Zwei Flöten und eine Trommel - Spielmannszug der SG

Sendenhorst - Jeder Monat im Jubiläumsjahr 2010 gehört einer anderen Abteilung der SG Sendenhorst. Der Monat Oktober wurde im Ablaufplan dem Spielmanszug der SG gewidmet.

Ein Bild aus dem Jahr 1992, in dem der SG-Spielmannszug bereits auf sein 40-jähriges Bestehen zurückblicken konnte.

Ein Blick in die Geschichte des Musikzuges zeigt, dass auch dieser inzwischen schon über 50 Jahre zur SG gehört und aus dem Vereinsleben nicht wegzudenken ist. Im Jahr 1952 hatten der damalige Oberturnwart Reinhold Greive und der damalige Jugendturnwart Hans-GüntherFascies die Idee, einen Turnspielmanns- oder Fanfarenzug zu gründen. Auf Turnfesten waren sie damals einem solchen begegnet.

Doch eine Idee alleine sollte nicht reichen, den Spielmannszug ins Leben zu rufen, denn alleine die Beschaffung von Instrumenten stellte die beiden vor eine echte Herausforderung. Auf Grund der schmalen Finanzmittel kam eine Anschaffung passender Instrumente für einen Spielmannszug nicht in Frage. Beide erinnerten sich an das heimische Reichsarbeitsdienstlager in der Bauerschaft Brock, wo alte Instrumente vorhanden sein sollten, ist der Historie des Spielmannszuges zu entnehmen. Aber keiner wusste genau, wo diese verblieben waren. Nun versuchten Greive und Fascies, die Spielleute aus der Zeit des ehemaligen Turnvereins ausfindig zu machen, um so an alte Instrumente zu gelangen. Mit zwei Flöten und später zwei weiteren Flöten und einer Trommel lohnte sich der Beginn. Ein Aufruf an junge Leute wurde im SG-Kasten aufgehängt.

15 Interessierte erschienen zur Gründung des Spielmannszuges der SG Sendenhorst im Umkleideraum in der alten Turnhalle in der Mühlenkuhle. Die Männer der ersten Stunde waren Paul Ber­heide, Heinz Brandherm, Heinrich Bülte, Hans-Günther Fascies, Helmut Fischer, Werner Fronholt, Reinhold Greive, Josef Gunnemann, Heinrich Kersting, Helmut Kruse, Hans Pawlick, Bernhard Schmitz, Paul Wegmann, Heinz Westhues sowie August Zipper-Mannefeld. Nach nur knapp einer halben Stunde war der neue Spielmannszug der SG Sendenhorst im Mai 1952 als vierte Abteilung der Turnabteilung gegründet. Nun mussten Übungsraum, Übungsleiter sowie weitere Instrumente beschafft werden. Nach Anfragen bei der Stadt wurde den Männern der ersten Stunde die einstigen Schulräumlichkeiten in den Baracken der Mühlenkuhle bereit gestellt. Mit dem nahenden Winter musste jedoch ein neuer Übungsraum her, denn beheizte Räume waren bitter notwendig. Als der Gastronom und Förderer des Spielmannszuges, Paul Haake, davon hörte, stellte er den Spielleuten unentgeltlich einen Raum im späteren Haus Peiler zur Verfügung. Als Übungsleiter wurde der ehemalige münsterische Stadtamtmanns Kruse vorgesehen, der so schnell absagte wie er zugesagt hatte. Reinhold Greive und Hans-Günther Fascies kam zu Ohren, dass der in Enniger aktive Flötist Anton Haarmeyer das Musikwissen vermitteln könnte. Er übernahm die Leitung.

Wer gedacht hatte, der Spielmannszug sei eine "Eintagsfliege", der täuschte sich, denn durch Anton Haarmeyers Idealismus, Selbstdisziplin, Energie und Einsatzbereitschaft brachte er einen Kreis begeisterter junger Menschen mit in den Spielmannzug und engagierte sich in der Flötenausbildung. Der Münsteraner Josef Schuhmacher kümmerte sich von 1955 bis 1972 um die Trommelausbildung. Bereits rund 30 Mitglieder zählte der Spielmannzug bei seinem 20-jährigen Bestehen im Jahre 1972. Erfreulich war damals die große Zahl an Musikerinnen, die in vielen Spielmannszügen noch die Ausnahme waren. Der Spielmannszug war den Sendenhorstern ans Herz gewachsen, und somit musste man sich um Nachwuchs keine Sorgen machen.

Zum 25-jährigen Bestehen eröffneten 40 SG-Spielleute im Jahre 1977 die vierte Sendenhorster Zeltwoche unter dem Motto "Musikfest für das Münsterland". Der Spielmannszug hat in den Jahren stets nicht nur für öffentliche Auftritte bei Stadt- oder Karnevalsfesten und Musikschauen geübt, sondern auch die Pflege der guten Gemeinschaft immer groß geschrieben. So wurden in der SG bis dahin bereits zwei Mal unter der Regie des Spielmannszuges Karneval gefeiert. Aber auch interne Schützenfeste sorgten für gute Kameradschaft. Renate Fronholt schoss als erste Frau den Vogel ab und wird erste Königin. Ilga und Resi Zirk folgten ihr unmittelbar. Seit 1988 wird auch unter den Jugendlichen ein eigener König ermittelt. Es folgten im Laufe der Jahre unzählige weitere Auftritte. Das wöchentliche Üben und das Streben nach Verbesserung seit der Gründung des Spielmannszuges führte und führt weiterhin zum Erfolg.

Bis heute verfügt der Spielmannszug über ein breites Musikrepertoire von Marsch- bis hin zur Unterhaltungsmusik. Somit ist der Spielmannszug auf vielen Schützenfesten oder diversen Veranstaltungen zu sehen und hält seit 49 Jahren dem Hoetmarer Schützenverein die Treue.

 

 

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