1965 - Zur 650-Jahr-Feier Sendenhorst

WILLKOMMEN - Programm - Stimmen EIN HERZLICHES WILLKOMMEN - Programm der Festwoche - Sendenhorst im Festtagskleid

Grußwort aus "Westfälische Nachrichten"

Festlich geschmückte Straßen, Plätze und Häuser laden zum Besuch unserer Jubiläums-Stadt ein. Inmitten der Stadt erstrahlt unsere St.-Martini-Pfarrkirche in hellem Scheinwerferlicht. Dem Jubiläum angepaßte Schaufenster-Auslagen geben Zeugnis von der Regsamkeit unseres Gewerbes und Handels. Behagliche Gaststätten laden zum Verweilen ein.

Ein Gang durch und um Sendenhorst wird das Bewußtsein geben, auch nach dem wechselvollen Zeitgeschehen der Jahrhunderte das Ererbte und Überkommene erhalten, gemehrt und verschönert zu haben. Das ist Anlaß zu berechtigtem Stolz und inhaltsvollem erinnern.
Mit Freude und Genugtuung kann festgestellt werden, daß Sendenhorst dank der Mithilfe aller Bürger, der alteingesessenen und der zugezogenen, aus der Kraft ihres echten Bürgersinnes schöner geworden ist.
Auf die zum Jubiläum herausgegebene Festzeitschrift und den Prospekt weisen wir empfehlend hin; ebenso auch auf eine Ausstellung im alten Pfarrhaus. Sie vermitteln einen kurzen geschichtlichen Abriß und einen kleinen Einblick in die Entwicklung und das Zeitgeschehen unserer Stadt.
Wir hegen den Wunsch, daß diese Jubiläumswoche eine echte Heimatwoche werde und sehen in ihr eine Begegnung der Vergangenheit unserer Stadt mit einer möglichst glückhaften Zukunft.

Mögen alle Gäste und Freunde unserer Stadt, insbesondere auch alle ehemaligen Sendenhorster, viele schöne Stunden und Tage in Sendenhorst erleben und in bester Erinnerung behalten.
Feiern wir unser Stadt-Jubiläum mit dem Wunsche, daß Gott unsere liebe alte Heimatstadt segne und beschütze.
Sendenhorst, im September 1965
Brandhove, Bürgermeister     Esser, Stadtdirektor

Grußwort aus "Die Glocke", 3.9.1965

Die 650-Jahr-Feier der Stadt Sendenhorst geht aus von einer Urkunde vom 11. August 1315, in der lt. Staatsarchiv Münster die älteste Erwähnung von Sendenhorst als Stadt (Opidum) nachgewiesen wird. Wann Sendenhorst Stadt geworden ist, läßt sich auf Jahr und Tag nicht bestimmen. Die Häufung der Zeugnisse für den städtischen Charakter Sendenhorsts seit 1315 läßt darauf schließen, daß Bischof Ludwig II, Landgraf von Hessen, der von 1310 bis 1357 das Stift Münster regierte, Sendenhorst zu einer Stadt machte. Ein Heimatbuch mit umfassender Darstellung der Geschichte Sendenhorsts fehlt z. Z. noch. Das diesjährige Jubiläum soll aber Anlaß zur Herausgabe eines solchen Heimatbuches sein.

Möge diese Jubiläumswoche nicht nur Anlaß zu äußeren Festlichkeiten sein, sondern auch zur Besinnung auf unseren eigenen geschichtlichen Standort in der wechselvollen Geschichte unserer Heimat anregen. Möge es so eine echte Heimatwoche werden. Dieser Idee dienen alle ihre Veranstaltungen. Wir sehen in dieser Jubiläumswoche eine Begegnung der Vergangenheit unserer Stadt mit einer möglichst glückhaften Zukunft.

Allen Gästen und Freunden unserer Stadt, insbesondere auch allen ehemaligen Sendenhorstern, rufen wir ein herzliches Willkommen zu. Möge sie viele schöne Stunden und Tage in unserer Jubiläumsstadt erleben und in guter Erinnerung behalten.

Feiern wir unser Stadtjubiläum mit dem Wunsche, daß Gott unsere liebe alte Heimat Sendenhorst segne und beschütze.

B r a n d h o v e, Bürgermeister                     E s s e r, Stadtdirektor

Das Programm der Festwoche

Samstag, 4. September
09.45 Einläuten der Festwoche
10.00 Eröffnungsfeier im Kasino des St.-Josef-Stiftes
12.00 Enthüllung der Bronze-Plastik St. Martini
15.00 Beginn des Reitturniers, Reitplatz Alter Postweg
15.45 Ankunft des Jubiläums-Kaffee-Sonderzuges aus Münster
20.00 Reiterball im Festzelt

Sonntag, 5. September
Festgottesdienste:
9.00 Ev. Pfarrkirche
10.30 Kath. Pfarrkirche
11.00 Platzkonzert, Festzelt
11-13 Aufstieg eines Freiballons, Teigelkamp
14.00 Kreis-Reitturnier, Reitplatz Alter Postweg
15.00 Eröffnung der Ausstellung „Sendenhorst - Gestern und Heute“, Altes Pastorat
20.00 Festzelt

Montag, 6. September
8.00 Schützenfest der Johannis-Bruderschaft, Kirchgang, Königsschießen
15.00 Große Modenschau im Festzelt
19.00 Polonäse und Festball der Johannis-Bruderschaft

Dienstag, 7. September
20.00 Sendenhorst „singt und spielt“, im Festzelt Uraufführung: „Böorgermester Langen un des Kosaken 1813

Mittwoch, 8 September
20.00 Brillant-Feuerwerk und Großer Zapfenstreich im Garten des St.-Josef-Stiftes

Donnerstag, 9. September
Tag des Sportes
9-12 Bundesjugendspiele und „Bunter Rasen“ aller Schulen
14-17 Erwerb des Sportabzeichens, Übungen in der Leichtathletik, Volkstanz und Staffeln
17.30 Fußballspiel: BV 09 Bor. Dortmund (Amat.) gegen SG Sendenhorst 1910 e. V.

Freitag, 10 September
19.00 Lambertusfeier, Lambertusplatz
20.00 „Ostdeutscher Abend“ mit Tanz und Trachtengruppen, im Festzelt

Samstag, 11. September
15.00 Einsatzübung Freiw. Feuerwehr und DRK
17.00 Luftballon-Wettbewerb der Kinder, Sportplatz
19.00 Totengedenkfeier am Kriegerehrenmal. Die Gefallenen und Vermißten werden im Lichtbild gezeigt
20.00 Wiedersehensfeier mit ehemaligen Sendenhorstern, Unterhaltung mit Theo Breider, Festzelt

Sonntag, 12. September
9.15 Festgottesdienst anläßlich der 100-Jahr-Feier der St.-Martini-Kirche
11.00 Platzkonzert, Festzelt
14.00 Sternmarsch der Spielmannszüge und Kapellen
15.00 Festzug: Sendenhorst im Wandel der Zeiten
20.00 Großer Festball im Festzelt
 

Weitere Stimmen in den Westfälischen Nachrichten

Eine Fülle von großen Sorgen -

Bürgermeister Heinrich Brandhove nennt als das wichtigste Ziel der Sendenhorster Kommunalpolitik: „Zufriedene Bürger“  - Um dieses Ziel jedoch zu erreichen führt der Bürgermeister gleich mehrere dringende Aufgaben an. An erster Stelle steht die Lösung des Pendlerproblems, wozu eine weitere Ansiedlung von Klein- und Mittelindustrie unerläßlich ist. Damit verbunden werden soll eine weitere Stärkung der Wirtschaftskraft.

 Als dringend wird von Heinrich Brandhove auch der Bau der Umgehungsstraße angesehen, um den Durchgangsverkehr aus der Stadtmitte herauszubekommen, und dann erwähnt der Bürgermeister auch schon den Sanierungsplan, der sich zwar über Generationen erstrecken wird, von dem man sich jedoch vor allem eine Bereinigung der Verkehrsverhältnisse verspricht. Alte und unansehnlich Häuser werden weichen müssen, neue Wohngebäude werden entstehen. Als weitere bisher ungelöste Frage nannte Bürgermeister Brandhove den Bau eines Schwimmbades, wobei er an den Bau einer Kleinschwimmhalle denkt, die sich an sonnigen Tagen öffnen läßt und die damit zu einer Kombination zwischen Frei- und Hallenbad wird. - Erfreut zeigte sich der Bürgermeister darüber, daß in der neuen Realschule eine Aula eingerichtet wird, von der er sich neue Impulse für das kulturelle Leben in der Stadt Sendenhorst verspricht.

Für Paul Rehsöft, viele Jahre Mitglied der Sendenhorster Stadtvertretung liegen die dringendsten Zukunftsaufgaben klar auf der Hand.

Vordringlichstes Problem: Bau der Umgehungsstraße, egal, ob im Süden oder im Norden. Zweite dringende Aufgabe: Fortführung der Erschließung von Siedlungsgebieten, um neuen Wohnraum zu schaffen für Arbeitskräfte, die Voraussetzung sind für die Ansiedlung weiterer Industriezweige.

Paul Rehsöft ist gegen die Ansiedlung von Industrie um jeden Preis. Vielmehr müssen Aufwand, der sich ergibt aus Grundstücksbereitstellung und Erschließung, und Nutzeffekt in einem gesunden Verhältnis stehen. Anzustreben sei eine krisenfeste Mittelindustrie. Gerüstet sei die Stadt auf die neuen Aufgaben insofern, als mit dem Bau der Realschule anstehende Schulprobleme gelöst erscheinen und die Stadt mit der Erstellung von Sporthalle und Spielplätzen für die Zukunft geplant habe. Wenn eine Schwimmanlage heute noch fehle, so sei man bemüht, auch dieses Projekt zu verwirklichen, zumal eine erste Rücklage bereits im vergangenen Jahr gebildet werden konnte. Nicht unerwähnt bleiben soll ein privater Wunsch von Paul Rehsöft: Die Aufstellung von Ruhebänken an der Straßen in Stadtnähe.

Sendenhorst im Festtagskleid

Wenn diese Beilage der Westfälischen Nachrichten erscheint, dann erstrahlt die Stadt Sendenhorst in ihrem schönsten Festtagskleid. Denn wer möchte sich zum Geburtstag seinen Gästen und Gratulanten nicht im besten Aufzug präsentieren, zumal die Jubilarin immerhin auf das staatliche Alter von 650 Jahren zurückblicken kann. Dabei verschweigt sie uns - wie typisch für das weibliche Geschlecht - ihr wirkliches Alter, denn eine Geburtsurkunde kann sie uns nicht vorlegen. Vielmehr müssen wir uns beziehen auf eine Urkunde aus dem Jahre 1315, in der die Dame Sendenhorst erstmals die Ehrenbezeichnung Stadt trägt. "

Sicherlich ist es nicht eigene Schuld, daß der Geburtsschein nicht vorgelegt werden kann, denn wenn man im Laufe der Jahrhunderte gleich mehrmals verwüstet und geplündert wurde, wenn man insgesamt sieben Großbrände zu überstehen hatte, wenn Krieger und Soldaten in den Mauern ihr Unwesen getrieben haben, dann ist der Verlust der Urkunde nicht verwunderlich. Katastrophen größten Ausmaßes, denen Jahre der Not und des Hungers folgten, konnten die Stadt Sendenhorst nicht unterkriegen, und für die Robustheit spricht, daß sie sich selbst da wieder erholt hat, als sie einige Male völlig in Schutt und Asche gelegt wurde. Das war in den Jahren 1323 und 1529. Und als vor 80 Jahren in Sendenhorst der letzte Großbrand wütete, da legte die Jubilarin sich eine Garde entschlossener Männer zu in der Form einer Freiwilligen Feuerwehr, die weitere Brände in dem bisherigen Ausmaß bis auf den heutigen Tag verhindern konnte. Auch Seuchen wie Pest, Typhus und Lepra konnten die Stadt nicht auslöschen. Auch die Maul- und Klauenseuche, selbst heute noch verbreitet, brachte der Bevölkerung große Verluste. Aber die Jubilarin war aus echtem westfälischen Holz, ausgezeichnet mit der Widerstandskraft der Eiche. Sie überstand alle Katastrophen, das Auf und Ab im Wandel der Zeiten, und zeigt sich zum Geburtstrag, als hätte sie nur gute Tage erlebt. Gesund in der Struktur, mit einer noch kleinen, aber lebensfähigen Industrie, mit florierendem Handel und Gewerbe stellt sie im Herzen des Kirchspiels mit rund 5000 Einwohnern eher den Dorftyp als den Typ der Kleinstadt dar. Sie ist nicht nur erholt, sondern kann sich bereits den Luxus wertvoller Schmuckstücke leisten, zu denen moderne Schulen, Grünanlagen und vor allem neuzeitliche Sportanlagen zählen.Sendenhorster Bürger waren ihrer Zeit weit voraus. Sie hatten schon vor fast 100 Jahren ihr „Wirtschaftswunder“. Als kurz nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 im Sendenhorster Kreidemergel Strontianit gefunden wurde, da verließen Bauernknechte, Kötter und Heuerlinge vielfach die Höfe, da hielt es Weber nicht mehr an den Webstühlen. Sie alle wollten teilhaben an den wertvollen kohlesauren Salzkristallen. Selbst aus der Nachbarschaft kamen Arbeiter. Aus dem großen Boom jedoch wurde nichts. Die Industrie, die die Kristalle zur Zuckerfabrikation verwendete, hatte bald keine Verwendung mehr, die Fremden gingen in ihre Heimatorte zurück und mit ihnen Sendenhorster Arbeiter, die außerhalb der Stadt Beschäftigung suchten. 

Damit war das Pendlerproblem geboren, an dem die Stadt heute so sehr krankt, denn fast 600 Sendenhorster haben ihre Arbeitsstellen in Münster oder anderen umliegenden Orten. Bisher waren Bemühungen der Stadt um weitere Industrieansiedlungen nicht sehr von Erfolg gekrönt, obwohl mehrere Industriebetriebe neu angesiedelt werden konnten. Dabei hat die Stadt auf dem Gebiet des Wohnungsbau erhebliche Vorleistungen erbracht. Seit 1948 wurden fast 800 Wohnungen erstellt - 1914 gab es in Sendenhorst etwa 400 Wohnungen - 85 Hektar wurden neu erschlossen. Schritt gehalten mit dem Wohnungsbau hat der Schulbau: Dem Neubau der Kardinal-von-Galen-Schule im Jahre 1951 folgte schon zehn Jahre später die Teigelkampschule. In der Planung ist die Realschule am Wasserturm. Sie hat ihre Vorgängerin in der Rektoratsschule die von 1859 bis 1907 und von 1920 bis 1940 bestanden hat. - 50 Kinder besuchen 1613 die Volksschule, 300 Jahre später waren es 472, und heute werden fast 700 gezählt, von denen 135 der evangelischen Schule und 56 der Sonderschule im Josefstift angehören. In diesen Zahlen enthalten sind die Schulkinder aus den sieben Bauerschaften des Kirchspiels, denn seit altersher bildet das Kirchspiel kirchlich und schulisch mit der Stadt eine Einheit. Eng verbunden mit dem Schulleben ist die Schaffung von Sportanlagen: Neben moderner Sporthalle und Sportgelände hat die Stadt auch eine Turnhalle erbaut, die in diesen Tagen ihrer Bestimmung übergeben werden soll. In der Diskussion steht der Bau einer Schwimmhalle. Auf dem Kultursektor ist an die Einrichtung einer Institution gedacht, die in Form einer Volkshochschule arbeiten soll. Durch ihre besondere Lage am Rande der Kreise Münster, Beckum. Lüdinghausen und Warendorf hat die Stadt im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Ämtern angehört. 

Im 17. Jahrhundert war sie Bestandteil des Amtes Stromberg, später gehörte sie zu Wolbeck, von 1804 bis 1808 zum Kreis Warendorf und bis 1811 zum Kanton Ahlen im Arrondissement Hamm des Ruhrdepartments Dortmund, das von dem Schwager Napoleons, Großherzog Joachim von Berg, verwaltet wurde. Später wurde Sendenhorst selbst Kanton, und nach Beendigung der französischen Herrschaft im Jahre 1813 kam die Stadt zum Kreis Beckum. Mit dem Amt Vorhelm war sie von 1833 bis 1851 in einer Verwaltung verbunden, bis die Stadt einen eigenen Bürgermeister erhielt. Die Trennung vom Kirchspiel Sendenhorst war vollzogen, ein Zustand, der in der Zukunft immer wieder Kritiker fand. Bauern und Städter gingen in eine Kirche, in eine Schule, waren Mitglieder von Genossenschaften, Feuerwehr und Darlehnskasse, hatten ein gemeinsames Krankenhaus, doch ihre Verwaltungen waren getrennt. Verwaltungstechnischer Mehraufwand, Verzögerungen bei getrennten Verhandlungen, zum Teil lange Wege zur Verwaltung waren die Folge. Trotzdem dauerte dieses Kuriosum über ein volles Jahrhundert. In langwierigen Verhandlungen, in denen Kirchspielbürgermeister Antonius Schulze Horstrup sich in besonderem Maße für eine Wiedervereinigung mit der Stadtgemeinde eingesetzt hatte, wurde schließlich am 1. April 1955 die Zusammenführung von Stadt und Kirchspiel erreicht. Wegen seines besonderen Einsatzes in dieser Frage wurde Bürgermeister Schulze Horstrup 1964 zum Ehrenbürger des Kirchspiels ernannt. - Heute arbeiten Stadt und Kirchspiel in der Amtsvertretung Hand in Hand. Gemeinsame Aufgaben, die Kirche, Schule, Kultur oder Straßenbau betreffen, werden gemeinsam gelöst, wobei sich Amtsdirektor Heinrich Esser als Bindeglied zwischen den Vertretungen erweist. 

Schon in nächster Zeit werden Fragen von besonderer Bedeutung auf beide Gemeinden zukommen: Neben der Erweiterung der Teigelkampschule um vier Klassenräume werden sich die Vertretungen auch über Möglichkeiten der Erstellung eines Schwimmbades unterhalten müssen. Auch der Bau einer Leichenhalle oder Erweiterung des Friedhofs zählen zu den Problemen, die beide Gemeinden in gleichem Maße angehen.Ein „Staedeken“ wird die Stadt Sendenhorst in einer Urkunde aus dem Jahre 1790 genannt, als Fürstbischof Heinrich Graf von Schwarzenberg die Sendenhorster Privilegien bestätigte. Unter den landtagsfähigen Städten wurde Sendenhorst nie erwähnt. Später, am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert, bemerkte die preußische Verwaltung: Sendenhorst ist ganz unbedeutend, nur der Verfassung nach eine Stadt. Deshalb möge man sie auch steuerlich wie das flache Land behandeln. An anderer Stelle lesen wir, daß die Stadt lediglich am Rande der Verkehrswege liege und ihr daher keinerlei Bedeutung zukomme. Immerhin jedoch liefen durch den Ort schon in frühester Zeit die Fern- und Königsstraßen, später rollte der Salzhandel von Soest nach Münster über Sendenhorst, und Soldaten aller Völker zogen durch die Stadt. Mitte des vorigen Jahrhunderts fand Sendenhorst durch den Bau der Straße nach Drensteinfurt Anschluß an die 1848 eröffnete Eisenbahnlinie Münster-Hamm, und fast 60 Jahre später erhielt die Stadt mit dem Bau der Eisenbahnlinie Münster-Neubeckum auch einen eigenen Bahnhof, womit sie verkehrstechnisch bestens erschlossen ist. 

Wenngleich die Stadt nach dem Großbrand 1806 die Durchgangsstraßen in großzügiger Weise angelegt hatte, so konnte sie die stürmische Entwicklung des Straßenverkehrs nicht voraussehen. Die Straßen sind zu eng. Vor allem der überaus starke Lastzugverkehr, der Tag und Nacht durch die Innenstadt rollt, stellt für die Bevölkerung eine nicht mehr zumutbare Belästigung dar. Seit vielen Jahren bemüht man sich um Abstellung dieses Mißstandes, ein Plan für eine Umgehungsstraße wurde entworfen, die Trassenführung im nunmehr abgeschlossenen Flurbereinigungsverfahren berücksichtigt. Doch wenngleich die Stadt alle Vorarbeiten abgeschlossen hat, so scheiterte das Bauvorhaben bisher an der ungelösten Frage der Führung dieser Straße im Raum Münster-Albersloh. Dieses Argument sollte jedoch nicht allein ausschlaggebend sein; denn wenn man das Land von Vorhelm bis zur Waldmutter die Straße großzügig ausgebaut hat, weshalb sollte es dann nicht möglich sein, die Straße als Umgehungsstraße südlich um den Ort herumzuführen und in der Höhe der Krankenhausgärten wieder auf die alte Trasse zu führen? Wann das Reststück bis Münster ausgebaut würde, sollte für Sendenhorst von sekundärer Bedeutung sein.    WERNER RABENECK

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