Als die Schlote das Stadtbild bestimmten

Sendenhorst/Albersloh - „Historische Orte des Genusses“ ist das deutschlandweit zentrale Motto des diesjährigen „Tages des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13. September. Ein weit gefasstes Thema, ist doch Genuss durchaus vielfältig und nicht nur auf Essen und Trinken beschränkt. „Dazu kann zum Beispiel auch ein Konzertsaal gehören“, meinen die Initiatoren.

In Sendenhorst wird es aber trotzdem um das Trinken gehen, genauer gesagt um den Schnaps. Denn der hat in der Historie der Stadt zweifelsfrei eine überragende Rolle gespielt. Denn Sendenhorst galt vom 18. bis ins 20. Jahrhundert nicht nur im Selbstverständnis der Bürger als Heimat des Münsterländischen Korns. Oder auch als „Stadt der Kornbrenner“. Bis zu 17 Brennereien hat es Aufzeichnungen zufolge gegeben.


Viel ist davon heute nicht geblieben. Die Stadt hat ihr Gesicht vor allem bei der Stadtsanierung in den 70-er Jahren kolossal geändert. Die Brennereien wurden ausgesiedelt - wenige - oder verschwanden ganz.

Gleichwohl sind sie seit einiger Zeit wieder mehr ins Bewusstsein gerückt. Denn der Heimatverein hat kürzlich, wie berichtet, den Brennereipfad angelegt. Mit diesem soll Geschichte lebendig werden. Und dieser steht am „(Genuss)-Tag des offenen Denkmals im Mittelpunkt des Interesses. Allen Interessierten bietet der Heimatverein eine ausgiebige Führung an. Zeit- und Treffpunkt werden noch bekannt gegeben.

Das Brennereiwesen hatte seinerzeit für die Stadt eine große wirtschaftliche Bedeutung, wie auch in der Ausstellung „Schlote, Schnaps & Schlempe - die Kornbrenner von Sendenhorst“ im Jahr deutlich geworden ist. Von Sendenhorst aus wurde Hochprozentiger auch in weit entfernte Teile des Landes geliefert. Die Schlote bestimmten das Stadtbild.

VON JOSEF THESING, SENDENHORST

 


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