1975 - Abbruch oder Erhaltung des alten Jönsthövelschen Hauses? Kulturausschuß wünscht öffentliche Behandlung des Themas im Sanierungsausschuß

Sendenhorst. Einer Initiative des Vorsitzenden des Sendenhorster Heimatvereins, Hans-Günther Fascies, ist es zu verdanken, daß öffentlich darüber diskutiert werden wird, ob das alte Jönsthövelsche Haus – im Winkel Nordstraße/Schulstraße, neben dem Haus Pöttken, das im Zuge der Sanierung abgerissen werden soll – erhalten wird oder fallen muß.

Bild: Ein Blickpunkt für jeden, der den Sendenhorster Stadtkern besucht, ist dieses prächtige alte, in Fachwerk gestaltet Bürgerhaus. Im Sanierungsausschuß soll jetzt auch in der Öffentlichkeit darüber diskutiert werden, ob das Haus Jönsthövel der Sanierung zum Opfer fallen soll oder erhalten werden kann.

Diese Frage wird viel diskutiert. Fascies war vom Vorsitzenden des Kulturausschusses, Hans Homeyer, in die Sitzung am Dienstag geladen worden, um als sachkundiger Bürger zu verschiedenen Fragen Stellung nehmen zu können. Er nutzte diese Gelegenheit, dieses vieldiskutierte Problem um den Abbruch oder die Erhaltung des Hauses Jönsthövel in die – amtliche – öffentliche Diskussion zu ziehen. 

Ausschußvorsitzender Hans Homeyer erklärte den Kulturausschuß als nicht zuständig, anerkannte aber die Wichtigkeit des Themas. Fascies nannte das Jönsthövelsche Haus ein wertvolles Stück Alt-Sendenhorst. Einhellig war der Ausschuß der Meinung, die Anfrage in den öffentlichen Teil der nächsten Sitzung des Sanierungsausschusses zu bringen. Allgemeine Meinung: „Das Thema muß auf den Tisch.“

Nicht sehr weit kam man mit Überlegungen, ob mit einer europäischen Gemeinde eine Partnerschaft geschlossen werden sollte. Bei diesem ersten Vortasten an dieses Thema kam man zu der Auffassung, die Verwaltung solle bei Gemeinden etwa gleicher Größe, die Partnerschaften unterhalten, Erfahrungen zusammentragen. Auch die einzelnen Ausschußmitglieder sollten sich Gedanken machen und Vorstellungen entwickeln. Eingeschlossen wurde auch der Vorsitzende des Heimatvereins, Fascies. Bei den Überlegungen standen auch die guten Kontakte im Raum, die Realschuldirektor Gatzen mit einer norwegischen Gemeinde von 6000 bis 7000 Einwohnern unterhält.

In diesem Haushaltsjahr können keine Mittel mehr bereitgestellt werden für die Förderung und Unterhaltung von Bildstöcken. Eine entsprechende Anregung war von Pfarrer Brink ausgegangen. Eine Bestandsaufnahme hat ergeben, daß weit mehr Bildstöcke vorhanden sind, als angenommen wurde. Die Kehrseite der Medaille: Viele Bildstöcke lassen in ihrem Zustand sehr zu wünschen übrig. Fascies nannte vor allem einen Bildstock am Südendamm, der „in erbärmlichem Zustand“ sei. Er stehe an dem Platz, an dem früher in Sendenhorst Femegerichte abgehalten wurden.

Während die Bildstöcke in Sendenhorst sämtlich in Bild und Dia vom Heimatverein erfasst sind, müßte für den Stadtteil Albersloh eine solche Bestandsaufnahme erst gemacht werden. Der Pfarrer von Albersloh, Dierks, soll angesprochen werden, damit jemand gefunden wird, der eine solche Aufgabe der Stadt vornehmen kann. Unter dem Titel Heimat- und Denkmalpflege sollen im nächsten Haushaltsplan 1500 Mark bereitgestellt werden. Der Kulturausschuß will sich in einer Sitzung die etwa 60 erfaßten Sendenhorster Bildstöcke in Form eines Lichtbildervortrages ansehen.

Vorsitzender Hans Homeyer hat angeregt, sich doch einmal Gedanken über einen Fassadenwettbewerb „Farbige Stadt“ zu machen, wobei Preise für die besten Lösungen ausgesetzt werden könnten. Diese Aktion könnte im Zusammenwirken mit den Kreditinstituten laufen und mit einer Beratungseinrichtung. Die Verwaltung wurde beauftragt, Unterlagen aus recklinghausen zu besorgen und zu prüfen, wo ein ähnlicher Wettbewerb veranstaltet wurde.

Unter Federführung des Heimatvereins wird auch für 1976 ein Veranstaltungskalender herausgegeben. Alle Vereine wurden angeschrieben. Die Antworten stehen noch aus. Man ist darum bemüht, Terminüberschneidungen zu vermeiden.

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