1.1 vom Weiler zur Stadt Sendenhorst

Sachsenhaus bei Warendorf

   Um 600 n. Chr. wanderten Bauern aus dem Sachsenstamm in das Sendenhorster Gebiet ein. Auf dem Kiessandrücken westlich der jetzigen Stadt begannen sie Getreide anzubauen. Hier fanden sie einen leicht zu bearbeitenden Boden. Die ersten Hofesstellen errichteten sie nahe bei ihren Äckern.


Durch Ausgrabungen in Warendorf wissen wir, wie ein Bauernhaus um 700 n. Chr. aussah. Aus Lehm, Stroh und Holz bauten die Siedler ihre Häuser. Sie waren etwa 20 Meter lang und in der Mitte 5-6Meter breit. Rund um das Haupthaus lagen Grubenhäuser, die 70 cm in den Boden gesenkt waren. Hier lagerten die Vorräte, und hier verarbeiteten die Frauen die faserige Flachspflanze zu Leinen.

Die Siedlung (auch Weiler genannt) bestand damals aus 5 - 6 Höfen. In der Umgebung gab es noch weitere kleine Siedlungen, aus denen sich später die Bauernschaften entwickelt haben. Als die Sachsen den christlichen Glauben angenommen hatten, leisteten einige Höfe Abgaben an die Klöster. In den Verzeichnissen des Klosters Werden an der Ruhr wird SEONDONHURST um 890 zum ersten Mal erwähnt. Die Nonnen zu Freckenhorst schrieben in Ihre Heberegister (Abgabenverzeichnisse) um1100 SENDINHURST. Auch die alten Bauernschaftsnamen Elmhurst, Braht, Harth und Judanishuvil werden in den Heberegistern erwähnt.


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Bedeuten könnte der Name unserer Stadt "Versammlungsort im Walde". Im Jahre 1175 erscheint in einer Urkunde erstmalig das Kirchdorf SENDENHORST in der heutigen Schreibweise. Der Adlige Hermann von Sendenhorst stand um 1130 in den Diensten des Bischofs von Münster. Er bewohnte wahrscheinlich das Burghaus (mit Mauern befestigte Hofanlage) auf dem Drostenhof, dessen Überreste man 1975 beim Bau des Bürgerhauses fand.

Rund um die Pfarrkirche siedelten sich Krämer, Handwerker und Tagelöhner an. Das Dorf Sendenhorst entstand.


1315 wird dann Sendenhorst erstmals opidum = Stadt genannt. Fürstbischof Ludwig von Hessen, ein Urenkel der Hl. Elisabeth von Thüringen, verlieh den Sendenhorstern Stadtrechte und ließ die Siedlung befestigen.

Rund um Sendenhorst entstanden Wall und Gräben mit den vier Stadttoren im Norden, Osten, Süden und Westen. Die Befestigung bewahrte die kleine Stadt jedoch nicht vor Überfällen und Einquartierungen von Soldaten. 1323 verwüstete Graf Engelbert von der Markaus dem benachbarten Hamm die kleine Stadt und brannte sie nieder. Im Dreißigjährigen Krieg hauste für einige Tage der "tolle Christian von Braunschweig" in Sendenhorst. Er erschien vor dem Wall und drohte, die ganze Stadt zusammen zuschießen. Daraufhin ließ man ihn aus Angst ein.



Beckumer Tor (Osttorhaus)



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