125 Jahre St.-Josef-Stift Stromkasten erinnert an bewegte Zeit

Sendenhorst - Ein Stromkasten erinnert an die wechselvolle Geschichte. Am Westtor ist ein „Augenblick“ aus dem St.-Josef-Stift ins Licht gerückt. Von Josef Thesing

Übergaben den gestalteten Verteilerkasten seiner Bestimmung: Werner Dufhues (Heimatverein), Bürgermeister Berthold Streffing, Stift-Geschäftsführerin Rita Tönjann und Krankenhauspfarrer Fritz Hesselmann (v.li.). Foto: Josef Thesing

Es ist nur eine Momentaufnahme, gewissermaßen am Rande. Aber sie soll bleibend sein und am Westtor an die Bedeutung des St.-Josef-Stifts für die Stadt bereits in den vergangenen Jahrzehnten erinnern. Es ist ein „Augenblick“ auf dem Strom-Verteilerkasten. Aber eine, der vor allem Patienten, die mal vor die Tür gehen, oder Besucher ein wenig in die Geschichte des Krankenhauses blicken lässt.

Wer heute das Krankenhaus mit seinen zahlreichen Neu- und Anbauten und mit dem Reha-Zentrum betritt, wird kaum noch erahnen, mit welcher Idee der Stifter Joseph Spithöver das Haus 1889 der Stadt übergab. Nach seinem Willen waren neben der „normalen“ Krankenpflege einige Plätze armen und pflegebedürftigen alten Menschen sowie etwa zwölf Waisenkindern vorbehalten. Spithöver verfügte, dass Sendenhorster Bürger bei Bedürftigkeit kostenlos behandelt werden sollten.

Spithöver errichtete das Krankenhaus als eine selbstständige Stiftung, die von einem Kuratorium vertreten wird und der Stiftungsaufsicht des Bischofs in Münster untersteht. Der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Martin war von Beginn an geborenes Mitglied des Kuratoriums. Die Franziskanerinnen von St. Mauritz übernahmen den Pflegedienst. Noch heute in den hochmodernen Zeiten gehören die Nonnen zum Krankenhaus dazu. In den ersten Jahrzehnten ersparten die Zinsen aus dem Stiftungsguthaben von seinerzeit rund 300 000 Goldmark den Verantwortlichen alle Geldsorgen. Bis dann 1923 die große Inflation kam, die den Wert der Mark ins Bodenlose sinken ließ und auch das Stiftungsvermögen auffraß.

Es galt, neue Wege zu finden. Mit Dr. Heinrich Book übernahm 1960 ein Facharzt für Orthopädie die medizinische Leitung. Zusammen mit Dr. Friedrich Lohmann, seit 1957 Direktor des Stiftes, gelang der Aufbau einer erfolgreichen Fachklinik für Orthopädie, die über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt wurde. Die Abteilung verfügte über 256 Betten. Daneben bestand bis 1979 ein Belegkrankenhaus mit 50 Betten. Nach der Schließung des Belegkrankenhauses wurde 1980 mit dem Aufbau des Nordwestdeutschen Rheumazentrums begonnen. Dessen Leitung übernahm der Rheumatologe Professor Dr. Reinhard Fricke, der 1996 in den Ruhestand ging und seine Aufgaben an Professor Dr. Michael Hammer übergab, der heute ärztlicher Direktor des Sendenhorster Krankenhauses ist.

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