Bischof Martin Happe v 40 Jahren zum Priester geweiht Ungeist der Zeit eine Absage erteilt

Sendenhorst - Nur selten kommt es vor, dass ein junger Mann in der eigenen Pfarrkirche zum Priester geweiht wird. Doch der junge Pater Martin Happe hatte diesen Wunsch geäußert und ihm wurde stattgegeben. Während die Diözesanpriester in der Regel im Dom zu Münster geweiht werden, empfing Martin Happe, der 1968 als Novize der Missionsgesellschaft der „Weißen Väter“ beigetreten war, von Weihbischof Laurenz Böggering seine Weihe in der Pfarrkirche St. Martin.

Martin Happe wurde 1973 in der Pfarrkirche St. Martin von Weihbischof Laurenz Böggering zum Priester geweiht. Mit auf diesem Foto der feierlichen Weihe ist Sendenhorsts damaliger Pfarrer Josef Brink.

Der 2. Juni 1973 war für die katholischen Christen in Sendenhorst ein ganz besonderer Tag. Denn nur selten kommt es vor, dass einer aus ihren Reihen in der eigenen Pfarrkirche zum Priester geweiht wird. Doch der junge Pater Martin Happe hatte diesen Wunsch geäußert und ihm wurde stattgegeben. Während die Diözesanpriester in der Regel im Dom zu Münster geweiht werden, empfing Martin Happe, der 1968 als Novize der Missionsgesellschaft der „Weißen Väter“ beigetreten war, von Weihbischof Laurenz Böggering seine Weihe. Und so freut sich die Pfarrgemeinde St. Martinus und Ludgerus auch darüber, dass Martin Happe, der seit 1995 Bischof von Nouakchott in Mauretanien ist, sein 40--Jähriges feiern darf.

Martin Happe wurde 1945 in Sendenhorst geboren. Er studierte Philosophie in Südfrankreich. Direkt nach seiner Weihe verließ der junge Priester Sendenhorst, um seine erste Missionsstelle im westafrikanischen Mali anzutreten. Über 20 Jahre war er dort tätig. Daher ist er auch heute, da Mali durch kriegerische Unruhen in den Schlagzeilen ist, als Kenner der Umstände gefragter Gesprächspartner auch in seiner Heimat. Immer wieder versucht er, Umstände und Situation bei Vorträgen und Gesprächsrunden in Schulen oder Gemeindekreisen zu verdeutlichen.

Nach Jahren als Superior und Regional-Assistent wurde Pater Martin Happe 1988 Leiter der Diözese in Mopti in Mali im Rang eines Apostolischen Administrators.

In der modernen Welt der Technik und des Wohlstandes sei das Verhältnis zu den geistigen Werten gestört, führte Weihbischof Böggering laut Presseberichten bei der Priesterweihe vor 40 Jahren schon aus. „Wenn ein junger Mann öffentlich erkläre, er sei bereit, dann erteile er damit dem Ungeist der Zeit ein Absage“, wird er in der örtlichen Presse zitiert.

Mit seiner Entscheidung für Afrika und für sein Engagement vor allem für Flüchtlinge hat Martin Happe in den folgenden 40 Jahren seinen Worten Taten folgen lassen. Dabei lag im das Miteinander der Religionen immer am Herzen, wie er erneut betonte, als ihm im Jahr 2009 die Bernhard-Kleinhans-Plakette vom Arbeitskreis „Woche der Brüderlichkeit“ für seine friedensstiftende Arbeit in Afrika verliehen wurde.

1995 war Martin Happe von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Nouakchott ernannt worden. Die Bischofsweihe spendete ihm im Dom in Münster der damalige, vor kurzem verstorbene Bischof Reinhard Lettmann, der übrigens auch in Sendenhorst zu Gast war, als Happe mit der Kleinhans-Plakette ausgezeichnet wurde.

Die christliche Gemeinde in Mauretanien, in dem der Islam Staatsreligion ist, ist ein kleine Gemeinde, zu der rund 5000 Gläubige gehören. „Wir versuchen, das menschliche Antlitz Christi zu sein, in einem Kontext, in dem die Christen eine kleine Minderheit sind“, hat Bischof Martin Happe seine Arbeit einmal in einem Interview beschrieben.

Die Verbindung nach Sendenhorst hat Bischof Happe in all den Jahren gehalten. Besuche in der Heimat stehen oft im Urlaubskalender. Auch sein Bischofsstab ist in Sendenhorst im Atelier von Bernhard Kleinhans entstanden.

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