De Kiärkenniebau to Sennenhorst

Sendenhorst. Fast auf den Tag genau, 110 Jahre ist es her, seit der hohe Westturm an der St.-Martin-Pfarrkirche fertiggestellt und eingeweiht werden konnte. In der Sprache (Plattdeutsch), die damals fast ausschließlich im Umgang gebraucht wurde, schildert Alfred Mefus in einer zweiteiligen Folge den Kirchenneubau. (2. Teil fehlt)

St. Martin um 1900 - colorierte Postkarte

Dütt Joahr is ätt 110 Joahr hiär, datt unner Pastor Reinermann de 75 m hauche Westtoarn an de Martinus-Kiärk to Sennhorst ferrig baut un inwieht woarn is. Pastor Lorenbeck, den Bauhiärr von den nie’e Kiärk, hätt den Dagg de Innwiehung nich mäh beliärwt. He starf an’n 6. Januar 1865. An’n 15. November 1865 woar de nie’e Kiärk von den mönsterschken Bischof Dr. Johann Georg Müller inwiehet. Orwer büss to düsen Dagg hätt sick in Sennhorst wahn vierl doahn! Un dat sall äs emmoal in de Sproak vertellt wärn, mett de doamoals mäh äs vandag‘ küert woar:

De oalle Kiärk was ‘n schlichten Bau in romanischken Stil, ‘ne Krüs-Kiärk. Iähre Längs-Achs‘ wör 93 Fooht (29 m), iähre Twiärss-Achs‘ 77 Fooht (25,75 m); see sall rund 400 qdm graut wäst sein. Doamett miähr Lüe in de Kiärk latz harn, wörn binnen an de Norden-, Süden- un Westensiet Bürns baut woarn. Bie den grauten Brand an’n 29. April 1806 har de Kiärk auck iähren Deel mettkriergen; de Toarn wass utbrannt, de Glocken dör de Hitz‘ schmolten un datt Müerwiärk von’n Toarn an mehrere Stiärr’n rierrt’n.

Dör den grauten Brand wass in’ne Stadt ‘n grauten frie’en Platz, ‘n richtigen Kiärkplatz entstaohn; orwer ‘ne ganz nie’e Kiärk to bauen doa too feihlen doch de Sennhörsken de finanziellen Mittel. Trotzdem häbt sich sick Pastor Dr. Darup un Börgermester Röhr an’n 17. Juli 1825 an den Bauinspektor Müster in Mönster wandt, üm ‘n Entwurf un ‘n Kostenvoranschlag fö’n Umbau von de oalle Kiärk to kriegen. 1829 soll mett de Umbau anfangen wiärn. Doch doa is nix drut woarn, man hätt bloß to datt güldene Priesterjubiläum von Pastor Dr. Darup, de gliektietig Landdechant un Domkapitular wass, in Fröhjoahr 1829 ut Sierkerheitsgründen den Toarn von ‘ne Kiärk verankert.

1825 har man all ‘n Kiärkenbaufonds anliäggt. Doch Pastor Dr. Darup sorge iärst fö nie’e Glocken denn de nao den grauten Brand umgegortenen Glocken wörn wie’er boarssen. 1834 leit de Pastor dör den Franzosen Boitel 4 nie’e Glocken geiten un in den oallen Toarn ophangen. An’n 9. November 1835 wass de Pastor Dr. Darup, 79 Joahr alt, datt liäßte Moal in’ne Sitzung örwer den Kiärken-Niebau doabie. Man gloff, gutte Steen’n in Steinkühler Feld in’ne Bracht fö den Bau briärken to könn’n; denn de Stee’n ut düssen Steenbruch harn auck op de Flure von den Aegidii-Kaserne in Mönster Verwendung funn’n.

An’n 11. Mai 1836 wass de Landroat Graf Merveldt un den Bauinspektor Ritter  doabie, äs in Sennhorst wie’er örwer den Kiärkenbau beroatschlagt woar. Man kamm doabie örwereen, nicht de oalle Kiärk ümtobauen, sondern ganz nie to bauen. Pastor Dr. Darup wass bie düsse wichtige Sitzung nich mäh doabie, he starf an’n 30. November 1836. Sein Nachfolger, Pastor Lorenbeck, giäng mett Bravour an de Niebuapläne ran. He wull orwer keine eenfache Kiärk noa datt Muster wie de Kiärk in Glandorp un noa den Bauplänen von den Bauinspektor Ritter, he wull ‘ne graute, imposante Kiärk fö Sennhorst!

1843 woar de Dautenkiärkhoff ut de Stadtmitte noa de Ausspoahrt veliäggt. Doadör woar Gelände fö den Kiärkenniebau frie. To selben Tiedt gaff Pastor Lorenbeck op’n Nienkamp mehrere Grundstücke fö den Affbau von Lehm frie un mok mett den Teigelmeßter Hartmann ut Amelsbüren ‘n Vertrag örwer Herstellung von Backsteenen ut ‘ne eegene Teig’lerie toon Pries von 2 Rthlr. pro 1000 Stück. Äs de Probeband günstig utfoall, woar beschloartt’n, de ganze Kiärk in Ziegelrohbau uttoföhren. Doch ätt giängen noa wie’er 10 Joahr int Land, ehe Pastor Lorenbeck seine Pläne dörsiätten konn! (Schluß folgt). A. M.

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