Nahrungssuche gehen, wobei sie dann zu Helfern der Bauern werden, denn sie fressen Tiere, die sich an der Ernte schadhaft halten.

Könnt ihr euch vorstellen, eine solche Hecke mal einmal richtig zu durchforschen. Passt aber auf dabei! Verscheucht keine Tiere von ihren Nestern! Schaut auf den Boden und achtet darauf, wo ihr hintretet!Beobachtet, aber zerstört nichts!

Auch haben die Hecken eine enorme Windschutzwirkung. Eine fünf Meterhohe Hecke schützt zum Beispiel das dahinterliegende Land auf eine Entfernung von fünfzig Metern. Diese Windbrecher erhöhen die Durchschnittstemperatur und die Luftfeuchtigkeit der gesamten Umgebung, so dass den Feldfrüchten im Sommer mehr Tau zur Verfügung steht.


Typische Tiere einer Hecke mit Bäumen, dichtem Gebüsch und artenreicher Krautschicht: 1 Neuntöter, 2 Hermelin, 3 Ringeltaube,4 Zauneidechse, 5 Waldohreule, 6 Rotkehlchen, 7 Bläuling,8 Goldammer, 9 Zaunkönig, 10 Amsel, 11 Gartengrasmücke, 12 Igel,13 Schnirkelschnecke

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