Warum Sendenhorst nicht Schorlemer heißt

Sendenhorst: Warum liegt die Stadt Sendenhorst, wie so viele unsrer Nachbarstädte, nicht an einem Gewässer? Rein zivilisatorisch hätte das durchaus Sinn gemacht. Doch dann hätte die Siedlung auch Schorlemer heißen müssen.

Der Name Schorlemer ist zugleich Name einer bedeutenden Familie, die ihren Stammsitz hier in Sendenhorst hatte und Name der Bauerschaft im Bereich des heutigen Industriegebietes Schörmel. Der Name Schörmel leitet sich, nicht wie bei Heinrich Petzmeyer in seiner Stadtgeschichte beschrieben, von „Schierlingssumpf“ ab, sondern, wie von Dr. Book nachgewiesen, von dem altsächschischen Wort für Schorlemer ab. 

 Dafür sprechen auch die Ausgrabungen bei der VEKA AG im Jahre 2004/05. Bei diesen wurden ein Adelshof des 11. bis 12. Jahrhundert entdeckt, dabei wurden die ältesten Schachfiguren Westfalens, sowie zwei Backgammon-Steine entdeckt. Leider verstarb H. Petzmeyer bereits 1995 und konnte somit diese Ausgrabungen nicht mehr erleben. Seine Stadtgeschichte von 1992 ist jedoch nach wie vor ein absolutes Muss.
 
An der Angel gab es laut Dr. Book mindestens vier Mühlen, so dass hier eine ideale Keimzelle einer neuen, größeren Siedlung hätte sein können.
 
Die Hofesgruppe Sendenhorst, die aus 3 Urhöfen bestand, lag 400 Meter westlich der heutigen Kirche. Sie wird 900 das erste mal schriftlich in der Werdener Urbaren erwähnt (Seondonhurst) = Abgabenverzeichnis für das Kloster (heute Bereich Geist, Friedhof, Realschule).
 Seondenhorst, so die ursprüngliche Schreibweise, war eine Bauerschaft wie alle anderen in der Umgebung auch, nur das sie nahe des Schnittpunktes zu den anderen Bauerschaften lag. Sie wurde somit zum Namensgeber.
 Die Keimzelle Sendenhorsts waren sechs Höfe, die aus Teilung der drei Urhöfe hervorgegangen waren. Hof 1: Rüschey - Göbelenhove // Hof 2: Tergeist - Geisterholt // Hof 3: Pastoratshof - Haus Sendenhorst. Die genannten Ortsbezeichnungen sind jedoch nicht mit heutigen identisch.
 
Die damaligen Bauerschaften waren: (Datum Ersterwähnung): Elmenhorst (880), Geilern (880) – später zu Rinkhöven, Ramshövel (880 später zu Bracht), Sendenhorst (900) , Schörmel (9. Jhdt.)
 
Wann genau die Pfarrei Sendenhorst gegründet wurde, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Man nimmt an Mitte des 12. Jhdt. . Das Kirchdorf Sendenhorst wird 1175 zum ersten mal urkundlich erwähnt.
 
Warum der Standort für die 1. Kirche gewählt wurde, hatte folgende Gründe:
Der Punkt, an dem sich heute auch die 1865 fertigestellte 2. Kirche St. Martin steht, ist zum einem der relativ höchste Punkt der Umgebung auf dem von West nach Ost laufenden Kiessandrücken. Dies kann man daran erkennen, dass noch heute alle Straßen zur Kirche hin deutlich ansteigen.
Zum anderen befand und befindet sich die Kirche im Schnittpunkt der umliegenden Bauerschaften.
 
Die Gründung der Siedlung erfolgte somit von außen nach innen, intra.
 
Die erste Nennung der Pfarre ist nicht gleich zu setzen mit dem Stadtgründungsdatum.
 
Als Stadtgeburtstag wird heute der 11.08.1315 gefeiert. Zu diesem Zeitpunkt hatte Sendenhorst bereits Stadtrechte, es handelt sich bei dem Datum um die erste urkundliche Erwähnung. Stadtgründer war "ein paar Jahre davor" der münstersche Fürstbischof Ludwig II. von Hessen. Das genaue Gründungsdatum ist leider unbekannt. Somit liegt das 700-jährige Stadtjubiläm noch 4 Jahre entfernt.

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