Umgehung: Sendenhorst und Albersloh - So konkret war es noch nie

So konkret war es noch nie - Sendenhorst/Sendenhorst-Albersloh. So konkret war’s noch nie mit den Planungen für die neue Trasse der Landesstraße 520 zwischen Albersloh und Sendenhorst.

Doch solange die Weiterführung bis Wolbeck und darüber hinaus nach Münster nicht gelöst ist, sieht Stadtdirektor Heinrich Wiegard keine Chance, daß das Land Geld für den Ausbau des ersten Teilstücks bereitstellt. Augenblicklich befindet sich das erste von drei Teilstücken der Trasse im Planfeststellungsverfahren und kann noch bis zum 16. Januar bei der Stadt Sendenhorst eingesehen werden. Einwände können allerdings noch 14 Tage später erfolgen.

Den Alberslohern und Sendenhorstern kann es also passieren, daß sie noch etliche Jahre auf die Verwirklichung der neuen Trasse warten müssen. Doch sie sind ja geduldig. Jahrzehnte zogen bereits ins Land, ohne daß die Planungen konkret vorangingen. Bereits 1984, so erklärten gestern Stadtdirektor Wiegard und Bauamtsleiter Braunsmann in einem Pressegespräch, hätte der heutige Planungszustand erreicht werden können. Was kam dazwischen? Der landschaftspflegerische Begleitplan, der noch zusätzlich gefordert wurde. Also wieder rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Bis zum jetzigen Zeitpunkt, einem wichtigen Markierungspunkt in der Geschichte der neuen Trasse, wie Stadtdirektor Wiegard gestern anmerkte.

Ist das Planfeststellungsverfahren mit dem Beschluß besiegelt, könnte mit dem Bau begonnen werden, erklärte der Verwaltungschef gestern die weiteren Schritte. Optimal wäre es natürlich, wenn die Trasse in ihrer gesamten Länge gebaut werden könnte. Die Erfahrungen hätten jedoch gezeigt, so Wiegard, daß man mit dem abschnittsweise durchgeführten Bau zufrieden sein darf. Gesichert sein müßte dabei aber auch die Fortführung in Richtung Münster. Als Vorteil ist aber auch die Einstufung der Straße als Überregionale Verbindung  von Münster zur Autobahn 2 und weiter nach Ostwestfalen anzusehen.

Zum ersten Teilabschnitt: östlich der Kreuzung Kreisstraße 33/Landesstraße 520 bis zum Hof Feldmann am Elmsterberg. Dieser Abschnitt führt bis auf wenige Ausnahmen fast parallel zur alten Trasse der Landesstraße 520. Rund vier Kilometer lang wird dieses erste Teilstück sein, gefolgt vom zweiten Bereich zwischen Feldmann und Hoetmarer Straße. Von dort geht’s weiter bis zur Waldmutter. Bereits im April rechnet Stadtdirektor Wiegard mit dem Planfeststellungsverfahren für den zweiten Teilabschnitt. Ein Termin für den dritten Bereich steht noch in den Sternen. Die Planungen sind mit der Entwicklung der Hardtteiche verknüpft und liegen gemeinsam in der Hand von Landschaftsplaner Salzmann.

Doch zurück zum ersten Abschnitt. Bauamtsleiter Braunsmann erläuterte gestern eingehend den Verlauf des einseitig geführten Radweges, der rund einen Kilometer in die neue Trasse eingefügt werden soll, um dann auf zurückgebauten Straßen bzw. Wirtschaftswegen parallel zur neuen Trasse weiterzuverlaufen. In diesem Punkt sind nach Darstellung der Verwaltung die Planer von ihrem ursprünglichen Schemata abgewichen. Mit der Fortführung der Radwege über bestehende Wege habe man flächensparender arbeiten wollen, fügte Heinrich Braunsmann als Erklärung hinzu. Große Umwege müssen die Zweiradtreter dabei, bis auf 200 Meter, nicht in Kauf nehmen, „sie sind ihnen zuzumuten“. Von Westen kommend endet ihr Weg also in Höhe des Anwesens Schwalke und geht über in einen Wirtschaftsweg.

Die Zufahrt zum Hof Beer ist Drehpunkt für die neue Trasse. Sie schwenkt hier ab nach Südosten. Die Landesstraße 520 soll bis zur Kreisstraße 33 auf drei Meter zurückgebaut und eine Hälfte rekultiviert werden. Die Zwischenräume zwischen der alten und der neuen Trasse werden nicht der Landwirtschaft zugeführt, sondern landespflegerisch genutzt.

Die Kreisstraße 33 bis zum Anschluß an die neue Trasse erfährt keine Rückstufung. Um den innerörtlichen Verkehr aus der neuen Trasse herauszuhalten, soll von der Kreuzung West bis Feldmann die Landesstraße 520 beibehalten werden, ein Streckenabschnitt von 1,5 Kilometern. Eine echte Kreuzung, wie sie im Verwaltungsjargon bezeichnet wird, entsteht an der Einmündung West in die neue Trasse. Gesonderte Spuren für die Abbieger begünstigen den Verkehrsabfluß.

Erste Kritik äußerte auch die Stadt an der Wegführung zum Gehöft Pohlmeyer. Bleibt es bei den bisherigen Planungen, wie im Planfeststellungsverfahren einzusehen, fahren die dortigen Anwohner, um nach Sendenhorst zu gelangen, erst einmal einen Kilometer in entgegengesetzte Richtung. Doch Stadtdirektor Wiegard betonte, daß man seitens des Landschaftsverbandes stets offene Ohren für Kritik und Anregungen habe.

Der Bau der neuen Trasse vertreibt allerdings einen Kotten, gegenüber dem Gehöft Törner, der allerdings laut Aussage der Verwaltung schon lange nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werde. Östlich von Törner wird laut Plan ein Weg gerade über die neue Trasse führen ohne Abbiegemöglichkeiten.

Ende des ersten Abschnitts bleibt dann ein Monstrum von Bauwerk, das in die Landschaft ragen wird. Eine Zwischenlösung garantiert an dieser Stelle die Anbindung an die alte Landesstraße 520, die sechs Meter über der neuen Trasse mit einer Brücke geführt wird. Ein Problem gilt es bei der Beibehaltung der alten Landesstraße 520 noch zu klären. In früheren Zeiten, so Wiegard, sei die Rede davon gewesen, diese in eine Gemeindestraße umzuwandeln. Dies würde unter anderem für den winterlichen Streudienst der Stadt bedeuten, an dieser Stelle im Einsatz zu sein. Die Stadt rechnet nun aber damit, daß die alte L 520 möglicherweise in eine Kreisstraße umgewandelt wird.

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