1700-1799

1700 bis 1799 - Die Aufzeichnungen entstammen in der Hauptsache dem damaligen Pfarrer Kuipers, dem wir ein schönes Bild des 18. Jahrhunderts in Sendenhorst verdanken.

Spätherbst 1725
Etliche Sendenhorster ziehen des Nachts mit Aschenbeuteln auf den Straßen herum; Sie haben andere angefallen sie geschlagen oder auch spoliert (beraubt). Dies hat etliche Jahre gewähret, weil man die Täter nicht hat ausforschen können, und keiner sich getraut hat, sie anzuklagen.

1728
dasselbe. Diese Menschen waren so schlecht, daß sie auf den Straßen herumgingen und des Nachts Leuten, die ihnen entgegenkamen, Aschebeutel zuerst ins Gesicht schlugen, dann sie beraubten.

1734
Am letzten November kamen nach hier die Borussen (Preußen) und haben hier gelagert, Winterquartier gehabt.

1746
Im Jahre 1746 brannte das Haus des Schmieds Hermann Bering, er schmiedend an der Esse (Schmiedefeuerstelle) stand, im Zorne entstand ein Brand, der das Beringsche Haus in Asche legte.

19.9.1749
Ein Stadtbrand ensteht in dem früher mit der Nummer 208 - Westgraben 7 - bezeichneten Hause, also dicht bei dem Hause des Schmieds Bering, eine Feuersbrunst, die zu den größten zählt, die Sendenhorst jemals getroffen hat. Wie es heißt, hatte man am Feuer Flachs zum Trocknen aufgehängt, der in Brand geriet; und in kurzer Zeit stand das ganze Haus in hellen Flammen. Von hier aus griff das Feuer weiter um sich und zerstörte alle Häuser bis zum Südtor. Mehr als hundert Häuser, in denen die Ernte  zum großen Teil schon aufgebracht war, gingen in diesen Tagen in Flammen auf. Auch das Pfarrhaus wurde von den Flammen vollständig vernichtet.

1750
Tierpest - Kuhpest -  Hier war sie zum ersten Male. Pastor Homoet verlor auch seine Kühe, obschon er sehr vorsichtig keinen Menschen in seinen Stall zuließ, der nicht vorher Vorsichtsmaßnahmen getroffen hatte.

17.4.1751
Wieder bricht ein Feuer in der Nähe der beiden letzten Brandherde aus, diesmal im Hause Nummer 202 - Schleiten 5, eine Feuersbrunst aus. Das Haus lag dem Garten des Pastors gegenüber und wurde von dem Schmied Osthues bewohnt. Die Ursache dieses Brandes war ähnlich der des letzten großen Brandes. Man führt die Entstehung darauf zurück, dass beim Schmieden des Eisens eines von den umhersprühenden, glühenden Eisensplitterchen sich im Flachs verfing, der zum Trocknen in der Schmiede hing. Das Feuer zerstörte alle Gebäude bis zum Westtor. In dem Haus dieses Schmieds Osthues soll übrigens früher schon mal ein Brand ausgebrochen sein.

1756 - 1763 - 7-jähriger Krieg
Im Siebenjährigen Krieg, 1756 bis 1763, kämpfen mit Preußen und Großbritannien auf der einen Seite und Österreich, Frankreich, Russland und die deutschen Reichsstaaten, also inkl. Münster, auf der anderen Seite.

Keine Verwüstungen in Sendenhorst, jedoch hohe Belastung der Stadt durch Rekurrierungen, Durchzügen, Einquartierungen und ausgeschriebene Kriegssteuern.

1759
Wegen der Kriegsunruhen sind in diesem Jahr wenig zur Trauung geschritten.

1.9.1760
Anna Maria Ridder heiratet zum 7. mal! Christian Brinkers

15./16.7 1761
Schlacht bei Vellinghausen bei Hamm, Kreis Soest  zwischen 92.000 Franzosen und 65.000 Alliierten.

1761
* In diesem Jahre wurden 167 Personen beerdigt, während hier Typhus herrschte, an anderer Krankheit starben im gleichen Jahre 58, zusammen 225 Menschen.
* Franzosen durchgezogen nach Hamm und haben sich in den Feldfrüchten gelagert.
31.7.1761
In der Zeit, während Typhus herrschte, sind 167 Personen gestorben. 18 bezw. 19 Ärzte des Fürstbischofs von Münster waren hier, die zu dem Zweck hierher beordert waren, daß sie den Kranken helfen sollen. Den Armen wurde ohne Entgelt durch Sachspenden und Medizin geholfen, andere wurden später gezwungen beides zu bezahlen.
Joan Bernd Röper; dieser ist als erster an Typhus gestorben, an welchem fast alle bis Ende Dezember gestorben sind, einige aus Armseligkeit, Unterernährung, Pest, einige zogen sich die Krankheit durch Ansteckung zu. Diese sind in der großen Zahl enthalten, so daß fast kein Haus in der Stadt und fast kein Haus im Kirchspiel von der Krankheit verschont wurde.
* Von dieser Zeit an beginnt die Kuhpest, sowohl in der Stadt wie auch im Kirchspiel. Diese Seuche, bis dahin hier unbekannt, ist jetzt zum zweiten Male unter Pastor Homoet.

1762
Die Kuhpest dauert noch fort und ist von neuem ausgebrochen. Die Not war hier so groß, weil zugleich eine Schar Feinde während des ganzen Winters hier einquartiert war, eine Schar, die dem Frieden absolut abhold war.

1763
* Hier beginnen die regenreichen Jahre.
15.2.1763 - Frieden von Hubertusburg zwischen Preußen und seinen Gegnern
November 1763
Wiederum Ausbruch der Maul- und Klauenseuche - Sie fing an hauptsächlich am Osttor und breitete sich aus bis zum Pastorat.

1764
Seit 100 Jahren und darüber hinaus sind so wenig Menschen beerdigt worden, wie auch überall in der Diözese Münster. Beerdigt wurden 1763-1764 einschließlich 32 Menschen. Während zehn Jahre waren hier und auch auf dem ganzen Kley armseligere Zeiten als wenn Krieg gewesen wäre, denn es waren sehr nässereiche Jahre.
10.4.1764
Sendenhorst wird abermals von einem größeren Feuer heimgesucht. Es war am Abend, als ein sechsjähriger Junge im Haus Nummer 32 mit einer Öllampe auf die Hille (Futterboden) kletterte, um ein Huhn zu fangen. Es ist kaum zu verstehen, dass die Eltern es duldeten, dass so ein kleiner Junge mit einer Lampe zwischen den leicht brennbaren Stoffen gehen durfte, um ein Huhn zu fangen, was schon Erwachsenen Schwierigkeiten macht. Und diese Unvorsichtigkeit rächte sich bitter: Es entstand ein Brand, der auf die Nachbarhäuser übergriff, und 17 Häuser gingen an diesem Abend in Flammen auf.

1761, 1764, 1799, 1801, 1811

Ruhrepedemien in der Stadt

31.10. 1765
Es starb Anna Katharina Bonse, geb. Wieler: die Mutter der Armen.

März 1766
Losung - Ziehung! Es wurde hier der Befehl veröffentlicht, daß junge Leute von 18 bis 40 Jahren nicht heiraten durften, wenn sie nicht sich zweimal durch Würfeln vom Militärdienst frei gelost hatten. Diese Losung verursachte viele Feindschaften, und dieses Dekret bereitete viele Schwierigkeiten.

Oktober 1766
Hier haben die nassen und unfruchtbaren Jahre und die Teuerung angefangen bis 1773.

Juni 1767
Die Kirche wurde eingeweißelt.

Februar 1769 - Es wurde eine neue Formel bestimmt, den Magistrat zu wählen, durch welche auch den Webern der Weg zum Magistraten geöffnet wurde. Die Magistratsmitglieder hießen Konsul.

November 1769
Hier wurden vom Bischof drei Fasttage eingesetzt wegen der allseits drohenden Maul- und Klauenseuche in unserer Diözese.

1770
* Einschränkung der Fast- und Festtage; die Folge war ein großes Murmeln, Unwille des Volkes gegen den Klerus, zumeist gegen den Bischof und die Pastöre.
* Die Bruderschaft St. Johannes hier wird verboten, weil sie in Scheibenschießen, hernach in Saufen bestand.

1771
23./24. April 1771
Es  fiel solche Menge Schnee, daß sich kaum jemand erinnern konnte, daß seither im Winter solche Berge Schnee gefallen wären. Die Kälte hielt obendrein an bis zum 14. April. Es war eine äußerst regenreiche Ernte.
Herbst 1771
Auf der Herbstsynode zu Sendenhorst wurde dem Pastor die Erlaubnis gegeben, Ornamente zu segnen.

1772
* Es war ein Jahr von großer Bedürftigkeit in allen Dingen, deshalb geschahen fast täglich Diebstähle, aber es geschah auch der Mord eines Bürgers am Aschermittwoch, 4. März und die Beraubung von einem gewissen Hermann Hardenberg, der die Flucht ergriff.
* Eine Menge Akten aus der Kirche zu Sendenhorst wurde im Jahre 1771 nach Münster geschickt
Herbst 1772
Nach mehreren sehr nassen Jahren kam sehr trockener Herbst und die beste Zeit zum Säen.

1773
Die Segnung der Leichen in der Kirche, die früher üblich war, wurde nach dem Edikt der Synode unterlassen.
15.3.1773
Es wurde der Altar in der Mitte der Kirche entfernt, weil er bei Beerdigungen im Wege stand. Dafür wurde an der rechten Seite der Altar Mariae Virginis ( Mutter Gottes ) aufgestellt. Der unsere Teil des abgebrochenen Altares wurde verbraucht am Altar des hl. Johannes. Dieses geschah auf Wunsch des Pastors mit dem Vikar ad St. Katharinen, während die Gemeinde dagegen war
24.5.1773
An einigen umliegenden Orten fiel Hagel von solcher Größe, daß sie Hühnereiern gleichkamen oder an Größe übertrafen. Aber er schadete mehr den Fenstern als dem Getreide. Ein Sturmwind entwurzelte allüberall Bäume. Hier warf er nur das Getreide zu Boden

1774
* Eine Hitze vor der Zeit und ein frühreifes Jahr. Es starben 40 Kinder zumeist an der Ruhr und an Würmern.
* In diesem Jahre waren zum ersten Male über 100 Kinder in der Schule.
* Stadt betätigt sich als Unternehmer - Ziegelei Teigelkamp - wirtschaftlicher Misserfolg

1775
24.1.
- Heißer Wind
25. 2. - Eine ungewohnte Wassermenge
* Das Chor der Kirche wurde ausgebessert, soweit es geschehen konnte aus Kollekten
* Es herrschte eine solche Wasserarmut bis zur Herbstsynode, daß das Wasser für das Vieh herbeigeschafft
werden musste.
* Ausbesserung der Friedhofsmauer nach der Westseite der Kirche. Diese Ausbesserung war vernachlässigt worden von den Pfarreingesessenen, die mit dem Pastor in Streit lagen
Oktober 1775
Es begann wieder die Kuhpest. Sie trat zum dritten Male auf seit 1751. Mit der Mondzunahme wuchs die Seuche

27.1.1776
Es war ein sehr kalter Tag, und die Kälte hielt an bis zum 28. 1. 8 Uhr Morgens; verschiedene Menschen erfroren. Tiere erfroren an den Füßen in den Ställen

24.5.1777
Christian Panning wurde vor dem Osttore tot aufgefunden, unversehens getötet; wie einige sagen, von einer Bleikugel.

Nach 1778
Einebnung der Stadtwälle

1784
Pachtung der Windmühle auf der Geist durch die Stadt - wirtschaftlicher Erfolg

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